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Kosovo sucht den Anschluss an die Moderne

Erstellt von Mudi, 20.06.2011, 12:33 Uhr · 30 Antworten · 3.098 Aufrufe

  1. #1
    Mudi

    Kosovo sucht den Anschluss an die Moderne

    Außenminister Enver Hoxhaj tourt durch die Europäische Union und wirbt für Visa-Erleichterungen
    Von den 27 Mitgliedsstaaten der EU haben fünf das Balkanland bislang nicht anerkannt - sie haben interne Gründe dafür


    Enver Hoxhaj ist kein Berufspolitiker, sondern promovierter Historiker und Professor. Er hat sich vor drei Jahren von der Universität Pristina beurlauben lassen, wurde Kultusminister, dann Außenminister der Republik Kosovo. Er spricht akzentfrei Deutsch, wie auch seine Mitarbeiter. Man merkt ihm auch bei seinem Besuch in Berlin vor einigen Tagen den Wissenschaftler an, der die Analyse beherrscht, aber auch den Historiker, der pragmatisch denkt und Lösungen sucht: Er scheut die Formeln der Plastiksprache.

    Hoxhaj beherrscht dennoch den Diplomatencode, weiß die Akzente wohl zu setzen angesichts der schwierigen Lage seines Landes, das noch immer auf dem Weg nach Europa ist. Auf die Frage, was für ihn am wichtigsten sei, gibt er eine verschlüsselte Antwort: "Reisen, reisen, reisen." Immer geht es dem Außenminister darum, sein junges Land auf die politischen Landkarten zu setzen und gegen allen Zweifel und Hindernisse dort zu halten.
    Und es geht auch darum, seinen Mitbürgern das Reisen ebenfalls zu ermöglichen. Denn bislang ist es kaum möglich für Kosovaren, ein Visum für EU-Staaten zu erhalten.

    Die Visa-Erleichterungen, die Brüssel 2009 für die Staaten des Westbalkans auf den Weg brachte, gelten für alle außer für das Kosovo - den Staat, bei dessen Geburt Europa half. Doch nun hat Hoxhaj immerhin Hoffnung: "Kürzlich waren EU-Kommissionspräsident José Barroso und die Außenbeauftragte Catherine Ashton bei uns in Pristina zu Besuch", erzählt er. "Und sie haben uns zugesagt, dass wir im nächsten Jahr Gespräche über Visa-Erleichterungen beginnen können, wenn der nächste Fortschrittsbericht der EU über das Kosovo positiv ausfällt." Das wäre ein Meilenstein für den kleinen Staat und eine Perspektive, die den Alltag seiner Bewohner entscheidend beeinflussen könnte.

    Doch die EU, auf die das Kosovo notwendigerweise so große Hoffnungen setzt, ist sich uneins über die richtige Haltung. Von den 27 EU-Mitgliedern haben fünf das Land bislang nicht anerkannt, und jede Regierung hat dafür erkennbar heimische Gründe: So Spanien wegen der Basken, aber auch Griechenland, Zypern, Rumänien, Slowenien halten sich zurück. Wenn der Minister wie beiläufig davon spricht, die Kosovaren seien ein "vergessenes Volk", so kommt das nicht aus Selbstmitleid, sondern es ist ein Appell an Europa, dem Schwebezustand ein Ende zu machen durch verlässliche Stabilität, Öffnung der Grenzen und gesicherte Vertragsverhältnisse.

    Europa ist auf halbem Wege stehen geblieben. Vor einem Jahrzehnt hat die Nato Krieg geführt, um den starken Mann von Belgrad, Slobodan Milosevic, an Völkermord und Massenvertreibung zu hindern. Dann suchten die Vereinten Nationen nach einer Kompromissformel, um das Kosovo so wie andere Teile des zerfallenen Jugoslawien in eine Eigenstaatlichkeit zu überführen. Der ehemalige finnische Staatspräsident Martti Ahtisaari suchte einen Kompromiss, der am Ende an Russland scheiterte - wobei Hoxhaj den russischen Diplomaten bescheinigt, kompetent und lösungsorientiert verhandelt zu haben.

    Als Tutor und Helfer am wichtigsten ist die Bundesrepublik Deutschland - 250 000 Kosovaren leben hierzulande. Investitionen kommen aus Deutschland, der Handel hat einiges Potenzial, wie auch der Austausch von Studenten. Aber solange die Visumfrage so restriktiv gehandhabt wird wie bisher, gibt es ein frustrierendes Gefühl des Eingeschlossenseins unter den jungen Leuten. Mehr als die Hälfte der Kosovaren sind jünger als 25 Jahre. Wer kann, wandert aus. Zu Hause aber staut sich Enttäuschung auf, und es gibt Erwartungen, welche die Regierung ohne Hilfe von außen nicht erfüllen kann.
    Die Europäische Union, in großen Teilen Europas längst zur Verteilungsmaschine geworden, hat auf dem Balkan gleichwohl noch immer die Anziehungskraft der frühen Jahre.

    Sie könnte, so der Wunsch vieler Menschen in der Region, die Völker von den Dämonen der Vergangenheit erlösen. Die Kosovo-Albaner, bis auf die etwa zehn Prozent zählende serbische Minderheit im Norden, sind Muslime, aber nicht solche der strengen Art. Politisch und kulturell, so sagt der Außenminister, habe sein Land 20 Jahre verloren, in denen gekämpft wurde, geflohen, getötet. Andere Nachfolgestaaten Jugoslawiens konnten sich inzwischen konsolidieren, staatliche Strukturen aufbauen und ihre Ansprüche anmelden an Europa. Das Kosovo konnte nicht vor und nicht zurück.

    Jetzt ist die Lösung der Visumfrage das wichtigste Zwischenziel kosovarischer Außenpolitik und die entscheidende Bedingung, um den Anschluss an die Moderne zu gewinnen. Solange das Kosovo außerhalb des Schengenraumes bleibt, sehen sich die Bewohner als verlorene Kinder Europas. Auf dem Balkan ist noch nichts in trockenen Tüchern. Die jugoslawischen Erbfolgekriege gingen gegen die serbische Hegemonie, aber sie haben kein Gleichgewicht hinterlassen. Die EU im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen werden gebraucht.




    Quelle: Das Kosovo sucht den Anschluss an die Moderne - Nachrichten Print - DIE WELT - Politik - WELT ONLINE

  2. #2
    Avatar von @rdi

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    4.756


    beste politiker in kosovo momentan!

    modern, ruhig, diplomatisch, klug!!

  3. #3

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    16.600
    Wtf?

    doch die eu, auf die das kosovo notwendigerweise so große hoffnungen setzt, ist sich uneins über die richtige haltung. Von den 27 eu-mitgliedern haben fünf das land bislang nicht anerkannt, und jede regierung hat dafür erkennbar heimische gründe: So spanien wegen der basken, aber auch griechenland, zypern, rumänien, slowenien halten sich zurück.

  4. #4
    Avatar von @rdi

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    4.756
    Zitat Zitat von ooops Beitrag anzeigen
    Wtf?
    gut aufgepast.

    muss tekst fehler sein.

  5. #5
    Mudi
    Slowenien = Slowakei

  6. #6
    Avatar von @rdi

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    4.756
    dieser enver hoxhaj ist einfach der richtige man für den posten der premier ministers.

    aber als ausenminister ist er auch top. endlich ist dieser maulwurf skender hyseni weg.

    schau mal seine antworten wie klug , rafiniert und diplomatisch.

  7. #7
    Avatar von @rdi

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    4.756
    der czechische ausenminister hat heute bekannt gegeben.
    die 5 länder die kosovo noch nicht annerkannt haben werden sehr bald folgen!!

  8. #8

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    16.600
    Zitat Zitat von Azzlack Beitrag anzeigen
    Slowenien = Slowakei

    das weiß ich schon aber ein Journalist der sich etwas mit der Außenpolitik beschäftigt, sollte sich solche Fehler nicht erlauben.

  9. #9

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    17.122
    Zitat Zitat von Ardian Beitrag anzeigen
    der czechische ausenminister hat heute bekannt gegeben.
    die 5 länder die kosovo noch nicht annerkannt haben werden sehr bald folgen!!
    XD

    Das hört man seit 3 Jahren. Die Welle kommt in ein paar Wochen - paar Monaten blabla.
    Aber anerkannt ist Kosovo dennoch hauptsächlich vom Westen sowie einigen Lakaien der USA.

  10. #10
    Mudi
    Zitat Zitat von Idemo Beitrag anzeigen
    XD

    Das hört man seit 3 Jahren. Die Welle kommt in ein paar Wochen - paar Monaten blabla.
    Aber anerkannt ist Kosovo dennoch hauptsächlich vom Westen sowie einigen Lakaien der USA.
    soo soo

    Serbien geht immer mehr auf Kosovo zu.. wieso dann nicht der Rest :

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