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Erstellt von Gentos, 28.07.2010, 15:38 Uhr · 66 Antworten · 3.497 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    Täglich Schläge

    22.05.1978

    Politische Häftlinge aus dem von Albanern bewohnten Gebiet Kosovo schickten einen Hilferuf an den SPIEGEL -- sie werden von ihren serbischen Wächtern schikaniert.

    Die Wärter im Block zwei des Beigrader "Straf- und Erziehungshauses" (serbische Abkürzung: KPD) an der Bacvanska-Straße waren in Wut: Ihr Gefangener, der Albaner Veli Cahi, wehrte sich mit Händen und Füßen dagegen, eine Arreststrafe anzutreten.
    Elf andere Sträflinge solidarisierten sich mit ihrem Landsmann und "demolierten alles, was zu demolieren war" -so die Beigrader Zeitung "Politika Ekspres" über die Gefangenen-Meuterei von Mitte April.
    Mit Hilfe ausmontierter Zellentüren, aus der Wand gerissener Heizkörper und Wasserrohre, zertrümmerter Betten und Stühle bildeten die Aufständischen eine Barrikade und schlugen mit Eisenstangen auf die Wärter ein. Schließlich drohten sie alle Mitgefangenen umzubringen, die nicht bereit waren, bei der Bambule mitzumachen.
    Die Schlacht war erst entschieden, als es den Wärtern gelang, eine Zuchthausmauer im Rücken der Gegner zu durchbrechen und die Aufständischen niederzuschlagen -- jetzt stehen die Amokläufer als Angeklagte wieder vor einem Belgrader Gericht.
    Die Verhandlung findet hinter dicken Gefängnismauern statt -- angeblich. weil andernorts "keine geeigneten Räume zur Verfügung stehen". In Wirklichkeit soll der Öffentlichkeit möglichst verborgen bleiben, daß es sich bei den Meuterern ausschließlich um albanische Häftlinge aus dem Kosovo handelt.
    Die Albaner aus der jugoslawischen Südprovinz sind seit der Staatsgründung entgegen der Verfassung eine sozial benachteiligte Volksgruppe. Tito gab der Region formal zwar die Autonomie. doch bis heute gehört Kosovo zur Republik Serbien, obgleich die 1,5 Millionen in Jugoslawien lebenden Albaner vollgültig anerkannte Staatsvölker wie die Mazedonier und Montenegriner an Zahl längst übertroffen haben.
    Bis heute ist Albanisch keine offizielle Sprache, hat der Kosovo keine eigene Staatsflagge und ist -- trotz seiner exponierten Grenzlage -- kein eigener jugoslawischer Militärbezirk. Trotz erheblicher Wirtschaftshilfe aus Belgrad blieb das Kosovo bis heute das jugoslawische Armenhaus.
    Die Gründe sind überwiegend historischer Art. Ausgerechnet für die Serben, die sich noch heute so gern als das Herrenvolk im Kosovo aufspielen, war die öde Karstgegend im Mittelalter der "heilige Boden", Mittelpunkt eines unabhängigen Serben-Reiches.
    Hinzu kommt der Belgrader Verdacht. die Albaner in Jugoslawien könnten sich zu den Blutsbrüdern jenseits der Grenze mehr hingezogen fühlen als zu den ungeliebten slawischen Nachbarn. Tatsächlich unterstützte die von Enver Hodscha angeführte albanische Staatspartei alle von Nationalisten in Kosovo geschürten Unruhen.
    Bis 1966 glaubte Titos später gestürzter Vertrauter und Geheimdienstchef Aleksandar Rankovic das Kosovo-Problem durch eine Radikallösung aus der Welt zu schaffen: Er ließ ganze Dörfer abbrennen, die Bevölkerung umbringen und sorgte dafür, daß immer mehr Serben in die umstrittene Region kamen. Der Völkermord hatte zur Folge, daß die albanische Bevölkerung damals nur um jährlich 0,5 Prozent zunahm -- heute wächst sie wieder um drei Prozent.
    Doch in der vergleichsweise milden Folgezeit nahm auch das Nationalbewußtsein der Kosovo-Albaner zu. Vor allem die junge Intelligenz muckt auf. Tausende von Opponenten kamen als "gefährliche Nationalisten" (Tito) hinter Gitter -- überwiegend in die Hände serbischer Wächter.
    Aus dem Zuchthaus Idrizovo unweit der mazedonischen Landeshauptstadt Skopje erreichte den SPIEGEL in der vorletzten Woche ein Hilferuf: "In diesem mazedonischen Gefängnis sind über 50 albanische politische Gefangene wegen schwerer Repressionen in den Hungerstreik getreten. Seit vier Wochen haben sie keinen Kontakt zur Außenwelt und werden täglich geschlagen. Die meisten von ihnen sind zu über zehn Jahren Haft verurteilt."
    Im serbischen Zuchthaus von Pozarevac wurden vor wenigen Monaten vier albanische Knastmeuterer zum Tode verurteilt, weil sie angeblich einen Aufstand entfacht und dabei vier Häftlinge getötet und einen Wärter verletzt haben sollen.
    Die Zuchthaus-Revolten haben fast immer das gleiche Ziel: Die inhaftierten Albaner wollen wenigstens in ihre Heimatregion. Wie 25 Häftlinge behandelt wurden, die das Gericht nach einem Aufstand im Gefängnis von Nil (drei Tote) nicht wie versprochen in die Kosovo-Region, sondern in das serbische Zuchthaus Sremska Mitrovica einlieferte, beschreibt der kroatische Schriftsteller Mirko Vidovic in seinem 1977 erschienenen Buch: "Die versteckte Seite des Mondes".
    "In dieser Festung wurden sie auf übelste Weise isoliert. Man nahm sogar die Fenster heraus, so daß sie in den Zellen fast erfroren ... Nach dem Einschluß rückte eine ganze Pandureneinheit mit Knüppeln in den Bau ein. Sie gingen von Zelle zu Zelle und folterten einen Albaner nach dem anderen. Diese Nacht wurden zwei Albaner unter den Schlägen irrsinnig: Rifat Fanol und Nusret Bihorac."
    Durch einen politischen Schachzug will Staatschef Tito nun die Albaner im Land besänftigen. Fürchtet er doch schon seit längerem, daß sich im anhaltenden Streit zwischen den katholischen Kroaten und den orthodoxen Serben die muselmanischen Albaner, Bosniaken und Mazedonier zu einer gefährlichen dritten Kraft entwickeln.
    Bei der durch Verfassung vorgeschriebenen Umbesetzung höchster Funktionen am vorigen Dienstag bekamen gleich drei Albaner ein hohes Amt: Bajra wurde Informationsminister, Pulja bekam das Ministerium für Wirtschaftspolitik, und mit Fadilj Hodscha ist zum ersten Mal in der Geschichte Jugoslawiens ein Albaner der Vize von Tito als Staatspräsident.


    DER SPIEGEL 21/1978 - Täglich Schläge

  2. #2

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    03.11.2009
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    13.141
    Das ist nichts neues.

  3. #3
    Baader
    Politische Häftlinge aus dem von Albanern bewohnten Gebiet Kosovo schickten einen Hilferuf an den SPIEGEL



    Was für ein Scheiss...

  4. #4

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    7.890
    Zitat Zitat von Albanischer Patriot Beitrag anzeigen
    Das ist nichts neues.
    Anders wie im Kosovo geht der Terror in Mazedonien und Presheva weiter.

  5. #5
    Mala
    So ein geschwätz.

  6. #6

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    7.890
    Es gab doch mal so einen Bericht über albanische "Soldaten" die von Jugoslawen ermordet worden sind.

  7. #7

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    13.681
    Jaja,den Albanern ging es gut unter Titte.
    In Mazedonien werden die Albaner sowieso bald die Mehrheit bilden,da mache ich mir keine sorgen,mal schauen ob diejenigen noch lachen werden die heute lachen.

  8. #8
    Mala
    Gentlemen ist das jetzt deine Konter oder was? Ich warte immer noch auf deine antwort im anderen Thread. Albaner im Spanischen Bürgerkrieg, vergessen?

  9. #9

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    05.09.2004
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    7.890
    Zitat Zitat von Roberto Beitrag anzeigen
    Jaja,den Albanern ging es gut unter Titte.
    In Mazedonien werden die Albaner sowieso bald die Mehrheit bilden,da mache ich mir keine sorgen,mal schauen ob diejenigen noch lachen werden die heute lachen.
    Das es unter Tito den Albanern gut ging sehe ich als antialbanische Propaganda.

  10. #10
    Baader
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Das es unter Tito den Albanern gut ging sehe ich als antialbanische Propaganda.
    Wieso sagen dann die alten Kosovo-Albaner die ich kenne, die dort auch gelebt haben, dass Tito ein guter Mann war? Ich kenne sehr viele solche. Einer zum Beispiel hat sich mit mir zusammen einbürgern lassen.

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