also die Diaspora leisten da starke Leistung, ich mein zB allein im Kosovo vor allem vor dem Krieg wo Arbeitslosigkeit der albanischen Bevölkerung war im offentlichen Dienst fast 100%, verdient haben nur die im Privatsektor, ohne Diaspora würde sich die Bevölkerung verhungern.

was ich mir aber nicht gedacht hätte dass auch Serbien sehr stark von Diaspora abhängig ist.

tf. Wien ⋅ Die Geldüberweisungen der im Ausland arbeitenden Staatsangehörigen sind seit Jahrzehnten ein wichtiger Antrieb für die Volkswirtschaften des Westbalkans. In Serbien wird der Umfang dieser Rimessen auf 15% des Bruttoinlandprodukts geschätzt, in Kosovo auf 14% und in Bosnien-Herzegowina auf 20%. Es ist nun eine naheliegende Vermutung, dass solche Zahlungen während der Wirtschaftskrise zurückgegangen sind. Laut dem für die Diaspora zuständigen Minister Serbiens scheint jedoch das Gegenteil der Fall: Zumindest im Falle Serbiens haben die 4 Mio. im Ausland lebenden Staatsangehörigen 2009 mit rund 5,5 Mrd. $ einen um 10% höheren Betrag in die Heimat überwiesen als ein Jahr zuvor. Ein Ergebnis, das nicht nur quer zur Intuition, sondern auch quer zu den Prognosen des Internationalen Währungsfonds steht.



In Belgrad ist man wenig überrascht. Es wird auf einen seit je zu beobachtenden Trend verwiesen, laut dem die eigene Diaspora in Zeiten von Krisen und Verwerfungen stets mehr Geld an die Verwandten überwiesen hat als in prosperierenden Perioden. Zwar dürfte wegen der Rezession auch mancher Serbe im Ausland seinen Job verloren haben. Offensichtlich wird dies aber überkompensiert durch die umso höhere Solidarität der noch arbeitstätigen Diaspora, die den Gürtel enger schnallt, um den Daheimgebliebenen in schwieriger Zeit ein halbwegs stabiles Einkommen zu sichern. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch. So ist der stimulierende Effekt der Rimessen für Serbiens Volkswirtschaft vergleichsweise gering. Grund ist, dass der grösste Teil der Geldüberweisungen in den Konsum und namentlich in den Kauf von Importgütern fliesst; gespart oder investiert wird nur wenig. Vertreter der Zentralbank muntern daher die Geschäftsbanken dazu auf, neue Produkte einzuführen, welche die Geldüberweisungen direkt in Ersparnisse umleiten. Dies in der Hoffnung, dass die krisenresistente Solidarität der Diaspora nicht mehr nur der Familie, sondern in verstärktem Mass auch der ganzen Volkswirtschaft zugutekommt.


Solidaritt in Zeiten der Krise (Startseite, NZZ Online)