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Syrische Flüchtlinge in der Türkei: Hinter der Grenze lauert das Grauen

Erstellt von John Wayne, 18.06.2011, 14:41 Uhr · 43 Antworten · 5.087 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    13.05.2007
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    18.328

    Syrische Flüchtlinge in der Türkei: Hinter der Grenze lauert das Grauen

    Von der türkisch-syrischen Grenze berichtet Hasnain Kazim



    Die Flüchtlinge berichten von Hinrichtungen, Leichen auf den Straßen, willkürlicher Gewalt: Syriens Herrscher Assad vertreibt sein eigenes Volk, Tausende haben sich über die Grenze in die Türkei gerettet. Dort werden sie nicht immer mit offenen Armen empfangen.


    Als sie die Nachbarn erschossen, hat Mustafa L. es nicht mehr ausgehalten. Seine Frau war im achten Monat schwanger, kein guter Zeitpunkt, um die Sachen zu packen und nach einer neuen Bleibe in einem anderen Land, nach einer neuen Zukunft zu suchen. Viele Menschen waren schon umgebracht worden von der syrischen Armee, wahllos, grundlos. Immer wieder hatten L. und seine Frau in ihrem Dorf Zaini sich eingeredet, hierhin werde das Unglück schon nicht kommen.


    "Aber dann kamen sie, in ihren Militärjeeps, sprangen raus und töteten die Nachbarn. Die ganze Familie", sagt L. Er sitzt auf dem Fußboden, mit der linken Hand schaukelt er die Wiege, in der seine zwei Monate alte Tochter liegt, in der rechten hält er eine Zigarette. Er rauche viel in diesen Tagen, sagt er. "Nervosität", erklärt er.



    Zaini, sein Heimatdorf, liegt ein paar Kilometer von der nordwestsyrischen Stadt Dschisr al-Schughur entfernt, etwa zehn Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt. L. ahnte, dass die Lage nur noch schlimmer werden würde, dass niemand mehr sicher war vor Soldaten, Aufständischen, Banden. Gemeinsam mit seiner schwangeren Frau und deren Schwester floh er zu Fuß zur Grenze, die Familie fand eine Bleibe in einer Zeltstadt auf der syrischen Seite. "Dort kam im April meine Tochter zur Welt", sagt er und lächelt. "Die türkischen Soldaten ließen uns nicht passieren, aber eines Tages regnete es, und die Bewacher zogen sich zurück. Wir wussten: Das ist unsere Chance. Wir schnitten ein Loch in den Zaun."


    Vergangene Woche war L. wieder in Syrien. Er ging so heimlich zurück in seine Heimat, wie er in die Türkei gekommen war. "Ich wollte nach meinen Eltern sehen und nach meinen Geschwistern, denn wir hörten im Radio, dass die Armee auf Dschisr al-Schughur schießt." Dort sollten sich desertierte Soldaten verschanzt haben, die sich gegen das Regime von Baschar al-Assad gewendet hatten. Am Sonntag kam es nach Angaben von Flüchtlingen zu heftigen Gefechten, am Ende brachte die Armee die Stadt wieder unter ihre Kontrolle. L. sagt, er sei am Montag zurück in die Türkei geflohen. "Ich habe Leichen gesehen, die ganz aufgebläht waren durch die Hitze. Die Soldaten haben auf alles geschossen, was sich bewegte: Menschen und Tiere, Erwachsene und Kinder. Auf alles."


    "Assad ist ein Mörder"
    L. wollte nicht warten und übertrat die Grenze wieder illegal. Seine Familie hatte er bei einem Verwandten in der Stadt Antakya untergebracht. "Wir sind dankbar, dass jemand uns versorgt." Zurück nach Syrien wolle er "nie, nie wieder". Diese Bilder werde er nicht mehr vergessen, vor allem die toten Nachbarn nicht. "Assad ist ein böser Mensch, ein Mörder. Er hasst sein eigenes Volk. Warum sollte ich in seinem Land leben wollen?" Er müsse sich demnächst einen Job suchen, bisher hat er als Verkäufer gearbeitet. "Das wird schwierig, ich hab ja keine Papiere. Aber wenn sie mich abschieben nach Syrien, ist mein Leben in Gefahr."


    Niemand will zurück nach Syrien, jedenfalls nicht, solange Assad herrscht. "Das ist unsere Heimat, aber unsere Heimat hat uns verstoßen", sagt Abdul, der zu den Tausenden von Flüchtlingen zählt, die die Türkei offiziell ins Land gelassen hat. Abdul lebt jetzt in einem Flüchtlingslager in dem Ort Yayladagi, im äußersten Südosten der Türkei. Nach Syrien kann man hinüberschauen. Allein hier sollen inzwischen mehr als 9000 Menschen untergekommen sein, ein paar weitere Tausend sind es in einem anderen Lager in Altinözü, 30 Kilometer weiter nördlich.


    Es ist ein staatliches Tabak- und Alkoholdepot, das die türkische Regierung zu einem Flüchtlingslager umfunktioniert hat. "Die Turnhalle reichte nicht mehr", sagt ein Polizist. Aus dem Lager klingt Kindergeschrei, Menschen unterhalten sich, lachen, essen, man hört das Geklapper von Geschirr. Frauen hängen Wäsche auf, Männer hocken unter Bäumen und spielen Karten. Der türkische Rote Halbmond hat Zelte aufgebaut, Hunderte, draußen stehen noch die Lastwagen, mit denen das Material hergefahren wurde.


    ...



    Syrische Flüchtlinge in der Türkei: Hinter der Grenze lauert das Grauen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

  2. #2
    Avatar von Dikefalos

    Registriert seit
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    Beiträge
    12.089
    Bis ende des monats...kann man mit 100.000 flüchtlige rechnen.
    Amerika wird nichts unternehmen....weil sie die spaltung dieses landes erwünscht.
    Traurig aber wahr.

  3. #3

    Registriert seit
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    18.328
    Zitat Zitat von Greekleon Beitrag anzeigen
    Amerika wird nichts unternehmen....weil sie die spaltung dieses landes erwünscht.
    und auf der welt gibt es nur amerika die was unternehmen können??

  4. #4
    Avatar von Candaroğlu

    Registriert seit
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    3.944
    Zitat Zitat von Ostfront Beitrag anzeigen
    "Assad ist ein böser Mensch, ein Mörder. Er hasst sein eigenes Volk. Warum sollte ich in seinem Land leben wollen?"
    Sein eigenes Volk (die Alawiten) hasst Assad bestimmt nicht. Vielmehr hasst das Schwein die Sunniten, die 75% der syrischen Bevölkerung ausmachen.

  5. #5

    Registriert seit
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    2.429
    Zitat Zitat von Greekleon Beitrag anzeigen
    Bis ende des monats...kann man mit 100.000 flüchtlige rechnen.
    Amerika wird nichts unternehmen....weil sie die spaltung dieses landes erwünscht.
    Traurig aber wahr.
    Dann wird Assad geklatscht. Vorteilhaft auch für die Türkei,könnten paar Gebiete okkupieren.

  6. #6

    Registriert seit
    13.05.2007
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    18.328
    Zitat Zitat von Alp Arslan Beitrag anzeigen
    Dann wird Assad geklatscht. Vorteilhaft auch für die Türkei,könnten paar Gebiete okkupieren.
    hahaha... von wem denn? meinste den hier:

  7. #7
    ökörtilos
    Sanfte Polizei wäre besser als die Armee.




    3 Tote anstatt 3000.Doch das Regime in Athen ist auch noch lange nicht in so einer bedrohlichen Lage wie das in Damaskus.

  8. #8

    Registriert seit
    25.12.2009
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    2.429
    Zitat Zitat von Ostfront Beitrag anzeigen
    hahaha... von wem denn? meinste den hier:
    Wieso nicht? Erdogan weiß,was er macht. Aber auch sein Geduld hat ein Ende und diese Armee :



    klatscht die Bastarde,die ihr eigenes Volk abballern.

  9. #9

    Registriert seit
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    18.328
    Zitat Zitat von ökörtilos Beitrag anzeigen
    Sanfte Polizei wäre besser als die Armee.


    3 Tote anstatt 3000.Doch das Regime in Athen ist auch noch lange nicht in so einer bedrohlichen Lage wie das in Damaskus.
    magyar, der griechenland thread ist wo anders... hier gehts um syrien.

    und erdogan:

  10. #10
    ökörtilos
    Zitat Zitat von Ostfront Beitrag anzeigen
    magyar, der griechenland thread ist wo anders... hier gehts um syrien.


    ok formulieren wir es mal anders:


    Assad bräuchte eine sanfte Eingreiftruppe.Mit Tränengas und Wasserwerfern und so.Nicht direkt Panzer und Soldaten die einem hässliche Löcher in den sexybody schiessen.


    Wiederholung ist die Seele der Pädagogik.

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