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Abstimmung über Minarettverbot in der Schweiz

Erstellt von harris, 29.11.2009, 16:09 Uhr · 245 Antworten · 10.854 Aufrufe

  1. #241
    Fan Noli
    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Du tust so, als wäre dieSituation in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz vergleichbar....

    Dabei handelt es sich um völlig (Frankreich und Schweiz) bzw. zum größtenteil verschiedenen Einwanderergruppen- und problematisch sind weder in Deutschland, Frankreich, noch Schweiz die Bosniaken, und die problematischen Albaner sind es nicht aufgrund ihrer Religion

    Abgesehen davon- auch die Integrationsprobleme in F und D hängen nicht wirklich mit Minaretten zusammen...
    Bosniaken und Albaner sind nicht Immun gegen den fundamentalistischen Islam.

  2. #242
    Avatar von DZEKO

    Registriert seit
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    Beiträge
    55.015
    Zitat Zitat von James Bond Beitrag anzeigen
    Bosniaken und Albaner sind nicht Immun gegen den fundamentalistischen Islam.

    achso bosniaken und albaner könnten alle plötzlich fundamentalistisch werden...

  3. #243
    Fan Noli
    @Tare

    Ich habe mal etwas gegoogelt zu dem von dir angesprochenen Aspekt. Da es zu unserem Thema passt und meine Ansicht untermauert poste ich mal ein Textstück:

    "Die Ergebnisse der Befragung zeigen ferner, dass der Grad der Religiösität von Muslimen türkischer Herkunft mit dem Bildungsniveau und der sozioökonomischen Situation zusammenhängt. "Bei höherer Schulbildung ist das Religionsverständnis liberaler als bei niedriger Schulbildung, insbesondere die Haltung zu Kopftuch und Schwimmunterreicht wird durch die Bildung beeinflusst. Auch die soziale Stellung macht sich bemerkbar: arbeitslose Migranten sind überdurchschnittlich konservativ, ebenso wie Hausfrauen. Angestellte und Selbständige sind deutlich liberaler."

    http://www.wib-potsdam.de/uploads/muslimIntegration.pdf

  4. #244

    Registriert seit
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    Beiträge
    165
    @ James Bond


    Ich schrieb ja bereits, dass es sich bei den Iranern und Afghanen um politische Flüchtlinge aus der Inteligenzija handelt - übrigens begann der Flüchtlingsstrom aus Afghanistan bereits mit dem Einmarsch der Sowjets, die zweite große Flüchtlingswelle setzte dann Anfang der 90er ein, als der innerafghanische Bürgerkrieg begann - das hatte mit den radikalen Taliban erst mal nichts zu tun.

    Außerdem scheint mir, dass Du den Kern meiner Aussage nicht verstanden hast. Es geht darum, dass man Muslime hierzulande nicht über einen Kamm scheren kann, sondern man die anderen von mir genannten Aspekte berücksichtigen muss.

    Dass die Religiösität auf dem Lande traditionell bedingt höher ist, ist weder ein türkisches noch ein islamisches Phänomen; es trifft ja auf das mehrheitlich christlich geprägte Europa oder die Vereinigten Staaten genauso zu. Nicht der Islam ist integrationshemmend, sondern fehlende Bildung bzw. soziale Herkunft. Wer auf dem Land lebt und auch aufgrund fehlender Infrastruktur kein Zugang zu Bildung hat, hat halt nur die dortige Kirchen- Moscheegemeinde. Es ist die Aufgabe des jeweiligen Staates, er hat den Bildungsauftrag - die meisten Diktaturen im Nahen / Mittleren Osten, sind primär mit Machterhaltung beschäftigt, auch dank westlicher Unterstützung.

    Ich kenne persönlich hier in Berlin etwa ein Dutzend Iraner. Sie alle haben eines gemein: Religion, finden sie, ist Privatsache. Gleichwohl bezeichnen sie sich trotzdem als dem Islam zugehörig und besuchen, wenn auch nicht regelmäßig die Moschee. Gerade aufgeklärte Muslime, hierbei schließe ich mich selbst ein, sehen die undifferenzierte und verallgemeinernde Anti-Islam-Kampagne als Affront, welches nur letztlich den Hardlinern (auf beiden Seiten) dient. Habe mal z.B. den bekannten Architekten Hadi Tehrani kennengelernt bei einer Diskussionsveranstaltung gerade zu diesem Thema. Ein gebildeter Kosmopolit, steht den Mullahs ablehnend gegenüber - betet allerdings trotzdem zu Gott und hält sich grob an die wichtigsten Gebote.
    Ohne es scheinbar zu wissen, unterstützen Islam-Hasser eben Taliban und Co. mit deren engstirnigen Weltanschauungen - ob bewusst oder unbewusst spricht man denen die alleinige Deutungshoheit des Islams zu, gemäß die "normalen", "liberalen" und "gemäßigten" Muslime nur deshalb nicht radikal sind, weil sie keine Ahnung von ihrer Religion hätten. Also möge man sie vom Islam fernhalten, sie sich assimilieren weil sie ansonsten eine tickende Zeitbombe wären.
    Welch Schmarrn, zeigten uns doch die brennenden Autos von Paris, dass eben religiöse und konservativ-islamische Familien fast gar nicht beteiligt waren an jenen Unruhen, so eine französische Studie damals - entscheidend war das soziale Niveau. Ein Goldkettchen mit Halbmond ist da wohl wenig aussagekräftig


    Nochmal zum Kern des Themas, dem Minarettenverbot.
    Will eine muslimische Gemeinde eine Moschee errichten, dann hat sie sich im Dialog mit dem jeweiligen Bezirk/Stadtrat/Bürgern einzutreten und gemeinsam einen Plan auszuarbeiten.
    Das ist die Lösung, statt generell Minarette zu verbieten.

    Wenn sich eine Moschee nachhaltig für eine bessere Integration und Bildung ihrer jew. Gemeinde einsetzt, wieso muss man sie auf nem Hinterhof verbannen? Wohl kaum der Offenheit und Transparenz wegen.

    MfG

    Tare

  5. #245
    Avatar von DZEKO

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    Minarette sind zu verbieten, weil sie ein (politisches, männliches, …) Machtsymbol darstellen. Minaretten eine Machtsymbolik zuzusprechen, Kirchtürmen, Hochhäusern, Schlössern (Gruss nach Rhäzüns), McDonalds-Säulen, grossen Autos, Hakenkreuzen (alles erlaubt) Machtsymbolik aber abzusprechen, ist bei klarem Blick nicht aufrechtzuerhalten. Ausserdem entstehen bei Symbolverboten unweigerlich Ersatzsymbole, die man auch laufend verbieten müsste




    Der Islam machte keine Aufklärung durch. Erstens war das maurische Spanien ein Ausgangspunkt der Aufklärung. Zweitens ist es unvorstellbar, dass auf dem religiös durchmischten Balkan (woher die meisten Muslime in der Schweiz kommen) die Aufklärung nur die Christen erreichte. Albaner, Bosniaken und Türken hatten die gleiche Aufklärung wie die Griechen und Schweizer. Die Aufklärung hatte (und hat weiterhin) natürlich einen riesigen kulturellen Einfluss auf die muslimische Welt. Zwischen 1957 und 1981 haben fast alle muslimischen Staaten die Schwelle von 50 % alphabetisierter Frauen erreicht (zum Vergleich: in Italien wurde das um 1882 erreicht). Entwicklung und Aufklärung geht Hand in Hand, darin unterscheidet sich die muslimische Welt kein bisschen von der christlichen. Christliche Entwicklungsländer sind auch nicht aufgeklärter. Und dass die Aufklärung bei den religiösen Führern noch nicht angekommen ist, gilt ebenfalls für das Christentum



    Es droht die Einfühung der Scharia. In Albanien, Kosovo, Bosnien, Türkei, Ägypten, Pakistan, Indonesien, Tunesien und anderen islamischen Ländern ist die Scharia nicht offizielles Gesetz. Auch unter den Muslimen in der Schweiz würde die Einführung der Scharia klar abgelehnt. Die Scharia ist ein Problem, aber keines in der Schweiz. Auch kein künftiges




    Wir bekämpfen die Frauenbeschneidung.Weibliche Genitalverstümmelung ist ein vormuslimische Tradition aus dem alten Ägypten. Sie wird von afrikanischen Einwanderern teilweise auch in der Schweiz praktiziert – auch von Nicht-Muslimen. Diese wird schon lange insbesondere von linker Seite bekämpft, zum Beispiel mit einer parlamentarischen Initiative von SP-Nationalrätin Maria Roth-Bernasconi. Das Minarettverbot trägt nichts dazu bei.




    In islamischen Ländern kann man auch keine Kirchen/Kirchtürme bauen. Doch, man kann, in vielen Ländern, z.B. Kosovo, Türkei, Jordanien, Iran, Marokko, … Ausserdem wird eine symmetrische Ungerechtigkeit nicht zu einer Gerechtigkeit. Wollen wir uns wirklich Staaten ohne Religionsfreiheit zum Vorbild nehmen?




    Recep Tayyip Erdogan sagte, Minarette seien die Bajonette der Muslime. Erdogan zitierte ein Gedicht. Ausserdem hat er sich längst vom radikalen Islam distanziert.



    Es geht nicht, dass Muslime am Schwimmunterricht nicht teilnehmen. Schweizer Christen empörten sich vor 90 Jahren über das erste gemischtgeschlechtliche Strandbad in Wäggis. Das war nicht im Mittelalter. Natürlich müssen die Lehrpläne durchgesetzt werden. Aber mit ein wenig Geschichtskenntnis merken wir, dass das keine muslimische, sondern eine kulturelle Frage ist. Diese Kultur ist uns nicht fern.




    Wer in der Schweiz leben will, muss unsere freiheitliche Grundordnung und unseren Rechtsstaat akzeptieren. Die Freiheit einschränken, um die Freiheit zu verteidigen. Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben




    Der Islam macht keine Trennung zwischen Religion und Staat. Die Bibel auch nicht. Entscheidend ist, was die Schweizer Muslime machen. Diese machen eine Trennung zwischen Religion und Staat. Die vollständige Trennung von Religion und Staat haben aber die meisten Kantone noch immer nicht vollzogen. Sie wird verhindert insbesondere von vielen Minarettverbotsbefürwortern




    Muslime zwingen die Frauen unter die Burka. Es gibt keine einzige bekannte Burkaträgerin in der Schweiz. Vereinzelte Burkaträgerinnen in Genf oder St. Moritz sind Touristinnen.



    Minarette stellen bei uns einen Fremdkörper dar. Jede Neuerung stellt erst mal ein Fremdkörper dar. Hätten unsere Ahnen sich so verschlossen gegenüber Einflüssen von aussen, würden wir immer noch in Pfahlbauten hausen. Dieses Argument trifft jegliche Sakralbauten und jegliche aussergewöhnliche Architektur.




    habe das gerade gefunden, sind sehr gute argumente.

  6. #246
    Avatar von DZEKO

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