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„Die Regierung wegdemonstrieren“

Erstellt von skenderbegi, 25.02.2015, 16:19 Uhr · 22 Antworten · 2.262 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skenderbegi

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    „Die Regierung wegdemonstrieren“

    Albin Kurti führt die kosovarische Partei "Selbstbestimmung". Kurti, der sich selbst zu einer „paneuropäischen Linken“ rechnet, kritisiert im Gespräch die internationale Gemeinschaft. Ihren Abzug aber will er nicht.




    Er gilt als Enfant terrible der Kosovo-Politik. Doch mit jeder neuen Krise gilt der Oppositionsführer Albin Kurti mit seiner Partei „Selbstbestimmung“ immer mehr als Regierungsalternative. Den Krieg des Jahres 1999 verbrachte der einstige Studentenführer in einem serbischen Gefängnis und kam erst nach zweieinhalb Jahren frei. Aber auch die internationalen Verwalter sperrten ihn für ein halbes Jahr ein, nachdem eine Demonstration gegen die UN-Mission eskaliert war.

    Herr Kurti, woher die plötzliche Auswanderungswelle der letzten Wochen?
    Da hat sich eine enorme Unzufriedenheit angehäuft – die Arbeitslosigkeit, die soziale Ungerechtigkeit. Die Gründe sind nicht in den Jahren 2015 und 2014 zu finden.
    Aber das erklärt dann nicht die Plötzlichkeit.
    Ach, die ganze Zeit schon sind ja sehr viele Menschen emigriert – illegal oder über Familienzusammenführung. Sehr viele haben es wenigstens versucht.
    Zur Person
    Albin Kurti, 39, war kosovo-albanischer Studentenführer und politischer Häftling der Serben. Jetzt führt er die Partei „Selbstbestimmung“.


    Woher das Elend? Was ist falsch gelaufen?
    Nicht die Geschichte ist daran schuld, dass man hier arm und arbeitslos ist, auch nicht die Kultur und nicht der Mangel an Ressourcen. Schuld ist das falsche wirtschaftliche Modell, der Neoliberalismus. Das hieß: Privatisierung plus Aufbau von Infrastruktur, Letzteres war allerdings beschränkt auf den Straßenbau.
    Gibt es denn irgendeinen Grund, in dieses kleine, arme, Land zu investieren, ohne Zugang zum Meer, mit schlechten Verkehrsverbindungen?
    Erst mal sollten wir unser eigenes Geld investieren. 600 Millionen Euro aus dem Privatisierungsfonds sind im Ausland angelegt, dazu 800 Millionen aus dem Rentenfonds und zwei Milliarden von den Geschäftsbanken. Eine Milliarde kommt pro Jahr als Zuwendung durch die Diaspora ins Land, das ist viel im Verhältnis zu dem Staatshaushalt von 1,6 Milliarden.
    Geld, das hier ja auch gebraucht wird.
    Ja, aber nicht zu einem wirtschaftlichen Faktor wird. Es erhält nur gerade mal so den sozialen Frieden.
    Würden Sie die Leute, die ausreisen wollen, gerne aufhalten?
    Ich sage: Steigt in den Bus und fahrt damit nach Pristina, um die Regierung wegzudemonstrieren.
    Soll man dennoch die Visumspflicht für Kosovaren aufheben?
    Ja. Wenn man frei ausreisen darf, tut man es weniger. Und wer illegal über die Grenze geht, hat schon einmal einen Gesetzesbruch geplant. Da könnte der eine oder andere den Weg weitergehen. Übrigens ist das mehr eine Flucht als eine Emigration.
    Was ist der Unterschied?
    Bei der Flucht liegt der Grund in der Lage zu Hause, bei der Emigration an der im Zielland. Ich bin mit den Flüchtenden nicht einverstanden, aber ich verstehe sie voll und ganz.
    Zu den Anlässen für die Fluchtwelle rechnen hier viele die Bildung der großen Koalition Anfang Dezember. Sie auch?
    Ja. Die Leute haben gehofft, dass die Regierungspartei PDK endlich in die Opposition gehen würde.
    Sie wollten mit Ihrer Bewegung eine Koalition eingehen, der frühere UCK-Führer Haradinaj sollte dadurch Premierminister werden. Wäre das besser gewesen?
    Dieses Bündnis war bei weitem nicht perfekt. Aber die alte Regierung war perfekt falsch. Die Leute hatten gewisse Hoffnungen, aber keine Illusionen.
    Kosovo hat nach Namibia die zweithöchste Pro-Kopf-Hilfe der Geschichte bekommen, heißt es. Wo ist das alles geblieben?
    Achtzig Prozent fließen auf diese oder jene Weise zurück in die Geberländer – nämlich in Seminare und Trainings, in die Eulex-Beamten mit ihren sehr hohen Gehältern. Die internationale Gemeinschaft hat hier eine Schutzmacht etabliert, die nicht das Volk vor dem Establishment schützt, sondern das Establishment vor dem Volk. Ihr Paradigma ist nicht Entwicklung, sondern Stabilität.
    Was ja nichts Schlechtes ist.
    Aber nicht die erste Priorität! Ich lebe ja nicht, um stabil zu sein. Ich will mich entwickeln.
    Wie kommt man da heraus?
    Ich glaube nicht, dass die das als Fehler sehen. Dazu müsste das System erst einmal kollabieren.
    Inwiefern kollabieren?
    Hohe Kriminalität, totale Unsicherheit, etwa, dass zum Beispiel Banden durch die Straßen ziehen. Es gibt drei Wege: Vetternwirtschaft plus ein Sack Weizen, also eine Zuwendung an die Bevölkerung. Das ist der Weg der Regierungspartei PDK mit Hashim Thaci. Der zweite ist: Islamischer Fundamentalismus plus ein Sack Weizen. Der dritte ist Straßenkampf.
    Ich hoffe, es gibt einen vierten.
    Allerdings: die Regierung mit Demonstrationen vertreiben.
    Und das soll es bringen?
    Es geht nicht um neue Gesichter, sondern um eine neue Politik. Einfach wird das nicht. 38 Staatsagenturen, Fernsehen, Justiz, Polizei – das sind alles Pfeiler eines gefangen genommenen Staates.
    Worauf soll Kosovo seine Entwicklung denn bauen? Auf den Binnenmarkt?
    Ja, aber auch auf Exporte. In erster Linie denke ich an die Landwirtschaft; die Hälfte des Landes wird nicht bebaut. Dann Energie und Bergbau. Der Staat soll die Wirtschaft nicht lenken, aber er soll ihr auch nicht bloß zuschauen. Ich bin gegen den Marktradikalismus. Jede Entwicklung beruht doch auf Entscheidungen. Schauen Sie in die USA mit ihrer Forschungs- und Bildungspolitik!
    Das heißt, der kosovarische Markt soll vor Importen geschützt werden?
    Das heißt erst einmal: Agrarsubventionen! Zwei Prozent des Haushalts gehen in die Landwirtschaft. Für das Bildungswesen geben wir jährlich 46 Millionen Euro aus. Allein die jährlichen Ausgaben für die Autobahn nach Skopje sind doppelt so hoch, und gleich hoch wie die Kosten des Gesundheitswesens. Dafür kriegen wir dann neun Kilometer Autobahn.
    Seit 15 Jahren hat hier die internationale Gemeinschaft das letzte Wort. War das Kolonialismus?
    Kolonialismus hätte ja noch einen positiven Aspekt gehabt. Hier aber fehlt sogar der Glaube, man könne die Eingeborenen emanzipieren – Schulen bauen, um uns zu zivilisieren.
    Das versuchen sie doch.
    Da bin ich nicht so sicher. Die UN-Mission UNMIK und Eulex mögen solche Muster im Kopf haben. Aber es ist zugleich mehr Zynismus im Spiel als im Kolonialismus von vor hundert Jahren. Es gibt zwei Register: Das eine umfasst Frieden, Sicherheit, Stabilität, das andere Demokratie, Rechtsstaat, Entwicklung. Register Nr. 1 geht immer vor. Ein früherer Sonderbeauftragte hat einmal gesagt: Sie glauben ja gar nicht, wer mich alles anruft, wenn ich jemanden verhaften möchte!
    Sollen die Ausländer einfach gehen?
    Nein, sie sollen das Paradigma wechseln – weg von Stabilität, hin zu Entwicklung. Wir brauchen nicht Polizisten und Staatsanwälte, sondern Finanz-, Agrar- und Wirtschaftsexperten. Allein Eulex hat in den letzten sieben Jahren fast zwei Milliarden verschlungen! Wie viel besser wäre das Geld in Professoren investiert gewesen!

    Kosovo: ?Die Regierung wegdemonstrieren? | Politik - Frankfurter Rundschau

    der kurti verseht es die dinge beim namen zu nennen .....
    einer welcher durchaus versucht auch weiter als nur an morgen zu denken!!!!

  2. #2

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    Wenn ich denn vergleich sehe haben die kosovo albaner besser gelebt unter den serben, egal welche regierung da sitzt!!!zivela srbija I kosovo I metohija! Bog cuva srbe! !!

  3. #3
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von takovo1815 Beitrag anzeigen
    Wenn ich denn vergleich sehe haben die kosovo albaner besser gelebt unter den serben, egal welche regierung da sitzt!!!zivela srbija I kosovo I metohija! Bog cuva srbe! !!
    genau du vollspasti....
    darum wurden über 800000 Albaner von serbischen Sicherheitskräften aus kosova vertrieben und über 12000 getötet!!!!!


    das war noch ein gutes leben.....

  4. #4

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    Vollspasti ti je caca zivela srbija I kosovo I metohija! Bog cuva srbe! !

  5. #5
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von takovo1815 Beitrag anzeigen
    Vollspasti ti je caca zivela srbija I kosovo I metohija! Bog cuva srbe! !
    Das heißt "Bog i Hrvati"!

  6. #6

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    Hrvati??? was ist das ich kenne nur cakavce!!! zivela srbija I kosovo I metohija! Bog cuva srbe!

  7. #7
    Avatar von BlackJack

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    doof ist er auch noch

  8. #8
    Avatar von Cameria

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    Der Grund warum die Prosteste abgebrochen wurden sind , liegen daran das VV wartet bis die Leute die das Land wegen der schlechten Regierung verlassen haben zurück kommen um es dann richtig krachen zu lassen . Die Leute die das Land verlassen haben sind sehr Anti-Ks Regierung eingestellt , und wenn man einige Interviews von ihnen sieht , sieht man wie man diese Regierung verflucht und man hat sie auch gedroht sollte man abgeschoben werden dann wird das Parlament brennen . Jeder von uns weis das die meisten Flüchtlinge abgeschoben werden .

    Ich denke auch das diese Regierung nur mit Gewalt gestürzt werden kann !

  9. #9
    Avatar von Indianer

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    doof ist er auch noch
    ne,
    deine Erwartungen waren einfach zu hoch

  10. #10
    Avatar von skenderbegi

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    wie immer ist der titel sehr darauf bedacht die VV als unruhe-stifter anzuprangern ......
    dieses interview mit einem anderen aufmacher würde mehr bringen......

    aber leider wollen gewisse kreise vorallem westliche entscheidungs-träger die VV negativ aussehen lassen....

    diese ist auch die einzige Partei die sich getraut die westlichen Institutionen zu kritisieren!!!!!

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