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USA wenden sich Balkan zu

Erstellt von BosnaHR, 15.05.2009, 19:02 Uhr · 15 Antworten · 1.406 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von BosnaHR

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    USA wenden sich Balkan zu

    USA wenden sich Balkan zu

    15. Mai 2009 | 17:47 | | ANDREAS ERNST (SN).


    Hoher Besuch. US-Vizepräsident Joe Biden wird Serbien, Bosnien und den Kosovo besuchen. Ein Sondergesandter soll ernannt werden.


    ANDREAS ERNST
    BELGRAD (SN). Der Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden auf dem Westbalkan wirft seinen Schatten voraus. Seine Visite bewegt die Gemüter seit Tagen. Der Tenor im vielstimmigen Chor: Biden kommt, weil die USA mit der Westbalkanpolitik der EU unzufrieden sind. Es fehle die überzeugender „Leadership“ bei der nachhaltigen Befriedung der Region. Die Sorgenkinder Bosnien, Kosovo und Serbien, die Biden von Montag bis Mittwoch besucht, sollen wieder stärker in den Blickwinkel Washingtons gerückt werden. In der Tat macht die Balkanpolitik der Europäischen Union zurzeit keine besonders gute Figur. Nicht nur scheint der Wille für eine zügige Fortsetzung des Integrationsprozesses erlahmt, auch in den Quasiprotektoraten Bosnien und Kosovo, die maßgeblich von der EU gestützt werden, ist der Fortschritt blockiert. Besorgniserregend schätzt das State Departement vor allem die Lage in Bosnien ein. Der in eine serbische und eine bosnisch-kroatischen Einheit geteilte Staat ist nicht in der Lage, sich auf eine Formel der Zusammenarbeit zwischen den Landesteilen zu einigen. Stattdessen provoziert der serbische Teil mit Abspaltungsdrohungen und umgekehrt treiben bosnischen Politiker Gedankenspiele über eine künftige „Einverleibung“ der serbischen Teilrepublik.
    Der „Hohe Repräsentant“ der internationalen Gemeinschaft schaut zu. Seit März ist dies der Österreicher Valentin Inzko, der auf den Slowenen Miroslav Lacak gefolgt ist. Der „Hohe Repräsentant“ hat zwar Vollmachten fast beliebiger Art, aber gegen den Willen der Beteiligten lässt sich kein funktionierender Staat machen – erst recht kein demokratischer. Der Kosovo, das andere Protektorat in der Balkanregion, ist faktisch geteilt in albanische und serbische Siedlungsgebiete. Auch hier herrscht ein Patt, das umso dauerhafter erscheint, weil die Staaten der Europäischen Union uneins sind, ob die im Februar 2008 ausgerufene Unabhängigkeit anerkannt werden soll. Österreich zählt zu jenen Ländern die den Staat Kosovo anerkannt haben
    Das US-Repräsentantenhaus hat vor wenigen Tagen eine Resolution verabschiedet, indem es den Präsidenten auffordert wieder einen „Sondergesandten“ für den Balkan zu ernennen.
    Zudem wird Bosnien empfohlen seine Verfassung zu ändern und den Zentralstaat zu stärken. Bosnien, so ein ranghoher amerikanischer Diplomat, bewege sich „nirgendwohin“ und das sei gefährlich. In der serbischen Teilrepublik reagierte das Parlament umgehend mit einer Gegenresolution: Jede Zentralisierung verstoße gegen den Friedensvertrag von Dayton aus dem Jahr 1995. Vielmehr müssten Kompetenzen an die beiden Teilstaaten übertragen werden – was allerdings auch gegen „Dayton“ verstoßen würde. Ob ein verstärktes US-Engagement die Lage auf dem Balkan verbessern könnte, darüber gehen die Meinungen auseinander – sowohl in der Region wie auch in Brüssel. Der Balkan brauche „mehr Europa und weniger Amerika“, so wird ein anonymer Brüsseler Diplomat zitiert.
    Das Problem liegt woanders: es fehlt Europa nicht an „Zuckerbrot und Peitsche“, an Druckmitteln und Anreizen, mit denen es die Entwicklung der Region beeinflussen kann. Doch die Tatsache, dass in Bosnien und im Kosovo der Wille zum Zusammenleben fehlt, wird auch ein Sondergesandter aus den USA nicht ändern können. Es fehlt nicht an westlichen Gesandten. Es fehlt an Ideen, wie die Völker in ihre Beziehung gestalten sollen. Von dieser Aufgabe kann sie auf Dauer kein Protektorat entheben: der Bauplan muss aus den Gesellschaften selbst kommen.

  2. #2

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    Zitat Zitat von BosnaHR Beitrag anzeigen
    USA wenden sich Balkan zu

    15. Mai 2009 | 17:47 | | ANDREAS ERNST (SN).


    Hoher Besuch. US-Vizepräsident Joe Biden wird Serbien, Bosnien und den Kosovo besuchen. Ein Sondergesandter soll ernannt werden.


    ANDREAS ERNST
    BELGRAD (SN). Der Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden auf dem Westbalkan wirft seinen Schatten voraus. Seine Visite bewegt die Gemüter seit Tagen. Der Tenor im vielstimmigen Chor: Biden kommt, weil die USA mit der Westbalkanpolitik der EU unzufrieden sind. Es fehle die überzeugender „Leadership“ bei der nachhaltigen Befriedung der Region. Die Sorgenkinder Bosnien, Kosovo und Serbien, die Biden von Montag bis Mittwoch besucht, sollen wieder stärker in den Blickwinkel Washingtons gerückt werden. In der Tat macht die Balkanpolitik der Europäischen Union zurzeit keine besonders gute Figur. Nicht nur scheint der Wille für eine zügige Fortsetzung des Integrationsprozesses erlahmt, auch in den Quasiprotektoraten Bosnien und Kosovo, die maßgeblich von der EU gestützt werden, ist der Fortschritt blockiert. Besorgniserregend schätzt das State Departement vor allem die Lage in Bosnien ein. Der in eine serbische und eine bosnisch-kroatischen Einheit geteilte Staat ist nicht in der Lage, sich auf eine Formel der Zusammenarbeit zwischen den Landesteilen zu einigen. Stattdessen provoziert der serbische Teil mit Abspaltungsdrohungen und umgekehrt treiben bosnischen Politiker Gedankenspiele über eine künftige „Einverleibung“ der serbischen Teilrepublik.
    Der „Hohe Repräsentant“ der internationalen Gemeinschaft schaut zu. Seit März ist dies der Österreicher Valentin Inzko, der auf den Slowenen Miroslav Lacak gefolgt ist. Der „Hohe Repräsentant“ hat zwar Vollmachten fast beliebiger Art, aber gegen den Willen der Beteiligten lässt sich kein funktionierender Staat machen – erst recht kein demokratischer. Der Kosovo, das andere Protektorat in der Balkanregion, ist faktisch geteilt in albanische und serbische Siedlungsgebiete. Auch hier herrscht ein Patt, das umso dauerhafter erscheint, weil die Staaten der Europäischen Union uneins sind, ob die im Februar 2008 ausgerufene Unabhängigkeit anerkannt werden soll. Österreich zählt zu jenen Ländern die den Staat Kosovo anerkannt haben
    Das US-Repräsentantenhaus hat vor wenigen Tagen eine Resolution verabschiedet, indem es den Präsidenten auffordert wieder einen „Sondergesandten“ für den Balkan zu ernennen.
    Zudem wird Bosnien empfohlen seine Verfassung zu ändern und den Zentralstaat zu stärken. Bosnien, so ein ranghoher amerikanischer Diplomat, bewege sich „nirgendwohin“ und das sei gefährlich. In der serbischen Teilrepublik reagierte das Parlament umgehend mit einer Gegenresolution: Jede Zentralisierung verstoße gegen den Friedensvertrag von Dayton aus dem Jahr 1995. Vielmehr müssten Kompetenzen an die beiden Teilstaaten übertragen werden – was allerdings auch gegen „Dayton“ verstoßen würde. Ob ein verstärktes US-Engagement die Lage auf dem Balkan verbessern könnte, darüber gehen die Meinungen auseinander – sowohl in der Region wie auch in Brüssel. Der Balkan brauche „mehr Europa und weniger Amerika“, so wird ein anonymer Brüsseler Diplomat zitiert.
    Das Problem liegt woanders: es fehlt Europa nicht an „Zuckerbrot und Peitsche“, an Druckmitteln und Anreizen, mit denen es die Entwicklung der Region beeinflussen kann. Doch die Tatsache, dass in Bosnien und im Kosovo der Wille zum Zusammenleben fehlt, wird auch ein Sondergesandter aus den USA nicht ändern können. Es fehlt nicht an westlichen Gesandten. Es fehlt an Ideen, wie die Völker in ihre Beziehung gestalten sollen. Von dieser Aufgabe kann sie auf Dauer kein Protektorat entheben: der Bauplan muss aus den Gesellschaften selbst kommen
    .

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  3. #3
    Avatar von BosnaHR

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    Zitat Zitat von acttm Beitrag anzeigen
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    Begründe doch mal deine Aussage

  4. #4
    Avatar von TigerS

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    "Von dieser Aufgabe kann sie auf Dauer kein Protektorat entheben"



    gruß

  5. #5

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    Zitat Zitat von BosnaHR Beitrag anzeigen
    Begründe doch mal deine Aussage
    Der normale Scheiss halt... Sry hab i.M keine Wörter übrig..

  6. #6

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    Zitat Zitat von TigerS Beitrag anzeigen
    "Von dieser Aufgabe kann sie auf Dauer kein Protektorat entheben"



    gruß
    Nebi me cudilo, ako bi amerikanci poslje cijelog sranja oko kosova prepustili srbiji

  7. #7

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    Mhm ... malo morgen - kao da se je Srbija pokazala u zadnim godinama kao "partner", kojeg se slobodno moze pustiti s lanca da uredjuje stvari sama...

    Fino si me nasmijo s izjavom ...

  8. #8
    Avatar von TigerS

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    Zitat Zitat von Mastakilla Beitrag anzeigen
    Nebi me cudilo, ako bi amerikanci poslje cijelog sranja oko kosova prepustili srbiji

    das glaub ich net , die amis bleiben so lange bis sie keinen nutzen mehr aus dem kosovo ziehen können.

    das heißt aber nicht dass sie es Serbien wiedergeben würden.

    gruß

  9. #9

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    Zitat Zitat von TigerS Beitrag anzeigen
    das glaub ich net , die amis bleiben so lange bis sie keinen nutzen mehr aus dem kosovo ziehen können.

    gruß
    und das ist dann, wenn man nen riesen Ärger wegen der Anerkennung hat

  10. #10

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    4.099
    hmm toll das sich die mächtigen us of a erbarmt haben und sich überlegen wie man den balkan einigen kann :-O

    wir untermenschen sind ja dazu nicht in der lage...

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