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Massengrab in Serbien könnte Aufschluss Geben

Erstellt von El Mero Mero, 02.05.2014, 20:50 Uhr · 117 Antworten · 9.395 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    16.03.2014
    Beiträge
    3.875

    Massengrab in Serbien könnte Aufschluss Geben

    SERBIEN

    Massengrab in Serbien könnte Aufklärung bringen

    In Serbien wurde ein Massengrab entdeckt. Die Grabungen könnten Auskunft über das Schicksal von Hunderten von Kosovo-Albanern geben, die seit dem Krieg Ende der 1990er Jahre vermisst werden.

    Die Belgrader Machthaber hatten 1999 noch eine letzte Aufgabe für Armee und Milizen, nachdem der Kosovo-Krieg für die serbische Seite schon verloren war: Leichen der getöteten kosovo-albanischen Zivilisten nach Serbien zu transportieren und zu verbergen, um das Ausmaß der eigenen Verbrechen zu verschleiern. Das gehörte zum sogenannten "strategischen Rückzug der Streitkräfte", den der serbische Autokrat Slobodan Milošević nach den 78-tägigen Luftangriffen der NATO und dem dadurch erzwungenen Friedensabkommen angeordnet hatte.
    Mehr als 13.500 Menschen - die Mehrheit davon Kosovo-Albaner - sind während des blutigen Kosovo-Konflikts getötet worden. In den vergangenen fünfzehn Jahren wurden in Serbien bereits die Leichen von 1200 Kosovo-Albanern entdeckt. Bis heute werden mehr als 1500 Menschen weiterhin als "vermisst" geführt.
    Staatlich angeordnete Verbrechen
    Serbische Soldaten in einem LKW auf dem Rückzug aus dem Kosovo neben einer Einheit der NATO (1999)

    In Rudnica, einem Dorf in Südserbien in der Nähe des Kosovo, begannen am Donnerstag (24.04.2014) die Grabungen im früheren Steinbruch einer staatlichen Baufirma. Nach Angaben eines Zeugen könnten sich dort 400 Leichen befinden. In Rudnica wurden bereits im vergangenen Jahr die sterblichen Überreste von sechs Opfern entdeckt. An zwei Leichen wurden DNA-Tests durchgeführt, die eindeutig bewiesen, dass sie zu den seit dem Krieg vermissten Kosovo-Albanern gehörten. Man suche auch Beweise, um Verbrechen rekonstruieren zu können, sagt Chefarchäologe Andrej Starović. "Die LKW, die hier möglicherweise Leichen transportiert haben, hinterlassen Spuren. Es gibt viele materielle Beweise wie Kleidungsstücke und Kugeln", sagt er im Gespräch mit Radio Free Europe. Details zu diesen Funden würden in etwa zwei Monaten bekannt werden.
    Es handele sich um massive Verbrechen, die definitiv organisiert gewesen seien, mahnt die Belgrader Journalistin Milica Jovanović, die für das linksliberale Online-Portal Peščanik schreibt. "Um Massengräber zu errichten, brauchte man Logistik, Personal und Maschinen. Aber in Serbien taucht diese entscheidende Frage gar nicht auf: Inwiefern wurden die Verbrechen gegen Albaner vom Staat systematisch organisiert?", so Jovanović im Gespräch mit der DW. Belgrads Strategie sei heuchlerisch: Ab und zu würde man einzelne Verbrechen klären und nur direkte Täter anklagen, gleichzeitig aber nicht über den staatlichen Charakter dieser Gräueltaten sprechen.
    Wenn die Vermutungen über die Zahl der Opfer in Rudnica bestätigt werden, wäre das das zweitgrößte bisher entdeckte Massengrab in Serbien. In Batajnica bei Belgrad, dem damaligen Stützpunkt für serbische Sondereinheiten, wurden fast 1000 Leichen gefunden.
    In Batajnica bei Belgrad wurden fast 1000 Leichen entdeckt

    Weitere wurden im See Perućac entdeckt, sowie in einem Kühlwagen in der Donau. Ein wichtiger Zeuge, der in Kriegszeiten ein Fahrer der serbischen Armee war und heute unter einer neuen Identität in einem EU-Land lebt, beschrieb noch 2001 in der serbischen Presse, wie Hunderte von Leichen in die Industriestadt Bor transportiert und dort vermutlich in Hochöfen verbrannt wurden: "Ich musste von Kosovo nach Bor immer nachts fahren. Auf dem Reiseauftrag stand nur: 'Vertraulich!'. Es wurde mir schnell klar, dass ich Leichen transportiere."
    Mörder hinter Gitter bringen
    Die frühere serbische Provinz Kosovo erklärte vor sechs Jahren einseitig ihre Unabhängigkeit. Obwohl Serbien die Souveränität des jüngsten europäischen Staates nicht anerkennt, schlossen die Regierungen beider Länder mehrere Vereinbarungen in Brüssel. Man müsse sich gegenseitig nicht lieben, doch Vertrauen solle geschaffen werden, sagte der neue serbische Premierminister Aleksandar Vučić. "Ich kann Ihnen versichern: Kein Verbrecher wird verschont. Jeder, der ein Verbrechen begangen hat, wird sich dafür verantworten müssen", so Vučić im DW-Interview. Das kosovarische Parlament in Priština hat unter internationalem Druck der Gründung eines Kriegsverbrechertribunals zugestimmt - obwohl die dortige Öffentlichkeit und die meisten Politiker ursprünglich dagegen waren. Es soll die Untaten der selbsternannten Kosovarischen Befreiungsarmee (UCK) aus der Zeit des Kosovo-Kriegs untersuchen.
    Sowohl die serbische als auch die kosovarische Seite braucht glaubwürdige Prozesse, um alle Kriegsverbrecher hinter Gitter zu bringen, sagt Ilir Deda, Direktor des Instituts für Politikforschung in Priština. "Eigentlich sollte die Frage der Vermissten in dem Dialog als erste vom Tisch sein. Erst dann können zwei Staaten und Gesellschaften ernsthaft ihre Beziehungen normalisieren", sagt Deda in DW-Gespräch. Doch das Schicksal vieler Menschen, die im Krieg verschwunden sind, ist immer noch ungeklärt. Wie Belgrader Wochenzeitung Vreme noch vor 13 Jahren schrieb: "Das Problem mit den Toten ist, dass sie ganz laut schreien und die Gerechtigkeit verlangen können."


  2. #2
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
    Beiträge
    11.086
    Zitat Zitat von ASRomaUltra Beitrag anzeigen
    SERBIEN

    Massengrab in Serbien könnte Aufklärung bringen

    In Serbien wurde ein Massengrab entdeckt. Die Grabungen könnten Auskunft über das Schicksal von Hunderten von Kosovo-Albanern geben, die seit dem Krieg Ende der 1990er Jahre vermisst werden.

    Die Belgrader Machthaber hatten 1999 noch eine letzte Aufgabe für Armee und Milizen, nachdem der Kosovo-Krieg für die serbische Seite schon verloren war: Leichen der getöteten kosovo-albanischen Zivilisten nach Serbien zu transportieren und zu verbergen, um das Ausmaß der eigenen Verbrechen zu verschleiern. Das gehörte zum sogenannten "strategischen Rückzug der Streitkräfte", den der serbische Autokrat Slobodan Milošević nach den 78-tägigen Luftangriffen der NATO und dem dadurch erzwungenen Friedensabkommen angeordnet hatte.
    Mehr als 13.500 Menschen - die Mehrheit davon Kosovo-Albaner - sind während des blutigen Kosovo-Konflikts getötet worden. In den vergangenen fünfzehn Jahren wurden in Serbien bereits die Leichen von 1200 Kosovo-Albanern entdeckt. Bis heute werden mehr als 1500 Menschen weiterhin als "vermisst" geführt.
    Staatlich angeordnete Verbrechen
    Serbische Soldaten in einem LKW auf dem Rückzug aus dem Kosovo neben einer Einheit der NATO (1999)

    In Rudnica, einem Dorf in Südserbien in der Nähe des Kosovo, begannen am Donnerstag (24.04.2014) die Grabungen im früheren Steinbruch einer staatlichen Baufirma. Nach Angaben eines Zeugen könnten sich dort 400 Leichen befinden. In Rudnica wurden bereits im vergangenen Jahr die sterblichen Überreste von sechs Opfern entdeckt. An zwei Leichen wurden DNA-Tests durchgeführt, die eindeutig bewiesen, dass sie zu den seit dem Krieg vermissten Kosovo-Albanern gehörten. Man suche auch Beweise, um Verbrechen rekonstruieren zu können, sagt Chefarchäologe Andrej Starović. "Die LKW, die hier möglicherweise Leichen transportiert haben, hinterlassen Spuren. Es gibt viele materielle Beweise wie Kleidungsstücke und Kugeln", sagt er im Gespräch mit Radio Free Europe. Details zu diesen Funden würden in etwa zwei Monaten bekannt werden.
    Es handele sich um massive Verbrechen, die definitiv organisiert gewesen seien, mahnt die Belgrader Journalistin Milica Jovanović, die für das linksliberale Online-Portal Peščanik schreibt. "Um Massengräber zu errichten, brauchte man Logistik, Personal und Maschinen. Aber in Serbien taucht diese entscheidende Frage gar nicht auf: Inwiefern wurden die Verbrechen gegen Albaner vom Staat systematisch organisiert?", so Jovanović im Gespräch mit der DW. Belgrads Strategie sei heuchlerisch: Ab und zu würde man einzelne Verbrechen klären und nur direkte Täter anklagen, gleichzeitig aber nicht über den staatlichen Charakter dieser Gräueltaten sprechen.
    Wenn die Vermutungen über die Zahl der Opfer in Rudnica bestätigt werden, wäre das das zweitgrößte bisher entdeckte Massengrab in Serbien. In Batajnica bei Belgrad, dem damaligen Stützpunkt für serbische Sondereinheiten, wurden fast 1000 Leichen gefunden.
    In Batajnica bei Belgrad wurden fast 1000 Leichen entdeckt

    Weitere wurden im See Perućac entdeckt, sowie in einem Kühlwagen in der Donau. Ein wichtiger Zeuge, der in Kriegszeiten ein Fahrer der serbischen Armee war und heute unter einer neuen Identität in einem EU-Land lebt, beschrieb noch 2001 in der serbischen Presse, wie Hunderte von Leichen in die Industriestadt Bor transportiert und dort vermutlich in Hochöfen verbrannt wurden: "Ich musste von Kosovo nach Bor immer nachts fahren. Auf dem Reiseauftrag stand nur: 'Vertraulich!'. Es wurde mir schnell klar, dass ich Leichen transportiere."
    Mörder hinter Gitter bringen
    Die frühere serbische Provinz Kosovo erklärte vor sechs Jahren einseitig ihre Unabhängigkeit. Obwohl Serbien die Souveränität des jüngsten europäischen Staates nicht anerkennt, schlossen die Regierungen beider Länder mehrere Vereinbarungen in Brüssel. Man müsse sich gegenseitig nicht lieben, doch Vertrauen solle geschaffen werden, sagte der neue serbische Premierminister Aleksandar Vučić. "Ich kann Ihnen versichern: Kein Verbrecher wird verschont. Jeder, der ein Verbrechen begangen hat, wird sich dafür verantworten müssen", so Vučić im DW-Interview. Das kosovarische Parlament in Priština hat unter internationalem Druck der Gründung eines Kriegsverbrechertribunals zugestimmt - obwohl die dortige Öffentlichkeit und die meisten Politiker ursprünglich dagegen waren. Es soll die Untaten der selbsternannten Kosovarischen Befreiungsarmee (UCK) aus der Zeit des Kosovo-Kriegs untersuchen.
    Sowohl die serbische als auch die kosovarische Seite braucht glaubwürdige Prozesse, um alle Kriegsverbrecher hinter Gitter zu bringen, sagt Ilir Deda, Direktor des Instituts für Politikforschung in Priština. "Eigentlich sollte die Frage der Vermissten in dem Dialog als erste vom Tisch sein. Erst dann können zwei Staaten und Gesellschaften ernsthaft ihre Beziehungen normalisieren", sagt Deda in DW-Gespräch. Doch das Schicksal vieler Menschen, die im Krieg verschwunden sind, ist immer noch ungeklärt. Wie Belgrader Wochenzeitung Vreme noch vor 13 Jahren schrieb: "Das Problem mit den Toten ist, dass sie ganz laut schreien und die Gerechtigkeit verlangen können."

    Belgrad blockiert seit jahren bezüglich den Ausgrabungen & Aufklärung der morde.....
    das serbische user a la dissenpiss ,jovan, vaterna und andere schwuchteln keinen Kommentar abgeben ist klar.....

    aber wenn es um ein Tribunal für ehemalige uqk kämpfer geht sind diese an der front um Stimmung zu machen.....
    nicht die Albaner haben systematisch verbrechen verübt sondern der serbische Staat & ihre Soldaten -Freischärler.

  3. #3
    Avatar von Dissention

    Registriert seit
    25.02.2010
    Beiträge
    9.968
    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    Belgrad blockiert seit jahren bezüglich den Ausgrabungen & Aufklärung der morde.....
    das serbische user a la dissenpiss ,jovan, vaterna und andere schwuchteln keinen Kommentar abgeben ist klar.....

    aber wenn es um ein Tribunal für ehemalige uqk kämpfer geht sind diese an der front um Stimmung zu machen.....
    nicht die Albaner haben systematisch verbrechen verübt sondern der serbische Staat & ihre Soldaten -Freischärler.
    Ich hab den Thread schlicht nicht gesehen, warum beleidigst du schon wieder?

    Ich bestreite serbische Verbrechen doch garnicht ... aber was für einen Kommentar willst du von den "serbischen Usern" denn hören?

    Und ja, auch ihr Albaner habt systematisch vertrieben, vor allem nach dem Ende der Nato-Bombardierung, aber auch davor - kannst dich ja dazu dann im entsprechenden Thread äußern - in dem ich dich übrigens auch noch nicht gesehen habe

  4. #4
    Avatar von BIG-Eagle

    Registriert seit
    09.09.2009
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    2.041
    Wir haben euch systematisch nach dem Krieg vertrieben?
    War es nicht so, dass die UÇK sofort entwaffnet wurde? Während die Albaner damit beschäftigt waren, ihre Ruinen wieder aufzubauen, machte sich die serbische Armee noch im Norden zu schaffen.
    Du bist einfach Teil eines ignoranten und chauvinistischen Volkes, welches keinen Sinn für Reue zeigt, egal wie sehr man dies behauptet.
    Serbischer Nationalismus ist verantwortlich für den 1. Weltkrieg, den Jugoslawienkriegen und der heutigen Pattsituation, welche Kosovo blockiert!

  5. #5
    Avatar von Methica

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    4.286
    Sonst geht's dir gut, ja? Selten so viel Unfug auf einmal gelesen.

  6. #6
    Avatar von Dissention

    Registriert seit
    25.02.2010
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    Zitat Zitat von BIG-Eagle Beitrag anzeigen
    Wir haben euch systematisch nach dem Krieg vertrieben?
    War es nicht so, dass die UÇK sofort entwaffnet wurde? Während die Albaner damit beschäftigt waren, ihre Ruinen wieder aufzubauen, machte sich die serbische Armee noch im Norden zu schaffen.
    Du bist einfach Teil eines ignoranten und chauvinistischen Volkes, welches keinen Sinn für Reue zeigt, egal wie sehr man dies behauptet.
    Serbischer Nationalismus ist verantwortlich für den 1. Weltkrieg, den Jugoslawienkriegen und der heutigen Pattsituation, welche Kosovo blockiert!
    "Du bist einfach Teil eines ignoranten und chauvinistischen Volkes" ... ja ja ... weiß garnicht warum du dich überhaupt zu Wort meldest

  7. #7

    Registriert seit
    03.11.2009
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    13.141
    Zitat Zitat von Dissention Beitrag anzeigen
    "Du bist einfach Teil eines ignoranten und chauvinistischen Volkes" ... ja ja ... weiß garnicht warum du dich überhaupt zu Wort meldest
    Seien wir ehrlich Sohnemann, die Vertreibung die ihr gemacht habt kann man nicht mit der angeblichen Vertreibung die wirgemacht haben vergleichen.

  8. #8
    Avatar von Dissention

    Registriert seit
    25.02.2010
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    9.968
    Zitat Zitat von Adem Beitrag anzeigen
    Seien wir ehrlich Sohnemann, die Vertreibung die ihr gemacht habt kann man nicht mit der angeblichen Vertreibung die wirgemacht haben vergleichen.
    Natürlich kann man Vertreibungen vergleichen, vor allem wenn im Kosovo nun 50% weniger Serben als vorher leben und gewisse Gebiete/Städte unpassierbar sind.

  9. #9
    Avatar von ZX 7R

    Registriert seit
    31.01.2012
    Beiträge
    28.023
    Hab's da nicht mal so ne Doku, die vor kurzem kam. Da berichteten doch sogar welche aus der OSZE was für Lügen so im Kosovokonflikt verbreitet wurden.

    - - - Aktualisiert - - -

    http://youtu.be/Pk4EJ6S8GAo

  10. #10
    Avatar von Barbaros

    Registriert seit
    29.07.2004
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    12.209
    Zitat Zitat von Dissention Beitrag anzeigen
    Natürlich kann man Vertreibungen vergleichen, vor allem wenn im Kosovo nun 50% weniger Serben als vorher leben und gewisse Gebiete/Städte unpassierbar sind.
    Da können sich die Kosovo Serben an den serbischen Staat/Armee bedanken (Kosovokrieg 1999).

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