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SZ: Das Kosovo Desaster 10 Jahre danach

Erstellt von Schwarzberger, 09.11.2009, 18:10 Uhr · 44 Antworten · 10.455 Aufrufe

  1. #1

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    Daumen runter SZ: Das Kosovo Desaster 10 Jahre danach

    Als die Menschenrechte schießen lernten
    Kosovo-Krieg 1999

    19.05.2009, 18:18

    Von Franziska Augstein

    Vor zehn Jahren fand der Kosovokrieg statt, der damals sehr umstritten war. Ein Blick zurück auf die wichtigsten Argumente.

    Der Krieg der Nato gegen Serbien war der Prototyp eines Konflikts, der die Weltgemeinschaft bis heute immer wieder plagt - und noch lange plagen wird. Auf der kleinen Bühne Kosovo kamen vor zehn Jahren all jene Schurken, Gutmenschen, religiöse Fanatiker, Legalisten und Militärstrategen zusammen, die auch heute - wenn auch in anderer Besetzung - Glück und Leid auf der Welt bestimmen. Somit war der Kosovo-Krieg der erste Konflikt einer neuen Zeit.
    Der Kosovokrieg ist jetzt zehn Jahre her, erst zehn Jahre. Neue Kriege haben die Erinnerung an ihn verdrängt, der Krieg in Afghanistan, der im Irak. Der Kosovokrieg verschwand in einer hinteren Ecke des öffentlichen Bewusstseins. Der deutschen Politik, die ihn mitbetrieben hat, ist das nur recht.

    Warum war der Kosovokrieg des Jahres 1999 unbedingt notwendig? Lag es auch daran, dass die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright schlechte Erinnerungen an ihre Kindheit zur Stalinzeit in Prag und Belgrad hatte und deshalb erpicht darauf war, den nominell sozialistischen Staatschef Slobodan Milosevic zu stürzen? Lag es daran, dass die Nato fürchtete, sich lächerlich zu machen, nachdem sie 1998 Milosevic elf Ultimaten gestellt hatte, denen dann keine Sanktionen folgten? Wollte die Nato diesen Krieg führen, um ihre Reputation zu retten? Wollte man vielleicht auch die Gelegenheit nutzen, die neuesten Waffensysteme auszuprobieren?

    Befürworter des Krieges nennen heute wie damals zwei Gründe, warum es 1999 angemessen gewesen sei, die Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen im Kosovo aus der Luft kurz und klein zu schlagen, in diesem Zuge eintausend bis anderthalbtausend Zivilisten zu töten und in Kauf zu nehmen, dass der Kosovo bis heute vollkommen von auswärtiger Hilfe abhängig ist. Der erste Grund ist in Europa eindringlicher vorgebracht worden als in den Vereinigten Staaten: Dieser Krieg sei in Wahrheit eigentlich kein Krieg, sondern eine "humanitäre Intervention" gewesen, die darauf abzielte, einen Völkermord an den Kosovo-Albanern zu verhindern. Der zweite Grund zeugt nicht von Menschenfreundlichkeit und wird deshalb öffentlich selten aufgetischt: Der Krieg sei nötig gewesen, um zu verhindern, dass Hunderttausende albanische Flüchtlinge nach Westeuropa strömen.

    Anders als die Amerikaner haben die Europäer eine wache Erinnerung daran, was ein Krieg ist. Deshalb musste der Kosovokrieg in Europa moralisch gerechtfertigt werden. Insbesondere der englische Premier Tony Blair und Vertreter der deutschen Regierung haben damals allerlei seltsame Dinge gesprochen, auf die keiner der Beteiligten heute gern zurückkommt. Der Außenminister Joschka Fischer sprach von einem "neuen Auschwitz" im Kosovo. Der Verteidigungsminister Rudolf Scharping redete von Konzentrationslagern und kolportierte Horrorstorys über die Verbrechen, die Serben an Albanern verübten: "Schwangeren Frauen wurden nach ihrer Ermordung die Bäuche aufgeschlitzt und die Föten gegrillt." Ähnlich hat man in der Antike und im Mittelalter auch argumentiert. Im Einklang mit alten Sprachregelungen ließ das Bundesverteidigungsministerium im Frühjahr 1999 verbreiten: Es handle sich bei den Bombardements im Kosovo nicht um einen Krieg, weil die Nato nämlich keine Kriegserklärung abgegeben habe. Auch von dieser rhetorischen Volte spricht heute niemand mehr.

    Die Feinde unserer Feinde

    Die Milizionäre der UCK gingen brutal vor: Wenn ein von Albanern bewohntes Dorf ihre Gewalttaten nicht unterstützte, wurden Verwandte der Dorfältesten umgebracht. So brachte die UCK bis 1998 etwa ein Drittel des Kosovo unter ihre Kontrolle. Das wollte die Regierung in Belgrad nicht dulden. Ihr galten nun alle Kosovo-Albaner als potentielle Feinde. Serben und Albaner machten aus der gewohnten friedlich-feindlichen Koexistenz einen Bürgerkrieg.

    Die amerikanische Außenpolitik ist ohne Rücksicht auf die Folgen mitunter nach dem Motto vorgegangen: Die Feinde unserer Feinde sind unsere Freunde.

    Die Verantwortlichen haben damals ihre Rechnung aber ohne den Wirt gemacht: Sie gingen der UCK auf den Leim. Ohne Hilfe aus dem Ausland kam die UCK nicht weiter, das war klar. Ihre Befehlshaber entdeckten schnell, wie sie das Ausland für ihre Sache einnehmen konnten: Sie mussten die Serben dazu provozieren, möglichst viele Albaner zu töten oder zur Flucht zu zwingen. Außerdem musste die vorgebliche Unmenschlichkeit der Serben dokumentiert werden. Zu diesem Zweck wurde manches fabriziert und vorgespiegelt. Dazu gehört der "Hufeisenplan", die angebliche Grundlage der genozidalen Vorstellungen der Staatsführung in Belgrad. Dieser Hufeisenplan wurde dem Westen untergejubelt, der deutsche Verteidigungsminister ist darauf hereingefallen. Eine Lokalzeitung, das Hamburger Abendblatt, hat damals aufgedeckt, warum dieser Plan eine Fälschung sein müsse.

    Ein anderer PR-Coup der UCK war das sogenannte Massaker von Racak, das als das letzte Moment gilt, das noch nötig war, um die Nato zu ihrem Angriff im März 1999 zu bewegen.

    Kosovo-Krieg 1999 - Als die Menschenrechte schießen lernten - Politik - sueddeutsche.de


    ein etwas ältere bericht von ende mai 2009. es schildert den ausbruch des kosovo kriegs etwas aus einer anderen realistischen sicht und nicht die wie sie 1999 schien "die bösen serben töten und vertreiben nette albaner". auch die größte vertreibungswelle mit massakern seitens der serben setzten erst mit den nato bomben ein in den monaten april,mai,juni 99.

    nach dem dieser fall 10 jahre später bisschen besser aufgeklärt ist kann das igh nur zugunsten serbiens entscheiden dann müssen die staaten sofern sie die uno respektieren die anerkennung zurückziehen. ob das welche tatzächlich tun? vielleicht vielleicht nicht. wenn es nur ein staat tun würde wäre das schon ein diplomatischer sieg serbiens über ihre provinz.

  2. #2

    Registriert seit
    03.11.2009
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    13.141
    Zitat Zitat von Schwarzberger Beitrag anzeigen
    Als die Menschenrechte schießen lernten
    Kosovo-Krieg 1999

    19.05.2009, 18:18

    Von Franziska Augstein

    Vor zehn Jahren fand der Kosovokrieg statt, der damals sehr umstritten war. Ein Blick zurück auf die wichtigsten Argumente.

    Der Krieg der Nato gegen Serbien war der Prototyp eines Konflikts, der die Weltgemeinschaft bis heute immer wieder plagt - und noch lange plagen wird. Auf der kleinen Bühne Kosovo kamen vor zehn Jahren all jene Schurken, Gutmenschen, religiöse Fanatiker, Legalisten und Militärstrategen zusammen, die auch heute - wenn auch in anderer Besetzung - Glück und Leid auf der Welt bestimmen. Somit war der Kosovo-Krieg der erste Konflikt einer neuen Zeit.
    Der Kosovokrieg ist jetzt zehn Jahre her, erst zehn Jahre. Neue Kriege haben die Erinnerung an ihn verdrängt, der Krieg in Afghanistan, der im Irak. Der Kosovokrieg verschwand in einer hinteren Ecke des öffentlichen Bewusstseins. Der deutschen Politik, die ihn mitbetrieben hat, ist das nur recht.

    Warum war der Kosovokrieg des Jahres 1999 unbedingt notwendig? Lag es auch daran, dass die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright schlechte Erinnerungen an ihre Kindheit zur Stalinzeit in Prag und Belgrad hatte und deshalb erpicht darauf war, den nominell sozialistischen Staatschef Slobodan Milosevic zu stürzen? Lag es daran, dass die Nato fürchtete, sich lächerlich zu machen, nachdem sie 1998 Milosevic elf Ultimaten gestellt hatte, denen dann keine Sanktionen folgten? Wollte die Nato diesen Krieg führen, um ihre Reputation zu retten? Wollte man vielleicht auch die Gelegenheit nutzen, die neuesten Waffensysteme auszuprobieren?

    Befürworter des Krieges nennen heute wie damals zwei Gründe, warum es 1999 angemessen gewesen sei, die Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen im Kosovo aus der Luft kurz und klein zu schlagen, in diesem Zuge eintausend bis anderthalbtausend Zivilisten zu töten und in Kauf zu nehmen, dass der Kosovo bis heute vollkommen von auswärtiger Hilfe abhängig ist. Der erste Grund ist in Europa eindringlicher vorgebracht worden als in den Vereinigten Staaten: Dieser Krieg sei in Wahrheit eigentlich kein Krieg, sondern eine "humanitäre Intervention" gewesen, die darauf abzielte, einen Völkermord an den Kosovo-Albanern zu verhindern. Der zweite Grund zeugt nicht von Menschenfreundlichkeit und wird deshalb öffentlich selten aufgetischt: Der Krieg sei nötig gewesen, um zu verhindern, dass Hunderttausende albanische Flüchtlinge nach Westeuropa strömen.

    Anders als die Amerikaner haben die Europäer eine wache Erinnerung daran, was ein Krieg ist. Deshalb musste der Kosovokrieg in Europa moralisch gerechtfertigt werden. Insbesondere der englische Premier Tony Blair und Vertreter der deutschen Regierung haben damals allerlei seltsame Dinge gesprochen, auf die keiner der Beteiligten heute gern zurückkommt. Der Außenminister Joschka Fischer sprach von einem "neuen Auschwitz" im Kosovo. Der Verteidigungsminister Rudolf Scharping redete von Konzentrationslagern und kolportierte Horrorstorys über die Verbrechen, die Serben an Albanern verübten: "Schwangeren Frauen wurden nach ihrer Ermordung die Bäuche aufgeschlitzt und die Föten gegrillt." Ähnlich hat man in der Antike und im Mittelalter auch argumentiert. Im Einklang mit alten Sprachregelungen ließ das Bundesverteidigungsministerium im Frühjahr 1999 verbreiten: Es handle sich bei den Bombardements im Kosovo nicht um einen Krieg, weil die Nato nämlich keine Kriegserklärung abgegeben habe. Auch von dieser rhetorischen Volte spricht heute niemand mehr.

    Die Feinde unserer Feinde

    Die Milizionäre der UCK gingen brutal vor: Wenn ein von Albanern bewohntes Dorf ihre Gewalttaten nicht unterstützte, wurden Verwandte der Dorfältesten umgebracht. So brachte die UCK bis 1998 etwa ein Drittel des Kosovo unter ihre Kontrolle. Das wollte die Regierung in Belgrad nicht dulden. Ihr galten nun alle Kosovo-Albaner als potentielle Feinde. Serben und Albaner machten aus der gewohnten friedlich-feindlichen Koexistenz einen Bürgerkrieg.

    Die amerikanische Außenpolitik ist ohne Rücksicht auf die Folgen mitunter nach dem Motto vorgegangen: Die Feinde unserer Feinde sind unsere Freunde.

    Die Verantwortlichen haben damals ihre Rechnung aber ohne den Wirt gemacht: Sie gingen der UCK auf den Leim. Ohne Hilfe aus dem Ausland kam die UCK nicht weiter, das war klar. Ihre Befehlshaber entdeckten schnell, wie sie das Ausland für ihre Sache einnehmen konnten: Sie mussten die Serben dazu provozieren, möglichst viele Albaner zu töten oder zur Flucht zu zwingen. Außerdem musste die vorgebliche Unmenschlichkeit der Serben dokumentiert werden. Zu diesem Zweck wurde manches fabriziert und vorgespiegelt. Dazu gehört der "Hufeisenplan", die angebliche Grundlage der genozidalen Vorstellungen der Staatsführung in Belgrad. Dieser Hufeisenplan wurde dem Westen untergejubelt, der deutsche Verteidigungsminister ist darauf hereingefallen. Eine Lokalzeitung, das Hamburger Abendblatt, hat damals aufgedeckt, warum dieser Plan eine Fälschung sein müsse.

    Ein anderer PR-Coup der UCK war das sogenannte Massaker von Racak, das als das letzte Moment gilt, das noch nötig war, um die Nato zu ihrem Angriff im März 1999 zu bewegen.

    Kosovo-Krieg 1999 - Als die Menschenrechte schießen lernten - Politik - sueddeutsche.de


    ein etwas ältere bericht von ende mai 2009. es schildert den ausbruch des kosovo kriegs etwas aus einer anderen realistischen sicht und nicht die wie sie 1999 schien "die bösen serben töten und vertreiben nette albaner". auch die größte vertreibungswelle mit massakern seitens der serben setzten erst mit den nato bomben ein in den monaten april,mai,juni 99.

    nach dem dieser fall 10 jahre später bisschen besser aufgeklärt ist kann das igh nur zugunsten serbiens entscheiden dann müssen die staaten sofern sie die uno respektieren die anerkennung zurückziehen. ob das welche tatzächlich tun? vielleicht vielleicht nicht. wenn es nur ein staat tun würde wäre das schon ein diplomatischer sieg serbiens über ihre provinz.
    dieser satz ist beste an den gleichen tag hat neuseeland als 63 staat den kosovo annerkant

  3. #3

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    sollte serbien wirklich gewinnen und damit etliche kosovo anerkennungen zerschlagen hab ich nur angst das radikal nationalistische albaner zu den waffen greifen und der erste balkankrieg in diesem jahrtausend ausbrechen könnte.

    die frage wäre nur wen genau würden sie den krieg erklären? kfor, uno, eulex, der kosovo regierung, den verbleibenden serben oder gar belgrad und serbien? zuzutrauen ist es ihnen alle mal wenn sie merken das ihre unabhänggkeit brökelt viele damalige uckler arbeiten heute noch in der kosovo police.

  4. #4
    Avatar von illyrian_eagle

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    Zitat Zitat von Schwarzberger Beitrag anzeigen
    Als die Menschenrechte schießen lernten
    Kosovo-Krieg 1999

    19.05.2009, 18:18

    Von Franziska Augstein

    Vor zehn Jahren fand der Kosovokrieg statt, der damals sehr umstritten war. Ein Blick zurück auf die wichtigsten Argumente.

    Der Krieg der Nato gegen Serbien war der Prototyp eines Konflikts, der die Weltgemeinschaft bis heute immer wieder plagt - und noch lange plagen wird. Auf der kleinen Bühne Kosovo kamen vor zehn Jahren all jene Schurken, Gutmenschen, religiöse Fanatiker, Legalisten und Militärstrategen zusammen, die auch heute - wenn auch in anderer Besetzung - Glück und Leid auf der Welt bestimmen. Somit war der Kosovo-Krieg der erste Konflikt einer neuen Zeit.
    Der Kosovokrieg ist jetzt zehn Jahre her, erst zehn Jahre. Neue Kriege haben die Erinnerung an ihn verdrängt, der Krieg in Afghanistan, der im Irak. Der Kosovokrieg verschwand in einer hinteren Ecke des öffentlichen Bewusstseins. Der deutschen Politik, die ihn mitbetrieben hat, ist das nur recht.

    Warum war der Kosovokrieg des Jahres 1999 unbedingt notwendig? Lag es auch daran, dass die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright schlechte Erinnerungen an ihre Kindheit zur Stalinzeit in Prag und Belgrad hatte und deshalb erpicht darauf war, den nominell sozialistischen Staatschef Slobodan Milosevic zu stürzen? Lag es daran, dass die Nato fürchtete, sich lächerlich zu machen, nachdem sie 1998 Milosevic elf Ultimaten gestellt hatte, denen dann keine Sanktionen folgten? Wollte die Nato diesen Krieg führen, um ihre Reputation zu retten? Wollte man vielleicht auch die Gelegenheit nutzen, die neuesten Waffensysteme auszuprobieren?

    Befürworter des Krieges nennen heute wie damals zwei Gründe, warum es 1999 angemessen gewesen sei, die Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen im Kosovo aus der Luft kurz und klein zu schlagen, in diesem Zuge eintausend bis anderthalbtausend Zivilisten zu töten und in Kauf zu nehmen, dass der Kosovo bis heute vollkommen von auswärtiger Hilfe abhängig ist. Der erste Grund ist in Europa eindringlicher vorgebracht worden als in den Vereinigten Staaten: Dieser Krieg sei in Wahrheit eigentlich kein Krieg, sondern eine "humanitäre Intervention" gewesen, die darauf abzielte, einen Völkermord an den Kosovo-Albanern zu verhindern. Der zweite Grund zeugt nicht von Menschenfreundlichkeit und wird deshalb öffentlich selten aufgetischt: Der Krieg sei nötig gewesen, um zu verhindern, dass Hunderttausende albanische Flüchtlinge nach Westeuropa strömen.

    Anders als die Amerikaner haben die Europäer eine wache Erinnerung daran, was ein Krieg ist. Deshalb musste der Kosovokrieg in Europa moralisch gerechtfertigt werden. Insbesondere der englische Premier Tony Blair und Vertreter der deutschen Regierung haben damals allerlei seltsame Dinge gesprochen, auf die keiner der Beteiligten heute gern zurückkommt. Der Außenminister Joschka Fischer sprach von einem "neuen Auschwitz" im Kosovo. Der Verteidigungsminister Rudolf Scharping redete von Konzentrationslagern und kolportierte Horrorstorys über die Verbrechen, die Serben an Albanern verübten: "Schwangeren Frauen wurden nach ihrer Ermordung die Bäuche aufgeschlitzt und die Föten gegrillt." Ähnlich hat man in der Antike und im Mittelalter auch argumentiert. Im Einklang mit alten Sprachregelungen ließ das Bundesverteidigungsministerium im Frühjahr 1999 verbreiten: Es handle sich bei den Bombardements im Kosovo nicht um einen Krieg, weil die Nato nämlich keine Kriegserklärung abgegeben habe. Auch von dieser rhetorischen Volte spricht heute niemand mehr.

    Die Feinde unserer Feinde

    Die Milizionäre der UCK gingen brutal vor: Wenn ein von Albanern bewohntes Dorf ihre Gewalttaten nicht unterstützte, wurden Verwandte der Dorfältesten umgebracht. So brachte die UCK bis 1998 etwa ein Drittel des Kosovo unter ihre Kontrolle. Das wollte die Regierung in Belgrad nicht dulden. Ihr galten nun alle Kosovo-Albaner als potentielle Feinde. Serben und Albaner machten aus der gewohnten friedlich-feindlichen Koexistenz einen Bürgerkrieg.

    Die amerikanische Außenpolitik ist ohne Rücksicht auf die Folgen mitunter nach dem Motto vorgegangen: Die Feinde unserer Feinde sind unsere Freunde.

    Die Verantwortlichen haben damals ihre Rechnung aber ohne den Wirt gemacht: Sie gingen der UCK auf den Leim. Ohne Hilfe aus dem Ausland kam die UCK nicht weiter, das war klar. Ihre Befehlshaber entdeckten schnell, wie sie das Ausland für ihre Sache einnehmen konnten: Sie mussten die Serben dazu provozieren, möglichst viele Albaner zu töten oder zur Flucht zu zwingen. Außerdem musste die vorgebliche Unmenschlichkeit der Serben dokumentiert werden. Zu diesem Zweck wurde manches fabriziert und vorgespiegelt. Dazu gehört der "Hufeisenplan", die angebliche Grundlage der genozidalen Vorstellungen der Staatsführung in Belgrad. Dieser Hufeisenplan wurde dem Westen untergejubelt, der deutsche Verteidigungsminister ist darauf hereingefallen. Eine Lokalzeitung, das Hamburger Abendblatt, hat damals aufgedeckt, warum dieser Plan eine Fälschung sein müsse.

    Ein anderer PR-Coup der UCK war das sogenannte Massaker von Racak, das als das letzte Moment gilt, das noch nötig war, um die Nato zu ihrem Angriff im März 1999 zu bewegen.

    Kosovo-Krieg 1999 - Als die Menschenrechte schießen lernten - Politik - sueddeutsche.de


    ein etwas ältere bericht von ende mai 2009. es schildert den ausbruch des kosovo kriegs etwas aus einer anderen realistischen sicht und nicht die wie sie 1999 schien "die bösen serben töten und vertreiben nette albaner". auch die größte vertreibungswelle mit massakern seitens der serben setzten erst mit den nato bomben ein in den monaten april,mai,juni 99.

    nach dem dieser fall 10 jahre später bisschen besser aufgeklärt ist kann das igh nur zugunsten serbiens entscheiden dann müssen die staaten sofern sie die uno respektieren die anerkennung zurückziehen. ob das welche tatzächlich tun? vielleicht vielleicht nicht. wenn es nur ein staat tun würde wäre das schon ein diplomatischer sieg serbiens über ihre provinz.
    Kopfschütteln über solch einen Beitrag...
    Und das von einer Person die wohlgemerkt studiert hat....

  5. #5
    Fan Noli
    Zitat Zitat von Schwarzberger Beitrag anzeigen
    Die Milizionäre der UCK gingen brutal vor: Wenn ein von Albanern bewohntes Dorf ihre Gewalttaten nicht unterstützte, wurden Verwandte der Dorfältesten umgebracht. So brachte die UCK bis 1998 etwa ein Drittel des Kosovo unter ihre Kontrolle. Das wollte die Regierung in Belgrad nicht dulden. Ihr galten nun alle Kosovo-Albaner als potentielle Feinde. Serben und Albaner machten aus der gewohnten friedlich-feindlichen Koexistenz einen Bürgerkrieg.
    ich weiss nicht wer das geschreiben hat, aber dafür gehört dem Verfasser jeder Knochen gebrochen. . Das ist Tatsachenverdrehung per excellence. Selbst Göbbells hätte da noch was lernen können wie Kommunisten (oder sollte ich wie Schumacher sagen, "rote Faschisten") die Tatsachen verdehen.

    Übrigens hatte Albrigh ein schlechtes gewissen wegen Ruanda, sie vertrat die USA im UN-Sicherheitsrat welche sich für ein Nicht-Eingreifen entschlossen. Ruanda bezeichnet sie selber in ihrem Buch als ihr schlimmstes versagen. Ja, ihr schelchtes gewissen in Ruanda nichts getan zu haben hat sie sicher beeinflusst in der Kosovo Frage, ebenso natürlich die Erfahrungen bezüglich Bosnien mit den Serbenführern. Auf der einen Seite plünderten, vertriwben und emordeten die Hunde ohne Ehre was das zeug hielt und auf der anderen Seite hielten sich die gleichen Hunde an keine abmachungen (ob Un-Resolution oder von der EU inizierten Abkommen). Die Friedenvereibarungen wurden in der Zeit ad adsurdum geführt.. ja sie war auf die Leute die die schlimmsten Verbrechen in Europa seit dem 2 Weltkrieg zu verantworten hatten nicht gut zu sprechen...kann man das ihr verübeln? hatte man was vom Münchner Abkommen von 1938?

    und ja die wären in Kosovo nicht so schnell eingegriffen, hätte es vorher nicht Ruanda und Bosnien gegeben, eine Wahrheit welche diese Dreckskommunisten gerne unter den Teppich kehren und verdrehen.

  6. #6

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    Zitat Zitat von illyrian_eagle Beitrag anzeigen
    Kopfschütteln über solch einen Beitrag...
    Und das von einer Person die wohlgemerkt studiert hat....
    Das Thema ist reine Provokation.

    Schau dir das Datum an.

  7. #7

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    die uck die mit waffengewalt für die unabhängigkeit kosovos kämpfte hatte auch große unterstützung in der zivilbevölkerung. das muss auch festgehalten werden im fall igh urteil.

    1998 gingen in priština 100.000 menschen für die uck auf die straße. das war damals rund die hälfte der albanischen bevölkerung prištinas.


  8. #8
    Avatar von Peyo

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    Zitat Zitat von Schwarzberger Beitrag anzeigen
    sollte serbien wirklich gewinnen und damit etliche kosovo anerkennungen zerschlagen hab ich nur angst das radikal nationalistische albaner zu den waffen greifen und der erste balkankrieg in diesem jahrtausend ausbrechen könnte.

    die frage wäre nur wen genau würden sie den krieg erklären? kfor, uno, eulex, der kosovo regierung, den verbleibenden serben oder gar belgrad und serbien? zuzutrauen ist es ihnen alle mal wenn sie merken das ihre unabhänggkeit brökelt viele damalige uckler arbeiten heute noch in der kosovo police.
    Das ist sehr unrealistisch.....Sorgen sollte man sich machen wenns andersrum ausgeht. Was sehr wahrscheinlicher ist.

  9. #9
    Avatar von Novak

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    Guter Bericht

  10. #10

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    Guter Bericht, was fehlt ist allerdings der Fakt, dass dennoch viele Albaner umgebracht wurden. Aber gut, das Thema ist ja die Verdrehung der Fakten und die Dämonisierung, um einen Krieg rechtfertigen zu können

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