Albaniens Premier vom Vorwurf des Waffenschmuggels reingewaschen
Niederschrift von kompromittierendem Telefonat war Fälschung - Vorwurf: Geplanter Waffentransfer in den Kosovo
Tirana - Der albanische Ministerpräsident Fatos Nano ist von der Generalprokuratur in Tirana von dem von der Opposition erhobenen Vorwurf einer Verwicklung in eine Waffenschmuggelaffäre reingewaschen worden. Mehrmonatige Ermittlungen hätten ergeben, dass die Beschuldigungen nicht zutreffen würden, teilte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der oppositionelle Abgeordnete Nikoll Lesi, zugleich Chefredakteur der Zeitung "Kohe Jone", hatte dem Parlament die Niederschrift eines angeblichen Telefongesprächs aus dem Jahr 1997 präsentiert, das nach seiner Darstellung von einem "westlichen Geheimdienst" aufgezeichnet worden war.

Waffentransfer in den Kosovo


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bezahlte EinschaltungGegenstand des angeblichen Telefonats zwischen Nano und dem Rechtsanwalt und ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichts Fehmi Abdiu war ein möglicher Waffentransfer von Albanien in die serbische Kosovo-Provinz . "Koha Jone" hatte auch Nanos Ehefrau Xhoana "illegale Wirtschaftsaktivititen" vorgeworfen. Auch von Gerüchten war die Rede, dass Frau Nano, die mehrere Jahre in Athen gelebt hatte, Kontakte zu griechischen Geheimdienstkreisen unterhalten würde. Die Premiers-Gattin hatte Lesi wegen Verleumdung geklagt, doch lehnte das Parlament die Aufhebung von dessen Abgeordnetenimmunität ab.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte nun fest, dass es sich bei dem von Lesi präsentierten Papier zweifellos um eine Fälschung gehandelt habe, und appellierte zugleich an das Parlament, die Immunität des Abgeordneten aufzuheben. (APA/ATA/AFP)

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