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Protektorat Kosovo

Erstellt von Amphion, 16.02.2009, 22:42 Uhr · 578 Antworten · 26.985 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    28.09.2008
    Beiträge
    23.630

    Idee Protektorat Kosovo

    AG Friedensforschung an der UNI Kassel
    Veranstalter des friedenspolitischen Ratschlags
    ----------------------------------------------------
    vom 14.02.2009
    ---------------------------------------------------


    Protektorat Kosovo

    Von Eckart Spoo


    Dieser Tage hörte ich aus dem spitzen Mund der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka – sie sprach vom Gegeneinander kleiner Gewerkschaften bei der Deutschen Bahn AG – das Wort »Balkanisierung«. Ob wohl auch andere Zuschauer darüber erschraken wie ich? Es ist ein altes Wort gehässiger Propagandasprache. Herrenmenschen-Deutsch – was nicht jedem, der es benutzt, bewusst sein muss. Es unterstellt den Völkern auf dem Balkan, sie (»die da unten«) seien unfähig, friedlich zusammenzuleben; wir müssten eingreifen. In diesem Moment erinnerte ich mich an den Fernsehsender in Novi Sad, der für seine Verdienste um das friedliche Zusammenleben etlicher ethnischer Gruppen in seinem Sendegebiet mit einem europäischen Medienpreis geehrt worden war, bevor ihn – fast zehn Jahre ist es jetzt her – die NATO zerbombte.

    Es war ursprünglich nicht europäische, sondern vor allem deutsche Politik, Jugoslawien in kleine handliche Teile zu zerlegen – nicht nur im zweiten Weltkrieg. 1991 drückte es der zeitweilige bundesdeutsche Verteidigungsminister Rupert Scholz vor hohen Bundeswehroffizieren schlicht so aus: »Wir« seien jetzt »damit befasst, noch die Folgen des ersten Weltkrieges zu bewältigen ... Jugoslawien ist als eine Folge des ersten Weltkrieges eine sehr künstliche, mit dem Selbstbestimmungsrecht nie vereinbar gewesene Konstruktion.« Trotz beschwörender Warnungen von nahezu allen Seiten, namentlich vom damaligen UN-Generalsekretär Perez de Cuellar, erkannte die Bundesrepublik Deutschland sowohl Slowenien als auch Kroatien als unabhängige Staaten an – obwohl die Konsequenzen von vornherein klar waren: Vertreibungen, Landnahme, Bürgerkrieg, Zerstückelung der ganzen Bundesrepublik Jugoslawien. Es entstanden Ministaaten wie Montenegro mit kaum mehr als 600 000 Einwohnern – während sich Deutschland seiner wiedergewonnenen Einheit und wirtschaftlichen Stärke rühmte.

    Vor einem Jahr, am 17. Februar 2008, erreichte die deutsche Außenpolitik auch das Ziel, das sie schon 1999 mit dem NATO-Bombenkrieg gegen Serbien angestrebt hatte: die Unabhängigkeit des mehrheitlich albanisch-islamisch bevölkerten Kosovo, die allerdings von den meisten Staaten der Welt, darunter allen islamischen, bis heute nicht anerkannt ist. Für das Tun und Lassen der dort stationierten Bundeswehr-Einheiten hat sich die deutsche Öffentlichkeit kaum je interessiert, auch nicht für den antiserbischen Pogrom 2004 in Prizren, der Hauptstadt der deutschen Besatzungszone. Ein deutscher Offizier dort, den ich darauf ansprach, erklärte zufrieden, Prizren und Umgebung seien nun »serbenfrei«. In anderen Teilen des Ländchens leben Serben hinter Stacheldraht, der sie vor Anschlägen und Vertreibung schützen soll.

    Und was hat nun die albanische Mehrheit davon? Etwa die Hälfte ist arbeitslos. Die Trepca-Minen – Hauptreichtum des Landes – sind geteilt wie die Stadt Mitrovica. Investiert wurde in den vergangenen Jahren vor allem in die riesige US-Militärbasis Bondsteel. Die meisten Probleme des Landes sind ungelöst und können durch reichlich anwesende ausländische Protektoren ebenso wenig gelöst werden wie durch weitere »ethnische Säuberung«. Was die Menschen auf dem Balkan ebenso lebensnotwendig brauchen wie überall auf der Welt, ist Zusammenarbeit, ohne Einmischung von außen, vor allem ohne deutsche Einmischung – nach drei Angriffskriegen innerhalb eines Jahrhunderts.

    Quellenlink:
    Spoo: Protektorat Kosovo, 15.02.2009 (Friedensratschlag)

  2. #2

    Registriert seit
    13.11.2008
    Beiträge
    2.317
    Mall sehen wie lange es dauert bis der thread a)gesperrt b)gespammt c)als hetzte deklariert wird.

  3. #3
    Avatar von meko

    Registriert seit
    15.05.2007
    Beiträge
    10.778
    Zitat Zitat von Balkanmensch Beitrag anzeigen
    AG Friedensforschung an der UNI Kassel
    Veranstalter des friedenspolitischen Ratschlags
    ----------------------------------------------------
    vom 14.02.2009
    ---------------------------------------------------


    Protektorat Kosovo

    Von Eckart Spoo


    Dieser Tage hörte ich aus dem spitzen Mund der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka – sie sprach vom Gegeneinander kleiner Gewerkschaften bei der Deutschen Bahn AG – das Wort »Balkanisierung«. Ob wohl auch andere Zuschauer darüber erschraken wie ich? Es ist ein altes Wort gehässiger Propagandasprache. Herrenmenschen-Deutsch – was nicht jedem, der es benutzt, bewusst sein muss. Es unterstellt den Völkern auf dem Balkan, sie (»die da unten«) seien unfähig, friedlich zusammenzuleben; wir müssten eingreifen. In diesem Moment erinnerte ich mich an den Fernsehsender in Novi Sad, der für seine Verdienste um das friedliche Zusammenleben etlicher ethnischer Gruppen in seinem Sendegebiet mit einem europäischen Medienpreis geehrt worden war, bevor ihn – fast zehn Jahre ist es jetzt her – die NATO zerbombte.

    Es war ursprünglich nicht europäische, sondern vor allem deutsche Politik, Jugoslawien in kleine handliche Teile zu zerlegen – nicht nur im zweiten Weltkrieg. 1991 drückte es der zeitweilige bundesdeutsche Verteidigungsminister Rupert Scholz vor hohen Bundeswehroffizieren schlicht so aus: »Wir« seien jetzt »damit befasst, noch die Folgen des ersten Weltkrieges zu bewältigen ... Jugoslawien ist als eine Folge des ersten Weltkrieges eine sehr künstliche, mit dem Selbstbestimmungsrecht nie vereinbar gewesene Konstruktion.« Trotz beschwörender Warnungen von nahezu allen Seiten, namentlich vom damaligen UN-Generalsekretär Perez de Cuellar, erkannte die Bundesrepublik Deutschland sowohl Slowenien als auch Kroatien als unabhängige Staaten an – obwohl die Konsequenzen von vornherein klar waren: Vertreibungen, Landnahme, Bürgerkrieg, Zerstückelung der ganzen Bundesrepublik Jugoslawien. Es entstanden Ministaaten wie Montenegro mit kaum mehr als 600 000 Einwohnern – während sich Deutschland seiner wiedergewonnenen Einheit und wirtschaftlichen Stärke rühmte.

    Vor einem Jahr, am 17. Februar 2008, erreichte die deutsche Außenpolitik auch das Ziel, das sie schon 1999 mit dem NATO-Bombenkrieg gegen Serbien angestrebt hatte: die Unabhängigkeit des mehrheitlich albanisch-islamisch bevölkerten Kosovo, die allerdings von den meisten Staaten der Welt, darunter allen islamischen, bis heute nicht anerkannt ist. Für das Tun und Lassen der dort stationierten Bundeswehr-Einheiten hat sich die deutsche Öffentlichkeit kaum je interessiert, auch nicht für den antiserbischen Pogrom 2004 in Prizren, der Hauptstadt der deutschen Besatzungszone. Ein deutscher Offizier dort, den ich darauf ansprach, erklärte zufrieden, Prizren und Umgebung seien nun »serbenfrei«. In anderen Teilen des Ländchens leben Serben hinter Stacheldraht, der sie vor Anschlägen und Vertreibung schützen soll.

    Und was hat nun die albanische Mehrheit davon? Etwa die Hälfte ist arbeitslos. Die Trepca-Minen – Hauptreichtum des Landes – sind geteilt wie die Stadt Mitrovica. Investiert wurde in den vergangenen Jahren vor allem in die riesige US-Militärbasis Bondsteel. Die meisten Probleme des Landes sind ungelöst und können durch reichlich anwesende ausländische Protektoren ebenso wenig gelöst werden wie durch weitere »ethnische Säuberung«. Was die Menschen auf dem Balkan ebenso lebensnotwendig brauchen wie überall auf der Welt, ist Zusammenarbeit, ohne Einmischung von außen, vor allem ohne deutsche Einmischung – nach drei Angriffskriegen innerhalb eines Jahrhunderts.

    Quellenlink:
    Spoo: Protektorat Kosovo, 15.02.2009 (Friedensratschlag)

    ein milde gesagt "sehr einseitiger" beitrag.

  4. #4

    Registriert seit
    14.03.2008
    Beiträge
    5.790
    Diese Meldungen überfluten i.M das Forum. Wie wärs wenn ihr euch heute ein bisschen Zeit nehmt und TV schaut... -->

    16.02.2009, 23:10 Uhr
    Independence Day in Kosovo
    Report, Politik, 0


    Auf dem Weg in die Unabhängigkeit
    17. Februar 2008: Hupkonzerte, Freudenfeste und ein Meer aus roten Fahnen mit Doppeladler in allen großen Städten Westeuropas. Die kosovarische Diaspora feiert die Geburtsstunde ihres Staats wie einen Sieg der Fußballweltmeisterschaft. Die Unabhängigkeitserklärung ist das Resultat von zwei Dekaden Krieg. Juerg Hostettler und Georg Häsler verfolgten ein Jahr lang die Entwicklung Kosovos zum Staat.

  5. #5

    Registriert seit
    13.11.2008
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    2.317
    Zitat Zitat von meko Beitrag anzeigen
    ein milde gesagt "sehr einseitiger" beitrag.
    genau, wie immer halt.

  6. #6
    Avatar von KraljEvo

    Registriert seit
    06.01.2007
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    13.078
    Zitat Zitat von meko Beitrag anzeigen
    ein milde gesagt "sehr einseitiger" beitrag.
    Man sollte auch Mal die andere Seite sehen, anstatt die Seite, die ständig hier im Forum gezeigt/gepostet wird.

  7. #7
    Avatar von alba_mafia

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    1.854
    Zitat Zitat von acttm Beitrag anzeigen
    Diese Meldungen überfluten i.M das Forum. Wie wärs wenn ihr euch heute ein bisschen Zeit nehmt und TV schaut... -->

    16.02.2009, 23:10 Uhr
    Independence Day in Kosovo
    Report, Politik, 0


    Auf dem Weg in die Unabhängigkeit
    17. Februar 2008: Hupkonzerte, Freudenfeste und ein Meer aus roten Fahnen mit Doppeladler in allen großen Städten Westeuropas. Die kosovarische Diaspora feiert die Geburtsstunde ihres Staats wie einen Sieg der Fußballweltmeisterschaft. Die Unabhängigkeitserklärung ist das Resultat von zwei Dekaden Krieg. Juerg Hostettler und Georg Häsler verfolgten ein Jahr lang die Entwicklung Kosovos zum Staat.
    welcher sender?

  8. #8

    Registriert seit
    28.09.2008
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    23.630
    Zitat Zitat von parmenion Beitrag anzeigen
    genau, wie immer halt.

    Landsmann und Freund Parmenion, halte dich wacker, siehe den Kopf oben, ein Beitrag der UNI Kassel ist er.

    Ich muß nun weg, zum Dikigoros, proetimazo na xtipisso ashima enan apateona Forologogisti, enan protoilithio.
    Bis später

  9. #9

    Registriert seit
    13.11.2008
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    2.317
    Zitat Zitat von Balkanmensch Beitrag anzeigen

    Landsmann und Freund Parmenion, halte dich wacker, siehe den Kopf oben, ein Beitrag der UNI Kassel ist er.

    Ich muß nun weg, zum Dikigoros, proetimazo na xtipisso ashima enan apateona Forologogisti, enan protoilithio.
    Bis später
    viel glueck

  10. #10

    Registriert seit
    19.09.2008
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    16.600
    was haben diese Linken gegen Kosovo?
    es wundert mich nicht, oft beschimpfen sie selbst ihr Land (Deutschland)

    Eckart Spoo ? Wikipedia

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