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Abstimmung über Minarettverbot in der Schweiz

Erstellt von harris, 29.11.2009, 16:09 Uhr · 245 Antworten · 10.860 Aufrufe

  1. #231
    Avatar von Ravna_Posavina

    Registriert seit
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    7.028
    Zitat Zitat von Clint Beitrag anzeigen
    FPÖ fühlt sich durch Schweizer Votum bestärkt Zum Hauptartikel

    Nach dem Minarettbauverbot hoffen die Freiheitlichen für die Wien-Wahl auf Signalwirkung. Österreichische Muslime sprechen von "Populismus".

    Heinz-Christian Strache während einer Demonstration gegen ein Islamisches Zentrum im Mai DruckenSendenLeserbrief
    kommentieren
    Die FPÖ freut sich über das Schweizer Abstimmungsergebnis. Zumal im Herbst 2010 in Wien Gemeinderatswahlen abgehalten werden. Moscheen und Minarette werden auch im Wiener Wahlkampf ein Thema sein. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache gab heute schon einen Vorgeschmack darauf: Die Schweizer hätten "ein klares Zeichen gegen den radikalen Islamismus" gesetzt, das nicht mehr weggeredet werden könne. Auch für Österreich habe dies Vorbildwirkung.

    Der Wiener FPÖ-Klubobmann Eduard Schock verwies am Montag auf mehrere Anträge mit der Forderung, die Bevölkerung beim Bau von Moscheen zu befragen. Bereits im Mai hatte die FPÖ gemeinsam mit einer Bürgerinitiative eine Demonstration gegen den Ausbau eines islamischen Zentrums in Wien Brigittenau organisiert. Es gab auch eine Gegendemonstration. Strache sprach daraufhin von einer "linksfaschistischen Hetzkampagne" gegen "anständige Bürger".
    "Gesellschaft braucht Feindbilder"

    Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Omar Al-Rawi von der SPÖ, sprach indes von "Desinformation" und "Missbrauch der direkten Demokratie zu populistischen Zwecken". In der ZiB 2 kam es zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Al-Rawi und Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer Zeitschrift Die Weltwoche, einem Befürworter des Schweizer Votums.

    Der gestrige Abstimmungssonntag sei - so Al-Rawi - ein "trauriger und schwarzer Tag für die Demokratie auf dem Rücken von Minderheiten" gewesen. Worauf Köppel erklärte, in der Schweiz sei das Volk der Souverän, und dieses habe so entschieden, weil es der Integrationspolitik der aktuellen Regierung offensichtlich nicht traue. Ein sichtlich entrüsteter Al-Rawi wies darauf hin, dass auch die Schweiz das Völkerrecht und die Charta der Menschenrechte zu respektieren habe, wolle sie nicht "aus dem Europarat rausfliegen". Das Votum sei überdies ein Beweis für das Phänomen der Islamfeindlichkeit. "Unsere Gesellschaft braucht anscheinend Feindbilder", so der Integrationsbeauftragte.
    Wien darf nicht Istanbul werden

  2. #232

    Registriert seit
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    165
    Tatsache ist, dass Moscheen inzwischen mehr für Integration von Muslimen tun, als der Otto-Normal-Teutone zu vermuten glaubt. Gerade in Bezug auf Berlin kann ich da aus Erfahrung sprechen/schreiben.
    Immer mehr Freitagspredigten finden auf Deutsch statt oder mit Simultanübersetzungen, z.T. auch später als download im Internet verfügbar und für jeden zugänglich. Neben Sprach- Computer und sonstigen Handwerkskursen gibt es interreligiöse Diskussionsveranstaltungen oder auch Aktionen wie "Muslime säubern den Tiergarten". Nur, wen interessiert das, wenn man ein Feindbild braucht?


    Zu behaupten "die Integration sei gescheitert" klingt populär, ist allerdings weder richtig noch problemlösend. Denn eine Integration hat jahrzentelang überhaupt nicht stattgefunden, sie war vom deutschen Staat sogar unerwünscht. Es gab mal eine Zeit da "Verwurzelungsgefahr" sogar als Abschiebegrund galt - erst in den letzten Jahren hat man das Problem erkannt und man geht es an. Mit unterschiedlichen Erfolg je nach Region, sicherlich.
    Nur gilt es, dies aktiv zu unterstützen, statt phrasendreschend herumzujammern, dass man wegen der vermeintlich herrschenden "politischen Korrektheit" nicht angemessen über den Islam hetzen darf...
    Ohnehin kann man es der Gesellschaft hier als Muselmann schwer recht machen. Mal wird einem vorgeworfen, sich nicht integrieren zu wollen - wo dies allerdings erfolgreich geschieht, spricht man schnell von Unterwanderung...


    Das Beispiel in Duisburg zeigt die Alternative zu dem Schmarrn vom generellen Bauverbot von Minaretts - offen, transparent und im Dialog sowohl mit der Stadt als auch mit den Menschen vor Ort arbeitete man gemeinsam einen Plan heraus und voila - alle sind zufrieden. Wichtig ist der gute Willen.
    Auch ist der Verweis auf das Kirchenverbot in Saudi Arabien ziemlicher Schwachfug. Was bitte schön hat eine bosnisch oder albanisch muslimische Gemeinde damit zu tun? Wozu sich mit diktatorischen Regimes vergleichen, wo GENERELL Menschenrechte unterdrückt werden, von Christen wie auch von Muslimen.
    Für die Balkan-Muslime, speziell für die Kriegsflüchtlinge die in der Schweiz eine neue Heimat gefunden haben und die in den 90ern Erfahrung in Sachen religiösem Rassismus am eigenen Leib gespürt haben ist es sicherlich besonders bitter, die Botschaft "Ihr seid hier unerwünscht" pünktlich zum Opferfest erhalten zu haben...

    Übrigens: Vor 100 Jahren etwa gab es von der Sache her ähnliche Bürgerinitiativen gegen den Bau von Synagogen mit ähnlichen Argumenten - die gleiche Bagage, die heute heulerisch in der Anti-Islam-Hetze sich auf die "jüdisch-christliche Tradition" beruft und unterschlägt, dass das mit dem Judenhass gar nicht so lange her ist in Europa...


    MfG

    Tare

  3. #233
    Avatar von schnüffel-hundi-hund

    Registriert seit
    04.12.2008
    Beiträge
    1.805
    Zitat Zitat von Tare Beitrag anzeigen
    Es gab mal eine Zeit da "Verwurzelungsgefahr" sogar als Abschiebegrund galt.
    Kompliment fuer den guten Beitrag! :wink:
    Darueber wuerde ich gerne mehr erfahren, wenn es moeglich ist.

    Vielen Dank im Voraus !

    lg

  4. #234
    Fan Noli
    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Das würde bedeuten, daß eine radikalisierung eines mehrheitlich moderaten Islam verhindert wird, wenn man den Bau von minaretten verbietet.

    Ich bezweifle das.
    Das bedeutet das die Moslems in der Schweiz besser integriert sind, weil integrationshemmende Verhältnisse in der Schweiz so noch nicht zustande gekommen sind und schon im Anhieb ncht zugelassen wedren. Die Schweiz wird mit dieser Politik auch in Zukunft kein Integrationsproblem bekommen wie in Frankreich, Deutschland etc..

    Jetzt kannst du dich fragen, was ist besser? Als besonders Religionstolerant zu gelten oder die Integrationsprobleme im Land besser zu verhindern. Ich bin fürs zweite- zudem Toleranz gegenüber Intoleranz für mich falsche Toleranz ist.

    Wieso kann man die Welt eigentlich nicht aufteilen.^^ Die Leute die in solchen Umfelden leben wollen, sollen dort leben. Ich befürchte nur viele würden nach kurzer Zeit ins "Schweizer-Model" flüchten wollen. Wieso wohl die Luete alle hier her kommen.^^

  5. #235

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    6.967
    Jon Stewart


    US-Satiriker lästert über Minarett-Verbot

    Jon Stewart ist Amerikas schärfster TV-Satiriker. Letzte Woche nahm er das Minarett-Verbot aufs Korn – und liess die Schweiz nicht gut aussehen.

    The Daily Show With Jon StewartMon - Thurs 11p / 10cOliver's Travels - Switzerlandwww.thedailyshow.comDaily Show
    Full Episodes
    Political HumorHealth Care Crisis


    Interaktiv-Box

    Dossier: Anti-Minarett-Initiative


    Bildstrecke: Minarettverbot sorgt international für Schlagzeilen




    Er moderierte 2006 und 2008 die Oscar-Verleihung. Im Juli 2009 wurde er in einer Online-Umfrage des Nachrichtenmagazins «Time» zum «vertrauenswürdigsten Nachrichtenmann» im US-Fernsehen gewählt. Dabei moderiert Jon Stewart keine «seriöse» News-Sendung, sondern die satirische «Daily Show», die von Montag bis Donnerstag auf dem Kabelsender «Comedy Central» ausgestrahlt wird. Seine scharfzüngigen Kommentare zum Tagesgeschehen haben ihm eine grosse, vorwiegend jugendliche Fangemeinde beschert. In Europa ist Jon Stewart an den Wochenenden jeweils auf CNN zu sehen.
    Nun bekam auch die Schweiz ihr Fett weg. In der Sendung vom 3. Dezember kommentierte Stewart das Ja zur Minarett-Verbots-Initiative. «Wie kann ein Land, dass für seine Neutralität bekannt ist, eine derart aggressive Entscheidung treffen?» fragte sich Stewart und liess als Antwort einige «Angstmacher»-Kampagnen der SVP Revue passieren. Auch Adolf Hitler und die Ricola-Werbung kamen zum Zug, und schliesslich musste sich Peter Maurer, Leiter der Schweizer UNO-Mission in New York, einem Lackmus-Test in Sachen Neutralität unterziehen.
    In den USA wäre ein Minarett-Verbot undenkbar, dort gilt die Meinungsfreiheit als nahezu unantastbar. Interessant sind auch einige Kommentare auf der «Daily Show»-Website, die offenbar von Schweizern stammen. Er werde bald nach New York ziehen und hoffentlich das Land für immer verlassen, schreibt ein gewisser Dany. Er schäme sich für seinen Schweizer Pass und hoffe, «auch dies bald zu ändern».



    HAhhahahhaa..zieht euch das Video weiter oben rein...der Typ ist genial...

  6. #236
    Avatar von Ilan

    Registriert seit
    25.06.2009
    Beiträge
    10.225
    Jon Stewart ist sowieso genial.

  7. #237
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von James Bond Beitrag anzeigen
    Das bedeutet das die Moslems in der Schweiz besser integriert sind, weil integrationshemmende Verhältnisse in der Schweiz so noch nicht zustande gekommen sind und schon im Anhieb ncht zugelassen wedren. Die Schweiz wird mit dieser Politik auch in Zukunft kein Integrationsproblem bekommen wie in Frankreich, Deutschland etc..

    Jetzt kannst du dich fragen, was ist besser? Als besonders Religionstolerant zu gelten oder die Integrationsprobleme im Land besser zu verhindern. Ich bin fürs zweite- zudem Toleranz gegenüber Intoleranz für mich falsche Toleranz ist.

    Wieso kann man die Welt eigentlich nicht aufteilen.^^ Die Leute die in solchen Umfelden leben wollen, sollen dort leben. Ich befürchte nur viele würden nach kurzer Zeit ins "Schweizer-Model" flüchten wollen. Wieso wohl die Luete alle hier her kommen.^^
    Du tust so, als wäre dieSituation in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz vergleichbar....

    Dabei handelt es sich um völlig (Frankreich und Schweiz) bzw. zum größtenteil verschiedenen Einwanderergruppen- und problematisch sind weder in Deutschland, Frankreich, noch Schweiz die Bosniaken, und die problematischen Albaner sind es nicht aufgrund ihrer Religion

    Abgesehen davon- auch die Integrationsprobleme in F und D hängen nicht wirklich mit Minaretten zusammen...

  8. #238

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    Sollen die Minarette bei sich zu hause Bauen den so ne weise lange spitze macht die landschaft in der schweiz und in jedem christlichem land kaputt meine meinung,warum gibs so wenige kirchen in islamischen Ländern damit das christum nicht verbreitet wird den nur der Islam will was ereichen . Grosses Lob an die schweizer ,die deutschen sind zu weich

  9. #239

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    165
    @ Schnüffel-Hund

    Vielleicht interessiert Dich dieser Artikel http://www.raumzeit-online.de/072000/12.html

    @ James Bond

    Bemerkenswert ist es, dass im prozentuallen Vergleich in Deutschland die afghanischen und iranischen Jugendlichen - ebenso die Vietnamesen - bildungsmäßig besser abschneiden als deutsche. So sind sie bsp. prozentuell höher im Gymnasium vertreten als deutsche Jugendliche.
    Eine Religion, in diesem Fall der Islam, als integrationshemmend zu bezeichnen zeigt, dass man wesentliche andere Aspekte, wie ethnische Zugehörigkeit, nationale Tradition und soziale Herkunft komplett ignoriert zugunsten einer Stigmatisierung der Muslime generell.
    Nun, entscheidend für die unterschiedlichen Ergebnisse bei der erfolgreichen Integration von Iranern, Afghanen, auch Ägyptern und Algeriern in Deutschland und den Problemen vor allem mit Kurden und Libanesen hat nichts mit dem Islam zu tun.
    Entscheidend ist, aus welcher sozialen Schicht die Migranten einst zuwanderten. Viele nordafrikanische Muslimen kamen nach Deutschland um zu studieren. Fast alle Ägypter bsp. die ich in Berlin kenne, haben irgendetwas mit Medizin, Biologie oder Chemie zu tun oder deren Eltern kamen einst um zu studieren. Bei den Afghanen und Iranern handelt es sich größtenteils um politisch Verfolgte aus der höheren Schicht, der Intelligenzija.
    Es ist ein Unterschied zu anatolischen Bauern mit hohem Grad an Analphabetismus oder libanesischen Kriegsflüchtlingen palästinensischer Herkunt aufgewachsen in Zeltlagern. Diese Aspekte gilt es zu berücksichtigen statt populäre Phrasen wie "Keine Toleranz der Intoleranz" irgendwo nachzuplappern.

    @ Balkanboy

    Es gibt über 150 Kirchen in der Türkei.
    Nur: Was haben die schweizer Muslime mit jeweils unterschiedlicher ethnischer Herkunft damit zu tun?! Sie sind in der Schweiz zuhause.

  10. #240
    Fan Noli
    Zitat Zitat von Tare Beitrag anzeigen
    @ James Bond

    Bemerkenswert ist es, dass im prozentuallen Vergleich in Deutschland die afghanischen und iranischen Jugendlichen - ebenso die Vietnamesen - bildungsmäßig besser abschneiden als deutsche. So sind sie bsp. prozentuell höher im Gymnasium vertreten als deutsche Jugendliche.
    Eine Religion, in diesem Fall der Islam, als integrationshemmend zu bezeichnen zeigt, dass man wesentliche andere Aspekte, wie ethnische Zugehörigkeit, nationale Tradition und soziale Herkunft komplett ignoriert zugunsten einer Stigmatisierung der Muslime generell.
    Nun, entscheidend für die unterschiedlichen Ergebnisse bei der erfolgreichen Integration von Iranern, Afghanen, auch Ägyptern und Algeriern in Deutschland und den Problemen vor allem mit Kurden und Libanesen hat nichts mit dem Islam zu tun.
    Entscheidend ist, aus welcher sozialen Schicht die Migranten einst zuwanderten. Viele nordafrikanische Muslimen kamen nach Deutschland um zu studieren. Fast alle Ägypter bsp. die ich in Berlin kenne, haben irgendetwas mit Medizin, Biologie oder Chemie zu tun oder deren Eltern kamen einst um zu studieren. Bei den Afghanen und Iranern handelt es sich größtenteils um politisch Verfolgte aus der höheren Schicht, der Intelligenzija.
    Es ist ein Unterschied zu anatolischen Bauern mit hohem Grad an Analphabetismus oder libanesischen Kriegsflüchtlingen palästinensischer Herkunt aufgewachsen in Zeltlagern. Diese Aspekte gilt es zu berücksichtigen statt populäre Phrasen wie "Keine Toleranz der Intoleranz" irgendwo nachzuplappern.
    Die Iraner sind vor dem islamischen System geflohen, ebenso wie die Afghanen früher (auf die die in den letzten Jahren gekommen sind trifft das mit dem bildungsmäßig bessser sicher nichts zu). Also selbst wenn das stimmen sollte was du behauptest, würde es das Gegenteil beweisen. Die säkularen Familien sind aus diesen Ländern vor islamischen Regimen geflohen und diese Kinder aus diesen sekulären Familien sind bildungsmäßig besser.

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