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„Die Vertreibung der Albaner“* …war der Titel einer von Vasa Čubrilović niedergeschriebenen Denkschrift zur ethnischen Säuberung Kosovas von den Albanern, die schon im Jahre 1937 in den Belgrader Kulturclubs und Regierungskreisen kursierte. Vasa Čubrilović war einer der Verschwörer des Attentats auf den österreichischen Kronprinzen Franz-Ferdinand in Sarajewo und später ein Einflussreicher Politiker und Gelehrter im königlichen und kommunistischen Jugoslawien, der unter Tito auch als Minister diente. An der Formulierung dieses Manifestes nahmen aber auch zahlreiche namhafte serbische Intellektuelle teil, darunter der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Ivo Andrić. Somit hatte der serbische Staat mit der Čubrilović -Denkschrift bereits vor Beginn des Zweiten Weltkrieges und die von den Nazis unter dem zynischen Schlagwort angestrebte „Endlösung der Judenfrage“ , die zum schlimmsten Verbrechen an die Menschlichkeit seit der Geschichtsaufzeichnung führte, ein euphemistisch formulierten, bis in die letzte Details konzipierten Plan zur Vertreibung und Vernichtung der Albaner aus ihren angestammten Siedlungsgebieten im damaligen von serbischen Königen dominierten Jugoslawien.
Čubrilović forderte in seiner Denkschrift, die lange Zeit in den Archiven Belgrads und anderen balkanischen Hauptstädten unentdeckt blieb, mit der gleichen Härte und Brutalität vorzugehen wie bei der Vertreibung und Ermordung von hundertausenden Albanern aus dem damaligen Sandschak von Nish (Niš), der zum Wilajet Kosova gehörte und flächenmäßig dem heutigen Territorium Kosovas entsprach. Nach dem Abschluss des Vertrages von San Stefano, infolgedessen der russisch-türkische Krieg von 1877-78 endete und Serbien durch Ausbreitung seines Territoriums die Unabhängigkeit erlangte, vertrieben und ermordete die serbische Armee aus dem Sandschak von Nish hundertausende Albaner indem es ganze Dörfer und Stadtteile niederbrannte oft mit noch lebenden Menschen darin. Diejenigen die geblieben waren und überlebt hatten, mussten sich assimiliert.
An konkreten Plänen und Durchsetzungswillen zur Schaffung eines ethnisch reinen Großserbien fehlte es nie in Serbien. So setzte die serbische Besatzungsmacht von 1918 bis 1941 in Kosova einen Kolonialisierungsplan um, der als Doktorarbeit von Milovan Obradović verfasst wurde und den Titel „Agrarreform und Kolonisierung in Kosova“ trug. In dieser Zeit wurden hundertausende albanische Bauern und Großgrundbesitzer in Kosova enteignet, mehrere zehntausende von ihnen ermordet und über zweihunderttausend Albaner aus den albanischen Siedlungsgebieten im ehemaligen Jugoslawien in die Einöde der anatolischen Türkei vertrieben.
Damit nimmt die serbische Siedlungs- und Vertreibungspolitik in mancher Hinsicht das vorweg, was ganz Europa später unter den Hakenkreuzlern zu erleiden hatte.
Unter der kommunistischen Diktatur Titos werden unter der Leitung vom damaligen serbischen Innenminister Aleksandar Ranković im Zeitraum von 1944 bis 1966, also bis zu seiner Entmachtung durch Tito, mehr als fünfzigtausend Albaner bei großangelegten „Säuberungsaktionen“ ermordet und hunderttausende nach Albanien oder in die Türkei vertrieben. Damit setzt Belgrad maßgebliche Punkte der Vertreibungspolitik aus der Čubrilović -Denkschrift um.
Die Politik Miloševićs gegenüber Kosova und den Albanern ist somit die Kontinuität einer gewaltsamen Politik, die ihre Wurzeln bis ins frühste 19. Jahrhundert hat. Dieser chauvinistisch-rassistischer Geist gegen alles nicht-serbische herrscht auch heute immer noch an in Serbien, auch wenn er sich nun unter den gegebenen Umständen flexibler und wandlungsfähiger zeigen muss, was er auch tut. So war die Unabhängigkeitserklärung Kosovas am 17. Februar 2008 für Belgrad keine große Überraschung, man hatte sich Monate vorher schon eingestellt. Jedoch konnte die Antwort darauf nicht mit der althergebrachten serbischen Härte, Brutalität und Arroganz geschehen, wie die im Jahre 1991, als sich die Kosova-Albaner gemäß einer Volksabstimmung für Unabhängig erklärten.

Es kann sein das Hitler sogar von Vasa Cubrilovics Plänenn fasziniert wurde und entschlossen hat die gleichen Vertreibungsmethoden anzuwenden