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Chris Cornell ist tot

Erstellt von Lubenica, 18.05.2017, 21:19 Uhr · 29 Antworten · 952 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Lubenica

    Registriert seit
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    Beiträge
    9.658

    Chris Cornell ist tot

    Chris Cornell ist tot. Er war der Sänger der legendären Rock-Band Soundgarden.



    : Vier Oktaven offen

    Chris Cornell war ein begnadeter Rocksänger. Mit seiner Band Soundgarden prägte er den Grunge, der Song "Black Hole Sun" machte ihn weltberühmt. Jetzt ist er gestorben.




    Musik - Chris Cornell ist tot Der US-amerikanische Sänger ist im Alter von 51 Jahren gestorben. Berühmt wurde er als Frontmann der Bands Soundgarden und Audioslave.

    "Fuck Happens!" hatten Soundgarden 1989 in großen Buchstaben auf den Rücken ihres T-Shirts zur ersten großartigen Deutschlandtour geschrieben. "Pech gehabt", oder vielleicht korrekter: "Scheiße", das hätte man auch als Motto über den ganzen Rockstil schreiben können, mit dem sie unterwegs waren. Grunge verband – ein letztes glorreiches Mal vor der digitalen Revolution – jugendlichen Ärger und allgemein trübe Aussichten in einem lauten Rockidiom, mit kreischenden Sängern wie Soundgardens Chris Cornell, der die Wuschelmatte zum Sägen der Verzerrer wirbelte. "Fuck Happens!": Gerade starb Chris Cornell mit gerade einmal 52 Jahren, offenbar aus heiterem Himmel, während er mit seiner wiedervereinten Band auf Tour war, um die Neuauflage des Debütalbums Ultramega OK zu spielen.

    Als das 1988 erschien, war Grunge kaum mehr als ein frühes Gerücht, wesentlich verbreitet von den Singles des Labels Sub Pop aus Seattle. Zu den vielversprechendsten Musikern der Stadt gehörten neben dem schwergewichtigen Metzger Tad die sexy verwahrlosten Jungs von Mudhoney, die gerade auf einer ersten EP die Haare fliegen ließen, und die hohlwangigen Kids von Nirvana mit einer ersten Single. Und Soundgarden. Sie hatten die erste LP am Start und Chris Cornell am Mikro, dessen Stimme und Frisur an Robert Plant erinnerte, dem er auch an Ausstrahlung wenig nachstand: Im Gegensatz zu den anderen wirkte seine Sexyness schon früh erwachsen und gefährlich. Auch musikalisch waren Soundgarden die Schwersten in der Runde, die Hardrock-Wurzeln aus den Siebzigern wuchsen am dicksten durch die zäh dahinkriechenden Beats. Und natürlich spielten sie wie jeder gute Led-Zeppelin-Fan von Howlin' Wolf.

    Cornell, 1964 als Sohn eines Apothekers und einer Buchhalterin geboren, hatte ursprünglich noch Schlagzeug gespielt, war aber schnell zum Kopf der Band geworden. Dass er mit Soundgarden anderes im Sinn hatte, als einer Jugendbewegung anzugehören, zeigte sich schon daran, dass Ultramega OK nicht wie die ersten Singles bei Sub Pop, sondern beim etablierteren Hipsterpunk-Label SST erschien. Zum zweiten Album vollzogen sie den Frontwechsel noch etwas deutlicher: Louder Than Love erschien 1989 beim Major A&M und bereitete damit den Einzug des Alternative Rock in den Mainstream vor. Ein bisschen zu früh vielleicht, und ein bisschen zu selbstbewusst womöglich. Es war schließlich der zaudernde Kurt Cobain mit Nirvanas Nevermind, der das Genre auf die kommerzielle Spitze trieb.


    Das "Stairway to Heaven" der Neunziger

    Cornells Sternstunde kam erst 1994. Cobain mochte mit Smells Like Teen Spirit die Hymne der Generation X geschrieben haben, aber es war Cornell, dem mit das Stairway to Heaven der Neunziger gelang. Melodisch, melancholisch, schwer glänzt Cornells Vieroktavenstimme hier mit immer wieder beeindruckender Umsicht und viel Soul. Das dazugehörige Album Superunknown schoß aus dem Stand an die Billboardspitze und hat sich bis heute an die neun Millionen Mal verkauft.

    Es markiert jedoch auch den künstlerischen Höhepunkt in Cornells Karriere. Die ursprünglichen Punk-Einflüsse aus der Grunge-Ära sind hier ganz aufgelöst in einem psychedelischen Rock, der bei allem Gewicht auch eine gewisse Popsensibilität zeigt, und sich trotzdem harmonisch nach allen Seiten öffnet. Die Band überstand den Erfolg nicht und trennte sich 1997 nach einem letzten Soundgarden-Album, lautstark und offensichtlich frustriert von den Forderungen des Business und den Mainstream-Fans. Zweifellos trugen auch allerlei Drogen und Alkohol, die Cornell seit der frühen Jugend zusetzten, zur gereizten Stimmung bei. Als sich die Band 2010 neu formierte, bemerkte der seit 2003 cleane Cornell in einem Interview als wichtigsten Unterschied, dass keiner trank. 2012 erschien sogar ein neues Album, das den ehemaligen Bandsound unspektakulär, aber hochsympathisch beisammen zeigte.


    Harter, folgenloser Crossover mit Audioslave


    Chris Cornell 2002 mit seiner Band Audioslave beim Lollapalooza-Festival © Carlo Allegri/Getty Images Inhalt



    Auf einer Seite lesen

    Cornell hatte sich indes schon früh in Nebenprojekten wie 1990 (mit späteren Pearl-Jam-Musikern) den etwas straighteren Temple of the Dog versucht; zwei Jahre nach dem Ende von Soundgarden erschien sein erstes Soloalbum Euphoria Morning, das wohlwollend angenommen wurde. 2001 ersetzte er sozusagen den Frontmann Zack de la Rocha bei den Industrial-Rockern Rage Against the Machine, die als Audioslave – produziert von Rick Rubin – einen kommerziell durchschlagenden, aber doch auch folgenlosen, harten und eher sacht crossovernden Rock spielten.


    Spannender, wenn auch nicht eben gefällig im herkömmlichen , sein erfolgreichstes Solo von 2009, holte er sich die Unterstützung des einstmaligen Hip-Hop-Futuristen Timbaland.



    Die Kritiken fielen ziemlich verheerend aus, aber live unterhielten die beiden mit ihrer komischen Mixtur ihre Fans durchaus angenehm. In Berlin zum Beispiel kündigte ihn damals mit fröhlicher Selbstironie Wladimir Klitschko an, der auch in einem Video auftrat – ein Treffen zweier ebenbürtiger Schwergewichte, denn Cornell konnte sein von Beginn an schon eindrucksvolles Talent im Lauf der Karriere immer noch verfeinern. So gelang es ihm auch, den etwas klobigen synthetischen Sound auf der Bühne seltsam einleuchtend mit Soul zu füllen und sich elegant zwischen den kubistischen Beats zu bewegen. Schöner war jedoch, wie er in einem zweiten Konzertteil auf Zuruf strahlend und freigebig Fanwünsche sang, von Audioslave zu Temple of the Dog, von Michael Jackson zu Led Zeppelin, und natürlich intimerweise Black Hole Sun, seinen größten Hit.
    Er lebte zu der Zeit schon gesund, mit zwei Kindern und seiner Frau Vicky, mit der er auch eine Stiftung für obdachlose Kinder führte. Wie noch bis zu seinem letzten Album Higher Truth hörte man in seinem überaus variablen Timbre stets mehr als nur das Genre, so wie man schon zu Grunge-Beginn mehr gespürt hatte, als nur den relativ begrenzten Ausdruck von Wut und Drängelei.


    Man hörte, wie er an seinen Möglichkeiten feilte, wie er Volumen und Dynamik austarierte. Cornell war ein überaus kluger, bescheidener und sicherer Künstler. Er besann sich auf die Anfänge des Rock-Croonens, auf Blues und Soul, die er in die jüngeren Rockstile, Metal, Grunge, Crossover, transportieren wollte – er suchte eine künstlerische statt nur eine expressive Tradition. Aber trotz seinem einfühlsamen Update klang die große Rockstimme bereits Ende der nuller Jahre aus der Zeit gefallen. Raues Pathos ist obdachlos geworden.

  2. #2
    Avatar von Zoran

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    Jesus Christ Pose sag ich nur.

    Konnte nie verstehen was daran Grunge sein soll.

    Pozdrav

  3. #3
    Avatar von BlackJack

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    Ich weiß nicht mal was Grunge ist, bin deshalb nicht sicher ob ich RIP schreiben soll

  4. #4
    Avatar von Maniker

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    Ich weiss weder, was Grunge ist, noch, wer Chris Cornell war.

  5. #5
    Avatar von BlackJack

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    Zitat Zitat von NIK Beitrag anzeigen
    Ich weiss weder, was Grunge ist, noch, wer Chris Cornell war.
    Dann machen wir glaube ich nichts falsch wenn wir zum Rip gratulieren

  6. #6
    Avatar von Maniker

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    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Dann machen wir glaube ich nichts falsch wenn wir zum Rip gratulieren

  7. #7

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    Wenn Ihr nicht wißt was Grunge ist und Soundgarden nicht kennt, dann wundert mich das schon ein wenig. Zumindest wenn ihr im Westen aufgewachsen seid.

  8. #8
    Avatar von BlackJack

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    Vermutlich kennen wir es in dem Sinne das mal gehört zu haben, mir kommt auch sein Name bekannt vor, können es aber nicht einordnen

  9. #9
    Avatar von Dadi

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  10. #10

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    Die Todesursache war Suizid.

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