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Steigende Weizenpreise: Amerikas Dürre gefährdet die Weltwirtschaft

Erstellt von John Wayne, 24.07.2012, 22:17 Uhr · 10 Antworten · 2.185 Aufrufe

  1. #1

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    Steigende Weizenpreise: Amerikas Dürre gefährdet die Weltwirtschaft

    24.07.2012 · Die steigenden Preise für Weizen und Soja machen Lebensmittel teurer, treiben die Inflation und gefährden das Wachstum in den Schwellenländern. Weil das Viehfutter zu teuer wird, schlachten die Amerikaner massenhaft Rinder.

    Die schlimmste Hitzewelle in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1895 könnte sich auch auf die Lebensmittelpreise auswirken. Davon geht zumindest Thomas Glauben aus, Professor für Agrar- und Ernährungsökonomik an der Uni Halle. „Natürlich werden sich steigende Agrarpreise früher oder später auch auf die Lebensmittel auswirken“, sagt der Ökonom.

    Besonders die Preise auf Weizen, Mais und Soja zogen in den vergangenen Wochen stark an und verteuerten sich um bis zu 60 Prozent. Ein Scheffel (etwa 36,2 Liter) Weizen verteuerte sich beispielsweise auf über 8,60 Dollar, ein Scheffel Mais kostete fast 8 Dollar. Nach der Rally verbilligten sich die Agrarrohstoffe in den vergangenen Tagen um etwa 3 Prozent. Trotzdem schätzen die Analysten von der Commerzbank, dass es dieses Mal keine Blase wie 2008 geben wird. Der damalige Preisanstieg basierte zu einem großen Teil auf Spekulation, der momentane dagegen auf den ungünstigen Witterungsbedingungen. Daher rechnet die Commerzbank mit einem andauernd hohen Niveau von 8,80 Dollar je Scheffel Weizen und 7,80 Dollar für einen Scheffel Mais.

    Rinder werden notgeschlachtet, denn ihr Futter ist zu teuer

    Die hohen Agrarpreise führen zu teils kuriosen Entwicklungen: In den Vereinigten Staaten werden Rinder teilweise notgeschlachtet, da sie dann nicht mit teuren Futter genährt werden müssen. Das führt kurzfristig zu sinkenden Fleischpreisen: Der Preis für Mastvieh ist seit dem Beginn der Agrarpreisrally Mitte Juni um etwa 15 Prozent gesunken.

    Aktuell kostet ein Pfund 1,36 Dollar, im Juni waren es noch mehr als 1,60 Dollar. Pro Rind werden momentan etwa 200 Dollar Verlust erwirtschaftet. Langfristig könnte das dann auch für Verbraucher teuer werden. „Die Fleischpreise sind in Amerika trotz des Preisturzes für Mastvieh auf einem sehr hohen Niveau“, sagt Michaela Kuhl, Agrarrohstoffanalystin bei der Commerzbank.

    Und sie könnten noch weiter steigen. Der Chef des drittgrößten Hühnchenproduzenten Sanderson Farms sagte kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters: „Der höhere Getreidepreis wird über die Zeit zu steigenden Geflügelpreisen führen“. Sollten die Preise bis Herbst so hoch bleiben, werde man das dann auch im Handel spüren. Dem stimmt auch Bernhard Allgäuer, Analyst bei der VP Bank zu: „In der Regel ziehen die Lebensmittelpreise für die Konsumenten drei Monate nach den Agrarpreisen an“.


    Lebensmittelpreise treiben Inflation

    Die Lebensmittelpreise sind in den vergangenen Jahren schon über der durchschnittlichen Inflation gestiegen und stellen einen wichtigen Grund für höhere Inflation dar. Laut statistischem Bundesamt sind die Preise für Nahrungsmittel seit 2005 um 20 Prozent gestiegen, während andere Verbrauchspreise sich nur um 12 Prozent verteuerten. „Das hat in Deutschland keine massiven Auswirkungen auf den Geldbeutel wie etwa in Entwicklungsländern“, sagt Ökonom Glauben. Lediglich 10,3 Prozent des verfügbaren Einkommens werden laut Statistischem Bundesamt hierzulande für Nahrungsmittel verwendet, Tendenz sinkend. So waren es vor 50 Jahren noch mehr als 40 Prozent. Außerdem herrsche hier starke Konkurrenz im Einzelhandel, so dass die höheren Rohstoffpreise nicht einfach weiter gegeben werden können.


    Auch anderswo könnten Verbraucher demnächst tiefer in die Tasche greifen müssen: Bei Benzin. Ethanol, der größtenteils aus Mais gewonnen wird, hat sich seit Mitte Juni ebenfalls verteuert. Die steigenden Maispreise führen dazu, dass sich der Preis seit Mitte Juni um 25 Prozent auf 2,52 Dollar je Gallone verteuert hat.


    Schwellenländern droht Armut und Nahrungsmittelknappheit

    Anders sieht die Lage in den Schwellenländern aus, in denen ein höher Anteil vom Einkommen für Nahrungsmittel verwendet wird. In China ist es etwa ein Drittel, in afrikanischen Ländern bis zu 60 Prozent. Noch ist die Lage ruhig: In Asien und Afrika werden zum einen andere Grundnahrungsmittel wie Reis benutzt. Dort gibt es noch die Aussicht auf eine gute Ernte, auch wenn das wichtige Anbauland Indien ebenfalls über zu wenig Regen klagt. Bisher hat aber ein Anstieg der Getreidepreise in der Regel zu einem Anstieg der Preise anderer Getreidesorten geführt. Einerseits, da die Sorten miteinander substituiert werden und andererseits, da in den Markt dann Spekulanten einsteigen. So stellt die Citibank in einer Studie fest, dass steigende Weizen- und Sojabohnenpreise zwei bis drei Monate später zu steigenden Reispreisen führt.


    Wenn mehr Geld für Grundnahrungsmittel ausgegeben werden muss, kann weniger Geld für andere Konsumgüter ausgegeben werden. Das kann dann auch das Wirtschaftwachstum verlangsamen. In Ländern, in denen ein Großteil des Gehalts für Nahrungsmittel ausgegeben wird, steigt dann auch die Inflation stark: So hat Vladimir Kolychev von der Société Générale für Russland ausgerechnet, dass „ein Anstieg der Getreidepreise um 20 bis 25 Prozent die Inflationsrate in den kommenden zwölf Monaten um 1 bis 1,5 Prozent erhöht.“ Die VP Bank rechnet damit, dass die Inflation in den Schwellenländern voll durchschlagen könnte, wenn die Agrarpreise auf dem Niveau bleiben. Um die Inflation einzudämmen müsste die Leitbank dann die Zinsen erhöhen, was der Wirtschaft in den Schwellenländern schaden könnte.


    Das birgt neben den wirtschaftlichen Gefahren auch erheblichen sozialen Sprengstoff: „200 Millionen Menschen sind allein bei einer der letzten Phasen hoher Agrarpreise 2008 weltweit in die Armut gerutscht“, sagt Ökonom Glauben. Auch die Proteste des Arabischen Frühlings waren in einigen Ländern zum Teil auf rasant steigende Grundnahrungsmittelpreise zurück zu führen.





    Steigende Weizenpreise: Amerikas Dürre gefährdet die Weltwirtschaft - Devisen & Rohstoffe - FAZ

    _________________________________________________

    wenn die leute in den entwicklungs- und schwellenländern sich kein essen mehr leisten können, dann wirds wohl wieder revolutionen geben... es wird also auch in den nächsten monaten spannend bleiben...

  2. #2
    Avatar von BlackJack

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    Da hilft nur noch beten

  3. #3
    Avatar von papodidi

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    Cool

    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Da hilft nur noch beten
    Beten allein wird nicht reichen, und wenn, zu wem???
    Hab ich am 21.7. gepostet:

    Naturkatastrophe: Dürre in den USA könnte bis zum Herbst andauern | Wissen | ZEIT ONLINE

  4. #4

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Da hilft nur noch beten
    jetzt stimmt das schon.

    Zitat Zitat von opadidi Beitrag anzeigen
    Beten allein wird nicht reichen, und wenn, zu wem???
    Hab ich am 21.7. gepostet:

    Naturkatastrophe: Dürre in den USA könnte bis zum Herbst andauern | Wissen | ZEIT ONLINE
    dann heisst das bis jetzt hat niemand gebetet, kein Wunder.

  5. #5
    Avatar von papodidi

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    Cool

    Zitat Zitat von iloveyouvirus Beitrag anzeigen
    jetzt stimmt das schon.

    dann heisst das bis jetzt hat niemand gebetet, kein Wunder.
    Das in den USA zuwenig Menschen beten, halt ich für ein Gerücht...

    PS: Wieviele Menschen haben beim Holocaust gebetet??? Und...???

  6. #6

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    fuer beten gilt auch zum richtigen zeitpunkt sein und am richtigen ort

    die gebetszeiten gibts nicht umsonst.

  7. #7

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    Jetzt dachte ich zuerst Weizen wird teurer, aber es trifft zum Glück nicht das gute Weizen!

    gutmann_leicht.jpg

    Prost!

  8. #8
    Avatar von kiko

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    man sollte auch nicht vergessen, dass die Spekulanten (Finanzjongleure) mit Geldbewegungen in Miliardenhöhe auch die Preise von Benzin, Nahrung usw in die höhe treiben.
    Also nicht immer alles aufs Wetter schieben.

  9. #9

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    das Wetter spielt verrückt, Preise, Menschen, alles

  10. #10

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    Die historische Dürre in den USA und Indien sorgt für massive Ernteausfälle. Es droht eine weltweite Nahrungskrise. Die G20 wollen gegensteuern, doch für die Ärmsten der Welt könnte es schon zu spät sein.

    Hamburg - Dieses Mal soll alles besser werden. Als Lehre aus den Hungerkrisen der Jahre 2008 und 2010 haben die G20 ein Gremium geschaffen, um schneller auf steigende Lebensmittelpreise reagieren zu können. Der Name klingt durchaus eindrucksvoll: Rapid Response Forum - auf Deutsch etwa schnelles Krisenforum. Frankreichs Agrarminister Stéphane Le Foll sagte am Montag, die Gruppe könne sich bald erstmals treffen - wenn sich die Lage bei den Getreidepreisen weiter verschärfe.

    Hintergrund ist die Dürre in den USA. Mais- und Sojaernte werden in diesem Jahr um bis zu 17 Prozent schwächer ausfallen, teilte das US-Landwirtschaftsministerium mit. Für beide Produkte sind die USA das wichtigste Exportland. Die Folge: Die Preise schnellen in die Höhe, seit Juni ist Soja etwa 30 Prozent teurer geworden, Mais legte sogar um 50 Prozent zu.

    Auch in Indien sorgt die Dürre für erhebliche Ernteausfälle. In der Monsunzeit gab es 20 Prozent weniger Regen als normalerweise. Zwar versorgt das Land mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern sich zum Großteil selbst. Doch wenn wegen der Dürre künftig auch Indien auf Nahrungsmittelimporte angewiesen wäre, dürften die Preise noch mal deutlich anziehen.

    Bereits jetzt ist es der dritte Preisschock in nur fünf Jahren. Am schlimmsten war es im Jahr 2008. Damals verdreifachte sich der Reispreis, die ärmsten Länder der Welt konnten ihre Bevölkerung nicht mehr ernähren. Es kam zu Hungerrevolten. In Indonesien musste die Armee Reislager bewachen, in Haiti wurden Menschen bei Aufständen getötet.

    Dürre in USA und Indien: G20 wollen neue Nahrungskrise verhindern - SPIEGEL ONLINE

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    liest sich nicht so gut

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