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Die parallelen Welten des Kosovo

Erstellt von Adem, 16.02.2010, 20:19 Uhr · 1 Antwort · 532 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    03.11.2009
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    13.141

    Die parallelen Welten des Kosovo

    Die parallelen Welten des Kosovo

    Serbien kämpft weiter hartnäckig um seine vor zwei Jahren verlorene Provinz. Doch die Kosovo-Serben beginnen sich mit der neuen Realität zu arrangieren.



    Der Duft von frisch gegrilltem Fleisch durchzieht die behagliche Wirtshausstube. Doch obwohl sich die Tischplanken unter Bergen kalorienreicher Köstlichkeiten biegen, will sich bei Zvonko Mihajlovi? am Feiertag von Serbiens nationalistischer Radikaler Partei (SRS) in der Kosovo-Enklave ?trpce die Festtagsstimmung nicht so recht einstellen.


    Seit der „sogenannten Unabhängigkeit“ vor zwei Jahren habe sich die Lage der Minderheit „radikal verschlechtert“, klagt der 37-jährige Lokalpolitiker. Für die Kosovo-Albaner seien die Serben „Bürger zweiter Klasse“. Prishtina versuche, deren Verbindungen mit Serbien zu „brechen“, die serbischen Institutionen aufzulösen – und durch die eigenen zu ersetzen. „Leider“ ließen sich manche Serben bei der „ethnischen Säuberung“ des Kosovo als „trojanische Pferde des Regimes“ in Prishtina missbrauchen, bedauert der entmachtete Bürgermeister. Er sei bei Serbiens Kommunalwahlen im Mai 2008 „rechtmäßig“ gewählt worden: „Ich bin der einzig legitime Bürgermeister der Stadt.“
    Dasselbe Amt in der abgelegenen Serben-Enklave am Fuße des ?ar-Gebirge tief im Süden des Kosovo beansprucht indes auch sein Widersacher. Es gebe nur einen Bürgermeister – und der sei er selbst, versichert in seiner Amtsstube im Rathaus von ?trpce Bratislav Nikoli?: Bei den Kosovo-Kommunalwahlen im November hätten schließlich fast 70Prozent der stimmberechtigten Enklavenbewohner für ihn votiert. In Serbiens ferner Hauptstadt Belgrad gelte er als „Verräter“, berichtet der frühere Geschäftsmann mit einem Achselzucken.
    Dabei habe er mit der Frage des Status des Kosovo als Lokalpolitiker „absolut nichts“ zu tun: „Ich kämpfe einfach nur für ein besseres Leben meiner Mitbürger.“

    Harte Konkurrenz bei Lokalwahlen

    Als Erfolgsgeschichte gilt die Eigenstaatlichkeit des bitterarmen Kosovo bisher keineswegs. Nach zwei Jahren Unabhängigkeit wird der Balkanstaat erst von 65Staaten anerkannt – und das schmollende Exmutterland versperrt dem Staatenneuling den Zugang zu internationalen Organisationen.
    Doch obwohl Korruption, Armut und Arbeitslosigkeit den Alltag des zwei Millionen Einwohner zählenden Vielvölkerstaats prägen, beginnt sich zumindest die serbische Minderheit in den Enklaven mit der Realität des neuen Staates zu arrangieren. Mit der Finanzierung eines aufwendigen Verwaltungsapparats für die noch knapp 150.000 in der Exprovinz lebenden Serben sicherte sich Belgrad bisher deren Loyalität.
    Doch bei den von Prishtina ausgerichteten Kommunalwahlen fand Serbiens Boykottaufruf nur im fast ausschließlich serbisch besiedelten Nordwestzipfel uneingeschränkten Widerhall. In den Serben-Enklaven im Süden pilgerten hingegen mehr Wähler zu den Urnen als bei dem 2008 von Belgrad organisierten Urnengang für Serbiens Parallelverwaltung.
    Die Kosovo-Serben könnten nur gehört werden, wenn sie ihre Möglichkeiten zur Einflussnahme auch nutzen würden, so das Credo von Neubürgermeister Nikoli?. Von den Parteien in Belgrad und deren „lokalen Handlangern“ seien viele Kosovo-Serben „zunehmend enttäuscht“, erklärt der 30-jährige Jungpolitiker seinen Wahlerfolg. Belgrads Politiker hätten ihnen „keinerlei Plan“ zu bieten.

    Kaum mehr serbische Gäste

    Im verstaubten Becken des Swimmingpools im Hotel Narcis planschen schon lange keine Touristen mehr. Nur der imposante Kronleuchter über den durchgewetzten Sesseln der menschenleeren Lobby erinnert noch an die besseren Tage der wuchtigen 300-Betten-Burg im Skiresort von Brezovica. Ein Tophotel sei das Narcis einst gewesen; nun würde sich das Heizen nicht mehr lohnen, sagt Rezeptionschef Stanislav Staletovi?. Seit dem Kosovo-Krieg 1999 kämen kaum mehr Touristen aus Serbien oder dem Ausland nach Brezovica. Am Wochenende würden nun zwar Kosovo-Albaner das Skiresort aufsuchen: „Doch sie sind Tagestouristen und bleiben nicht über Nacht.“
    Hell blinkt die Morgensonne über die bis zu 2500Meter hohen Schneegipfel des ?ar-Massivs. Sie mache sich jedes Wochenende aus der Hauptstadt Prishtina nach Brezovica auf, erzählt die braun gebrannte Skilehrerin Albina. Eigentlich sei das Verhältnis zwischen Serben und Albanern auf der Piste „okay“; dennoch gebe es „kleinere Probleme“: Das Werbeschild ihrer albanischen Skischule werde von Serben immer wieder zerstört. Das Zusammenleben zwischen Serben und Albanern in der Enklave sei „normal“, versichert wiederum der Kellner im Restaurant Lovac: „Wir spielen zusammen Fußball, trinken auch mal ein Bier.“

    Alltag normalisiert sich

    Im Gegensatz zu dem faktisch noch immer von Belgrad kontrollierten Nordkosovo lebten die Serben in den Enklaven im Süden des Landes „in zwei Realitäten“, sagt die serbische Radioreporterin Anamari Repi?. Für diese beginne das Leben im neuen Staat „allmählich normal zu werden“, beobachtet die Journalistin. 70Prozent von ihnen seien bereits im Besitz des neuen Kosovo-Ausweises, der für Behördengänge, aber auch bei der Eröffnung von Konten benötigt werde.
    Belgrads Parallelverwaltung stelle zwar immer noch serbische Dokumente aus, habe aber im Südkosovo „kaum mehr Exekutivmacht“. Im Umgang mit der Doppelverwaltung seien für die meisten Enklavenbewohner vor allem praktische Gründe ausschlaggebend: „Am liebsten hätten die Leute Geld von beiden Seiten.“

  2. #2

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    4.087
    wie kann man nur so einen scheiß erzählen bürger 2ter klasse so gut propagandieren storry als obs apartheid wäre es gibt kaum kontakt zueinander deswegen geht das erstmal garnicht außerdem muss man beachten dass wir diese isolierung aufheben möchten

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