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Abschiebung: Warum ein Junge aus Berlin durch das Kosovo irrt

Erstellt von Rehana, 02.02.2008, 12:54 Uhr · 158 Antworten · 5.899 Aufrufe

  1. #1
    Rehana

    Beitrag Abschiebung: Warum ein Junge aus Berlin durch das Kosovo irrt

    Senad ist 16 Jahre alt. Von diesen 16 Jahren hat er mehr als 15 in Berlin gebracht – er kam als Flüchtling in die Hauptstadt. Dann aber wurde er abgeschoben, musste zurück nach Belgrad. Nun irrt er seit Wochen durch ein Land, das er nicht kennt.

    Senad T. ist 16 Jahre alt - 15 davon hat er in Berlin verbracht. Dann wurde er abgeschoben. Nun irrt er mit seiner Mutter Hatmane T. durch das Kosovo. Bei Verwandten können sie nicht bleiben: "Die haben selber nichts."

    Senads Atem ist vor Kälte weiß. "Hier kann ich noch die nächste Nacht bleiben, dann muss ich wieder woanders fragen." Der 16-Jährige blickt auf seine Bleibe, einen Verschlag ohne Heizung und Wasser, in dem an diesem Januartag Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt herrschen. Seit Mitte November lebt er so.
    Am 11. November holte die Polizei den 16-Jährigen frühmorgens im Berliner Stadtteil Neukölln ab, setzte ihn ein paar Stunden später alleine ins Flugzeug. Abends war Senad in Belgrad, einer ihm unbekannten Stadt. Von dort schlug er sich ins Kosovo durch, wo Angehörige leben. Doch Senad ist hier unwillkommen.

    Von seinen 202 Lebensmonaten verbrachte Senad T. die ersten acht Monate in Belgrad und die zwei Monate seit seiner Abschiebung im Kosovo. Die 192 Monate dazwischen war er Berliner. In dieser Zeit war er nicht auffällig geworden, er hat keinerlei Vorstrafen. Seine Lehrer beschreiben ihn als "etwas fülligen, immer fröhlichen und freundlichen Jungen".


    "Die haben mir mein Leben kaputt gemacht"

    Nachdem er einmal sitzen geblieben war, hatte er sich schulisch aufgerappelt: In diesem Jahr wollte Senad seinen erweiterten Hauptschulabschluss machen, mit einer bereits zugesagten anschließenden Tischlerlehre. Doch nun ist Senad nicht mehr füllig und seine Fröhlichkeit ist Resignation gewichen. "Die haben mir mein Leben kaputt gemacht." Senad schafft es nicht einmal, Wut in seine Stimme zu legen, während er dies sagt. Die Schultern des groß gewachsenen Jungen hängen mutlos nach vorne. Seine Körperhaltung wird noch schlaffer, als seine Mutter zu weinen beginnt.
    Mitte Dezember ist sie ihm nachgereist, in die Nähe des Standortes der deutschen KFOR - Wikipedia-Soldaten in Prizren. Sie lebte dort als Kind. Alle zwei bis drei Tage packt sie jetzt die Reisetaschen. Senad muss das spärliche Gepäck dann über die schlammigen Feldwege tragen in Dörfer, deren Namen er sich nicht merken kann.

    Bei den Verwandten kann Senad nicht bleiben

    Sie gehen bei Verwandten fragen, ob sie bleiben können. Gegen Hilfe im Haushalt gibt es einen Schlafplatz und Essen. "Doch dann müssen wir weiter, die haben doch auch alle nichts", sagt Senad. Zur Schule kann er nicht, weil er Albanisch weder lesen noch schreiben kann.
    Wieder weint Senads Mutter. Sie war in Deutschland in einer anonymen Anzeige denunziert worden, ihre Ehe mit Senads deutschem Stiefvater sei eine Scheinehe. Statt der erhofften unbefristeten Aufenthaltserlaubnis gab es plötzlich Befristungen für die Mutter und ihre zwei Söhne.

    Die Familie ist zerrissen

    In dem Prozess, in dem sich die Putzfrau gegen den Vorwurf der Scheinehe wehrte, stellte sie sich laut Jens-Uwe Thomas vom Flüchtlingsrat Berlin ungeschickt an. Sie machte falsche Angaben über die Finanzen der Familie, zerstritt sich mit ihrem Anwalt. "Nicht ganz glücklich gelaufen" sei das verlorene Verfahren, sagt Thomas lakonisch.
    Die jetzige Situation ist absurd: Der angebliche Scheinehemann lebt mit Senads älterem Bruder in Berlin, der Anstreicher schickt das von seinem Gehalt Gesparte in das Kosovo. Derweil versucht der Flüchtlingsrat, einen Ansatz zu finden, damit die zerrissene Familie in Berlin vereint werden kann. Eine Sprecherin von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagt, dass Ausweisungen streng geprüft werden – auch wenn sie sich zu Einzelheiten nicht äußern dürfe.

    Ein kleines bisschen Hoffnung


    Thomas räumt ein, dass formaljuristisch eine Rückkehr schwer durchsetzbar sei. Aber politisch und humanitär sieht er eine Möglichkeit: Deutschland hat 1992 die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert, wonach dem Wohl eines Kindes immer Vorrang zu geben ist. Deutschland machte zwar die Einschränkung, dass ausländerrechtliche Regelungen Vorrang haben. Aber in seinem Koalitionsvertrag fordert der Berliner Senat die Aufgabe dieses Vorbehalts – da könnte er bei Senad doch ein Zeichen setzen, sagt Thomas.
    Eine dünne Hoffnung. Beim Abschied fragt Senad leise: "Hab’ ich wohl Chancen, wieder nach Hause zu dürfen?"

  2. #2
    Avatar von delije1984

    Registriert seit
    28.07.2004
    Beiträge
    3.536
    gut. find das auch ein unding das sie ihn abgeschoben habe. er war zulange in deutschland. aber richtig finde ich auch, dass sie leute abschieben, die eben nur 2-3 jahre hier leben und aus einem land kommen, wo es keine kriese mehr gibt. egal welcher nationalität.

  3. #3
    Avatar von absolut-relativ

    Registriert seit
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    Beiträge
    10.378
    hallo ...

    find ich zwar auch richtig , jedoch nicht unter solchen umständen !! man sollte sich bei, einer abschiebung , auch für die bleibe in dem jeweiligen land , kümmern !!!

    bezeichne dieses verhalten einer gesund denkenden regierung als verwantwortungslos und menschenunwürig !!!

    biba

  4. #4
    Avatar von tweety

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    784
    Finde das überhaut nicht richtig ihn einfach so abzuschieben.Und willkommen ist er auch nicht in KS,man hätte ihn eine chnca geben könne sdamit erzeigen kann das er was kann.Es gib genug Strafstäter die nicht abgeschoben werden, und so ein unschuldiger wird gleich ins nächste Flugzeug gestzt und raus aus Deutschland.

  5. #5

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    54
    Schon alleine wegen der langen Aufenthaltsdauer und seinem guten Verhalten bzw. der allgemein guten Prognose hätte er eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bekommen sollen.
    Der Staat sollte so langsam mal dahinterkommen dass manch Flüchtling es mehr verdient hier zu leben als welche von denen, die rein zufällig unter "normalen" Umständen hergekommen bzw. hier geboren sind.

  6. #6

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    151
    Zitat Zitat von Nefertiti Beitrag anzeigen
    Es ist auch ein grund einiger eu länder das kosovo anzuerkennen um ihr asylproblem zu klären bei einer unabhängigkeit werden wir leider von noch vielen solcher Schicksale hören!

    hää was hat dat jetzt mit der bevorstehenden Unabhängigkeit zu tun

    als würden danach keine albaner oder andere minderheiten im ks nach deutschland kommen

    tzzzzz

  7. #7

    Registriert seit
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    3.795
    In diesem Forum hat jemand vor ein paar Tagen geschrieben, dass das Kosovo und Albanien bald die wirtschaftlich stärksten Länder des Balkans (wenn nicht Europas) sein werden. Da ich dem nur vollkommen zustimmen kann, verstehe ich eure Jammereien überhaupt nicht. Im sehr bald blühenden Kosovo wird der junge Mann eine ebenso blühende Zukunft haben. Was soll er im langsam verrottenden Deutschland? Und außerdem, habt ihr gar keinen illyrisch-dardanischen Stolz, einen echten Adlersohn in der Heimat zu begrüßen?

    PS: Außerdem solltet ihr neidisch sein, denn der junge Adlersohn und Nachfahre Alekshenders des Großen hört jetzt nur noch die älteste Sprache der Welt, die aus illyrischer Wurzel, mit lateinischen und sonstigen Blüten geschmückt aus der ruhmreichen Vergangenheit kommt! (und nicht mehr die grunzenden Svabolaute)

  8. #8
    Avatar von illyrian_eagle

    Registriert seit
    05.10.2005
    Beiträge
    6.793
    Zitat Zitat von Schreiber Beitrag anzeigen
    In diesem Forum hat jemand vor ein paar Tagen geschrieben, dass das Kosovo und Albanien bald die wirtschaftlich stärksten Länder des Balkans (wenn nicht Europas) sein werden. Da ich dem nur vollkommen zustimmen kann, verstehe ich eure Jammereien überhaupt nicht. Im sehr bald blühenden Kosovo wird der junge Mann eine ebenso blühende Zukunft haben. Was soll er im langsam verrottenden Deutschland? Und außerdem, habt ihr gar keinen illyrisch-dardanischen Stolz, einen echten Adlersohn in der Heimat zu begrüßen?

    PS: Außerdem solltet ihr neidisch sein, denn der junge Adlersohn und Nachfahre Alekshenders des Großen hört jetzt nur noch die älteste Sprache der Welt, die aus illyrischer Wurzel, mit lateinischen und sonstigen Blüten geschmückt aus der ruhmreichen Vergangenheit kommt! (und nicht mehr die grunzenden Svabolaute)
    Ja deine Ironie und die der anderen geben uns diesen Ansporn.
    Keine angst wir bringen dieses Land auf die richtige Spur und dan müssen wir uns nicht von anderen wie dreck behandeln.

  9. #9

    Registriert seit
    21.11.2006
    Beiträge
    3.795
    Zitat Zitat von illyrian_eagle Beitrag anzeigen
    Ja deine Ironie und die der anderen geben uns diesen Ansporn.
    Keine angst wir bringen dieses Land auf die richtige Spur und dan müssen wir uns nicht von anderen wie dreck behandeln.
    Das geht aber nicht wenn die Nachfahren der Erbauer der illyrischen Zivilisation in Berlin sitzen und ihre mannigfachen Talente unter der rassistischen Diskriminierung veröden. Also wie gesagt, ihr solltet diese Aktion begrüßen, vielleicht reden wir hier über den künftigen Leiter des albanischen Raumfahrtpogramms oder gar vom Erfinder der technisch nutzbaren Kernfusion.

  10. #10
    Avatar von Vatrena

    Registriert seit
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    Beiträge
    10.717
    Zitat Zitat von illyrian_eagle Beitrag anzeigen
    Ja deine Ironie und die der anderen geben uns diesen Ansporn.
    Keine angst wir bringen dieses Land auf die richtige Spur und dan müssen wir uns nicht von anderen wie dreck behandeln.

    Wasn Witz!

    Das Kosovo ist jetzt nichtmal in der Lage alleine wirtschaftlich zu überleben!Ohne die EU, deren wirtschaftliche und logistische Hilfe würde das Kosovo im Hunger und Chaos versinken!

    Ein Patient angeschlossen an medizinischen Apperaten und würde man den Stecker ziehen.....

    Aber nein, in zehn Jahren wirds im Kosovo Gold regnen und was kann schon noch passieren wenn die Wirtschaftsmacht Albanien noch unter die Arme greift...selten so gelacht...lol!

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