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Angst auf Zypern: Wird die Insel zur „Kolonie der schlimmsten Art“?

Erstellt von Elk873, 02.04.2013, 19:32 Uhr · 47 Antworten · 3.926 Aufrufe

  1. #31

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    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Die Schulden bleiben nur solange bestehen, solange sie auch getilgt werden. Es gibt keinen rationalen Grund, Schulden, die durch ausländische Spekulanten entstanden sind, zu bezahlen, geschweige sie auf den Staat zu übertragen. .
    Bitte versuche zu erklären wieso deiner Meinung nach Spekulaten an den Schulden von Griechenland und Zypern Schuld sind?

  2. #32
    Avatar von De_La_GreCo

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    Zitat Zitat von Afroasiatis Beitrag anzeigen
    Ja, im Moment ist es noch so.

    Mit diesem Kredit, den man jetzt von der Troika kriegt, wird das Problem auch auf den Staat verlagert. Die Staatsverschuldung wird jetzt rasant steigen, deswegen sollte man was tun, bevor es zu spät ist.
    Richtig. Wenn es auf den Staat verlagert wird und so Staatsschulden entstehen, was heißt das für Zypern??Ähnliches Schicksal wie Griechenland. Sprich eine wirtschaftliche Abhängigkeit gegenüber der EU,EZB und des IWF. Und da wollt ihr mir sagen, da läuft alles mit rechten Dingen zu?? Zypern hat nicht das Problem wie Griechenland, aber genau dieses Problem soll jetzt entstehen!!Und seitdem die Troika da ihre Finger in Spiel haben, steigen die Schulden immer weiter und weiter an!!Seit 2008, dem Beginn der "Griechischen Finanzkrise" und der Intervention der Troika haben wir diesen Schlamassel. (Siehe Kurve)


    800px-Piigs_debt_2002-2009.jpg


    Griechenland & Zypern müssen alles unternehmen und diesen EU Wahnsinn beenden

  3. #33
    Avatar von Rhias

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    Zitat Zitat von De_La_GreCo Beitrag anzeigen
    Richtig. Wenn es auf den Staat verlagert wird und so Staatsschulden entstehen, was heißt das für Zypern??Ähnliches Schicksal wie Griechenland. Sprich eine wirtschaftliche Abhängigkeit gegenüber der EU,EZB und des IWF. Und da wollt ihr mir sagen, da läuft alles mit rechten Dingen zu?? Zypern hat nicht das Problem wie Griechenland, aber genau dieses Problem soll jetzt entstehen!!Und seitdem die Troika da ihre Finger in Spiel haben, steigen die Schulden immer weiter und weiter an!!Seit 2008, dem Beginn der "Griechischen Finanzkrise" und der Intervention der Troika haben wir diesen Schlamassel. (Siehe Kurve)


    800px-Piigs_debt_2002-2009.jpg


    Griechenland & Zypern müssen alles unternehmen und diesen EU Wahnsinn beenden

    Wen meinst du mit Griechenland und Zypern?

    Etwa die jeweilige Regierung dieser beiden Länder die auf Teufel komm raus sich für Geld zum Spielball der Großmächte haben machen lassen? Ernsthaft, ich frage mich wie viel Geld diesen Menschen angeboten wurde, dass sie ihr eigenes Volk vor den Augen anderer so durch den Dreck ziehen. Wie hoch kann die Summe nur gewesen sein, dass man den Stolz auf die lange und stolze Geschichte unserer Kultur und unserer Nation so sehr ins Abseits schießt. Wir sind international nur noch ein Gespött und werden von alles und jedem ausgelacht, teilweise sogar von Menschen die in noch viel ärmeren Ländern leben, beispielsweise von unseren direkten Nachbarn aus Bulgarien und Mazedonien, selbst dort belächelt man uns und ich sage zu Recht, so eine schwache Staatsmacht die sich verkaufen lässt kann nur belächelt werden doch die einfachen Menschen, die unter dieser Regierung leiden, die haben nichts zu lachen und die werden auch zu Unrecht ins Kreuzfeuer der Medien genommen, anstatt dass man klar und deutlich die Schuldigen beim Namen nennt heißt es nur "die faulen Griechen hier" oder "die hellenischen Schmarotzer da" aber kaum hab ich dagegen ein Artikel in den Medien gelesen bei dem man wirklich klar voneinander trennt und unterscheidet.

    Es gibt sowohl in Griechenland als auch in Zypern Menschen die sich in grobe Gruppen einteilen lassen.

    Da gibt es zum einen die Korrupten, die aber nicht nur in der Regierung sondern auch in der unteren Volksschicht zu finden sind, dies muss also nicht nur der ehemalige Bürgermeister von Thessaloniki sein, der wegen Korruption bereits für viele Jahre eingesperrt ist, nein, es kann auch der schmierige Taxifahrer von neben an sein, der mit dem richtigen Zusatz auch mal mehr als nur im Kreis herum fährt, es kann aber auch der Immobilienmakler sein, der natürlich noch ein paar tausend Euro Provision verlangt, damit er sich auch mal schneller als für gewöhnlich in Bewegung setzt, anstatt sich die Eier zu kratzen und in der Nase zu bohren.

    Dann gibt es natürlich auch Menschen die einfach nur ihre Arbeit erledigen, sie erledigen das wofür sie verlangt werden, streichen keine "privaten Zuschüsse" ein und wollen auch sonst einfach nur ihr leben Leben, an Sonne und Meer Frape trinkend, selbstverständlich.

    Aber und das wird für die Bildzeitungsleser unter uns eine große Überraschung sein, gibt es natürlich auch die tüchtigen und fleißigen Menschen, welche am meisten Anteil dazu trugen diese Wirtschaft, die von Korruption und Schwarzarbeit übersät ist, noch am laufen zu erhalten. Das sind alles Menschen die kleine Geschäfte oder Firmen besaßen und die zwar nie den ganz großen Gewinn einstreichen durften, jedoch eben noch diese marode Wirtschaft doch noch am Laufen gehalten haben und das Schlimme ist, diese Leiden am meisten unter den Entscheidungen und Taten der Korrupten jetzt in den Jahren der Krise sowieso mehr denn je. Viele von ihnen sind Pleite gegangen, viele von ihren haben damit kein Einkommen mehr und sind Arbeitslos, und dies tut mir ehrlich gesagt schon im Herzen weh, weil das Menschen waren die auch ehrlich ihr Geld verdienen wollten, doch ausgerechnet der Staat, welcher doch eigentlich gerade solche Menschen unterstützen sollte um die Wirtschaft anzuheben hat genau diesen Menschen das Genick gebrochen, eine Schande, aber im Schachspiel des internationalen Geschäftes sind dies eben nur Bauernfiguren gewesen und genau so werden sie auch geopfert.

    Und zu guter letzt gibt es noch eine Menge junger Menschen mit sehr viel Potenzial welches doch eigentlich ausgeschöpft werden sollte, doch stattdessen müssen diese Menschen auswandern, weil Griechenland wird ihren Ansprüchen mitnichten gerecht. Stattdessen wandern diese Menschen aus und bilden Fachkräfte für andere Länder, die griechische Bildungstradition hat bisher so viele Menschen mit hochwertigem Bildungsstand hervorgebracht, allein in Deutschland gibt es prozentual mehr Griechen an Gymnasien als Deutsche, damit sind die Griechen die einzige Migrantengruppe in Deutschland die einen größeren Anteil an Gymnasiumsgänger besitzen als die Deutschen im eigenen Land und das ist von jeder anderen Migrantengruppe in Deutschland bisher unerreicht!

    Mittlerweile liegt der relative Anteil der Kinder griechischer Herkunft an Gymnasien als einzige Einwanderergruppe über denen deutscher Kinder ohne Migrationshintergrund. Dies hängt laut einer Untersuchung von Diether Hopf weniger mit dem sozialen Status in Deutschland zusammen als vielmehr mit den gesellschaftlichen Bedingungen der Heimat
    Aber was macht der griechische Staat daraus? Richtig - gar nix. Verschenkt gut gebildete Menschen an andere Nationen, sehr gut, ein Knieschuss nach dem anderen, was soll man dazu denn noch sagen. Von den Menschen die das Land verlassen werden wohl kaum noch welche zurückkehren. Nicht unter diesen Umständen und vor allem auch nicht mit solch einer Regierung. Damit sind diese Menschen dann auch auf ewig weg, kommen höchstens wenn sie im Rentenalter sind zurück, oder sie verbleiben mit ihren Familien endgültig in der Diaspora und lassen sich dort dann auch noch assimilieren. Die Menschen die aber zuhauf in unser Land strömen sind leider auch noch Menschen die ihr gesamtes Hab und Gut aufgaben und teilweise sich nicht mal integrieren lassen da ihre Bildungsmöglichkeiten in ihren einstigen Heimatländer mehr als begrenzt war, die Rede ist von den illegalen Flüchtlingen die ja auch ein großes Problem darstellen und die wir aus meiner Sicht nicht einfach wie Menschen 2. Klasse abschieben können auch wenn sich manch einer von ihnen wie Abschaum verhält. Tja, welch Ironie, während wir Menschen abgeben die sich auch in andere Kulturräume gut einfügen sowie sich auch integrieren lassen und noch dazu einen hohen Bildungsstandard besitzen bekommen wir das genaue Gegenteil von Menschen ins eigene Land hineingespült. Wie unfair diese Welt doch ist, mh. Aber die Flüchtlinge können nur wenig bis gar nichts für ihre Situation, wir, oder besser gesagt der Staat, trägt dagegen die volle Verantwortung für die Aktionen aber anstatt dass die Konsequenz daraus gezogen wird, können sie sich trotz allem immer noch an der Macht halten, auch weil die Alternativen einfach keine Alternativen sind, jahrelang gab es immer nur PASOK oder Nea Dimokratia und diese haben sich "interessanterweise" auch noch stets in ihrer Regierungszeit abgewechselt. Das da auch keine richtige Opposition entstehen kann, also keine richtigen Alternativparteien die einen richtigen Kurs aufbieten können, ist nur all zu verständlich und zeigt, dass die Anfänge der Krise schon vor 60 Jahren ihren Lauf nahmen.

    Der unnötige Bürgerkrieg nach dem zweiten Weltkrieg obwohl sowieso schon genug Menschen ihr Leben gelassen hatten, die fehlgeschlagene Junta welche dann auch noch die Besatzung Nord-Zyperns zur Folge hatte, der Eintritt in die EU wodurch man letztlich einen Teil wirtschaftlicher Unabhängigkeit weggab und natürlich die momentane Finanzkrise, all das ist Teil, einer meiner Meinung nach noch viel größeren Krise. Einer, ich würde schon fast sagen, "kultureller Krise". Dazu aber mehr an einem anderen Zeitpunkt, die Zeit drängt.

    So oder so jedenfalls, ich persönlich weiß nicht was schlimmer ist, das diese Regierung ihr Volk auch noch so nachhaltig zerstört oder dass überhaupt solche Menschen an die Macht kommen konnten und das Unheil anrichteten, das wir heute mit großem Bedauern miterleben.

  4. #34
    Avatar von De_La_GreCo

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    Zitat Zitat von Rhias Beitrag anzeigen
    Wen meinst du mit Griechenland und Zypern?

    Etwa die jeweilige Regierung dieser beiden Länder die auf Teufel komm raus sich für Geld zum Spielball der Großmächte haben machen lassen? Ernsthaft, ich frage mich wie viel Geld diesen Menschen angeboten wurde, dass sie ihr eigenes Volk vor den Augen anderer so durch den Dreck ziehen. Wie hoch kann die Summe nur gewesen sein, dass man den Stolz auf die lange und stolze Geschichte unserer Kultur und unserer Nation so sehr ins Abseits schießt. Wir sind international nur noch ein Gespött und werden von alles und jedem ausgelacht, teilweise sogar von Menschen die in noch viel ärmeren Ländern leben, beispielsweise von unseren direkten Nachbarn aus Bulgarien und Mazedonien, selbst dort belächelt man uns und ich sage zu Recht, so eine schwache Staatsmacht die sich verkaufen lässt kann nur belächelt werden doch die einfachen Menschen, die unter dieser Regierung leiden, die haben nichts zu lachen und die werden auch zu Unrecht ins Kreuzfeuer der Medien genommen, anstatt dass man klar und deutlich die Schuldigen beim Namen nennt heißt es nur "die faulen Griechen hier" oder "die hellenischen Schmarotzer da" aber kaum hab ich dagegen ein Artikel in den Medien gelesen bei dem man wirklich klar voneinander trennt und unterscheidet.

    Es gibt sowohl in Griechenland als auch in Zypern Menschen die sich in grobe Gruppen einteilen lassen.

    Da gibt es zum einen die Korrupten, die aber nicht nur in der Regierung sondern auch in der unteren Volksschicht zu finden sind, dies muss also nicht nur der ehemalige Bürgermeister von Thessaloniki sein, der wegen Korruption bereits für viele Jahre eingesperrt ist, nein, es kann auch der schmierige Taxifahrer von neben an sein, der mit dem richtigen Zusatz auch mal mehr als nur im Kreis herum fährt, es kann aber auch der Immobilienmakler sein, der natürlich noch ein paar tausend Euro Provision verlangt, damit er sich auch mal schneller als für gewöhnlich in Bewegung setzt, anstatt sich die Eier zu kratzen und in der Nase zu bohren.

    Dann gibt es natürlich auch Menschen die einfach nur ihre Arbeit erledigen, sie erledigen das wofür sie verlangt werden, streichen keine "privaten Zuschüsse" ein und wollen auch sonst einfach nur ihr leben Leben, an Sonne und Meer Frape trinkend, selbstverständlich.

    Aber und das wird für die Bildzeitungsleser unter uns eine große Überraschung sein, gibt es natürlich auch die tüchtigen und fleißigen Menschen, welche am meisten Anteil dazu trugen diese Wirtschaft, die von Korruption und Schwarzarbeit übersät ist, noch am laufen zu erhalten. Das sind alles Menschen die kleine Geschäfte oder Firmen besaßen und die zwar nie den ganz großen Gewinn einstreichen durften, jedoch eben noch diese marode Wirtschaft doch noch am Laufen gehalten haben und das Schlimme ist, diese Leiden am meisten unter den Entscheidungen und Taten der Korrupten jetzt in den Jahren der Krise sowieso mehr denn je. Viele von ihnen sind Pleite gegangen, viele von ihren haben damit kein Einkommen mehr und sind Arbeitslos, und dies tut mir ehrlich gesagt schon im Herzen weh, weil das Menschen waren die auch ehrlich ihr Geld verdienen wollten, doch ausgerechnet der Staat, welcher doch eigentlich gerade solche Menschen unterstützen sollte um die Wirtschaft anzuheben hat genau diesen Menschen das Genick gebrochen, eine Schande, aber im Schachspiel des internationalen Geschäftes sind dies eben nur Bauernfiguren gewesen und genau so werden sie auch geopfert.

    Und zu guter letzt gibt es noch eine Menge junger Menschen mit sehr viel Potenzial welches doch eigentlich ausgeschöpft werden sollte, doch stattdessen müssen diese Menschen auswandern, weil Griechenland wird ihren Ansprüchen mitnichten gerecht. Stattdessen wandern diese Menschen aus und bilden Fachkräfte für andere Länder, die griechische Bildungstradition hat bisher so viele Menschen mit hochwertigem Bildungsstand hervorgebracht, allein in Deutschland gibt es prozentual mehr Griechen an Gymnasien als Deutsche, damit sind die Griechen die einzige Migrantengruppe in Deutschland die einen größeren Anteil an Gymnasiumsgänger besitzen als die Deutschen im eigenen Land und das ist von jeder anderen Migrantengruppe in Deutschland bisher unerreicht!



    Aber was macht der griechische Staat daraus? Richtig - gar nix. Verschenkt gut gebildete Menschen an andere Nationen, sehr gut, ein Knieschuss nach dem anderen, was soll man dazu denn noch sagen. Von den Menschen die das Land verlassen werden wohl kaum noch welche zurückkehren. Nicht unter diesen Umständen und vor allem auch nicht mit solch einer Regierung. Damit sind diese Menschen dann auch auf ewig weg, kommen höchstens wenn sie im Rentenalter sind zurück, oder sie verbleiben mit ihren Familien endgültig in der Diaspora und lassen sich dort dann auch noch assimilieren. Die Menschen die aber zuhauf in unser Land strömen sind leider auch noch Menschen die ihr gesamtes Hab und Gut aufgaben und teilweise sich nicht mal integrieren lassen da ihre Bildungsmöglichkeiten in ihren einstigen Heimatländer mehr als begrenzt war, die Rede ist von den illegalen Flüchtlingen die ja auch ein großes Problem darstellen und die wir aus meiner Sicht nicht einfach wie Menschen 2. Klasse abschieben können auch wenn sich manch einer von ihnen wie Abschaum verhält. Tja, welch Ironie, während wir Menschen abgeben die sich auch in andere Kulturräume gut einfügen sowie sich auch integrieren lassen und noch dazu einen hohen Bildungsstandard besitzen bekommen wir das genaue Gegenteil von Menschen ins eigene Land hineingespült. Wie unfair diese Welt doch ist, mh. Aber die Flüchtlinge können nur wenig bis gar nichts für ihre Situation, wir, oder besser gesagt der Staat, trägt dagegen die volle Verantwortung für die Aktionen aber anstatt dass die Konsequenz daraus gezogen wird, können sie sich trotz allem immer noch an der Macht halten, auch weil die Alternativen einfach keine Alternativen sind, jahrelang gab es immer nur PASOK oder Nea Dimokratia und diese haben sich "interessanterweise" auch noch stets in ihrer Regierungszeit abgewechselt. Das da auch keine richtige Opposition entstehen kann, also keine richtigen Alternativparteien die einen richtigen Kurs aufbieten können, ist nur all zu verständlich und zeigt, dass die Anfänge der Krise schon vor 60 Jahren ihren Lauf nahmen.

    Der unnötige Bürgerkrieg nach dem zweiten Weltkrieg obwohl sowieso schon genug Menschen ihr Leben gelassen hatten, die fehlgeschlagene Junta welche dann auch noch die Besatzung Nord-Zyperns zur Folge hatte, der Eintritt in die EU wodurch man letztlich einen Teil wirtschaftlicher Unabhängigkeit weggab und natürlich die momentane Finanzkrise, all das ist Teil, einer meiner Meinung nach noch viel größeren Krise. Einer, ich würde schon fast sagen, "kultureller Krise". Dazu aber mehr an einem anderen Zeitpunkt, die Zeit drängt.

    So oder so jedenfalls, ich persönlich weiß nicht was schlimmer ist, das diese Regierung ihr Volk auch noch so nachhaltig zerstört oder dass überhaupt solche Menschen an die Macht kommen konnten und das Unheil anrichteten, das wir heute mit großem Bedauern miterleben.

    Mpravo re su ta ipes ola Ich verstehe die jungen Menschen wieso sie Auswandern File.....Viele meiner Cousins und Cousinen tun das bereits. Entweder gehen sie nach Deutschland oder nach Australien/Canada. Die gebildete Jugend reißt sich den Arsch auf, damit sie es später zu etwas bringen und kriegen im Endeffekt noch weniger als ein Elektriker hier in Deutschland (Dabei sind die Bedingungen fürs Studium genauso wie in DE wenn nicht höher)

    Ein anderes persönliches Beispiel ist mein Opa. Mein Opa hatte früher 2 Jobs um über die Runden zu kommen und hat mehr gebuckelt und geackert als so mancher Westeuropäer und stattdessen wurde ihm insgesamt fast 300 Euro seiner eh schon mickrigen Rente abgezogen. Meine Großeltern kommen aber gut über die Runden da sie Selbstversorger sind im Großen und Ganzen. Was ist aber für die Menschen in GR die keine Selbstversorger sind??Dennen geht es richtig dreckig. Im großen und ganzen wird unsere Gesellschaft grade im ökönomischen, im moralischen und kulturellen Sinne zerstört. Und da kann es sonst so Radikal sein was Yunan sagt. Es muss etwas getan werden. Mono mia epanastasi mas soni, etsu mporoume na to pame olo to sistima sto dialo

  5. #35
    Yunan
    Zitat Zitat von Rhias Beitrag anzeigen
    Gerade aber die Inszenierung, etwas so hinzustellen, dass eigentlich gar nicht der Fall ist, haben doch bereits genügend deutsche Medien exzellent geschafft, teilweise wurde dadurch die Krise sogar verschlimmert, da man diesen Fehlberichten sogar Glauben schenkte, bestes Beispiel wäre hier die Welt.de :

    Sollte man sich also dagegen wehren, und zwar mit Gewalt, so befürchte ich, dass aufs massive hin Falschmeldungen verbreitet werden, welche die Menschen davon überzeugt, dass es sich bei diesen politischen Widerstandsbewegungen um anti-demokratische Rebellen handelt die nur darauf aus sind eine Diktatur zu errichten, und die eigentlich verräterische und korrupte Regierung wird dann als Opfer dieser Bewegung dargestellt.

    Mal abgesehen davon befürchte ich, dass, wie schon nach dem zweiten Weltkrieg, sich auch die Großmächte mal wieder ebenfalls einmischen werden, da sie natürlich auch ein Interesse daran besitzen, die ihnen wohlgesonnene Regierung auch zu erhalten, anstatt dass ihnen Menschen an die Macht kommen, die tatsächlich im Sinne des Volkes und nicht der Banken handeln.

    Auch wenn ich deine Meinung teile, nur will ich ernsthaft daran zweifeln, dass ein Blutvergießen die einzige Lösung dafür ist, denn darauf hat denke ich mal niemand wirklich Lust noch mehr Opfer zu beklagen, wo wir doch im letzten Jahrhundert ohnehin schon 5 Kriege auf der Rechnung hatten. Also Krieg, Gewalt etc. pp. darf einfach nicht die einzige Lösung sein!!! Es muss auch einen anderen Weg geben seine Unabhängigkeit zu erlangen, am besten ganz im Stille Ghandis. Doch leider halte ich auch das für unwahrscheinlich.

    Aber sei es drum, selbst wenn Gewalt die einzige Lösung wäre, so etwas zu organisieren, also auch wirklich so, dass die momentane Staatsmacht so schnell wie möglich ersetzt wird durch wirklich fähige Leute die im Sinne des Volkes handeln, kann einfach nicht funktionieren, eher versenken wir unsere Heimat dadurch nur wieder erneut in einen Bürgerkrieg bei dem viele unnötige und unschuldige Opfer zu beklagen sind, und sowas will wohl kein Mensch. Ich jedenfalls nicht. Obgleich ich auch nicht die Machenschaften der EU erdulden will, aber darüber hab ich keine Macht. Genau so wenig haben wir auch die Macht und die Mittel eine erfolgreiche Revolte zu eröffnen, ich kann mir dabei sehr gut vorstellen, wie sich die griechische Regierung mit allen ihnen verfügbaren Mitteln zu Wehr setzt, und man darf nicht vergessen, das griechische Militär ist im Vergleich zur Bevölkerung viel zu groß für so ein eher vergleichsweise kleines Land. Man müsste also auch das Militär auf seine Seite ziehen, das allein jedoch hinzubekommen, wäre schon eine Glanzleistung, dann auch noch einen Machtwechsel zu vollziehen, der legitim ist und ohne Blutvergießen, puh, die Menschen die dies schaffen sollten, würden als Helden in die Geschichte eingehen. Ohne Zweifel, wenn man dadurch das ganze System auch noch komplett zum wanken bringt, wäre das natürlich absolut erstrebenswert und ein Ziel worauf man hinarbeiten sollte, doch liest es sich für mich zu utopisch, als dass es absolut wahr sein könnte...

    Aber verständlich ist es alle mal, und ich bitte auch um Ausführlichkeit, deine Beiträge zu diesem Thema habe ich als schweigender passiver Leser auch früher schon immer gefeiert, da bitte ich doch auch um mehr. ^^
    Sorry für die späte Antwort.

    Sollte eine Widerstandsbewegung aufkommen, ob sie friedlich ist oder zu anderen Mitteln greift - das Urteil der hiesigen Medien und somit die öffentliche Meinung in der EU wäre schon vorab gefestigt. Wenn alleine schon Leute wie Tsipras, die die Legitimität der Schulden nicht einmal anzweifeln und sich den Mantel der Opposition überstreifen, von den Medien negativ dargestellt werden, dann ist vollkommen klar dass das Bild der Medien über eine solche Bewegung von vorherein feststeht. Es wäre kein verlorener Kampf um die öffentliche Meinung sondern ein Kampf der es nicht einmal wert ist begonnen zu werden. Was letztendlich zählt ist nicht die Meinung der westlichen Medien sondern die Tatsachen, die in Griechenland selbst vollbracht werden. Die westlichen Medien sind das Werkzeug des Neoimperialismus und -liberalismus. Gezielte Falschmeldungen von Beginn an kann man schon als feste Größe einbeziehen und mit ihr kalkulieren.
    Anhand der Arabischen Revolution kann beobachtet werden, wie die Medien den Interessen der Mächtigen dienen. Während die Berichterstattung über Rebellen in Afghanistan, Tschetschenien oder dem Irak durchweg negativ ausfällt, werden Rebellenbewegungen in Libyen, Syrien, dem Yemen etc. positiv porträtiert obwohl es sich teilweise um Leute handelt, die genauso oder noch radikaler in ihren Ansichten sind als in den erstgenannten Ländern.

    Es kann als ein symbolischer Akt gewertet werden wenn westliche Medien gezielt aus einem möglichen revolutionären Prozess heraus aus dem Land verbannt werden. Keine dieser Medien ist unabhängig, die Besitzverhältnisse sind monopolistisch in den Händen weniger Großindustrieller oder Finanzakteure, welche verbandelt mit der EU und den USA sind. Genauso verhält es sich in Griechenland. Es wäre nur klug, von Anfang an mit dieser Medienpolitik zu rechnen und seine Strategie so auszulegen, dass diesem Faktor jede Einflussmöglichkeit in Griechenland selbst der Boden unter den Füßen weggezogen würde. Das hätte zum einen den Effekt, dass die Manipulation der griechischen Bevölkerung unterbunden werden könnte. Zum anderen verliert der Westen so seine größte Waffe und wäre gezwungen, entweder das Problem zu ignorieren oder, und das ist das wahrscheinlichere Szenario, Partei zu ergreifen und passiv oder aktiv in Griechenland selbst zu intervenieren. Hier finden wir uns wider an dem Punkt, den ich im letzten Kommentar erwähnt habe, nämlich dass sich im Falle einer Intervention der Westen über seine eigene überhöhte Moral hinwegsetzen und somit der Welt und auch der eigenen Bevölkerung offenbaren würde, dass es im Zweifel immer nach dem Willen des Kapitals geht und nicht nach dem Willen des Volkes. In beiden Fällen, der Einmischung und der Nichteinmischung des Westens, hätte eine Widerstandsbewegung gewonnen. Der Westen hat sich mit seiner Politik über Jahrzehnte so weit an den Abgrund manövriert, moralisch, politisch und wirtschaftlich, dass jede Bewegung und Reaktion zum eigenen Nachteil sein kann und wird.
    Hier wären wir auch beim Punkt der Einmischung: Es ist vorhersehbar, dass sich sowohl der Westen als auch der Osten, z.B. Russland im Falle einer Revolution in Griechenland einmischen wollen würden. Der Balkan war schon immer ein Pulverfass und er wird es immer bleiben. Der einzige Weg, eine Einmischung zu verhindern wäre keine Revolution zu starten und die Einmischungen der vergangenen 60 Jahre zu akzeptieren. Das aber würde jeder Rationalität entgegenstehen, denn die Kosten eines Verharrens in der jetzigen Situation sind unbezahlbar, läuft doch alles im Moment darauf hinaus, Griechenland gesellschaftlich zu zerstören und der neoliberalen Weltanschauung zu unterwerfen.
    Der Denkfehler besteht darin, dass es die irrige Annahme gibt, man könne einen Schritt unternehmen mit dem sich der Balkan ein für alle Mal befreien könnte von negativen Einflüssen. Der Widerstand gegen Beeinflussung ist allerdings fortfolgend und kommt nie zu einem Ende. Versuche der Einflussnahme unter Menschen, unter Staaten und Kulturräumen hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Entscheidend ist, ob man den Kampf dagegen beginnt und ihn beständig fortführt oder ob man sich nach einigen wenigen Schritten selbstzufrieden zurücklehnt und dieses Problem auf die nächste Generation verschiebt, die das Problem in ihrer Gesamtheit erneute erfassen muss bevor sie sich dagegen zur Wehr setzen kann.

    Ich würde als festhalten:

    1. Mit vorverurteilender Propaganda der westlichen Medien ist zu rechnen. Es kann auch nicht anders sein weil die Medien ein zusammenhängendes System sind, dass antidemokratischen Interessensgruppen dient. Möchte man Befreiung, muss dies hingenommen und damit umgegangen werden.

    2. Es ist sowohl gegen die Logik als auch gegen das Herz, vor einer unvermeidbaren Aufgabe zurückzuschrecken aus Angst vor den Folgen. Mit dieser Haltung lagert man die heutigen Probleme nicht nur in die Zukunft aus (wenn es dann nicht schon zu spät ist), sondern jeder Tag ohne Widerstand ist ein Tag an dem man die herrschenden Kreise sogar noch dazu einlädt, mit ihrem betrügerischen Spiel fortzufahren.

    Was das Wesen der Revolution angeht, ob sie friedlich oder kriegerisch ist, stimme ich dir zu wenn du sagst, dass die kriegerische Option eine Option ist, die definitiv zu vermeiden ist wenn möglich. Ich bin aber auch Realist und die Realität hat gezeigt, dass es friedliche Veränderungen nie gegeben hat wenn sie gegen die Interessen der Herrschenden gingen. Du nennst Gandhi als Beispiel, dem es nachzueifern gilt. Ich ziehe meinen Hut vor Gandhi und seinen Ansichten, seinen Prinzipien. Das heutige Indien aber ist ein Land voller Armut mit einer verkasteten Gesellschaft und im Grunde wird genau dieselbe ausbeuterische Politik gegen das eigene Volk betrieben wie es der Neoliberalismus nun einmal zur Folge hat. Eine weitere Tatsache, die oft keine Beachtung findet, ist die, dass diese friedliche Revolution unter der Führung Gandhis nur deshalb friedlich verlaufen ist weil die neue Großmacht USA dies so wollte. Nach dem zweiten Weltkrieg präsentierten die USA sich als anti-imperialistische Macht und benutzten die Zurechtstutzung der Briten und Franzosen um ihre Agenda in diese Richtung zu unterstützen. Die gesamten britischen und französischen Kolonien sind nicht deshalb frei geworden weil es plötzliche Einsicht auf der Seite der Europäer gab und der Volkswille der Kolonialvölker stärker war als die Diktatur, sondern weil die USA eine Strategie des unsichtbaren, wirtschaftlichen Imperialismus verfolgten, der keine direkten Fronten erkennen lies sondern offensichtlichen in verstecken Imperialismus verwandelte. Dies geschah ganz im Geiste der Zeit und war das Fundament für das wirtschaftliche System wie es heute ist. Ähnlich verlief es in Ägypten mit der Suez-Krise, als die USA die Briten fallen ließen weil das ihrem Image einer anti-imperialen Macht schadete.

    Trotzdem ist es natürlich unverzichtbar, das richtige Maß zu wahren und keine unverhältnismäßigen Mittel zum Einsatz kommen zulassen. Wenn es möglich ist, ist Gewalt zu meiden. Man muss nur erkennen, ab welchem Punkt man dem herrschenden System mit dieser Haltung in die Karten spielt, denn der friedliche Widerstand ist mittlerweile auch zur Agenda des Bürgertums geworden, dass im Grunde nichts anderes ist als eine Bevölkerungsschicht die der Elite in allem nacheifert und diese imitiert. So läuft nämlich alles darauf hinaus, die Gefahr von den Herrschenden Abzuwenden und den theatralisch Entrüsteten das Gefühl zu geben, sie hätten irgendetwas in der Hand um dieses zutiefst undemokratische System zu verändern. Die ist eine Illusion.

    Die Option mit dem Militär kannst du meiner Meinung nach direkt vergessen, denn das Militär ist und war größter Verbündeter des Westens seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart. Das Militär war es auch, dass die Diktatur ermöglichte und das Militär war es, dass Hand in Hand mit der Politik ging und Waffengeschäfte abwickelte, die allesamt zum Nachteil des griechischen Volkes waren. Mit Sicherheit würde es Teile des Militärs geben, die auch im Zuge einer Revolution überlaufen würden aber ich würde Lügen wenn ich hier konkretere Verhaltensweisen des Militärs voraussagen würden.
    Aber auch an diesem Punkt würde ich mir keine Sorgen machen, denn sollte das Militär in Griechenland eingesetzt werden, würde die Bevölkerung mit ziemlicher Sicherheit darin einen Anlass sehen, den Widerstand gegen die Regierung aktiv zu unterstützen. Das Militär würde Fehler begehen und eine Spirale in Gang setzen, die es nur verlieren könnte. Dieses System ist in seiner Gesamtheit so überladen, dass es mit dem Rücken zur Wand steht. Die Chancen auf Erfolg sind heute so gut wie nie zuvor.

  6. #36
    Avatar von Rhias

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    Zitat Zitat von De_La_GreCo Beitrag anzeigen
    Mpravo re su ta ipes ola Ich verstehe die jungen Menschen wieso sie Auswandern File.....Viele meiner Cousins und Cousinen tun das bereits. Entweder gehen sie nach Deutschland oder nach Australien/Canada. Die gebildete Jugend reißt sich den Arsch auf, damit sie es später zu etwas bringen und kriegen im Endeffekt noch weniger als ein Elektriker hier in Deutschland (Dabei sind die Bedingungen fürs Studium genauso wie in DE wenn nicht höher)

    Ein anderes persönliches Beispiel ist mein Opa. Mein Opa hatte früher 2 Jobs um über die Runden zu kommen und hat mehr gebuckelt und geackert als so mancher Westeuropäer und stattdessen wurde ihm insgesamt fast 300 Euro seiner eh schon mickrigen Rente abgezogen. Meine Großeltern kommen aber gut über die Runden da sie Selbstversorger sind im Großen und Ganzen. Was ist aber für die Menschen in GR die keine Selbstversorger sind??Dennen geht es richtig dreckig. Im großen und ganzen wird unsere Gesellschaft grade im ökönomischen, im moralischen und kulturellen Sinne zerstört. Und da kann es sonst so Radikal sein was Yunan sagt. Es muss etwas getan werden. Mono mia epanastasi mas soni, etsu mporoume na to pame olo to sistima sto dialo
    Ela re mastora Natürlich wandern sie aus, welche Chancen haben sie auch schon bei solch einer Regierung, es ist zum verzweifeln. Griechenland schadet sich konsequent nur selbst und das schon seit mehr als 30 Jahren und nun sind wir in der letzten Etappe der Selbstzerstörung angelangt, das Land ist tief gespalten. Es gehen Risse durch die Gesellschaft, die sich, wie nach einem großen Erdbeben, durch sämtliche Bereiche durchziehen. Bei den Kleinunternehmern welche diese marode Wirtschaft noch hauptsächlich getragen haben, herrscht Eindzeitstimmung, sie hat es am härtesten getroffen. Man muss nur einmal durch die Straßen von Thessaloniki gehen und sich mal anschauen wie viele Geschäfte dicht gemacht haben, als ich das letzte mal bei solch einem Geschäft vorbeigeschaut habe und mit dem Ladenbesitzer sprach, meinte er zu mir er hätte nicht mal genügend Geld zum Essen. Fast schon aus Mitleid hab ich ihm dann was für fünf Euro abgekauft woraufhin er ins nächste Zacharoplastio gegangen ist und sich was zu Essen holte von den 5 €. Sehr traurig, aber so ist es nicht nur in Thessaloniki sondern auch in anderen Städten. Das trostlose Bild leerer Läden und Geschäfte zieht sich durch ganz Griechenland. Diesen Betrieben steht ein immer noch riesiger, schwacher Staatsapparat gegenüber, der zwar lahmgelegt ist, aber nach wie vor immer noch riesige Ressourcen verschlingt. Die Arbeitslosen Zahl ist im Privatsektor am höchsten, wenn ich mich nicht irre dann liegt diese momentan bei über 20% man kann mich da aber auch gerne korrigieren und verbessern. Doch während die Angestellten im Privatsektor um ihren Job bangen müssen, verteidigen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst verbissen ihre Vorteile, mit einigen Erfolgen. So mussten auch sie zwar Lohnkürzungen hinnehmen, doch wurde zumindest bis 2011, also nach ganzen 3 Jahren, immer noch kaum jemand aus dem öffentlichen Dienst entlassen.


    Das schlimmste kommt aber erst noch, die breite Mehrheit dort hat inzwischen die harten Reformen und die schmerzhafte Realität bereits bereitwillig akzeptiert. Das heißt aber nicht, dass es keine Proteste mehr gibt. Es gibt immer noch Streiks - und Protestaktionen die sich vor allem gegen die zwei großen Parteien Nea Dimokratia und PASOK richten. So wurde beispielsweise ehemaliger Vizepremierminister Theodoros Pangalos in seinem eigenen Wahlkreis mit Joghurt beworfen. Selbiges passierte auch Andreas Loverdos bei einem Besuch der Universität Patras. : Onlyamother: Daneben gibt es aber auch Protestaktionen unter dem Motto "Wir zahlen nichts" dabei wird zum Fahrkartenboykott aufgerufen und sogar Fahrkartenautomaten zerstört. Auch Autofahrer sollen schon ähnliche Maßnahmen ergriffen haben, so wie ich das gehört habe, haben einige Autofahrer eine Mautstation besetzt und ließen andere ohne Wegzoll passieren. Ganz unrecht haben sie dabei auch gar nicht, denn die Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr wurden um 40% (!) erhöht. Mal abgesehen davon ist das griechische Mautsystem sowieso ein Skandal das seines gleichen sucht. Es wird von privaten Bauheren betrieben, die im Einvernehmen mit dem Staat die Autofahrer schröpfen. Es herrscht also auch schon Anarchismus im Land, wenngleich dieser auch nur von einer Minderheit geführt wird.

    Ich will jetzt aber mal wieder zurück zu den Anfängen allen Übels kommen, dazu wollte ich schon im vorherigen Post kommen doch fehlte mir leider die Zeit dazu. Über 40 Jahre lang wurde Griechenland von Rechten ununterbrochen regiert (wenn man mal von der deutschen Besatzung 1941-44 absieht) - entweder als Diktatur ( Metaxas-Diktatur 1936-40), konstitutionelle Monarchie (1944-67), Militärjunta (1967-74) oder als demokratische Mitte-rechts Regierung von 1974-81. Die Rechte hat in dieser Zeit allgemein ihre Macht stets in zwei Richtungen ausgeübt. Einerseits verfolgte sie unerbittlich ihre Gegner, andererseits verteilte sie Privilegien an jene Teile der Bevölkerung, die ihr gehorsam folgten. Sie baute ein Willkür- und Abhängigkeitssystem auf, das den zentral gedenkten Machtapparaten sowjetischer Prägung viel näher war als einem demokratischen Rechtsstaat. Das ist kein Witz, für mich ist Griechenland der letzte Staat des real existierenden Sozialismus in Europa. Vor allem nach dem Bürgerkrieg (1946-48) den die von Briten und US-Amerikanern unterstütze Rechte mit erbarmungslosem Terror führte und der mit einer Niederlage der Linken endete, übten die rechten Parteibonzen in der griechischen Provinz eine ähnliche Macht aus wie die Parteisekretäre in der Provinz einer Volksrepublik. Bis Ende der 60 Jahre waren der Bevölkerung viele Bürgerrechte und Freiheiten verwehrt. Sammelbecken für die Privilegierten dieses Systems war der Staatsapparat. Jede junge Frau und jeder junge Mann träumte zu damaligen Zeiten nach dem Studium eine Stelle beim Staat zu bekommen. Sogar als Gärtner oder als Putzfrau beim Staat zu arbeiten, war ein Privileg. So wie in den Ländern des real existierenden Sozialismus die Nomenklatura und die Parteimitglieder über alle Privilegien verfügten, während die einfachen Bürger schuften mussten, so entstand auch in Griechenland ein System, in dem die Günstlinge der Rechten alle Privilegien bekamen, während die übrige Bevölkerung als Bürger zweiter Klasse lebte.

    Dann kam das Jahr 1981. Es hätte zu genau diesem Zeitpunkt zu einer Wende dieses niederträchtigen selbstzerstörenden Systems kommen können, kommen müssen, doch hätte hier hätte da bringt uns heute auch nicht weiter. 1981 jedenfalls, und das dürfte den Älteren hier wohl noch gut in Erinnerung geblieben sein, kam die sozialdemokratische PASOK an die Macht. Andreas Papandreou erkannte dieses Gebilde welches sich in den Jahren zuvor gebildet hatte sofort nachdem er an die Macht kam als neuer Ministerpräsident. Doch anstatt dieses Gebilde zu zerschlagen und damit auch die Wende einzuleiten, handelte er anders und stellte damit auch die Weichen für die heutige Finanzkrise mitein. Er platzierte massenhaft die eigenen Leute im Staatsapparat - mit dem schlagenden Argument "Die Rechte hat jahrelang vom Staat profitiert. Jetzt sind unsere Leute an der Reihe!"

    Griechenland wird als hellenische Republik angesehen, doch wird sie wie eine Monarchie regiert. Es gibt drei politisch populäre Familien in Griechenland die fast immer den "Thronfolger", also den Ministerpräsidenten gestellt haben. Es sind die Familien Papandreou, Karamanlis und Mitsotakis. Politische Dynastien gibt es nur dort und in keinem anderen Land Europas. Die Familie Papandreou hat seit 1944 drei Ministerpräsidenten gestellt, den Gründer Georgios Papandreou, sein Sohn Andreas Papandreou und sein Enkel Georgios Papandreou, der letzte Ex-Ministerpräsidenten Griechenlands. Die eigentliche Monarchie hat 29 Jahre überlebt, nämlich von 1944-75 wo sie dann durch Volksentscheid abgeschafft wurde. Die politische Dynastie Papandreou hingegen hat 66 Jahre überlebt und ist erst durch die Finanzkrise letztlich "gefallen" zusammen mit der inzwischen verhassten Partei PASOK, welche wohl nie wieder an die Macht kommen dürfte, hoffe ich jedenfalls. Das es ab 1975 immer wieder kurzzeitig andere Ministerpräsidenten gab, die nicht aus den drei oben genannten Familien entstammen ist mir auch bewusst, diese waren aber eben nur kurzzeitig als Ministerpräsident tätig, einzige Ausnahme war der PASOK Politiker Konstantinos Simitis, dieser gehörte keiner der Familien an und wurde zwei mal gewählt. Insgesamt hochgerechnet regierte nur 10 von 36 Jahren nach der Militärdiktatur, ein Ministerpräsident der nicht zu den obigen drei Familien gehört hatte.

    Hier mal eine Liste griechischer Premierminister zur Selbstbestätigung: Liste der griechischen Premierminister In der ganz rechten Spalte ab dem Jahre 74.

    Der wahrscheinlich unfähigste Premierminister war wohl Kostas Karamanlis der von 2004 bis 2009 die Macht inne hatte. Während 2007 Südgriechenland brannte, saß er und jeder andere Grieche vor dem Fernsehr und sah zu, wie ausländische Feuerwehrkräfte zu Hilfe kamen. Der marode lahmgelegte griechische Staatsapparat besaß zu dieser Zeit weder die Kraft noch die Strukturen diesen Brand selbstständig in den Griff zu bekommen. Eine große Zahl die Karamanlis trotz allem wiederwählten kam von den Opfern des Brandes, denen er je 3000 Euro zugeschanzt hatte.

    Diese Beschränkung der politischen Landschaft auf drei Familien hat zur Verkrustung des Systems geführt und das Erscheinen von anderen vielleicht sehr viel fähigeren Politikern auf der politischen Bühne blockiert. Die meisten griechischen Wähler jedoch, scheinen kein Problem damit zu haben, ihnen bleibt durch die Dominanz der drei Familien sowie der zwei großen Parteien ND und PASOK auch keine große Alternative, wozu sollte man sich denn auch die Mühe machen wenn doch sowieso nur die üblichen an die Macht kommen und zwar abwechselnd. Seit Jahrzehnten gibt es nur die zwei großen Parteien und das Land ist größtenteils auch nur in zwei Lager gespalten gewesen, nämlich entweder ND oder PASOK. Und in beiden Lagern wählen die Parteikader, die durch die Gunst der Familien eine politische Karriere beginnen konnten, die Sprösslinge, der Familie an die Spitze, weil sie sich dadurch einen leichteren Aufstieg in der Parteihierarchie versprechen.

    So, und jetzt noch etwas zu der Politik Griechenlands. Das Land war bis 1989 der einzige Balkanstaat des "Westens". Es war sowohl Mitglied der EU als auch der NATO und hatte somit gute Voraussetzungen nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes eine Führungsrolle zu übernehmen im Balkan und in Osteuropa. 1989 als der Ost-West-Konflikt sich dem Ende näherte träumte man von großen Investitionsmöglichkeiten in den Nachbarländern, man träumte von Thessaloniki als wirtschaftliches Zentrum und Metropole des Balkans so wie es diese Stadt schon zur Zeit des osmanischen Reiches war. Vor allem nordgriechische Unternehmen begannen eifrig, ihre Geschäfte auf Mazedonien, Bulgarien, Rumänien und Albanien auszuweiten. So meine lieben Herren des Balkanforum doch dann kam es zu einem Ereignis der hier ja stets kräftig ausdiskutiert wurde, einem Konflikt der hier ja jeden nur all zu gut bekannt ist. Nämlich der Namensstreit, den kein anderes Land so richtig verstehen konnte. Der Konflikt hielt bis heute an und wird noch aggressiver geführt, weil auch in Mazedonien nun die Nationalisten das Sagen haben.

    Die griechische Regierung jedenfalls überließ den Unternehmen ihrem Schicksal, weil die nationalen Interessen wichtiger waren. Ist klar, sie konnten sich dadurch nur mehr Wähler versprechen, das ist doch der wahre Grund, als ob es ihnen um das Volk und ihre Nation geht. Pah!

    Anfang der neunziger als Mazedonien seine Unternehmen privatisierte, war das Land sogar dazu bereit, ihre Telekom- und Elektrizitätsgesellschaften an griechische Unternehmen zu verkaufen. Was daraus durch den Namensstreit wurde, könnt ihr euch ja denken, mal wieder schaden wir uns nur selbst. Typisch. Heute sind es türkische Konzerne die den Balkanmarkt übernehmen, griechische Unternehmen hatten die Chance an die Stelle zu treten, an der türkische Unternehmen heute stehen, man hat seine Chancen nicht genutzt.

    Es war aber eher der Jugoslawienkrieg, der alle griechischen Hoffnungen auf eine Führungsrolle im Balkan zerschlug und weniger der Namensstreit mit Mazedonien, der einen Teil der Wirtschaftsentwicklung für beide Seiten blockierte. Griechenland war das einzige NATO-Mitglied, dass das Regime von Slobodan Milosevic indirekt unterstützte. Griechenland nahm an den Bombardements nicht teil, sperrte den Luftraum für NATO-Kampfjets und untersagte NATO-Konvois die durchfahrt. Die Kirche in Griechenland sprach zwar damals oft von "unseren orthodoxen Brüdern", aber es war mehr als nur das. Die griechische Haltung hatte sowohl mit Milosevics Nationalismus zu tun, wie mit einer verdrehten sozialistischen Solidarität. Griechenland hat sich von diesem Alleingang nie erholt, er schadete den griechischen Investitionsplänen im Ausland und der wirtschaftlichen Entwicklung Nordgriechenlands im Nachhinein gewaltig. Die griechische Politik hat kurzsichtige nationale Interesse stets höher eingestuft als das finanzielle und politische Potential des Landes. Griechenland un die griechische Bevölkerung sind nicht unbedingt das Problem, die Finanzkrise lässt sich hingegen auf eine viel längere und größere Krise zurückverfolgen, sie ist ein Ergebnis von falscher Politik die schon seit Jahrzehnten so geführt wurde und zwar auf mehreren Ebenen und nicht nur auf einer.

    Das jetzt andere Staaten von dieser falschen Politik auch noch profitieren wollen, ist fast schon nur all zu verständlich... gerade was das nationale Interesse anbelangt, deckt sich z.B. das griechische Militär mit lauter Waffen aus deutsch-französischer Produktion ein, das Militär Griechenlands besitzt ca. 130.000 aktive Soldaten und weitere ~ 400.000 Reservisten, für ein Land mit 10-11 Millionen Einwohnern definitiv viel zu viel! Doch statt mit diesem Wahnsinn aufzuhören wird munter weitergemacht, die deutschen und französischen Waffenunternehmen freuen sich. Doch die Bevölkerung leidet darunter. Aber dazu vielleicht später noch etwas mehr...


    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen
    Sorry für die späte Antwort.
    Zitat Zitat von Yunan Beitrag anzeigen

    Sollte eine Widerstandsbewegung aufkommen, ob sie friedlich ist oder zu anderen Mitteln greift - das Urteil der hiesigen Medien und somit die öffentliche Meinung in der EU wäre schon vorab gefestigt. Wenn alleine schon Leute wie Tsipras, die die Legitimität der Schulden nicht einmal anzweifeln und sich den Mantel der Opposition überstreifen, von den Medien negativ dargestellt werden, dann ist vollkommen klar dass das Bild der Medien über eine solche Bewegung von vorherein feststeht. Es wäre kein verlorener Kampf um die öffentliche Meinung sondern ein Kampf der es nicht einmal wert ist begonnen zu werden. Was letztendlich zählt ist nicht die Meinung der westlichen Medien sondern die Tatsachen, die in Griechenland selbst vollbracht werden. Die westlichen Medien sind das Werkzeug des Neoimperialismus und -liberalismus. Gezielte Falschmeldungen von Beginn an kann man schon als feste Größe einbeziehen und mit ihr kalkulieren.
    Anhand der Arabischen Revolution kann beobachtet werden, wie die Medien den Interessen der Mächtigen dienen. Während die Berichterstattung über Rebellen in Afghanistan, Tschetschenien oder dem Irak durchweg negativ ausfällt, werden Rebellenbewegungen in Libyen, Syrien, dem Yemen etc. positiv porträtiert obwohl es sich teilweise um Leute handelt, die genauso oder noch radikaler in ihren Ansichten sind als in den erstgenannten Ländern.

    Es kann als ein symbolischer Akt gewertet werden wenn westliche Medien gezielt aus einem möglichen revolutionären Prozess heraus aus dem Land verbannt werden. Keine dieser Medien ist unabhängig, die Besitzverhältnisse sind monopolistisch in den Händen weniger Großindustrieller oder Finanzakteure, welche verbandelt mit der EU und den USA sind. Genauso verhält es sich in Griechenland. Es wäre nur klug, von Anfang an mit dieser Medienpolitik zu rechnen und seine Strategie so auszulegen, dass diesem Faktor jede Einflussmöglichkeit in Griechenland selbst der Boden unter den Füßen weggezogen würde. Das hätte zum einen den Effekt, dass die Manipulation der griechischen Bevölkerung unterbunden werden könnte. Zum anderen verliert der Westen so seine größte Waffe und wäre gezwungen, entweder das Problem zu ignorieren oder, und das ist das wahrscheinlichere Szenario, Partei zu ergreifen und passiv oder aktiv in Griechenland selbst zu intervenieren. Hier finden wir uns wider an dem Punkt, den ich im letzten Kommentar erwähnt habe, nämlich dass sich im Falle einer Intervention der Westen über seine eigene überhöhte Moral hinwegsetzen und somit der Welt und auch der eigenen Bevölkerung offenbaren würde, dass es im Zweifel immer nach dem Willen des Kapitals geht und nicht nach dem Willen des Volkes. In beiden Fällen, der Einmischung und der Nichteinmischung des Westens, hätte eine Widerstandsbewegung gewonnen. Der Westen hat sich mit seiner Politik über Jahrzehnte so weit an den Abgrund manövriert, moralisch, politisch und wirtschaftlich, dass jede Bewegung und Reaktion zum eigenen Nachteil sein kann und wird.
    Hier wären wir auch beim Punkt der Einmischung: Es ist vorhersehbar, dass sich sowohl der Westen als auch der Osten, z.B. Russland im Falle einer Revolution in Griechenland einmischen wollen würden. Der Balkan war schon immer ein Pulverfass und er wird es immer bleiben. Der einzige Weg, eine Einmischung zu verhindern wäre keine Revolution zu starten und die Einmischungen der vergangenen 60 Jahre zu akzeptieren. Das aber würde jeder Rationalität entgegenstehen, denn die Kosten eines Verharrens in der jetzigen Situation sind unbezahlbar, läuft doch alles im Moment darauf hinaus, Griechenland gesellschaftlich zu zerstören und der neoliberalen Weltanschauung zu unterwerfen.
    Der Denkfehler besteht darin, dass es die irrige Annahme gibt, man könne einen Schritt unternehmen mit dem sich der Balkan ein für alle Mal befreien könnte von negativen Einflüssen. Der Widerstand gegen Beeinflussung ist allerdings fortfolgend und kommt nie zu einem Ende. Versuche der Einflussnahme unter Menschen, unter Staaten und Kulturräumen hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Entscheidend ist, ob man den Kampf dagegen beginnt und ihn beständig fortführt oder ob man sich nach einigen wenigen Schritten selbstzufrieden zurücklehnt und dieses Problem auf die nächste Generation verschiebt, die das Problem in ihrer Gesamtheit erneute erfassen muss bevor sie sich dagegen zur Wehr setzen kann.

    Ich würde als festhalten:

    1. Mit vorverurteilender Propaganda der westlichen Medien ist zu rechnen. Es kann auch nicht anders sein weil die Medien ein zusammenhängendes System sind, dass antidemokratischen Interessensgruppen dient. Möchte man Befreiung, muss dies hingenommen und damit umgegangen werden.

    2. Es ist sowohl gegen die Logik als auch gegen das Herz, vor einer unvermeidbaren Aufgabe zurückzuschrecken aus Angst vor den Folgen. Mit dieser Haltung lagert man die heutigen Probleme nicht nur in die Zukunft aus (wenn es dann nicht schon zu spät ist), sondern jeder Tag ohne Widerstand ist ein Tag an dem man die herrschenden Kreise sogar noch dazu einlädt, mit ihrem betrügerischen Spiel fortzufahren.

    Was das Wesen der Revolution angeht, ob sie friedlich oder kriegerisch ist, stimme ich dir zu wenn du sagst, dass die kriegerische Option eine Option ist, die definitiv zu vermeiden ist wenn möglich. Ich bin aber auch Realist und die Realität hat gezeigt, dass es friedliche Veränderungen nie gegeben hat wenn sie gegen die Interessen der Herrschenden gingen. Du nennst Gandhi als Beispiel, dem es nachzueifern gilt. Ich ziehe meinen Hut vor Gandhi und seinen Ansichten, seinen Prinzipien. Das heutige Indien aber ist ein Land voller Armut mit einer verkasteten Gesellschaft und im Grunde wird genau dieselbe ausbeuterische Politik gegen das eigene Volk betrieben wie es der Neoliberalismus nun einmal zur Folge hat. Eine weitere Tatsache, die oft keine Beachtung findet, ist die, dass diese friedliche Revolution unter der Führung Gandhis nur deshalb friedlich verlaufen ist weil die neue Großmacht USA dies so wollte. Nach dem zweiten Weltkrieg präsentierten die USA sich als anti-imperialistische Macht und benutzten die Zurechtstutzung der Briten und Franzosen um ihre Agenda in diese Richtung zu unterstützen. Die gesamten britischen und französischen Kolonien sind nicht deshalb frei geworden weil es plötzliche Einsicht auf der Seite der Europäer gab und der Volkswille der Kolonialvölker stärker war als die Diktatur, sondern weil die USA eine Strategie des unsichtbaren, wirtschaftlichen Imperialismus verfolgten, der keine direkten Fronten erkennen lies sondern offensichtlichen in verstecken Imperialismus verwandelte. Dies geschah ganz im Geiste der Zeit und war das Fundament für das wirtschaftliche System wie es heute ist. Ähnlich verlief es in Ägypten mit der Suez-Krise, als die USA die Briten fallen ließen weil das ihrem Image einer anti-imperialen Macht schadete.

    Trotzdem ist es natürlich unverzichtbar, das richtige Maß zu wahren und keine unverhältnismäßigen Mittel zum Einsatz kommen zulassen. Wenn es möglich ist, ist Gewalt zu meiden. Man muss nur erkennen, ab welchem Punkt man dem herrschenden System mit dieser Haltung in die Karten spielt, denn der friedliche Widerstand ist mittlerweile auch zur Agenda des Bürgertums geworden, dass im Grunde nichts anderes ist als eine Bevölkerungsschicht die der Elite in allem nacheifert und diese imitiert. So läuft nämlich alles darauf hinaus, die Gefahr von den Herrschenden Abzuwenden und den theatralisch Entrüsteten das Gefühl zu geben, sie hätten irgendetwas in der Hand um dieses zutiefst undemokratische System zu verändern. Die ist eine Illusion.

    Die Option mit dem Militär kannst du meiner Meinung nach direkt vergessen, denn das Militär ist und war größter Verbündeter des Westens seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart. Das Militär war es auch, dass die Diktatur ermöglichte und das Militär war es, dass Hand in Hand mit der Politik ging und Waffengeschäfte abwickelte, die allesamt zum Nachteil des griechischen Volkes waren. Mit Sicherheit würde es Teile des Militärs geben, die auch im Zuge einer Revolution überlaufen würden aber ich würde Lügen wenn ich hier konkretere Verhaltensweisen des Militärs voraussagen würden.
    Aber auch an diesem Punkt würde ich mir keine Sorgen machen, denn sollte das Militär in Griechenland eingesetzt werden, würde die Bevölkerung mit ziemlicher Sicherheit darin einen Anlass sehen, den Widerstand gegen die Regierung aktiv zu unterstützen. Das Militär würde Fehler begehen und eine Spirale in Gang setzen, die es nur verlieren könnte. Dieses System ist in seiner Gesamtheit so überladen, dass es mit dem Rücken zur Wand steht. Die Chancen auf Erfolg sind heute so gut wie nie zuvor.


    Was den Erfolg dessen angeht, scheiden sich bei uns wohl die Geister, aber ich denke mal dem Rest würde fast jeder, der sein Land aus der Krise wieder hervorheben will zustimmen, es muss aktiv dagegen vorgegangen werden, das stimmt. Nur wie soll das geschehen?

    Die breite Bevölkerung hat diese Zustände bereits akzeptiert, die wenigen die noch dagegen halten, schaden uns letztlich mehr als sie uns nützen. Wie soll man also die Breite der Bevölkerung gegen ihren Staat mobilisieren? Sollen wir uns hier in der Diaspora etwa organisieren und uns einen Plan ausdenken wie wir in Athen dann am bestmöglichsten den Syntagma Platz im Sturm einnehmen? Und was dann? Einen Teil der Regierung als Geiseln halten und die Macht die sie besitzen ihnen absprechen? Sollen wir uns dann vor allen anderen stellen und im ganzen Land verkünden, dass ab jetzt wieder richtige Menschen an der Macht sind? Wir, die durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen sind und sich illegitim an die Macht gehievt haben. Warum sollte man gerade solchen Menschen vertrauen, werden sich die meisten denken, ich kann mir auch nicht beim besten Willen vorstellen, dass man damit Erfolg hat, eher wird das Militär eingreifen, am besten noch durch Unterstützung von Außen und die Menschen die sich durch einen Putsch an die Macht gebracht haben wieder entmachten, mal abgesehen davon, dass man sich sowieso nicht einfach vor ein Podest stellen kann und man daraufhin sagt, wir sind die neue Regierung, ab jetzt tanzt jeder nach unserer Pfeife.

    Nun gut, ich ziehe das alles wohl doch zu sehr ins lächerliche, so mein ich das gar nicht, ich stehe auch vollkommen dahinter etwas zu tun nur bin ich sehr skeptisch was den Erfolg angeht. Vor allem, während wir hier über mögliche Hypothesen schwafeln, wie man denn einen Machtwechsel am ehesten vollbringen könnte, ist das was wir letztlich dafür tun gleich null. Oder stellst du dich etwa vor die Massen in Griechenland und rufst dazu auf, gegen diese korrupte Regierung vorzugehen? Verzeih mir wenn ich falsch liege, aber ich denke mal, dass du genau so wie ich und viele andere Diaspora-Griechen bisher nur groß daher reden aber etwas dafür getan, das hat keiner von uns, davon gehe ich jedenfalls mal aus.

    Aber jetzt sage mir doch wie dein Plan aussieht. Dann können wir weiter darüber diskutieren.

  7. #37
    Avatar von Rhias

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    Wieso zum Teufel kann man Beiträge nur einmal editieren, was soll der Mist denn?

    Sei es drum, dann halt mit Doppel-post.

    Zitat Zitat von Afroasiatis Beitrag anzeigen

    Zum Thema des Euro-Austritts: ja, Wirtschaftssanktionen wären möglich, mit den richtigen Allianzen könnte man aber ihren Effekt verringern. Die Frage ist, wenn man weiter wie bisher macht, ist vielleicht der Kosten größer als die Risiken bei einem Politikwechsel? Ich denke schon. Und ist ein wirtschaftlicher Zusammenbruch ausgeschlossen, auch wenn man alle Troika-Diktate 1:1 umsetzt?
    Natürlich, wirtschaftliche Allianzen mit China, Russland, der Türkei, wären sehr wohl möglich und würden unsere Abhängigkeit von der EU verringern. Zudem ist ein finanzieller Zusammenbruch solange ausgeschlossen, solange auch die EZB ein Interesse daran hält, dass Griechenland nicht bankrott geht, was aber wiederum nicht heißt, dass dennoch die Wirtschaft einknickt was sie ja letztlich auch tut.

    Trotz allem halte ich einen Austritt für schwierig bis gar unmöglich, sofern Unternehmen aus Westeuropa (allen vor an die Waffenunternehmen) sich an Griechenland dumm und dämlich verdienen, wird man auch alles daran tun, Griechenland in der EU zu halten.

    Und dann ist ja noch die griechische Regierung welche sich selbst im Weg steht... Bevor also Griechenland aus der EU verschwindet, müssen erst einmal die griechischen Machthaber aus dem Land verschwinden! So und nicht anders. Da wären wir also wieder an dem Punkt angelangt, wie wird man solch eine Regierung am besten los wenn der Großteil des Landes stillschweigend akzeptiert und sich sowas antun lässt bzw. einfach das Weite sucht und auswandert, verständlicherweise.

  8. #38
    Avatar von H3llas

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    Zitat Zitat von Afroasiatis Beitrag anzeigen
    Ja, im Moment ist es noch so.

    Mit diesem Kredit, den man jetzt von der Troika kriegt, wird das Problem auch auf den Staat verlagert. Die Staatsverschuldung wird jetzt rasant steigen, deswegen sollte man was tun, bevor es zu spät ist.
    wie auch immer, wie sich das jetzt entwickelt ist ein andere sache.
    doch als solches ist die krise in zypern nicht wie in griechenland entstanden anhang staatsverschulden...die man nicht mehr tilgen konnte.
    sondern ahang das die banken nicht die nötigen Reserven hatten die sie eigentlich haben muessten.
    das wolte ich nur nochmal betonen, da viele es hier mit griechenland vergleichen, obwohl der vergleich hinkt.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Rhias Beitrag anzeigen
    Ich denke es ist bereits seit 2004 zu spät. Ein Austritt aus der EU ist verdammt schwer, und wird auch absichtlich erschwert, da dieses Gefüge sonst einfach zusammenbrechen könnte.

    Viele Briten wollen bsp. aus der EU, wenn ich mich nicht irre, dann wollte sich sogar der britische Premierminister von der EU entfernen, doch wie wir sehen ist GB immer noch Mitglied der EU und wird auch definitiv nicht austreten. Da wird Zypern eine noch geringere Chance auf Unabhängigkeit haben. Schon krass, wie ganze Nationen auch heute noch an Knebelverträge gebunden werden und damit ihre Unabhängigkeit mehr oder weniger verlieren und sich von Brüssel aus etwas vordiktieren lassen müssen, aber da ist dann halt auch die korrupte Regierung dafür verantwortlich, die sich durch "Spenden" beirren ließen und die ihm wahrsten Sinne des Wortes ihr Volk für nen' Appel und nen' Ei verkauft haben.

    Sehr traurig wie sich das entwickelt hat. Hatte man früher noch gedacht, dass die EU ein kultureller Fortschritt wäre, so mausert sich das ganze mehr und mehr zu einer Wirtschaftsdiktatur.
    ich habe allgemein nicht verstanden warum Zypern einen EU beitritt wolte.
    als eines der kleinsten Wirtschaften europas haben sie selber dadurch keine vorteile je gehabt.
    die dienstleistung die in zypern angeboten wurde, konnte man auch ohne EU machen...und haetten jetzt nicht diese probleme...durch die ganzen EU Richtlinien gesteuert zu werden.
    sie haben wie Luxembourg funktioniert, und nun will die EU dieses zerschmettern...das ist der Todesstoß für zypern.
    bei den eiheimische geldwaescherei Europas in Luxembourg und der Schweiz haben sie natuerlich nichts dagegen.
    haben sicher eine konkurenz gesehen auf Zypern...warum machen sie es in Luxembourg auch nicht so?

  9. #39
    Avatar von Rhias

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    Zitat Zitat von H3llas Beitrag anzeigen


    ich habe allgemein nicht verstanden warum Zypern einen EU beitritt wolte.
    als eines der kleinsten Wirtschaften europas haben sie selber dadurch keine vorteile je gehabt.
    die dienstleistung die in zypern angeboten wurde, konnte man auch ohne EU machen...und haetten jetzt nicht diese probleme...durch die ganzen EU Richtlinien gesteuert zu werden.
    sie haben wie Luxembourg funktioniert, und nun will die EU dieses zerschmettern...das ist der Todesstoß für zypern.
    bei den eiheimische geldwaescherei Europas in Luxembourg und der Schweiz haben sie natuerlich nichts dagegen.
    haben sicher eine konkurenz gesehen auf Zypern...warum machen sie es in Luxembourg auch nicht so?
    Warum sie der EU beigetreten sind? Ich weiß es nicht, vielleicht weiß jemand anderes dazu mehr. Vielleicht hat man sich dadurch eine positive wirtschaftliche Entwicklung erhofft.

    Aber eins sollte dir jedenfalls klar sein, Luxemburg ist fest in der Hand der EU, die Hauptstadt Luxemburg ist Verwaltungssitz der EU. Zudem befindet sich dort der europäische Gerichtshof, der europäische Rechnungshof, das Sekretariat des europäischen Parlaments sowie die europäische Investitionsbank und die Stadt ist Tagungsort des EU-Rates.

    Zypern dagegen obliegt noch nicht der festen Kontrolle der EU, dies versucht man aber im Moment mit den "Pleitepacketen" zu ändern... Pardon, ich meine natürlich mit den "Rettungspacketen", wie dumm von mir das zu verwechseln.

  10. #40

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    Zitat Zitat von H3llas Beitrag anzeigen

    ich habe allgemein nicht verstanden warum Zypern einen EU beitritt wolte.
    als eines der kleinsten Wirtschaften europas haben sie selber dadurch keine vorteile je gehabt.
    die dienstleistung die in zypern angeboten wurde, konnte man auch ohne EU machen...und haetten jetzt nicht diese probleme...durch die ganzen EU Richtlinien gesteuert zu werden.
    sie haben wie Luxembourg funktioniert, und nun will die EU dieses zerschmettern...das ist der Todesstoß für zypern.
    bei den eiheimische geldwaescherei Europas in Luxembourg und der Schweiz haben sie natuerlich nichts dagegen.
    haben sicher eine konkurenz gesehen auf Zypern...warum machen sie es in Luxembourg auch nicht so?
    Zur Frage "warum Zypern überhaupt der EU beigetreten ist", ja, das ist eine Frage, die sich auch immer mehr Zyprioten stellen. 2004 war Zypern eine wirtschaftlich erfolgreiches Land, EU-Hilfsgelder hat man nach dem Beitritt kaum empfangen, da das Pro-Kopf-Einkommen schon etwa beim EU-Durchschnitt lag. Auch von Agrarsubventionen hat man nicht viel profitiert, da der Agrarsektor relativ klein ist.

    Offiziell wurde das mit der Zypern-Frage und eine mögliche Überwindung der Teilung erklärt. Dabei wurde die falsche Annahme gemacht, dass die EU die Türkei aufnehmen will, und dass die Türkei sowieso von der EU aufgenommen werden will, so stellt sich die Republik Zypern dazwischen und zwingt die Türkei zum Kompromiss. Wie wir aber heute sehen, will die EU die Türkei nicht wirklich aufnehmen, und auch die Türkei ist nicht mehr von der EU so begeistert. So, die Verhandlungskraft, die die Republik sich gewünscht hat, gibt es nicht wirklich. Nach fast 10 Jahren in der EU ist die Teilung gar nicht überwunden, und die Aussichten sind auch nicht gut.

    Das war die offizielle Begründung. Was die wirklichen Gründen waren, bin ich mir nicht sicher. Vielleicht hat man erhofft, dass eine EU-Mitgliedschaft das Gefühl einer wirtschaftlichen Stabilität festigen würde, und das wurde noch mehr Geld auf die Insel anziehen, z.B. noch mehr reiche Russen, die ihr Geld in einem stabilen EU-Land bewahren wollten. Z. T. ist das auch passiert, wie wir aber heute sehen, war auch diese Idee der EU als Garantie für wirtschaftliche Stabilität auch eine ganz falsche.



    @Yunan & Rias

    Eure Diskussion ist höchst interessant, auch wenn ich bisher nicht die ganzen Beiträge durchlesen konnte . Mache ich aber bestimmt später.

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