Fitch Ratings hat die Bonitätsnote der Türkei wegen einer besser als erwarteten Wirtschaftsentwicklung während der Finanzkrise um zwei Stufen erhöht. Das Emittentenausfallrating wurde auf "BB+" von zuvor "BB-" angehoben, erklärte die Ratingagentur am Donnerstag. Damit bleibt die Türkei allerdings auf dem Niveau einer Länder-Ramschanleihe ("Non-Investment Grade").

"Die relative Widerstandsfähigkeit der Türkei während der Finanzkrise zeigt, dass die Kreditfundamente und die Schuldentoleranz stärker als erwartet sind", sagte Fitch-Analyst Edward Parker. Der globale Schock habe zwar zu einer tiefen Rezession im Lande geführt, zu einer Zahlungsbilanzkrise sei es aber nicht gekommen. Auch habe die Türkei keine Nothilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten oder den heimischen Bankensektor stützen müssen.
Die Staatsfinanzen hätten sich allerdings verschlechtert, erklärte Fitch weiter. Das Haushaltsdefizit dürfte sich danach in diesem Jahr auf 7,6% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausweiten. Außerdem sei das Land weiter stark von einer externen Finanzierung abhängig. Fitch schätzt diesen Bedarf für das kommende Jahr auf 66 Mrd USD.


Fitch erhöht Türkei-Rating um zwei Stufen auf "BB+" - News - FOCUS Online