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Libyen, meine Sicht.

Erstellt von Viva_La_Pita, 12.09.2011, 23:46 Uhr · 57 Antworten · 4.457 Aufrufe

  1. #1

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    03.04.2007
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    Böse Libyen, meine Sicht.

    Hier einige Fakten zu Libyen, die euch die Bastarde bei CNN, NBC, N24, N-tv usw...verschweigen


    1.
    Gaddafi ist mitnichten seit 42 Jahren von Beruf „libyscher Diktator“. Er hat 1977! alle offiziellen Funktionen aufgegeben. Seine infoffiziellen Funktionen lassen sich auf die stammesorientierte Kultur in Libyen zurückführen. Seit Mitte der 90er Jahre ist er übrigens im ständigen Zwist mit der libyschen Regierung, und die Antikorruptionsbehörde ist von den libyschen Volksversammlungen auf sein Betreiben hin gegründet worden. Interessanterweise war diese Behörde eines der ersten Bombenziele der Nato, was natürlich nichts mit den gesammelten Daten über einige der Mitglieder der jetzigen „Rebellenregierung“ zu tun hat.




    2.
    Libyens politisches System ist direkte Demokratie und ist und war dezentral. Ebenso die Verteilung der staatlichen Mittel. Es gibt landesweit etwa 2.000 Versammlungshallen in denen die Bevölkerung lokale Entscheidungen trifft und Vertreter in die jeweils übergeordneten Versammlungen schickt.



    3.
    Libyen hatte vor dem Angriff der Nato

    das höchste per capita Einkommen Afrikas – 14.400 USD

    die höchste Alphabetisierungsrate mit 88 Prozent (von ca. 20 Prozent 1969)

    freie Gesundheitsfürsorge. (Bei Nichtverfügbarkeit einer Behandlung in Libyen wurde auch eine Auslandsbehandlung finanziert).

    kostenlose Schulbildung mit staatlicher Finanzierung von Auslandsstudien.

    einmalig 20.000 USD als Starthilfe bei Gründung eines Unternehmens.

    einmalig 50.000 USD bei Heirat zum Erwerb eines Eigenheims.

    kostenlos: Land, Maschinen und Saatgut bei Gründung eines landwirtschaftlichen Betriebes.

    eine hohe Beschäftigungsrate von Mädchen und Frauen



    Und noch viel wichtiger: Einen jährlichen Überschuss im Staatshaushalt, der in den libyschen Staatsfond eingezahlt und zum größten Teil im Ausland angelegt wurde. (Die sogenannten „Gaddafi-Konten“).
    Den Great Man Man River (GMMR), der heute schon ganz Libyen mit Frischwasser versorgt und der planmäßig in der Zukunft den größten Teil des Maghreb versorgt hätte. Dieser wurde vollständig aus libyschem Geld finanziert, obwohl Weltbank und IWF ihre Kredite wie Sauerbier angeboten haben.
    Libyen hat den ersten afrikanischen Telekommunikationssatelliten finanziert, der den afrikanischen Ländern jährliche Einsparungen von 500 Mio. USD gebracht hat.
    Libyen hat darüber hinaus maßgeblich die drei geplanten afrikanischen Baken finanziert, die zur Unabhängikeit Afrikas von Weltbank und IWF geführt hätten.
    African Monetary Fund (Yaounde, Kamerun)
    African Central Bank (Abuja, Nigeria)
    African Investment Bank (Syrte, Libyen)
    Diese drei Banken, zusammen mit der Einführung einer goldbasierten kontinentweiten Währung (African Dinar) hätten die ehemaligen Kolonialmächte mit ihrer zinsbasierten Gelddruckmaschine hart getroffen. Und um nichts anderes geht es in Libyen. Das Öl ist in diesem speziellen Fall nur Zugabe.
    Wenn Sie daran zweifeln sollten: Bereits am 19.3.2011! hat der „Rebellenrat“ als mehr oder weniger erste Amtshandlung die Neugründung einer libyschen Zentralbank „nach westlichem Muster“ zugesichert.




    Was den Krieg als solchen angeht
    Die „wenigen verbliebenen Widerstandsnester“ machen etwa 70-80 Prozent des libyschen Staatsgebietes aus. Die Nato hat die nominelle Hoheit in der Küstenregion, durch massiven Einsatz der Luftwaffe. Die offiziellen Zahlen der Nato sprechen Bände: > 20.000 Einsätze mit 8000 Kampfeinsätzen und etwa 50.000 Bomben, Raketen und Cruise Missiles. Dies gegen ein Volk von 6,5 Millionen und nicht etwa gegen China oder Russland. Wenn man die angeblich zerstörten Militäreinrichtungen addiert, machen diese etwa das dreifache dessen aus, was die libysche Armee je besessen hat.
    Es gibt keine Bilder jubelnder Libyer. Die BBC hat sich besonders blamiert, als sie in einer als solchen gesendeten „Live-Schaltung vom Grünen Platz“ mit wie immer atemlosem Kommentator alte Bilder einer Demonstration in Indien zeigte und offensichtlich hoffte, dass niemand die indische Flagge kennt. Noch am 1.9. wurden Bilder des Eid al Fidr (Fest des Fastenbrechens, vergleichbar mit dem westlichen Weihnachten) als Jubelfeiern für die „Neue Regierung“ verkauft – mit deutlich sichtbaren Gaddafi-Plakaten und grünen Flaggen im Hintergrund. Auf einem Video haben die westlichen Reporter dann 2 kleine Papierfähnchen der „Rebellen“ (übrigens die Flagge der 1969 vertriebenen Monarchiemarionette Idiris) an einem Draht vor die Kamera gehalten. Das ist nicht nur peinlich, das ist kriminell dämlich.
    Man kann über die sozialistischen Anteile in der libyschen Politik sicher geteilter Meinung sein, aber sie sind vergleichsweise intelligent und nützlich umgesetzt worden. Ganz im Unterschied zu den Umverteilungen nach westlichem Muster, wie zum Beispiel dem großangelegten Landraub durch amerikanische Banken, um ihre Pyramidenschemata zu kapitalisieren oder dem europäischen „Rettungsschirm“, der im wesentlichen die Villen der Shortseller sichert.
    Die Lügen der westlichen Medien fangen nicht erst bei den Folgen des Krieges an, sondern schon lange vor den Grundlagen. Die kontextfreie Dämonisierung von Einzelpersonen war schon immer ein beliebtes Mittel, das Volksempfinden zu kanalisieren. Nur sind die Guten schlampig geworden. Nach den unbestreitbaren PR-Erfolgen im Irak und in Afghanistan unterlaufen ihnen immer mehr Regiefehler. Der angebliche Mord an OBL mit dem unverhofften Dahinscheiden genau dieser Spezialeinheit bei einem Hubschrauberabsturz in Afghanistan war schon hart an der Grenze. In Libyen fällt es aber immer mehr Personen auf, wie man an der Verteilung der Meinungen in den paar Zeitungen, die online noch Kommentare zulassen sehen kann.
    Und doch gibt es immer noch den Reflex, den gleichen Medien, die unzählige Male der Lüge und Verzerrung überführt wurden bei anderen Themen oder an anderen Tagen noch zu glauben. Schade eigentlich.


    Das sind nur einige Fakten

  2. #2
    Avatar von Ilan

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    Zum ersten Punkt: Er agierte als Revolutionsführer weiter seine Geschäfte. Sowas gibt es auch im Iran, der steht höher als der Ministerpräsident.

  3. #3
    Avatar von Hercegovac

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    Man hat im Prinzip ein starkes Land zerstückelt und so Afrika weiter geschwächt. Die Opfer davon sind natürlich die Liybier, um die sich jetzt die 150 verschiedenen Clans streiten werden, was auch wieder Jahre kosten wird. Lybien wird nie wieder so konstant und stabil, wie vorher. Danke Nato.

  4. #4

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    deine sicht zu ägypten interessiert uns noch sehr.

  5. #5

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    Zitat Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
    deine sicht zu ägypten interessiert uns noch sehr.
    Sarkasmus ? ich kann das nämlich so schlecht über das Internet erkennen.

  6. #6

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    Zitat Zitat von Viva_La_Pita Beitrag anzeigen
    Sarkasmus ? ich kann das nämlich so schlecht über das Internet erkennen.
    nein. ernstgemeinte frage... der sarkasmus kommt erst nach deiner antwort...

  7. #7

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    Zitat Zitat von John Wayne Beitrag anzeigen
    deine sicht zu ägypten interessiert uns noch sehr.
    so viel wie deine Threads zu sozialgesellschaftlichen Angelegenheiten der islamischen Ländern.

  8. #8
    Avatar von Serbian Eagle

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    Das westliche Medien gern was verschweigen oder gar ALLES UMDREHEN ist doch nichts neues

  9. #9

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    Lang lebe Oberst Gaddafi.

  10. #10

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    Die meisten Ägypter, die ich etwas näher kenne, sind im Grunde genommen herzensgute und aufrichtige Menschen. Aber von ihnen kann man ebenso wenig wie vom „ägyptischen Volk“ erwarten, dass sie genau wissen, was sie wollen und was eine gute Regierung tun sollte. Genau diese Frage aber stellen westliche Medien, wenn sie darüber mutmaßen, wofür denn die Ägypter nun eigentlich demonstrieren. Wir haben es hier mit der Schimäre der „Volksmeinung“ zu tun, einem Konzept, das in Ägypten genauso wenig funktioniert wie in Deutschland. Es ist geradezu so, als ob man Schnaps, Cola, Bier, Wasser und Wein zusammenschüttet und das Ergebnis zum „Volksgetränk“ ernennen würde.


    Und in Ägypten ist es noch viel schwieriger als in Deutschland, überhaupt irgendwelche Meinungsfraktionen festzumachen. Das liegt daran, dass das Allgemeinbildungsniveau in Ägypten vergleichsweise niedrig ist.


    Doch kaum ein Prozent der Ägypter liest regelmäßig Zeitung, und wenn, dann bietet sich ihm ein Meinungsgemisch aus Regime-Lobhudeleien, Verschwörungstheorien, grotesken Geschichtsklitterungen und islamischen Interpretationen. In ägyptischen Schulbüchern sieht es übrigens nicht viel besser aus.

    20 Prozent sympathisieren mit Al-Qaida und Selbstmordattentaten. Die Einführung der Demokratie würde demnach unweigerlich eine Islamisierung des Landes nach sich ziehen. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die einflussreichen und geistig wie karitativ sehr aktiven Muslimbrüder sich recht zurückhaltend gezeigt haben: Die nun von den westlichen Regierungen und von „den Ägyptern“ so heißersehnte und allerseits anvisierte Demokratie ist – Erdogan lässt grüßen – genau der Zug, der das Gespenst des Islamismus zum Ziel führen wird. Der Anteil der christlichen Minderheit in Ägypten dürfte dann auch bald auf türkisches Niveau sinken.



    Seit dem Kirchenanschlag von Alexandria am Neujahrstag mit 23 Toten hat sich die Pogromstimmung gegenüber den Kopten eher noch verschärft.


    Naja man kann zu Ägypten noch viel sagen, es ist ein ganz andere Situation als Libyen.


    Auf jeden Fall wird die Arabische Welt nicht so schnell zu Ruhe/Frieden und Wohlstand kommen.

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