Demokratische Partei baut bei Teilwiederholung der Wahl in drei Bezirken ihre Mehrheit aus

Tirana - Albanien steht vor einem Regierungswechsel: Bei einer Wiederholung der Parlamentswahl in drei Wahlkreisen wurde die Mehrheit für die Demokratische Partei bestätigt. Damit hat die Koalition um die konservative Partei des Expräsidenten Sali Berisha (Demokratische Partei Albaniens/PDSh) insgesamt 81 der 140 Mandate im Parlament errungen und kann die sozialistische Regierung von Fatos Nano ablösen.

Der Parteienblock um die bisher regierenden Sozialisten (PSSh) unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Nano muss mit nur 59 Abgeordneten in die Opposition. Die zentrale Wahlkommission teilte mit, dass sie nach einer weiteren Frist für mögliche Einwendungen das Endergebnis am 2. September offiziell verkünden wird. Danach kann Präsident Alfred Moisiu das neue Parlament einberufen und den Wahlsieger mit der Bildung einer Regierung beauftragen.


Drei Mandate neu vergeben

Bei der Wiederholung der Wahl waren am vergangenen Sonntag 80.000 Menschen aufgerufen, drei Mandate neu zu vergeben, weil die Ergebnisse nach Unregelmäßigkeiten bei der Wahl am 3. Juli annulliert worden waren. Berisha hat angekündigt, er werde bei einer Übernahme der Regierung den Kampf gegen Armut und Korruption in den Mittelpunkt stellen, die mittelständische Wirtschaft fördern und die internationale Integration des Landes beschleunigen. Albanien bemüht sich um eine Mitgliedschaft in der NATO und strebt engere Beziehungen zur EU an.

Berisha war der erste gewählte Präsident Albaniens nach dem Ende des Kommunismus, der in dem Balkanland eine besonders orthodoxe Ausprägung hatte. Der konservative Politiker amtierte von 1992 bis 1997. Er wurde zum Rücktritt gezwungen, nachdem der Zusammenbruch von Investmentsparplänen zahllose Bürger um ihr Geld gebracht und das Land mit seinen 3,2 Millionen Einwohnern in eine schwere Krise gestürzt hatte.

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