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Kosovo und die Statusverhandlungen NEWS

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 15.11.2005, 15:34 Uhr · 4.928 Antworten · 156.511 Aufrufe

  1. #341
    Avatar von TigerS

    Registriert seit
    04.11.2005
    Beiträge
    7.474
    Zitat Zitat von Albanesi2
    Zitat Zitat von Deki
    Von was träumst dud en Nachts alter,sag mal.

    Albanien ist das mit abstand ärmste Land Europa(google mal nach) und Kosovo könnte es als ärmstes Land Europas ablösen wenn es unabhängig wird. Serbien wird es dabei allemal besser gehen und SCG mit Albanien gleich zusetzen ist wohl ein schlechter Witz.

    Serbien/Montenegro ist mit Bulgarien oder Rumänien vergleichbar.

    Aber trotzdem ist und bleibt Kosovo albanisch

    Und in absehbarer Zeit sehe ich eher Schwarz für euch Serben , ihr seid nicht stratetisch wichtig wie wir .
    lol wo ist kosovo strategischer als serbien

    Wirtschaft und Verkehr
    Serbien ist ein wichtiges Transitland im Verkehr von Ungarn / Ostmitteleuropa nach Griechenland Bulgarien Türkei Mazedonien und Albanien. aber ja kosovo ist besser informier dich al besser du pisser und ab in die hintere reihe


    Serbien-Montenegro
    Die Republik Serbien liegt in Südosteuropa und ist Mitglied im Staatenbund von Serbien und Montenegro. Geografisch lässt sich Serbien in einen flachen nördlichen Teil und einen von Mittelgebirgen (Mit Höhen von bis zu 2700m) durchzogenen nördlichen Teil einteilen. Die Hauptstadt des 10 Millionen Einwohner starken Landes ist Belgrad, die auch mit Abstand die größte Stadt der Republik ist. Serbien ist nach dem Ende des Bürgerkrieges aus dem Balkan in den 1990er Jahren aus der ehemaligen Republik Jugoslawien hervorgegangen und hat sich seit dem durch die Hilfe der Vereinten Nationen äußerst positiv entwickelt. Ähnlich wie andere Länder auf dem Balkan erlebt man auf einer Reise durch Serbien eine Vielzahl unterschiedlicher Kulturen und Einflüsse. Weltweit bekannt ist die serbische Küche für ihre Grill- und Fleischgerichte, gepaart mit einer unnachahmlichen Gastfreundschaft setzen so schnell einige Kilos auf einem Urlaub dort an. Serbien ist ein wichtiges Transitland, daher ist die Verkehrsinfrastruktur gut ausgebaut und alle wichtigen Punkte lassen sich bequem erreichen. In der Hauptstadt Belgrad lässt sich so einiges entdecken, ein unbedingtes "Must see" ist die seit dem Mittelalter bestehende Festung Kalemegdan. Als Geheimtipp wird eine mehrtägige Flussfahrt auf einem luxuriösen Flussdampfer gehandelt.

  2. #342
    jugo-jebe-dugo
    27.02.2006


    Erstmals eigener Innen- und Justizminister
    Namen sollen noch diese Woche bekannt werden - Kostunica warnt vor "aufgezwungener" Status-Lösung

    Pristina - Die abtrünnige südserbische Provinz Kosovo wird erstmals seit der Übernahme der Verwaltung durch die UNO eigene Innen- und Justizministerien bekommen. Das Innenministerium soll ein Vertreter der stärksten parlamentarischen Partei, der LDK, führen, sagte LDK-Vizechef Eqrem Kryeziu, am Montag in Pristina.

    Das Justizwesen bekommt die AAK (Allianz für die Zukunft Kosovos), Koalitionspartner der LDK. Die Namen der künftigen Minister sollen im Lauf der Woche bekannt werden. Die UNO-Administration (UNMIK) hatte die Kompetenzen in diesen zwei Bereichen Ende des vergangenen Jahres an die Kosovo-Institutionen übergeben.

    Kostunica warnt vor "aufgezwungener" Status-Lösung

    Der serbische Regierungschef, Vojislav Kostunica, hat sich am Montag erneut für eine "substanzielle Autonomie" als Lösung für den künftigen völkerrechtlichen Status des UNO-verwalteten Kosovo ausgesprochen. Er warnte in einer Rede vor dem serbischen Parlament gleichzeitig vor einer aufgezwungenen Lösung, die nicht durch einen Kompromiss erzielt wäre. Sie würde nur "einen neuen Samen des Übels" darstellen. Eine neue Gewaltspirale sei die Folge.

    Ein stabiler Friede könne nur auf dem Weg von Recht und Gerechtigkeit und nicht durch die einseitige Aufdrängung einer Lösung, oder gar den Raub des Gebietes erzielt werden, sagte Kostunica in Belgrad bei einer parlamentarischen Sondersitzung zum Thema Kosovo. Die Sitzung war auf Antrag der Regierung nach den ersten direkten Gesprächen zwischen den Verhandlerteams Pristinas und Belgrads Anfang der vergangenen Woche in Wien einberufen worden.

    "Eine substanzielle Autonomie mit ausreichender Anzahl von Befugnissen und institutionellen Mechanismen der Provinz, damit sie das wirtschaftliche und soziale Leben auf entsprechende Weise verwalten kann, würde eine europäische Formel für eine einvernehmliche, dauerhafte und stabile Lösung darstellen", erklärte Kostunica. Er sprach von einem "historischen Kompromiss".

    Die serbische Seite sei bereit, in direkten Gesprächen mit Vertretern des Kosovo die Befugnisse einer von ihr angebotenen erweiterten Autonomie zu definieren, sagte er. "Eines können und dürfen wird nicht zulassen. Dies wäre die Entstehung eines neuen Staates innerhalb unseres Staates."

    Der Regierungschef Serbiens kritisierte außerdem den Stand der demokratischen Standards im Kosovo. In den vergangenen vier Monaten sei bei ihrer Umsetzung "nicht einmal der geringste Fortschritt" erzielt worden. "Es ist kein Ende der ethnischen Gewalt abzusehen", stellte Kostunica fest. Die Verantwortung dafür tragen seiner Ansicht nach Vertreter der Staatengemeinschaft im Kosovo, die "ihren Aufgaben nicht nachkommen".

    In Belgrad wird am Nachmittag der UNO-Chefverhandler Martti Ahtisaari zu seinem zweiten Besuch seit Ende des Vorjahres erwartet. Er soll am Dienstag sowohl mit dem Staatschef Svetozar Marovic wie auch dem Außenminister Vuk Draskovic sowie dem Präsidenten und dem Regierungschef Serbiens, Boris Tadic und Vojislav Kostunica, zusammenkommen. Ahtisaari wird im Anschluss am Mittwoch auch Pristina besuchen. Sein Besuch in Belgrad und Pristina hat die Vorbereitung der nächsten Gesprächsrunde am 17. Februar in Wien zum Ziel.

    www.derstandard.at

  3. #343

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    11.391
    Zitat Zitat von Hellenic
    Vom rein wirtschaftlichen Standpunkt schneiden die Albaner garnicht mal so schlecht ab... also zwar schon ziemlich mieß, aber es gibt auch im Balkan viel schwächere Staaten.

    Nur beim HDI (Human Development Index) in dem der Entwicklungsstand eines Landes ermittelt wird, steht Albanien sehr sehr schlecht da. Dort kommen außer der Wirtschaft noch Sachen wie, Bildungsstand, Infastruktur, medizinische Versorgung usw.

    Auf Platz eins ist übrigens Norwegen.
    am schlimmsten ist es im katholischen norden und orthodoxen süden.
    die christlichen albaner versuchen dort immer noch ihre christlichen traditionen wie blutrache usw fortzuführen.....
    zudem kommt 50 jahre stalinismus, davor griechische,serbische,italienische,türkische besatzung, was kann man dann noch von albanien erwarten?
    zudem bekommt al keine hilfsgelder wie GR von der eu, sonst würde spätestens al nach 20 jahren anders aussehen! :wink:

  4. #344
    jugo-jebe-dugo
    27.02.2006

    Wissen: Volksgruppen
    OSZE schätzt den Anteil der Albaner im Kosovo auf 91 Prozent

    Die OSZE schätzt den Bevölkerungsanteil der Albaner im Kosovo auf 91 Prozent, fünf Prozent dürften Serben sein. Zu den Minderheiten gehören Türken, Bosniaken, Goranci, Roma, Torbeschen und Ashkali.

    Nach der massenhaften Vertreibung der Albaner während des Milosevic-Regimes Ende der 1990er, wurden nach dem Nato-Bombardement nicht nur die Serben, sondern auch andere Minderheiten vertrieben. In Prishtina lebten etwa 1999 noch 20.000 Roma, heute sind es nur mehr 800.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2359544


    ps: In Pristina lebten 40000 Serben vor 1999,heute sind es nicht mal 500 in einer kleinen Ortschaft vor Pristina.

  5. #345
    jugo-jebe-dugo
    28.02.2006

    Kosovo-Premier im STANDARD-Gespräch: "Keine Enklaven und ethnischen Korridore"
    Bajram Kosumi will nicht mit Serbien über die Staatswerdung verhandeln


    Premier des Kosovo, Bajram Kosumi.

    "Wie die Kosovaren in den nächsten 50 oder 100 Jahren leben ist nicht von realem Interesse für Serbien und deshalb soll es nicht mit Serbien verhandelt werden." Im Gespräch mit dem STANDARD spricht sich der kosovarische Premier, Bajram Kosumi dagegen aus, dass der völkerrechtliche Status bei den Gesprächen in Wien überhaupt auf den Tisch kommt.

    "Niemand wird die Frage aufwerfen, ob Kosovo ein Staat werden soll oder nicht." Denn Belgrad könnte das aufgrund vieler interner Gründe ohnehin nicht akzeptieren. "Dieser Punkt wird mit der internationalen Gemeinschaft und mit dem UN-Sicherheitsrat verhandelt", sagt Kosumi.

    Die Gespräche mit Belgrad sollten sich auf die Bereiche Dezentralisierung, religiöses und kulturelles Erbe, Ausbildung der Kosovo-Serben, Beziehungen der Kosovo-Serben zu Belgrad, Beziehungen zwischen Kosovo und Serbien, die Rückkehr von Flüchtlingen und Kriegsschäden beschränken.

    Vier oder fünf Monate

    Der Prozess könne vier oder fünf Monate dauern. Kosumi betonte, dass er bereit sei, den serbischen Premier Vojislav Kostunica zu treffen. Er kann sich neue Gemeinden mit serbischer Mehrheit vorstellen, allerdings ist er gegen das Konzept Belgrads, wonach die Dezentralisierung nach ethnischen Kriterien erfolgen soll.

    "Es wird keine Enklaven, ethnischen Korridore oder auf ethnischer Basis errichtete Gemeinden geben." Belgrad hatte bei den Gesprächen in Wien vergangene Woche vorgeschlagen, 16 neue Gemeinden mit serbischer Mehrheit zu gründen. Zurzeit gibt es 30 Gemeinden im Kosovo, davon fünf mit serbischer Mehrheit. Etwa sechs Prozent der Kosovaren sind Serben.

    Kosumi betonte, dass er von der Kontaktgruppe - USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien - kein Signal erhalten habe, dass die Unabhängigkeit bereits entschieden sei. Die Kontaktgruppe habe bloß festgestellt, dass es kein Zurück zum früheren Status, keine interne Teilung des Kosovo und keinen Zusammenschluss mit einem anderen Staat geben darf. Viel weniger vorsichtig ist der Premier, wenn es um die europäische Zukunft geht: "Im Jahr 2014 werden wir Mitglied der EU sein."

    http://derstandard.at/?url=/?id=2359539

  6. #346
    jugo-jebe-dugo
    28.02.2006

    Kostunica für direkte Verhandlungen mit Pristina über Kosovo-Status
    Treffen mit UNO-Chefverhandler Martti Ahtisaari

    Belgrad - Die vergangene Woche begonnenen direkten Gespräche über die Dezentralisierung und über andere wichtige Fragen im Kosovo sollten auch zu unmittelbaren Verhandlungen über den künftigen Status der Provinz führen. Dies teilte der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica dem UNO-Chefverhandler Martti Ahtisaari in einem Gespräch am Dienstag in Belgrad mit, hieß es in einer Aussendung des Kostunica-Kabinetts.

    Beide Gesprächspartner zeigten sich demnach zufrieden, dass die direkten Gespräche über die Dezentralisierung zwischen Belgrad und Pristina begonnen haben. Dieser Prozess müsse fortgesetzt werden. Möglichst bald sollten auch direkte Gespräche über andere Themen aufgenommen werden, wie etwa die Stellung und der Schutz von orthodoxen Kirchen und Klöstern, das Kulturerbe oder spezifische Wirtschaftsfragen, hieß es in der Aussendung.

    Ahtisaari wird in Belgrad auch mit dem serbisch-montenegrinischen Außenminister des Vuk Draskovic sowie dem serbischen Präsidenten Boris Tadic zusammen kommen. Am Mittwoch wird der UNO-Chefverhandler in Pristina erwartet. Sein Besuch in Belgrad und Pristina gilt als Vorbereitung auf die nächste direkte Gesprächsrunde am 17. März in Wien.

    http://derstandard.at/?url=/?id=2360911

  7. #347
    Avatar von Kosova_Kid

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  8. #348
    jugo-jebe-dugo
    02.03.2006

    Europarat stellt Mängel bei Minderheitenschutz im Kosovo fest
    Beratender Ausschuss war im Dezember 2005 auf Besuch

    Paris - Ein Bericht des Europarats weist auf Lücken beim Minderheitenschutz im Kosovo hin. In dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht eines beratenden Ausschusses der internationalen Organisation wird beanstandet, dass die Gesetzgebung zwar "sehr hohe Normen setzt, dass diese aber nur selten in der Realität angewandt finden." Der Ausschuss hatte nach den Angaben im Oktober 2005 die serbische Provinz besucht.

    Die Mitglieder des Komitees, das sich aus Experten zusammensetzt und innerhalb des Rahmenabkommens zur Schutz der nationalen Minderheiten errichtet wurde, hatte Aussprachen mit Vertretern der provisorischen Kosovo-Regierung, der UNO-Sonderverwaltung (UNMIK) sowie der serbischen, türkischen und bosnischen Minderheiten und der Roma. Es handelte sich um den ersten Monitoring-Besuch des von der UNO verwalteten Gebiets.

    derstandard.at

  9. #349
    jugo-jebe-dugo
    02.03.2006

    "Wir sind okkupiert von Serbien"
    Kosovos neuer Präsident, Fatmir Sejdiu, im STANDARD-Interview: "Werde bald die Unabhängigkeit unterschreiben"
    Das Gespräch führte Adelheid Wölfl.
    Zur Person

    Fatmir Sejdiu (54) folgte im Februar dem verstorbenen Präsidenten Ibrahim Rugova nach. Der Politiker der Demokratischen Liga des Kosovo (LDK) ist verheiratet und hat drei Söhne.


    STANDARD: Wann werden Sie zu den Statusverhandlungen nach Wien kommen?

    Sejdiu: Ich glaube, ich komme dann, wenn ich die Unabhängigkeit des Kosovo unterschreiben muss. Und das wird sehr bald sein.

    STANDARD: Sehen Sie eine Annäherung zwischen den Delegationen aus Belgrad und Pristina hinsichtlich der Statusfrage?

    Sejdiu: Unser Vorschlag ist seriös: Wir wollen einen Kosovo für alle Bürger, für Albaner, Serben und alle anderen. Aber wenn wir Belgrad gefragt hätten, hätte die internationale Gemeinschaft nicht im Kosovo interveniert und alles wäre anders verlaufen. Wenn wir Belgrad gefragt hätten, hätte kein einziger Albaner mehr hier im Kosovo gelebt.

    STANDARD: Halten Sie es für realistisch, dass Belgrad ein Statusabkommen unterschreibt?

    Sejdiu: Wir sehen, dass der Prozess vorwärts geht, damit die internationale Gemeinschaft selbstbewusst entscheiden kann. Nun hat Belgrad gesagt: Wenn die Albaner die Unabhängigkeit des Kosovo durchsetzen, dann werden wir den Kosovo als unser okkupiertes Territorium bezeichnen. Das heißt, dass sie einen Krieg gegen die internationale Gemeinschaft erklären. Realpolitisch gesehen, war der Kosovo nie ein Teil Serbiens. Wir sind okkupiert von Serbien.

    STANDARD: Wird der UN-Sicherheitsrat also den Status Serbien aufzwingen?

    Sejdiu: Der UN-Sicherheitsrat wird unabhängig vom Druck aus Serbien und von unserer Seite entscheiden. Aber er sollte den Wunsch der Bevölkerung in Betracht ziehen. Niemand kann gegen den Wunsch der Bevölkerung sein. Und die einfachen Leute in Serbien wissen das auch genau. Wir hatten ja bereits ein Referendum, die Bevölkerung hat ja schon für die Unabhängigkeit gestimmt. Und es gibt einen vollen Konsens: Alle Parteien, die hier im Parlament sind, außer die Serben sind für die Unabhängigkeit. Die anderen Minderheiten haben die Unabhängigkeit schon akzeptiert. Und ich bezeichne das als Wunsch der gesamten Bevölkerung.

    STANDARD: Haben Sie von der Kontaktgruppe oder von den Vetomächten im UN-Sicherheitsrat das Signal bekommen, dass eine bedingte Unabhängigkeit bereits beschlossen ist?

    Sejdiu: Ich kann nicht bestätigen, dass die internationale Gemeinschaft das offiziell gesagt hat. Aber im Sicherheitsrat wurde diskutiert, dass die Unabhängigkeit eine mögliche Lösung sein wird. Denn es gibt entweder Unabhängigkeit oder gar keine Unabhängigkeit.

    STANDARD: Sie werden eine bedingte Unabhängigkeit nicht unterschreiben?

    Sejdiu: Alle anderen Varianten als Unabhängigkeit sind keine Unabhängigkeit. Ich beschäftige mich nicht mit Unterschreiben oder Nichtunterschreiben, die Serben beschäftigen sich mehr damit.

    STANDARD: Wird das Referendum in Montenegro einen Einfluss auf die Kosovo-Verhandlungen haben?

    Sejdiu: Wir können nicht die Lage im Kosovo mit der von Serbien-Montenegro vergleichen. Denn von der ethnischen Gruppe her, sind sie Brüder. Wir haben unseren Weg schon gewählt und wir können das Glück oder Unglück von anderen nicht in unser Land holen.

  10. #350
    jugo-jebe-dugo
    02.03.2006

    Schwere Vorwürfe aus Belgrad gegen möglichen neuen Premier
    Haftbefehl der serbischen Justiz gegen General Ceku - Bereits zwei Mal nach internationalem Haftbefehl festgenommen - Belgrader Amtsträger zurückhaltend

    Agim Ceku

    Pristina - Der Präsident der abtrünnigen südserbischen Provinz Kosovo, Fatmir Sjediu, hat den General Agim Ceku als neuen Regierungschef nominiert. Er folge damit einer Abmachung zwischen den beiden Regierungsparteien LDK und AAK, heißt es in einer am Donnerstag in Pristina veröffentlichten Erklärung des Präsidenten. An einer formellen Bestätigung des 45-jährigen Ceku im Parlament wurde wegen der Mehrheit beider Parteien nicht gezweifelt.

    Der hoch dekorierte General hatte zuvor seine Bereitschaft zur Übernahme des Regierungsamtes erklärt. Die Neuwahl ist notwendig geworden, nachdem der bisherige Regierungschef Bajram Kosumi am Vortag überraschend zurückgetreten war. Kosumi hatte sein Amt wegen der Unzufriedenheit seiner AAK-Partei nach nur einem Jahr zur Verfügung gestellt. Der AAK fällt nach früheren Absprachen als Juniorpartner in der Regierung das Recht zu, den Ministerpräsidenten vorzuschlagen.

    Haftbefehl

    Gegen Ceku werden in Belgrad schwere Vorwürfe erhoben. Die serbische Justiz stellte bereits vor vier Jahren über die Interpol einen internationalen Haftbefehl für Ceku aus. Dem Ex-Kommandanten der extremistischen albanischen "Befreiungsarmee des Kosovo" (UCK) wird Völkermord an Serben, während und nach dem Kosovo-Krieg (1998/99) vorgeworfen. In einer Anklage wird Ceku für die Ermordung von 669 Serben und 18 Angehörigen anderer nationaler Minderheiten sowie zahlreiche Terrorangriffe auf serbische Sicherheitskräfte und die nicht-albanische Zivilbevölkerung verantwortlich gemacht.

    Der aus einem Dorf nahe der Westkosovo-Stadt Pec stammende einstige jugoslawische Offizier und kroatische General hat sich nach Angaben Belgrads in den frühen neunziger Jahren auch der Kriegsverbrechen an kroatischen Serben schuldig gemacht haben. Als Angehöriger der kroatischen Truppen "ZNG" (Volksgarde) soll Ceku im September 1991 an der Entführung und Ermordung von 156 Serben in Gospic, einer Stadt im dalmatischen Hinterland, beteiligt gewesen sein. Er wird auch als eine der Schlüsselfiguren bei der Planung der kroatischen Offensive "Oluja" ("Sturm") betrachtet, mit der Zagreb die zuvor vier Jahre von Serben gehaltene Krajina unter seine Kontrolle brachte.

    Zwei Mal festgenommen

    Auf Grundlage des internationalen Haftbefehls wurde Ceku bereits zwei Mal festgenommen - ein Mal auf dem Laibacher Flughafen im Oktober 2003 und ein Mal auf dem Budapester Flughafen im Februar 2004. Im ersten Fall wurde Ceku nach einer Intervention des damaligen Chefs der Kosovo-Verwaltung (UNMIK), Harri Holkeri, freigelassen. Die ungarische Polizei wiederum ließ Ceku als kroatischen Staatsbürger frei. Ceku war bis Anfang 1999 General der kroatischen Armee. Danach wurde er UCK-Kommandant. Nach der offiziellen Auflösung der UCK wurde er Chef des Kosovo-Schutzkorps, in dem ein Teil der UCK aufging.

    In Pristina wird Ceku hingegen von Medien als "charismatische Persönlichkeit" gelobt, die fähig sei, aktuelle Probleme zu lösen. Die Medien sprachen am Donnerstag von einer "großen Säuberung" in den Provinz-Institutionen. Der Kosovo erhielt nach dem Tod von Ibrahim Rugova am 21. Jänner unlängst mit Fatmir Sejdiu einen neuen Präsidenten. Nun wird die Provinz auch einen neuen Regierungschef und Parlamentspräsidenten bekommen. Im Kosovo habe die Post-Rugova-Ära begonnen, hieß es auch in Belgrad.

    Belgrader Amtsträger reagieren zurückhaltend

    Belgrader Amtsträger haben am Donnerstag zurückhaltend auf die Neuigkeit reagiert. Es liege in der Zuständigkeit von Pristina, wer den Posten des Regierungschefs bekomme, meinte der serbisch-montenegrinische Außenminister Vuk Draskovic.

    Auch der Präsident Serbiens, Boris Tadic, gab sich vorsichtig. Es sei nicht Serbien, das den neuen Regierungschef des Kosovo wähle. Auch hoffe er, dass die Wahl des neuen Regierungschefs nicht zur Destabilisierung in der ganzen Region und zur Gefährdung der serbischen Volksgruppe in der Provinz führen werde, sagte Tadic.

    Deutlich gegen jeglichen Kontakt Belgrads mit dem künftigen Regierungschef sprach sich hingegen der amtierende Chef der Ultranationalisten, Tomislav Nikolic, aus. "Es gibt keinen Serben, der irgendwas mit den Kriegsverbrechern zu besprechen hat", erklärte Nikolic bei einer Pressekonferenz. Zu den Kriegsverbrechern sollen seiner Meinung nach nebst Ceku auch noch die Vorsitzenden der zwei führenden Parteien der Kosovo-Albaner, Hashim Thaci (Demokratische Partei) und Ramush Haradinaj (Allianz für die Zukunft) zählen.

    derstandard.at

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