Ein Leiter zweier serbischer Kriegsgefangenenlager im Bosnienkrieg kommt für 15 Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in seinem Heimatland sieht es für bewiesen an, dass er dafür verantwortlich war, dass Häftlinge geschlagen und zu Tode gefoltert wurden.


Wegen Kriegsverbrechen ist der bosnische Serbe Ratko Dronjak in Bosnien zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Richterin befand den 50-Jährigen für schuldig, während des Bosnienkrieges (1992-1995) zwei serbische Internierungslager in der westbosnischen Stadt Drvar geleitet zu haben und dort für systematische Folter verantwortlich gewesen zu sein. In den Lagern seien Gefangene geschlagen und zu Tode gefoltert worden, sagte die Richterin Minka Kreho.

Der Vorsitzende eines Verbandes ehemaliger Gefangener, Murat Tahirovic, erklärte, er sei mit dem Urteil nicht zufrieden. Die beiden Lager seien für ihre "besondere Grausamkeit" bekannt, von rund 500 Gefangenen dort seien etwa hundert getötet worden, sagte Tahirovic. Seinen Angaben zufolge wird die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen.

Bereits im Oktober 2010 hatte ein Gericht in Sarajevo einen ehemaligen Wärter der Lager zu acht Jahren Haft verurteilt. Dragan Rodic bekannte sich im Prozess für schuldig, an der Internierung, Folter und Hinrichtung nicht-serbischer Zivilisten beteiligt gewesen zu sein. Während des Bosnienkrieges wurden etwa 100.000 Menschen getötet, 2,2 Millionen Menschen flohen aus ihrer Heimat.

15 Jahre für Folter in Bosnien: Kriegsverbrecher kommt in Haft - n-tv.de