Sehr geehrter Herr Albin Kurti, mit Empörung habe ich die gegen Sie gerichtete politisch motivierte Hexenjagd der EU-Kolonialverwaltung in Kosovo zur Kenntnis genommen. Der vom EULEX-Gericht begonnene Prozess wegen angeblichem Widerstand gegen die Kolonialmacht ist ganz offensichtlich politisch motiviert. Ihnen wird vorgeworfen, am 10.Februar 2007 an einer Demonstration der Bewegung für Selbstbestimmung teilgenommen zu haben, die von einem rumänischen Polizeibatallion angegriffen wurde. Durch die Polizeiangriffe wurden zwei Personen getötet und über 80 verletzt. Während die Polizisten ohne jegliche Untersuchung nach Rumänien ausgeflogen wurden und auch der damalige polizeiliche Einsatzleiter der UNMIK Curtis Kosovo verlassen hat, wird jetzt gegen Sie ermittelt, weil sie angeblich zum Widerstand aufriefen und Beamte an der Ausübung ihrer Tätigkeit hinderten. Sie haben völlig Recht, dass Sie das EULEX-Gericht nicht akzeptieren und der Vorladung bislang nicht nachkamen. Es handelt sich hier um ein Kolonialgericht im Auftrag einer Kolonialverwaltung, die gegen die Interessen der Bevölkerung gerichtet ist. Ich sichere Ihnen meine Solidarität zu, solange sie weiterhin für die sozialen und demokratischen Rechte aller Kosovaren ungeachtet ihrer ethnischen oder religiösen Herkunft eintreten und sich der von der EU-Kolonialverwaltung betriebenen Zwangsethnisierung widersetzen.
Mit solidarischen Grüßen,


Ulla Jelpke