Armut und Skandale in Kosova


Armut in Kosova +++ Ein Palast für Rugova +++ Eine mutige Frau


Am 16 Juli schrieb Pjeter Pergjoka einen Artikel in der Zeitung „Koha Ditore“, über die soziale Lage in Kosova. Der Autor ist Sekretär eines wichtigen sozialen Vereins mit dem Namen „Mutter Theresa“. Der Artikel erschien zum „Tag der Menschenrechte“ unter dem Titel: „Das einundzwanzigste Jahrhundert muß das Jahrhundert des Kampfes gegen die Armut werden“. Der Autor weist daraufhin, dass Kosova nicht nur das ärmste Land in Europa ist, sondern sich zügig in Richtung des Lebensstandards vieler Ländern am afrikanischen Kontinent entwickelt. Perjoka stützt sich auf Untersuchungen der „Weltbank“ zu Kosova, sowie auf Studien des Institutes Riinvest in Prishtina. Pergjoka schreibt: „ Kosova hat 2,5 Millionen Einwohner, davon leben 1,25 Millionen in Armut. Nach einer Untersuchung der „Weltbank“ leben 13% der Bevölkerung in extremer Armut.“

Unter extremer Armut wird existenzbedrohender Kalorienmangel, mit dem Risiko des Todes durch Unterernährung verstanden. 50 % der Bevölkerung Kosovas haben nach dem Artikel mangelnden Zugang zu sauberem Wasser, leiden unter Wohnungsnot und können ihren Kalorienbedarf nur mangelhaft befriedigen. Allerdings besteht für sie keine akute Todesgefahr. Pergjoka kritisiert die UN in Kosova, die „laufend ihre eigenen Vorgaben bezüglich der Menschenrechte in Kosova verletzt“. Diese Kritik an der internationalen Staatengemeinschaft ist gerechtfertigt. Denn seit sechs Jahren herrscht die UNMIK-Verwaltung in Kosova. Der Autor hat allerdings nur einen Artikel mit untersuchendem Charakter geschrieben. Lösungsmöglichkeiten bietet er keine an. Das war aber auch nicht die Absicht des Autors, denn der erste Schritt jeder progressiven Tat ist das Aussprechen dessen was ist.


Rugova und sein „Weißes Haus“

„Präsident“ Rugova will unbedingt einen „Präsidentenpalast“ für sich. Die „Ausschreibung“ gewann eine ominöse italienische Firma mit dem Namen „Promoint“. Diese Firma mit Sitz in Genua, wurde erst im Januar 2004 gegründet, sie verfügt über keinerlei Bilanz und Bauprojekte dieser Firma sind unbekannt. Dennoch gewann diese Firma die „Ausschreibung“ in Prishtina. Sie soll Gerüchten zufolge bereits 1,8 Millionen Euro für das Bauvorhaben kassiert haben. Der Architekt der Firma „BX Architekt SA“ ( Schweiz) Xhemil Shehu kritisierte dies in einem Gespräch mit der Zeitschrift Lajm (Nachrichten) auf das schärfste. Der in der Schweiz tätige Architekt, sprach von „dunklen Geschäften in Prishtina“ und von der Tatsache das die Phantomfirma um rund 60% teuerer war, als alle anderen Bewerber.

Rugova plant zudem eine repräsentative Architektur in Prishtina. Auch damit soll sich die genannte Firma beschäftigen. Kritikern wird aus der Umgebung des Präsidenten geantwortet: „ Das Zentrum von Tirana wurde mit 300 Millionen Dollar instandgesetzt. Wir benötigen nur 300 Millionen Dollar für die strategische Erneuerung Prishtinas:“ Vorläufig wurde jetzt jedoch das Projekt „Präsidentenpalast“ gestoppt. Am Tag der Grundsteinlegung am Donnerstag den 16. Juni durfte Rugova nur einmal den Spaten in den Boden stecken. Die UNMIK untersagte jede weitere Bautätigkeit, denn das Projekt sei nicht genehmigt, das Grundstück nicht erworben und es gebe keinen Parlamentsbeschluß. Diese Affäre wurde im wesentlichen durch die Presse von Herrn Pacoli aufgedeckt. Pacolli ist ein schwer reicher international tätiger Bauunternehmer, dem die Geschäfte des Herrn Rugova an ihm vorbei offensichtlich nicht gefallen.


Edita Tahiri kritisiert ihren ehemaligen Chef

Frau Tahiri war einst eine der engsten Mitarbeiterinnen von Ibrahim Rugova. Gegenwärtig ist sie Vorsitzende der Partei „ Demokratische Alternative Kosovas“ Vor dem „Forum für Politik“ kritisierte sie Präsident Rugova und die LDK am 14. Juli in Prishtina schwer. Frau Tahiri sagte: „ Rugova ist ein schlechter und egomanischer Politiker. Ich habe die Finger von der LDK gelassen, als ich die Phänomene in der LDK begriff. Unter Rugova herrscht Korruption und es wird eine Politik zugunsten eines Familienclans betrieben. Selbstverständlich fehlen der LDK demokratische Mechanismen, denn diese könnten die Autokratie von Rugova gefährden.“ Das waren mutige Worte einer Frau, wenn man daran denkt, dass vor einigen Wochen die illegale Organisation „Sigurimi I Atdheut“ ( Sicherheit des Vaterlandes) jeden Roguva Kritiker, innerhalb und außerhalb der LDK, mit dem Tod bedrohte.

Quelle: Koha Ditore