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Annäherungsprozess: Griechen und Türken mögen sich wieder

Erstellt von Kanno, 30.05.2013, 12:41 Uhr · 49 Antworten · 2.381 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    Annäherungsprozess: Griechen und Türken mögen sich wieder

    Auf offizieller Ebene bewegt sich wenig, aber die Menschen der beiden Länder kommen sich näher. Dagegen können selbst Militärs kaum etwas ausrichten.

    Der Bart ist buschig, der Kopfschmuck hoch. Wie jeden Abend zeigt sich Süleyman in voller Pracht im griechischen Fernsehen. Er ist der große Sultan. "Der zehnte Herrscher des Osmanischen Reiches", verkündet er stolz auf Türkisch – und im Untertitel erscheint die griechische Übersetzung.
    Die Szene kennt jedes Kind in Griechenland. In Dauerschleife läuft der Werbespot für die türkische Seifenoper auf einem der größten Privatsender. Jeden Abend in der Woche schaltet ein Drittel aller Fernsehzuschauer ein. Die TV-Serie aus Istanbuler Produktion steht an der Spitze der Quoten-Charts. Wie kann das sein? Hätte man noch vor wenigen Jahren in Griechenland erzählt, dass man einen türkischen Film gut findet – viele hätten einen als Verräter beschimpft.
    Tief verwurzelt war das Misstrauen gegenüber der Türkei. Das gehörte zur nationalen Folklore, zum Gründungsmythos des griechischen Staates. Seit der Loslösung aus dem Osmanischen Reich vor knapp 200 Jahren predigten Priester, Lehrer, Militärs: Die Türken sind unsere Feinde. Ihre Kultur ist minderwertig, die osmanische Zeit muss aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht werden. Wie kann es sein, dass nun türkische Fernsehsendungen in Griechenland so außerordentlich beliebt sind?

    "Mein Gott, die Türken sind uns so ähnlich"

    Süleyman ist nur eine von zehn Seifenopern, die griechische Sender seit dem Jahr 2005 gezeigt haben. Die meisten Produktionen feierten ähnliche Erfolge. Für das Phänomen gibt es eine Erklärung, sagt Dimitrios Triantaphyllou, Direktor des Instituts für internationale Studien an der Kadir Has Universität in Istanbul: "Die Fernsehzuschauer in Griechenland sagen: 'Mein Gott, die Türken sind uns so ähnlich.'"
    Der griechische Wissenschaftler beschäftigt sich seit Jahren mit den Beziehungen der beiden Länder, war Berater des griechischen Außenministeriums, nun unterrichtet er in der Türkei. Er sagt: "Es gibt einen viel stärkeren Austausch zwischen den Menschen als früher. Sie interessieren sich füreinander und für ihre gemeinsame Geschichte." Das deutlichste Anzeichen dafür sei, dass der gegenseitige Tourismus stark wachse.
    Die entsprechenden Zahlen lieferte kürzlich der türkische Premierminister Tayyip Erdoğan, auch wenn er dabei etwas ungenau blieb. "In jüngster Zeit" hätten jeweils eine Millionen Griechen und Türken ihr Nachbarland besucht. Das kann bereits als Erfolg des politischen Annäherungsprozesses gelten, denn die Visa-Vergabe war früher restriktiv.
    Eingeleitet wurde der Wandel im Jahr 1999, als die Europäische Union der Türkei den Status des Beitrittskandidaten verlieh. Griechenland unterstützte den Antrag und erhoffte sich durch die Einbindung der Türkei in die EU mehr militärische Sicherheit und eine Lösung des Zypern-Konflikts. Doch diese Fragen sind bis heute ungeklärt. Auf internationaler Ebene bewegt sich seither wenig, die Menschen der beiden Länder aber kommen sich näher.

    Griechen investieren 6,6 Milliarden Euro in Türkei

    Griechen fahren nach Istanbul und nach Izmir an die türkische Ägäis-Küste. Türken reisen nach Thessaloniki und Thrakien. Sie sind auf Spurensuche, wollen erfahren, wo ihre Familien vor den großen ethnischen Vertreibungen der 1920er Jahre lebten.
    Griechenland überfiel damals die Türkei mit dem Ziel, die griechisch besiedelten Gebiete und letztlich Istanbul zu erobern. Noch heute nennen die Griechen die Metropole mit ihrem alten Namen: Konstantinopel. Der Feldzug endete in der kleinasiatischen Katastrophe. Etwa 1,2 Millionen Griechen und 500.000 Türken mussten ihre Heimat verlassen und in die jeweiligen Staatsgebiete umsiedeln. Vor allem auf diese Zeit geht das politische Trauma der beiden Nachbarnationen zurück.

    "Die Krise in Griechenland hat nun vieles in Bewegung gesetzt", erklärt Alkis Courcoulas, langjähriger Istanbul-Korrespondent einer Athener Nachrichtenagentur. Griechische Unternehmen suchten neue Möglichkeiten in der boomenden Wirtschaft der Türkei, 500 sind laut türkischem Außenministerium bereits in dem Land aktiv. Vor allem Banken, aber auch Firmen aus der Pharmaindustrie, dem Bausektor, der Agrarwirtschaft und dem Tourismus sehen eine Chance. Insgesamt investierten griechische Unternehmen im vergangenen Jahr etwa 6,6 Milliarden Euro.

    Türkische Bank vor griechischem Parlament


    Die türkische Seite sei noch zaghaft, sagt Courcoulis. Das Interesse der Griechen an ihren Nachbarn ist größer als umgekehrt. Das zeigt sich an den Investitionen türkischer Unternehmen, die 2012 bei lediglich 70 Millionen Euro lagen. Darunter sind aber Initiativen mit Symbolwert: Die türkische Ziraat-Bank hat vier Filialen in Griechenland eröffnet, eine davon an der prestigeträchtigen Einkaufsmeile Ermou in Athen, gleich gegenüber dem griechischen Parlament. Auch das wäre vor zehn Jahren undenkbar gewesen oder als feindlicher Expansionismus der Türken gewertet worden.
    Trotz der positiven Entwicklungen wünscht sich der Wissenschaftler Triantaphyllou mehr von den beiden Regierungen. "Es wird besonders auf die wirtschaftlichen Beziehungen gesetzt, aber zu wenig auf staatliche Projekte, um die Menschen zusammenzubringen", sagt er. Ein Schüler- und Studentenaustausch etwa oder gemeinsame Kulturbegegnungen könnten ins Leben gerufen werden.
    Einer solch progressiven Linie aber stehen in beiden Länder noch immer die Militärs im Weg. Sie warnen wie eh und je davor, sich von den alten Feinden einlullen zu lassen. "Wirtschaftliche Verluste kann man wieder gut machen, aber territoriale kaum", sagte kürzlich der frühere griechische Verteidigungsminister und General Frangoulis Frangos bei der Vorstellung seines neuen Buches. Er steht dabei ganz in der Tradition der Nationalkonservativen.
    Die Menschen zumindest in Griechenland lassen sich von solchen Ansagen aber kaum mehr beeindrucken. Bald sendet das Fernsehen das große Finale des Süleyman-Epos. Die Einschaltquoten werden wieder auf Rekordniveau liegen.

    Annäherungsprozess: Griechen investieren 6,6 Milliarden Euro in Türkei | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

  2. #2
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
    08.06.2009
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    64.167
    Viel wichtiger ist das sich die Griechen und Makedonier endlich mal wieder mögen
    Zumindest fürs Forum

  3. #3
    economicos
    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
    Viel wichtiger ist das sich die Griechen und Makedonier endlich mal wieder mögen
    Zumindest fürs Forum
    Also, ich hab nichts gegen Makedonier, auch wenn ich Athener bin.

  4. #4
    Nonqimi

  5. #5
    Avatar von Cobra

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    Zitat Zitat von economicos Beitrag anzeigen
    Also, ich hab nichts gegen Makedonier, auch wenn ich Athener bin.
    Beachte das M in FYROM.....muss man kein Genie für sein

  6. #6
    economicos
    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
    Beachte das M in FYROM.....muss man kein Genie für sein
    Das M steht für die historische Region Macedonien, wo früher die antiken Hellenen/Makedonen lebten

    Ich dachte, du meinst dieses Makedonien

    Makedonien (geographische Region Griechenlands)

  7. #7
    Avatar von Cobra

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    64.167
    Zitat Zitat von economicos Beitrag anzeigen
    Das M steht für die historische Region Macedonien, wo früher die antiken Hellenen/Makedonen lebten

    Ich dachte, du meinst dieses Makedonien

    Makedonien (geographische Region Griechenlands)
    Sicher dachtest du das

  8. #8
    Avatar von H3llas

    Registriert seit
    18.04.2010
    Beiträge
    16.644
    ich habe nichts gegen tuerken, gehe sogar ab und zu zum tuerken und esse da ne Grillplatte mit Lamm und alles was dazu gehört....wo hauptsaechlich 80% der gaeste türken sind.

    ich kenne auch kein griechen der anders darueber denkt.

  9. #9

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    3.316
    [QUOTE=Cobra;3727746]Viel wichtiger ist das sich die Griechen und Makedonier endlich mal wieder mögen
    Zumindest fürs Forum[/QUOTEN

    welche Griechen und Makedonier du Affe sollen sich mögen. Makedonier sind Griechen also mir ist nicht bekannt dass die makedonier sich mit den Griechen nicht verstehen würden.

    2,5 Millionen Makedonier sind Griechen die kannst du kann keiner leugnen dass die existieren

    Für diese äusserung gehörst du lackaffe verwarnt für Hetze und provokation.

  10. #10
    economicos
    Zitat Zitat von Cobra Beitrag anzeigen
    Sicher dachtest du das
    Warum auch nicht, wenn dann schreib Macedonen, so kann ich die Slawen von den Griechen unterscheiden

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