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Der unfertige Staat

Erstellt von ooops, 28.07.2011, 01:52 Uhr · 2 Antworten · 740 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    19.09.2008
    Beiträge
    16.600

    Der unfertige Staat

    Es gibt nicht nur politische Interessen in Belgrad, sondern auch ökonomische Interessen seitens der lokalen Mafia

    Als der Kosovo 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, war nicht nur der UN-Sicherheitsrat in der Frage der Anerkennung gespalten. Alle, die die Situation kannten, wussten, dass da ein de facto geteilter Staat entstand. Es war klar, dass die Serben, die im Norden des Landes leben, die kosovarischen Strukturen nicht anerkennen würden. Und es war klar, dass Belgrad dies als politischen Trumpf in der Hand halten würde. Deshalb war es fahrlässig, dass man den neuen Staat mit seinen schwachen Institutionen in dieses Dilemma entließ, ohne eine realistische Problemlösung vorzubereiten


    Die USA und maßgebliche EU-Staaten haben zwar immer gegen die Teilung des Kosovo plädiert. Passiert ist aber nichts. Die EU-Mission ist zwar vor Ort, doch die Grenze wird de facto nicht kontrolliert. Nach drei Jahren Unabhängigkeit haben sich im Norden kriminelle lokale Strukturen gebildet, die in dem rechtlosen Raum florieren. Es gibt also nicht nur politische Interessen in Belgrad, sondern auch ökonomische seitens der lokalen Mafia.
    Es war naiv zu glauben, dass man die ungeklärte Frage des Nordkosovo in einem "technischen" Dialog zwischen Belgrad und Prishtina lösen kann. Denn es handelt sich nicht nur um einen bilateralen, sondern auch um einen geopolitischen Konflikt: Russland und damit auch China unterstützen Serbien, die USA und der Großteil der EU- Europäer den Kosovo. Es braucht eine politische Lösung. (DER STANDARD, Printausgabe, 28.7.2011)





    so weit koennen 2 Grenzuebergaenge reichen.....

  2. #2
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
    15.04.2010
    Beiträge
    19.299
    Zitat Zitat von ooops Beitrag anzeigen
    Es gibt nicht nur politische Interessen in Belgrad, sondern auch ökonomische Interessen seitens der lokalen Mafia

    Als der Kosovo 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, war nicht nur der UN-Sicherheitsrat in der Frage der Anerkennung gespalten. Alle, die die Situation kannten, wussten, dass da ein de facto geteilter Staat entstand. Es war klar, dass die Serben, die im Norden des Landes leben, die kosovarischen Strukturen nicht anerkennen würden. Und es war klar, dass Belgrad dies als politischen Trumpf in der Hand halten würde. Deshalb war es fahrlässig, dass man den neuen Staat mit seinen schwachen Institutionen in dieses Dilemma entließ, ohne eine realistische Problemlösung vorzubereiten


    Die USA und maßgebliche EU-Staaten haben zwar immer gegen die Teilung des Kosovo plädiert. Passiert ist aber nichts. Die EU-Mission ist zwar vor Ort, doch die Grenze wird de facto nicht kontrolliert. Nach drei Jahren Unabhängigkeit haben sich im Norden kriminelle lokale Strukturen gebildet, die in dem rechtlosen Raum florieren. Es gibt also nicht nur politische Interessen in Belgrad, sondern auch ökonomische seitens der lokalen Mafia.
    Es war naiv zu glauben, dass man die ungeklärte Frage des Nordkosovo in einem "technischen" Dialog zwischen Belgrad und Prishtina lösen kann. Denn es handelt sich nicht nur um einen bilateralen, sondern auch um einen geopolitischen Konflikt: Russland und damit auch China unterstützen Serbien, die USA und der Großteil der EU- Europäer den Kosovo. Es braucht eine politische Lösung. (DER STANDARD, Printausgabe, 28.7.2011)


    so weit koennen 2 Grenzuebergaenge reichen.....
    Wenn ich schreibe was ich schreibe habe ich gleich wieder einen gewissen Ruf bestätigt, auch egal.

    Natürlich hat jede der angesprochenen "Großseiten" ihre geopolitischen und -strategischen Interessen an Einflussgebieten usw. Und sind beide Länder im gewissen Sinn wahrscheinlich auch Spielball derselben. Leider.

    Der serbische Staat hat sei Beginn an diese Strukturen und diesen Unruheherd im Norden gefördert und es wurde dem leider mit internationalen Möglichkeiten nicht schnell und deutlich genug begegnet. Und die gibt und gab es. Ich nehme an, die Entscheidung der Regierung Thaci Anfang der Woche offenbar sogar über KFOR, Eulex usw. hinweg sollte wahrscheinlich auch deswegen nicht umsonst eine gewisse Signalwirkung haben. An alle Seiten. Zumindest verstehe ich das etwas so.

    Und auch wenn das wieder falsch verstanden wird, die Probleme haben auch ihre Ursachen in der Art und Weise der Gründung der Republik Kosovo. Auch wenn der IGH die juristische, völkerrechtmäßige Rechtmäßigkeit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung bestätigt hat. Ist sie praktisch schon ein Problem, wenn sie offenbar über die Köpfe der dort noch lebenden Serben und der Serben allgemein erfolgte. Wenn scheinbar die serbische Seite nicht drauf vorbereitet war und dann mit geschaffenen Fakten konfrontiert wird. An einem unabhängigen Kosovo führte insbesondere nach der Milosevicära kein Weg vorbei. Und sicher wird man auch zurecht einwerfen, dass man z.B. mit Referenden usw. auf allen Seiten dann lange darauf warten könnte. Wahrscheinlich. Aber so war andererseits auch von vornherein Konfliktstoff gesät. Der leider auch ausgeschlachtet wird. (Vielleicht versteht ja jemand, was und wie ich meine).

    Na ja, ich hoffe inständig, dass irgendwann ernste und realistische Wege gefunden werden zur Lösung des Konflikts und dass dieser keine weiteren Todesopfer mehr fordern wird. Es hat genug Leid gegeben.

  3. #3

    Registriert seit
    19.09.2008
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    16.600
    wie man es sieht das Problem liegt nicht (nur) zw Kosovo und Serbien sondern weiter oben dass dann zugunsten der einen oder anderen Seite missbraucht wird aber keineswegs zur Stabilitaet. Serbien (wie alle Balkanlaender) wollen nicht gesclagen geben (wobei man muss die Interessen der NATo-Russland Maechte nicht mit dem Vorgehen der Slobo-Regime relativiert werden) dennoch auch ein politischer Vorteil kann nicht unendlich ausgeschoepft werden daher ist an der Zeit den falschen Stolz bei Seite zu legen und wirklich fortschritlich denken denn nur so koennen die Menschen hier eine besser Zukunft haben und nicht die Interessen der Anderen (Russo-USA) zu zu verteidigen in dem man denk das waeren meine Interessen. das zu erreichen ist nicht leicht aber es muss ein Umdenken in den Koepfen der Menschen geben.

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