BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 24 von 24 ErsteErste ... 142021222324
Ergebnis 231 bis 237 von 237

Argumente für ein neues Jugoslawien und gegen.

Erstellt von Jovanović, 25.03.2011, 17:32 Uhr · 236 Antworten · 8.973 Aufrufe

  1. #231
    Avatar von Hercegovac

    Registriert seit
    06.04.2008
    Beiträge
    15.011
    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    florierte ? welche Wirtschaft meinst du ?
    Das Hauptaugenmerk der jugoslawischen Wirtschaftspolitik lag jedoch auf dem Ausbau der Industrieproduktion, und bis Ende der 50er Jahre konnten hohe Wachstumsraten erzielten werden. Der Export von Industriewaren verdoppelte sich zwischen 1954 und 1960. Einen großen Teil der dadurch gewonnenen Finanzmittel wurde für die Verbesserung der Lebensbedingungen aufgewandt. Man investierte in das Gesundheits- und Bildungssystem und importierte Konsumgüter. In den 80er Jahren geriet die jugoslawische Wirtschaft in eine tiefe Krise. Der Staat war im Ausland hoch verschuldet und die jährliche Inflation stieg auf über 50 Prozent.

    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    das ist ein Mythos
    inwiefern ?


    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    von was redest du ? welchen Wirtschaftsmarkt verschmelzen ?
    Dogovor za novo doba


    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    und dieses hat den Serben nie gepasst.
    Kennst du die Geschichte von Ramiz Sadiku und Boris Vukmirovic ?

    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    ustig.....wer weint Tito nach ? es sind die Kommunisten und jene die von seinem System profitiert haben. Das Beste ist ,dass die unten immer noch nichts kapiert haben, deshalb gibt es die Sanaders etc....sie heulen rum, aber haben in ihrem Leben nie so hart arbeiten müssen ,wie die Dijaspora....

    Wenn Tito das gewesen wäre, für das ihn hier einige verkaufen wollen, gäbe es heute noch Jugoslawien , aber seine Leidenschaft war eher sein Privatzoo und ein Leben auf Saus und Braus zu führen....nach dem Motto...nach mir die Sinflut
    orst Grabert, Ende der 1970-er Jahre deutscher Botschafter in Jugoslawien, hatte einen sehr vertrauensvollen Dauerkontakt zu Tito und konnte noch Jahrzehnte später die schönsten Tito-Geschichten erzählen. Daraus wurde klar, warum alle die Unrecht haben, die Tito später als Diktator, Kriegsverbrecher etc. hinstellten. Das war Tito nie, denn das hatte er nie nötig.
    Oftmals habe ich mir den „Spaß“ gemacht, spätere Tito-Kritiker zu fragen, was sie am 4. Mai 1980, dem Todestag Titos, getan haben. Wenn sie ehrlich waren, sagten sie „Ich habe geweint“ – und wenn sie etwas anderes sagten, dann logen sie oder waren nationalistische Polit-Emigranten, die sich mit aller Berechtigung nichts in Titos Jugoslawien getraut hatten.

  2. #232

    Registriert seit
    14.06.2005
    Beiträge
    2.144
    Zitat Zitat von Hercegovac Beitrag anzeigen
    Nachhaltig war sie auch nicht. Mit einem richtigem Konzept ist alles möglich, den richtigen Staatschef mit Charisma hatte man schon an seiner Seite, um wichtige politische Ziele durchzusetzen bzw international ne große Nummer zu sein.
    Erste Reformansätze, freie Meinungsäußerung und zarte Demokratisierungsbestrebungen entwickelten sich kurz nach Tito´s Tod. Was nun fehlte war ein von der Spitze steuerndes Element, so wie es in Russland mit Gorbatschow der Fall gewesen ist. Die Chance Jugoslawien in ein neues Zeitalter zu führen war in dem Moment verpasst, als in einem Konglomerat aus Militär, Apparatschiks und Nationalisten es Milosevic 1987 schaffte, Ivan Stambolic wegzuputschen. Ursächlich ging es diesem Flügel vermutlich eher nur darum, seine Macht zu behalten und sich von einer drohenden Revolution nicht überrollen zu lassen. Um das ganze populär erscheinen zu lassen, bediente man sich des Nationalismus. (Frei nach Pesic). Es folgte eine umfassende Säuberungswelle in den serbischen Medien, die alles auf "Spur" brachte.

    Vielversprechende Reformansätze gab es dabei auch: Markovics Wirtschaftsprogramm z.B. war der richtige Ansatz die jugosl. Wirtschaft leistungs- und wettbewerbsfähig zu machen. Leider kam Markovic zu spät und geriet zwischen die Fronten.

    Ken Parker bringt es mit der Formulierung des Ersten und Zweiten Jugoslawiens gut auf den Punkt, dem ist nichts hinzuzufügen.

    Auf die Frage nach der Jugoslawien-Rennaisance: Eine Wirtschafts- Zoll und Handelsunion wäre wohl am realistischsten und nichts was als "Aufoktroyieren" empfunden werden könnte. In der Regel entwickeln sich solche Kooperationsabkommen weiter und wenn die Völker dann auch irgendwann von einem neuen Staatenmodell überzeugt sein sollten, wäre dieses Jugoslawien "von unten" gebaut und sicherlich nachhaltiger als das was wir bisher gesehen haben. Aber bis dahin dürfte es ein weiter weiter Weg sein, falls er überhaupt je gegangen wird.

  3. #233
    Avatar von Hercegovac

    Registriert seit
    06.04.2008
    Beiträge
    15.011
    Zitat Zitat von LordVader Beitrag anzeigen
    Erste Reformansätze, freie Meinungsäußerung und zarte Demokratisierungsbestrebungen entwickelten sich kurz nach Tito´s Tod. Was nun fehlte war ein von der Spitze steuerndes Element, so wie es in Russland mit Gorbatschow der Fall gewesen ist. Die Chance Jugoslawien in ein neues Zeitalter zu führen war in dem Moment verpasst, als in einem Konglomerat aus Militär, Apparatschiks und Nationalisten es Milosevic 1987 schaffte, Ivan Stambolic wegzuputschen. Ursächlich ging es diesem Flügel vermutlich eher nur darum, seine Macht zu behalten und sich von einer drohenden Revolution nicht überrollen zu lassen. Um das ganze populär erscheinen zu lassen, bediente man sich des Nationalismus. (Frei nach Pesic). Es folgte eine umfassende Säuberungswelle in den serbischen Medien, die alles auf "Spur" brachte.

    Vielversprechende Reformansätze gab es dabei auch: Markovics Wirtschaftsprogramm z.B. war der richtige Ansatz die jugosl. Wirtschaft leistungs- und wettbewerbsfähig zu machen. Leider kam Markovic zu spät und geriet zwischen die Fronten.

    Ken Parker bringt es mit der Formulierung des Ersten und Zweiten Jugoslawiens gut auf den Punkt, dem ist nichts hinzuzufügen.

    Auf die Frage nach der Jugoslawien-Rennaisance: Eine Wirtschafts- Zoll und Handelsunion wäre wohl am realistischsten und nichts was als "Aufoktroyieren" empfunden werden könnte. In der Regel entwickeln sich solche Kooperationsabkommen weiter und wenn die Völker dann auch irgendwann von einem neuen Staatenmodell überzeugt sein sollten, wäre dieses Jugoslawien "von unten" gebaut und sicherlich nachhaltiger als das was wir bisher gesehen haben. Aber bis dahin dürfte es ein weiter weiter Weg sein, falls er überhaupt je gegangen wird.
    Ich seh den Knackpunkt darin, dass viele Politiker zu Tito's Lebenszeit große Jugoslawien miemten und später zu radikalen Staatsführern wurden a la Milosevic und Tudjman. Ich meine, man hätte alles im politischem Sinne verhindern können, hätte man vorgesorgt. Natürlich ist sowas schwer vorzusehen aber jedoch auf bei der damaligen Lage ersichtlicht. Insofern hätte man die UDBA evtl paar Jahre vor Tito's Tod auf Milosevic, Tudjman und co ansetzen sollen und beim Aufkeimen von nationalistischen Ideen, Theorien bzw Ansätzen, um es radikal auszudrücken, sie liquidieren müssen. Darin sehe ich moralisch nix verwerfliches, denn es hätte im nachinein viel Leid erspart.

    1978-1984 hätte man intervenieren bzw aggieren müssen, um Jugoslawien zu Retten und das hat man verpasst, wie es oben schön erklärt hast.

  4. #234

    Registriert seit
    14.06.2005
    Beiträge
    2.144
    Zitat Zitat von Hercegovac Beitrag anzeigen
    Ich seh den Knackpunkt darin, dass viele Politiker zu Tito's Lebenszeit große Jugoslawien miemten und später zu radikalen Staatsführern wurden a la Milosevic und Tudjman.
    Tudjman spielt in der destruktiven Entwicklung Jugoslawiens im Zeitabschnitt 1987-1989 keine Rolle.

    Zitat Zitat von Hercegovac Beitrag anzeigen
    Ich meine, man hätte alles im politischem Sinne verhindern können, hätte man vorgesorgt. Natürlich ist sowas schwer vorzusehen aber jedoch auf bei der damaligen Lage ersichtlicht. Insofern hätte man die UDBA evtl paar Jahre vor Tito's Tod auf Milosevic, Tudjman und co ansetzen sollen und beim Aufkeimen von nationalistischen Ideen, Theorien bzw Ansätzen, um es radikal auszudrücken, sie liquidieren müssen. Darin sehe ich moralisch nix verwerfliches, denn es hätte im nachinein viel Leid erspart.
    Das wäre aber wieder ein aufgezwungendes Konzept. Gäbe es keinen Milosevic, wäre dann ggf. ein Jovic an die Macht gekommen. Auch gab es genügend Tudjmans. Diese Leute kannst Du nicht mit Gewalt bekämpfen, sondern nur dadurch in dem Du das Volk überzeugst das deren Ideen falsch und destruktiv sind.

    Zitat Zitat von Hercegovac Beitrag anzeigen
    1978-1984 hätte man intervenieren bzw aggieren müssen, um Jugoslawien zu Retten und das hat man verpasst, wie es oben schön erklärt hast.
    Wie erwähnt. Schon kurz nach Tito´s Tod gab es Ansätze zur Aufarbeitung und Demokratie. Gut zu beobachten ist dies an der durchaus erfolgreichen Kinematographie. Filme wie z.B. "Otac na sluzbenom putu" oder "Put u Kinshasu", die sich kritisch mit dem frühen Nachkriegsjugoslawien und dem UDBA-Terror auseinandersetzten, waren in den 70-ern unmöglich. Auch in der Presse gab es zarte Ansätze sich von dogmatischen Fesseln zu befreien. Leider waren diese nicht kräftig und stark genug, um zu verhindern das sich die Hardliner durchsetzten.

  5. #235
    Avatar von Allissa

    Registriert seit
    07.08.2009
    Beiträge
    44.232
    Zitat Zitat von Ken Parker Beitrag anzeigen
    Dafür:

    - mehr wirtschaftliches und politsches Gewicht
    - Bessere Nutzung von Synergien
    - höhere qualität im Sport
    - Vielseitigkeit
    - Dass wir von Aussenstehenden alle in einen Topf geworfen werden, hätte endlich seine Berechtigung

    Dagegen:

    - zu viel Konfliktpotenzial (muss ich das näher erläutern?)


    Wie stehe ich zu Jugoslawien:

    Es war das Land, in dem ich einen guten Teil meiner Kindheit verbracht habe, aber als Jugoslawien habe ich es nur in der Jugo-Schule in der Schweiz wahrgenommen. Ich stamme aus einer Familie, welche seit je her von Kroatien sprach und selten von Jugoslawien. Wenn mein Bruder und ich z.B. (Schweizer-)Deutsch sprachen, hiess es nicht wie bei anderen Kindern "govorite Jugoslavenski" sondern "govorite Hrvatski". Vieles, was ich im Bezug auf Geschichte in der Jugo-Schule gelernt habe, wurde von meinen Eltern anders dargestellt.

    Was halte ich von Jugoslawien:

    Die Idee finde ich prinzipiell gut, denn Jugoslawien war etwas Besonderes, aber sie wurde meiner Meinung nach falsch umgesetzt. Das erste "Jugoslawien" in der damaligen Form wiederspiegelte nicht den Wunsch eines grossen Teils der nichtserbischen Bevölkerung bzw. deren Vertreter. Um diesen Umstand hat man sich aber zu wenig gekümmert. Keine gute Basis für eine friedliches Zusammenleben. Das zweite Jugoslawien baute auf Blut, Repression und Totschweigen/Lügen auf, hatte kein stabiles Fundament (vor allem wirtschaftlich) und war nicht in der Lage, auf politische Veränderungen in der Welt zu reagieren und sich entsprechend zu verändern. Titos Slogan "bratstvo i jedinstvo" wurde "befohlen", anstatt dass Grundlagen geschaffen worden wären, damit die Menschen den Slogan verinnerlichen und tatsächlich leben, was, wie wir in den 90ern gesehen haben, nur vordergründig der Fall war. Dass Tito dann entsprechend mit eiserner Hand regieren musste, um Jugoslawien erhalten zu können, war eine logische Schlussfolgerung der Umstände. Das kreide ich ihm nicht einmal gross an (Mord und Totschlag hingegen schon). Sein gravierenden Fehler war in meinen Augen, dass er sich zu sehr in der Rolle des Weltpolitikers suhlte und der Innen- und Wirtschaftspolitik zu wenig Beachtung schenkte.
    Den Kommunismus erachte ich grundsätzlich als gutes weil gerechtes aber eben nicht umsetzbares System (weshalb es den "wahren Kommunismus" auch nie gegeben hat). In den heutigen globalisierten Zeiten noch weniger als früher. Der Titoismus war, das muss man zugestehen, noch die beste Unterform des Kommunismus, aber Titos Wirtschaftspolitik war eine Sackgasse. Um das Haushaltsdefizit, welches mit einer klugen und nachhaltigen Wirtschaftspolitik nie diese Ausmasse angenommen hätte, finanzieren zu können, nahm man Inflationen von über 20% in Kauf. Wäre Jugoslawien nicht auseinandergefallen, wäre ohne tiefgreifende Änderungen der Bankrott eingetreten. "In Jugoslawien war vieles besser"-Nostalgiker scheinen nicht zu verstehen, dass Jugoslawien in seiner Form langfristig ohnehin nicht überlebensfähig gewesen wäre. Nur wären tiefgreifende Reformen ohne Panzer und Artillerie wünschenswerter gewesen, als der Weg, den wir gewählt haben.

    Mein Fazit: Ein neues Jugoslawien würde nicht funktionieren. Einerseits ist zu viel geschehen, andererseits wird das Geschehene auch nicht auf diese Weise verarbeitet, als dass ein friedliches Zusammenleben möglich wäre.
    da hast du recht....alles andere in diesem beitrag sehe ich nicht so wie du.

  6. #236
    Avatar von Arbanasi

    Registriert seit
    14.10.2009
    Beiträge
    6.534
    Für, gibts keine. Dagegen, ne menge... so einen scheiss braucht kein Mensch

  7. #237
    Avatar von Prizrenac_

    Registriert seit
    17.10.2010
    Beiträge
    517
    Jugoslawien war wirklich einfach schönn! Aber ein neues naja lieber nicht mann sieht was das für folgen von sich bringt....

Seite 24 von 24 ErsteErste ... 142021222324

Ähnliche Themen

  1. Was sagt ihr für ein neues Jugoslawien
    Von Srb_Faca_Srb im Forum Rakija
    Antworten: 292
    Letzter Beitrag: 08.05.2014, 00:39
  2. Neues Jugoslawien
    Von Bosnian-Boy im Forum Kriminalität und Militär
    Antworten: 100
    Letzter Beitrag: 07.02.2010, 06:44
  3. Seit ihr für ein neues Jugoslawien?
    Von mkbohj im Forum Politik
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 30.10.2009, 16:14
  4. Antworten: 73
    Letzter Beitrag: 04.05.2009, 17:13