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Kosovo und die Statusverhandlungen NEWS

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 15.11.2005, 15:34 Uhr · 4.928 Antworten · 156.705 Aufrufe

  1. #231

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    Zitat Zitat von USER01
    Wär nicht schlecht wenn man Kosovo in Dardania umwandelt.
    Ist für Serbien nur vom Vorteil.

    Zvacese Republika Obilica 8)

  2. #232
    Avatar von Kosova_Kid

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    Tadic warnt vor "aufgezwungener" Lösung
    Serbischer Präsident: "Kosovo-Frage von enormer Wichtigkeit für den Balkan, aber auch für Europa"

    Boris Tadic sprach vor dem UNO-Sicherheitsrat.
    Belgrad/Pristina/New York - Der serbische Präsident Boris Tadic hat am Dienstag vor "einseitigen" Lösungen für den künftigen Status der von der UNO verwalteten Provinz Kosovo gewarnt. Eine "aufgezwungene" Lösung würde die Verhältnisse auf dem Balkan destabilisieren, unterstrich Tadic vor dem UNO-Sicherheitsrat. Der serbische Präsident sprach sich für eine Wahrung der Gebietseinheit Serbiens und für eine Kompromisslösung aus.


    Die Lösung der Kosovo-Frage sei von enormer Wichtigkeit für den Balkan, aber auch für Europa. Sollte das Kosovo die Eigenstaatlichkeit erhalten, so werde dies auch sezessionistische Bewegungen anderswo ermutigen, meinte Tadic.

    Der serbische Präsident, der zu Beginn seines ersten Auftritts vor dem UNO-Sicherheitsrat den "legitimen Vertreter des Kosovo", Regierungschef Bajram Kosumi, namentlich begrüßte, sagte, dass Belgrad bereit sei, der Provinz eine breite Autonomie zu gewähren, die die albanische Bevölkerungsmehrheit hinsichtlich des Großteils der Fragen des Alltagslebens von "Belgrad völlig unabhängig" machen würde. Eine derartige Lösung würde Tadic zufolge internationale Garantien haben und könnte nach einer bestimmten Zeitspanne, beispielsweise zwanzig Jahren, erneut unter die Lupe genommen werden.

    Tadic verwies erneut auf die schwierige Lage der serbischen Volksgruppe im Kosovo und meinte, dass gerade an einer Verbesserung ihrer Situation die wahre Bereitschaft der kosovarischen Politiker zur Errichtung einer multiethnischen Gesellschaft zu messen sei.

    Der Leiter der UNO-Mission im Kosovo, Sören Jessen-Petersen, wies in seinem regelmäßigen Bericht an den Sicherheitsrat darauf hin, dass die Umsetzung der demokratischen Standards in der Provinz seit Mitte Dezember erneut schneller vorangehe, nachdem sie in den Monaten zuvor verlangsamt worden sei. Die Kosovo-Regierung soll nächste Woche einen neuen dreimonatigen Aktionsplan annehmen, wovon sich der UNMIK-Chef eine weitere Beschleunigung des Prozesses erwartet. Jessen-Petersen appellierte vor dem UNO-Sicherheitsrat erneut an die serbische Volksgruppe im Kosovo, sich der Arbeit der Provinz-Institutionen anzuschließen, statt sie zu boykottieren, aber auch an Belgrad, die Landsleute im Kosovo dazu zu ermutigen.

    Der Präsident des Kosovo, Fatmir Sejdiu, bekräftigte unterdessen seine Entschlossenheit, den "schwierigen, allerdings lebenswichtigen Versöhnungsprozess" im Kosovo anzuleiten. In einem Schreiben an den UNO-Sicherheitsrat unterstrich der Provinz-Präsident die Bereitschaft der Kosovo-Institutionen, Probleme der Minderheiten zu lösen.

    "Ich und meine Kollegen wissen, dass es von erstrangiger Tragweite ist, den Minderheitengruppen im Kosovo, namentlich den kosovarischen Serben, die Lösung ihrer Probleme zu sichern, uns ihre Sorgen anzuhören und diese zu beseitigen", heißt es in dem Schreiben des Kosovo-Präsidenten, auf das sich Belgrader Medien beriefen. Sejdiu war am Freitag zum Nachfolger des am 21. Jänner verstorbenen Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova gewählt worden. (APA)




    http://derstandard.at/?url=/?id=2343394

  3. #233
    Avatar von Kosova_Kid

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    fast ein jahr alt diese nachricht:

    http://www.kulturserver-hamburg.de/h...3_23_DW_kosova

  4. #234
    Avatar von Kosova_Kid

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    http://www.bundestag.de/bic/hib/2006/2006_045/03.html


    Bis Ende des Jahres endgültigen Status des Kosovo beschließen

    Auswärtiges/Antrag
    Berlin: (hib/BOB) Der Bundestag soll sich dafür einsetzen, dass bis Ende dieses Jahres auf der Grundlage der bis dahin erzielten Verhandlungsergebnisse eine Sicherheitsratsresolution über den endgültigen Status des Kosovo beschlossen wird. Das fordert die FDP-Fraktion in einem Antrag (16/588). Dieser Beschluss müsse völkerrechtlich verbindlich sein. Er dürfe - auch wenn naturgemäß nicht alle Forderungen der Beteiligten erfüllt werden könnten - "nicht auf die lange Bank" geschoben werden. Eine Statusregelung für den Kosovo sei für die Stabilisierung der Region und dem gesamten Balkan "unverzichtbar", so die Liberalen. Nur durch eine dauerhaft tragfähige und verlässliche Statusregelung könne es zu einer positiven gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung im Kosovo kommen. Das Parlament müsse sich auch zur europäischen Verantwortung für die Region bekennen. Die westlichen Balkanstaaten sollten die Perspektive eines Beitritts zur EU haben, sobald sie die festgelegten Kriterien erfüllten. Deshalb gelte es, alle Staaten der Region auf ihrem Weg nach Europa konstruktiv zu unterstützen. Wo es immer möglich sei, müsse die intraregionale Zusammenarbeit in der Region gefördert werden, so die FDP-Fraktion. Der Bundestag solle weiterhin das Ziel eines ethnisch vielfältigen Kosovo bekräftigen. Deshalb seien gleiche, sichere Lebensbedingungen für alle Völker inklusive des Rechts auf Rückkehr für alle Flüchtlinge im Kosovo eine vordringliche Aufgabe. Dies müsse sich auch in einer endgültigen Statusregelung für die Region widerspiegeln. Politische Strukturen entlang ethnischer Grenzen zu schaffen, werde vom Bundestag "strikt abgelehnt". Es müsse ferner sichergestellt sein, dass auch nach einer Statusregelung alle im Kosovo verantwortlichen Organe bereit seien, effektiv bei der Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Terrorismus mitzuarbeiten.

  5. #235

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    tadic für referendum in kosov@ nach 20 jahren
    ...

    http://www.lajmet.com
    ------------------

    also würde man so einen scheiß akzeptieren....

  6. #236

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    Zitat Zitat von drenicaku
    tadic für referendum in kosov@ nach 20 jahren
    ...

    http://www.lajmet.com
    ------------------

    also würde man so einen scheiß akzeptieren....
    Tadic raus. Nikolic rein 8)



    dann habt ihr aber noch 150 jahre







  7. #237
    jugo-jebe-dugo
    Serbiens Ultranationalisten rüsten auf

    Parteichef bezeichnet die eventuelle Unabhängigkeit des Kosovo als Okkupation des eigenen Territoriums
    BELGRAD taz Eine eventuelle Unabhängigkeit des Kosovo werde Serbien als "Okkupation" seines Territoriums ansehen, hat der Chef der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS), Tomislav Nikolic, erklärt. Er habe sich am vergangenen Freitag mit Premier Vojislav Kostunica auf eine Parlamentsresolution geeinigt, die im Falle einer "oktroyierten" Souveränität der südserbischen Provinz die Streitkräfte verpflichten soll, die "territoriale Integrität Serbiens mit allen Mitteln zu verteidigen".


    Die Meldung löste heftige Diskussionen aus. Brüssel zeigte sich besorgt. Der Premier dementierte nicht die Erklärung des Radikalenführers Nikolic. Regierungssprecher Srdjan Djuric erklärte, dass Kosovo "Bestandteil Serbiens war, ist und bleiben wird". Denn das internationale Recht beruhe auf dem Prinzip der "territorialen Integrität und Souveränität" jedes international anerkannten Staates. Der national-konservative Kostunica hatte zuvor verkündet, dass er eine Unabhängigkeit des Kosovo niemals akzeptieren würde. Serbien werde sich nie mehr auf einen Krieg mit "Großmächten" einlassen, meinte Verteidigungsminister, Zoran Stankovic. Dann wohl mit "Kleinmächten", kommentierten manche Medien.

    http://www.taz.de/pt/2006/02/14/a0093.1/text

  8. #238
    Avatar von Kosova_Kid

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    Kommt Kosovo in Wien zur Ruhe?
    Direkte Gespräche über die Zukunft der Krisenprovinz starten: Serben und Albaner erstmals an einem Tisch
    Kosovo-Chefverhandler Martti Ahtisaari (re.) und sein Stellvertreter, der Spitzendiplomat Albert Rohan. Foto: epa

    Kosovo-Chefverhandler Martti Ahtisaari (re.) und sein Stellvertreter, der Spitzendiplomat Albert Rohan. Foto: epa

    Aufzählung Österreicher Albert Rohan führt den Vorsitz.
    Aufzählung Gespräche über Rückkehr tausender Kriegsflüchtlinge.

    Wien/Belgrad/Priština. (red) Wenn am Montag nächster Woche über den künftigen Staus des Kosovo verhandelt wird, sitzen einander Serben und Albaner erstmals direkt gegenüber. Bis dato sind die Gespräche in Form einer so genannten Shuttle-Diplomatie geführt worden, wobei UN-Vertreter zwischen Belgrad und Priština hin und herpendelten, um die jeweiligen Standpunkte zu erfahren.

    Schauplatz der Gespräche ist das Palais Kinsky in Wien, den Vorsitz der Verhandlungen führt mit dem Spitzendiplomaten Albert Rohan ein Österreicher. Rohan, früher Generalsekretär im Außenministerium, ist Stellvertreter des UN-Chefverhandlers Martti Ahtisaari. Dem Treffen sollen neben Gesandten der serbischen und der kosovarischen Regierung nach Medienberichten auch Vertreter der USA, EU und NATO beiwohnen.
    Zwei Erzfeinde

    Dass Kosovo-Albaner und Serben erst jetzt direkt in Kontakt treten, ist kein Zufall. Schließlich haben sich noch beide Ethnien noch vor einigen Jahren in einem Bürgerkrieg bis aufs Blut bekämpft. Die Standpunkte über den künftigen völkerrechtlichen Status des Kosovo – die Provinz wird von der UNO verwaltet und gehört offiziell zu Serbien – sind dem entsprechend unversöhnlich: Während Albaner vehement in die Unabhängigkeit drängen, sind die Serben entschlossen gegen die Abtrennung des Kosovo und bieten stattdessen eine weit gehende Autonomie an. Zum Auftakt der Verhandlungen geht es um Dezentralisierung und Reform der Lokalverwaltung. Themen, die zwar technisch klingen, aber einigen Zündstoff bergen. Denn für Belgrad hängt von der Dezentralisierung in großem Maße die Rückkehr von serbischen Flüchtlingen ab. Als die jugoslawischen Streitkräfte nach dem von Ex-Premier Slobodan Milosevic provozierten Bürgerkrieg im Juni 1999 aus dem Kosovo abzogen, flüchteten bis zu 250.000 Serben und andere Nicht-Albaner. Bisher sind nur etwa 14.000 Menschen zurückgekehrt – weniger als inzwischen aus dem Kosovo wieder ausgewandert sind. In den großen Provinz-Städten, mit Ausnahme von Kosovska Mitrovica, gibt es so gut wie keine Serben mehr.

    Die Lösung des Problems aus Belgrader Sicht sieht die Bildung einer serbischen Entität vor, die Kommunen mit serbischer Mehrheitsbevölkerung erfassen, allerdings kein kompaktes Gebiet darstellen würde. Damit soll den Serben eine sichere Existenz in der Provinz ermöglicht werden. Bestandteile der serbischen Entität wären auch die bekanntesten serbisch-orthodoxen Klöster und Kirchen, die sich nicht auf dem Gebiet der serbischen Gemeinden befinden und die ein Ziel für kosovo-albanische Zerstörungswut darstellen könnten. Die serbische Entität wäre keine Grundlage für die Teilung des Kosovo, sondern nur eine serbische Autonomie im Kosovo, betont Belgrad.

    Über den Dezentralisierungs-Plan Prištinas ist wesentlich weniger bekannt. Fest steht, dass er mit dem der Serben nichts gemein hat. Zu erwarten ist, dass Kosovos Minister für Kommunalverwaltung, Lutfi Haziri, am Montag in Wien die Bildung von Entitäten und Teilungen jeglicher Art nicht akzeptieren wird. Das Hauptargument der Kosovo-Albaner ist dabei: Die Dezentralisierung sei ohnehin eine "innere Frage", in die sich Belgrad nicht einzumischen habe.
    Belgrad warnt

    Der serbische Präsident Boris Tadic hat die Internationale Staatengemeinschaft bereits eindringlich davor gewarnt, die Standpunkte Belgrads in der Kosovo-Frage zu übergehen: Eine "aufgezwungene" Lösung würde die Verhältnisse auf dem Balkan destabilisieren, so Tadic vor dem UNO-Sicherheitsrat. Sollte der Kosovo die Eigenstaatlichkeit erhalten, so werde dies auch sezessionistische Bewegungen anderswo ermutigen, meinte Tadic. Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica rief am Mittwoch in einer Festrede zum serbischen Nationalfeiertag alle demokratischen Staaten auf, im Falle der abtrünnigen südserbischen Provinz die universellen Grundsätze des internationalen Rechts zu achten. Die "Wegnahme" Kosovos wäre eine "juristische Gewalttätigkeit" und würde einen Bruch der internationalen Ordnung bedeuten, so der serbische Regierungschef.





    http://www.wienerzeitung.at/DesktopD...&currentpage=0

  9. #239
    jugo-jebe-dugo

    Kostunica:Unabhängigkeit des Kosovo wäre Raub serbischen....

    Kostunica: Unabhängigkeit des Kosovo wäre "Raub" serbischen Gebietes
    Regierungschef hält Rede zum serbischem Nationalfeiertag

    Belgrad - Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica hat sich am Mittwoch erneut gegen die Unabhängigkeit der mehrheitlich von Albanern bewohnten südserbischen Provinz Kosovo ausgesprochen. In einer Festrede zum serbischen Nationalfeiertag rief er alle demokratischen Staaten auf, im Falle der abtrünnigen südserbischen Provinz die universellen Grundsätze des internationalen Rechts zu achten. Serbien biete der südlichen Provinz als "historisch gerechte Kompromisslösung" eine "wesentliche" Autonomie an, sagte Kostunica im zentralserbischen Orasac.

    Die Kosovo-Albaner lehnen dies ab und wünschen die Unabhängigkeit. Für Kostunica ist es undenkbar, dass ein demokratischer europäischer Staat aufgeteilt wird und dass die Grenzen Serbiens gegen den Willen des Volkes und des Staates geändert werden. Die "Wegnahme" Kosovos wäre eine "juristische Gewalttätigkeit" und würde einen Bruch der internationalen Ordnung bedeuten, sagte der Regierungschef.

    Eine "aufgezwungene" Unabhängigkeit des seit 1999 von den Vereinten Nationen verwalteten Kosovos wäre ein "Raub eines historischen Teils von Serbien". Das Kosovo, wo der serbische Staat im Mittelalter entstand, befinde sich in "großer Gefahr", sagte Kostunica
    knapp eine Woche vor dem Beginn der Verhandlungen über die Zukunft der Provinz, die in Wien geführt werden sollen.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2344347


    Man will uns unser Land nehmen auf dem Serbien als Staat 1168 entstanden ist mit der raska-Oblast(Sandzak). Dann würde nur noch die Raska-Oblast(Sandzak) als urserbisches Land bleiben wo wir seit 1300-1400 drauf leben.

  10. #240
    Avatar von Kosova_Kid

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    Tiefe Kluft vor Beginn der Gespräche

    Aufzählung Souveränität des Kosovo ist kaum zu verhindern.
    Aufzählung Serbiens Regierung hält Illusionen am Leben.

    Selten dürfte vor internationalen Verhandlungen am Balkan die Kluft zwischen veröffentlichter Meinung und der inoffiziellen Lagebeurteilung durch Politiker und Diplomaten so groß gewesen sein wie in Serbien im Falle des Kosovo. So gaukeln Regierung und viele Medien den Serben weiter vor, Belgrad werde die Unabhängigkeit verhindern und die Souveränität über die albanisch dominierte Provinz wahren können, die Slobodan Milosevic und seine ultranationalistischen Koalitionspartner schon 1999 verspielten.

    Doch die Regierung von Vojislav Kostunica hat versäumt, den Bürgern diesen Sachverhalt ständig vor Augen zu führen. Daher konnte sich der Ultranationalist Tomislav Nikolic jüngst als Verteidiger des Serbentums aufspielen. Nikolic sagte er habe mit Kostunica vereinbart, den Kosovo zu einem besetzten Gebiet zu erklären, sollte die internationale Staatengemeinschaft die Unabhängigkeit akzeptieren. Kostunica selbst schweigt beharrlich zu dieser Behauptung. Nach vielen Treffen mit westlichen und sogar russischen Diplomaten müsste ihm bewusst sein, dass der Kosovo schließlich eine Form der Unabhängigkeit erhalten wird.
    Kostunicas Schwäche

    Doch dass die Provinz für Serbien verloren ist, geben in Serbien nur Ex-Politiker zu. Darin liegt eine der vielen Probleme für die Status-Gespräche, die in Wien am 20. Februar beginnen. Denn in Serbien führt Kostunica nur eine Minderheitsregierung, die im Parlament auf die Unterstützung der Milosevic-Sozialisten angewiesen ist. Kostunica ist somit politisch nicht stark genug für einen offenen historischen Kompromiss. Eher ist es für Belgrad möglich, eine aufgezwungene Unabhängigkeit unter viel Protestgeschrei zu akzeptieren, und im Gegenzug umfassende Rechte für die serbische Volksgruppe zu erhalten.

    Diese lebt vor allem im Norden in einem weitgehend geschlossenen Siedlungsgebiet, orientiert sich an Belgrad und boykottiert weitgehend die Zentralregierung in Priština. Die Einheit des Kosovo, von der die UNO spricht, muss somit erst hergestellt werden. Dieses Ziel ist auch deshalb erreichbar, weil die albanische Minderheit in Südserbien nur ruhig bleiben wird, wenn die Kosovo-Serben keine Abspaltung betreiben.

    Trotzdem werden die Kosovo-Serben Priština nur akzeptieren, wenn sie ein hohes Maß an Selbstverwaltung erhalten; daher beginnen die Status-Gespräche in Wien mit dem Kapitel Dezentralisierung, weil damit ein umfassender Schutz für die Serben erreicht werden kann. Es geht um die Kompetenzen der Gemeinden, um neue Gemeindegrenzen, um die Finanzierung der Dezentralisierung und um die Verbindung der serbischen Gemeinden untereinander und zu Belgrad. Rasch soll auch mit dem Kapitel begonnen werden, das den Schutz der serbischen Kirchen und Klöster umfasst. In beiden Fällen geht es um vitale serbische Interessen, und um Befürchtungen der Albaner, es könnte ein serbischer Staat im Staate geschaffen werden, der sich einst von Priština loslösen will. Zu verhindern gilt es aber vor allem, dass im Kosovo ein unfinanzierbares Staatsgebilde, ein "frankensteinsches Monster" (Albert Rohan), kurz ein zweites Bosnien entsteht. Gleichzeitig gilt es albanische Extremisten im Zaum zu halten, die bei zu lange dauernden Gesprächen Zulauf erhalten könnten, zumal auch im Kosovo nach dem Tode von Präsident Ibrahim Rugova eine starke politische Persönlichkeit fehlt.

    Darüber hinaus muss die albanische Führung zeigen, dass sie wirklich bereit ist, die Rechte der Serben und anderer Minderheiten zu wahren und mit Belgrad einen modus vivendi zu finden. Die schwierigste Entscheidung steht jedoch Serbien bevor: es steht vor der Wahl mit dem Kosovo und Montenegro das schwarze Loch am Balkan zu bleiben oder ohne beide Mühlsteine am Hals ein europäischer Staat zu werden, der begreift, dass "Großserbien" nur mehr im Rahmen der EU realisierbar ist.

    Von Christian Wehrschütz

    http://www.wienerzeitung.at/DesktopD...&currentpage=0

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