http://derstandard.at/?url=/?id=2181821

Ahtisaari künftiger Chefverhandler bei Kosovo-Gesprächen
Angeblich Einigung zwischen USA, EU und UNO

Belgrad - Die USA, die Europäische Union und die UNO haben sich auf den Chefverhandler für die bevorstehenden Gespräche über den künftigen Status der südserbischen Provinz Kosovo geeinigt, berichtet die in Pristina erscheinende Tageszeitung "Zeri". Mit dieser Aufgabe werde der einstige finnische Präsident Martti Ahtisaari betraut.

Ahtisaaris Sprecherin Anna Elfving hatte vor rund einer Woche gegenüber der APA gesagt, die UNO habe den prominenten Diplomaten in dieser Sache offiziell noch nicht kontaktiert. Auch ein informelles Angebot sei ihr nicht bekannt. Zuvor schon hatten Medien im Kosovo, aber auch Serbiens Präsident Boris Tadic, eine Ernennung Ahtisaaris als sehr wahrscheinlich bezeichnet.

Eine definitive Entscheidung über die Ernennung des Chefverhandlers soll erst nach dem Vorliegen eines UNO-Berichts über die Lage in der südserbischen Provinz getroffen werden. Mit der Ausarbeitung des Berichts ist der norwegische Diplomat Kai Eide beauftragt. Eides Bericht sollte ursprünglich bis Anfang Oktober vorliegen und wird in den kommenden Tagen erwartet. Eine überwiegend positive Beurteilung der Fortschritte gilt als Voraussetzung für die Aufnahme der Statusverhandlungen in den kommenden Monaten.

Die kosovo-albanische Mehrheit im Kosovo drängt seit Ende des Krieges im Juni 1999 auf Unabhängigkeit. Belgrad, das die Provinz als einen Teil Serbiens betrachtet, lehnt ein solches Szenario strikt ab. Derzeit steht das Kosovo unter UNO-Verwaltung. (APA)