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Zum Auseinanderbechen Jugoslawiens verhalf ein amerikanisches Gesetz

Erstellt von Fitnesstrainer NRW, 02.04.2011, 00:20 Uhr · 114 Antworten · 4.193 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Ilan

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    Zitat Zitat von Bambi Beitrag anzeigen
    weiterhin ist das einer der üblichen "Der Westen ist Schuld"-Threads.
    Ist doch typisch Balkaner, immer sind die anderen Schuld.

    Zitat Zitat von Pjetër Malota Beitrag anzeigen
    machen wir uns nichts vor das land jugoslawien hätte nie bestehen bleiben können auch ohne den westen nicht
    die wirtschaft lief am ende nicht gut, die kroaten und slowenen hatten die nase voll die anderen republiken finanziell
    zu versorgen auch ohne einen krieg oder westlichen einfluss wäre das land früher oder später gescheitert
    Sogar kurz vor Titos Tod ging Jugoslawien bankrott. Und wenn die Menschen arm sind, brauchen sie einen, der grosse Reden schwingt, auch wenn es gelogen ist. Und so wurden die nationalistischen Strömungen in Jugoslawien auch immer stärker.

    Jugoslawien wäre später auch zerbrochen, und zwar in etwa wie die Sowjetunion. Ein jugoslawischer Gorbatschow hat gefehlt.

  2. #42
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

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    3.309
    Sag mal Josip Frank, wo liest du denn heraus das ich einzig die USA für den Zerfall verantwortlich mache ?

    Das die Politik von Milosevic massgeblich dazubeigetragen hat, dass habe ich doch in fast jedem meiner Beiträge in diesem Thread erwähnt^^

    ...naja

    Allerdings war die Politik von Tudjman und Izetbegovic ebenfalls eine nationalistische welche den Kriegsausbruch gefördert hat. Man lese und verstehe meinen letzten Beitrag, wenn man denn will.

    Was einem nicht gefällt wird immer schnell als Propaganda oder Verschwörungtheorie abgetan, allerdings sind das alles Fakten.
    Oder hat Tudjman etwa nicht so wie Milosevic auch aggressiv seine Ziele in BiH zu verwirklichen gesucht....natürlich ebenfalls durch Stellvertreter.

    Das Milosevic ein Nationalist im Kommunistengewand war brauchst du mir gegenüber nicht betonen, denn der Threadsteller, also ich, hat schon erwähnt das Milosevic seine Politik katastrophal war....

    ...aber du mein lieber hast wohl in deinen Schilderungen Onkel Tudjman ganz vergessen, der wie Josipovic ganz treffend beschreiben hat mit seiner Politik verantwortlich war, dass "Kroatien zum Schlechten in BiH beigetragen hat."

    Tja, die Serben haben diesen Krieg nunmal nicht alleine geführt. Es gab drei grosse Aggressoren und noch 40 Paramilitärische kleinere alleine in BiH.

    Izetbegovic lasse ich jetzt mal aussen vor, denn ich habe im letzten Beitrag schon ausführlich dazu geschrieben.


    Sooo, auch für dich:
    Das eigentliche Thema des Threads ist aber das die USA mit dem im Eingangspost bschriebenen Gesetz eine Vorausetzung für den Zerfall YUs bewusst geschaffen haben, trotz der Warnungen unter anderem von Zbigniew Brzezinski (ehem. Berater im weissen Haus) das dies zu einem Bürgerkrieg führen wird.....aber wer weiss vielleicht ist der ehem. Berater des US-Präsidenten ja auch nur Opfer einer serbischen Verschwörungstheorie.

    Ach ja nochwas.
    Du kannst natürlich glauben was du willst. Allerdings würde ich dir empfehlen dir meine Beiträge komplett durchzulesen, damit das was du antwortest auch zu dem passt was ich geschrieben habe.

  3. #43
    Avatar von Josip Frank

    Registriert seit
    14.02.2011
    Beiträge
    9.007
    Zitat Zitat von Fitnesstrainer NRW Beitrag anzeigen
    @Born in Yugoslavia



    Wie gesagt das Milosevic seine Politik katastrophal war, gebe ich zu. Insbesondere die Aufhebung der Autonomie des Kosovo und der Vojvodina mussten die nationalen Fliehkräfte innnerhalb der Republiken weiter beflügeln.

    Aber auch die Politik von Tudjman war eine einzige Katastrophe. Der Entzug des konstitutven Statuses der Serben in Kroatien, die Massenentlassungen von Serben, und die Aussage das er "froh sei das seine Frau keine Serbin oder Jüdin sei", sprechen eine deutliche Sprache, welche dem Nationalismus von Milosevic in Nichts nachtsteht und erahnen lassen das Tito gut daran tat ihn seinerzeit von der politischen Bühne zu entfernen bzw in den Knast zu stecken.
    Auch hat Kroatien den ersten miltärischen Zwischenfall in BiH zu verantworten, und auch selbst versucht Gebiete mit Bevölkerungmehrheit ggf abzuspalten. Auch hier steht Tudjman in seine Ambitionen einem Milosevic in Nichts nach.


    Was ist mit Izetbegovic ?
    Er war wohl zu Anfang der Größte Wendehals vor Kriegsausbruch und hat auch seinen nicht unerheblichen Teil zur Eskalation beigetragen.
    Zunächst hat er sich an den Vorschlag Sloweniens und Kroatiens angelehnt YU in eine Konföderation um zu wandeln.
    Aus heutiger Perspektive, ist klar, dass dieser Vorschlag von der serbischen Seite hätte angenommen werdfen sollen, auch wenn dies einen herben wirtschaftlichen Rückschlag für die ärmeren Teilrepubliken bedeutet hätte.
    Als jedoch Kroatien, dank deutscher Rückendeckung, klar auf Unabhängigkeitskurs ging, wolllte er von einer Konföderation auch nichts mehr wissen. Einen Vorschlag von Karadzic zu einer Konföderation der Völker in BiH lehnte Izetbegovic auch ab.
    AM 17. März 1992 unterzeichneten alle betroffenen Parteien, auch Izetbegovic, das "Lissabon-Agreement", welches eine Kantonalisierung BiHs in ethnisch dominierte Kantone vorsah. Einen Tag später jedoch, am 18. März, zog Izetbegovic seine Unterschrift, nach einem Gespräch mit dem US-Aussenminister (was gut zum Thema passt), wieder zurück.
    Die Posavina, welche bei Umsetzung des Lissabon-Agreements ein kroatischer Kanton innerhalb BiHs geworden wäre, wurde ab dem 25. März 1992 sukzessive von kroatischen Truppen besetzt. Dies war auch der Beginn des Krieges in BiH.

    Alle Parteien waren nationalistisch, keiner war nur Verteidiger und keiner nur Angreifer. Das das serbische Militär und Paramilitärs im Verlaufe des Krieges, aufgrund seiner relativen Überlegenheit dabei die meisten Toten, insbesondere Bosniaken, verursacht hat, ist doch klar. Das bezweifle ich nicht. Doch auch die anderen Parteien, Kroaten und Bosniaken, sowie deren Paramilitärs (es wurden alleine im Bosnienkrieg über 40 unterschiedliche Paramilitärische Gruppen gezählt) haben, wo immer sie die Stärkeren waren mit den gleichen Mitteln und Methoden gearbeitet, nur war der angerichtete Schaden entsprechend dem Verhältniss ihrer militärischen Stärke.

    Lies dir mal den ersten untestrichenen Satz im Eingangspost durch:
    Thema des Threads ist nicht wessen Ziele legitim waren.( Meiner Meinung nach hat keine der genannten Parteien legitime Ziele).
    Thema des Threads ist die Rolle der USA, welche ein Auseinaderbrechen YUs gefördert hat (durch finazielle Erpressungmanöver) und einen Bürgerkrieg, trotz Warnungen, billigend in Kauf genommen hat.
    Die serbische Politik in den 80er war der Auslöser für den Konflikt.

    In Kroatien sind Serben entlassen worden. Gehen wir doch auf einzelne Beispiele ein :

    * 1969 Ekonomskoj politici u Saveznoj upravi Srba je bilo 73,6 %, a Hrvata samo 8, 6 %, im Jahr 1978 6 %

    * in Jugoslawien waren bei der Armee und Polizei Serben zwischen 75 und 80 % vertreten

    * In Zagreb ( SFRJ Zeit ) lebten weniger als 5 % Serben, 60 % der Polizei in Zagreb waren Serben.

    * 78 % der Milicija in der Rep Kroatien waren Serben in BiH 82 %

    Serben waren in Gesamtjugoslawien überproportional in Wirtschaft, Politik und Militär vertreten.

    Wer spricht hier von Massenentlassungen ?

    Dein Versuch hier kollektive Schuld zu verkaufen wird nicht funktionieren.


    In der Verfassung von 1974 war die Sezession geregelt. Jugoslawien war den Serben wie Milosevic egal. Es ging nur um die Vereinigung der Länder wo Serben lebten.
    Oj, Srbijo iz tri dela, ponovo ćeš biti cela. / Oh Serbien aus drei Teilen, wieder wirst Du Einig sein.

  4. #44
    Grasdackel
    Zitat Zitat von Jovanovic Beitrag anzeigen
    Der Kommunismus war das Problem, ansonsten wäre YU noch heute auf der Weltkarte.

    Das sehe ich anders, Jugoslawien hätte mehr Kommunismus gebraucht.

  5. #45
    Cvrcak
    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    Fitness Trainer scheint besessen zu sein von den Verschwörungstheorien.

    Das Scheitern Jugoslawiens hier auf die USA und zurückzuführen zeigt doch klar, daß einige Serben nichts dazugelernt haben. Geht man auf die Ereignisse von damals ein wird man keine Antwort bekommen. Ich versuche es noch einmal :

    Vorab: Erläuterung für jene die ggf. nicht die fundierten Kentnisse über die damalige Sachlage haben:
    Ab 1974 bestand Jugoslawien -im Rahmen einer Verfassungsreform- aus 6 Teilrepubliken und 2 Autonomen Gebieten. Dies waren jeweils (Immer mit dem Kürzel SR / Sozialistische Republik davor): Slowenien, Kroatien, Bosnien & Hercegovina, Serbien, Makedonien und Montenegro. Die autonomen Gebiete waren die Vojvodina und das Kosovo, welche formell als Serbien zugehörig galten, praktisch aber einen Republiksstatus hatten. Dies drückte sich in den Stimmrechtsanteilen im Rahmen des jugoslawischen Staatspräsidiums aus, dort hatte jeder das Stimmrecht mit der Gewichtung von 1 Stimme. Dieser Sachverhalt ist wichtig um die späteren Ereignise und die offensichtlichen Vorhaben Milosevics besser zu verstehen.


    Vereinigung serbischer Länder:
    Mitte der 80-er fordern serbische Intellektuelle der serbischen Akademie der Wissenschaften die Vereinigung aller Serben in einem (serbischen) Staat. Ob nun als Folge daraus oder nicht (spekulativ), folgen 1987 definitiv Beschlüsse des serbischen ZK als Grundlage die man als Beginn einer Antibürokratisierungs-Revolution bezeichnet. Vornehmliches Ziel war hier aber weniger eine „Debürokratisierung“, sondern das Streben die Autonomien des Kosovo und der Vojvodina abzuschaffen, praktisch eine Forderung des oben erwähnten SANU-Memorandums.


    Die ganze Stimmung wurde zunehmend nationalistisch, was u.a. auch durch mediale Präsenz von Ultranationalisten wie Vojislav Seselj keinem entgehen konnte. Das ganze ist insofern erstaunlich wenn man bedenkt, das noch 1-2 Jahre zuvor jede Form von Nationalismus massiv verfolgt wurde. Folgender Satz drückt diese Stimmung 1987 daher ganz gut aus:

    Oj, Srbijo iz tri dela, ponovo ćeš biti cela. / Oh Serbien aus drei Teilen, wieder wirst Du Einig sein.

    1980 Tito, der wichtigste Integrator, stirbt. Es beginnen die ersten nat. Bestrebungen auf serbischer Seite, verknüpft mit der Forderung nach Reintegration der beiden Autonomen Republiken.

    1985 Serbische Intelektuelle fordern die Vereinigung aller Serben. Dieses Memorandum gilt heute als der Sprengstoff für den Jugoslawien-Konflikt

    1987 beschliesst das serbische ZK die "antibürokratische Revolution" die nicht anderes vorsieht als die Schaffung eines starken Serbiens im jugoslawischen Republiksverband in dem die Autonomien aufgehoben werden. Das stabilisierende 6+2 Konzept wird von Milosevic ausgehebelt.

    Schauen wir uns nun an, wie Slobodan Milosevic als neuer starker Mann der serbischen Kommunisten dieses Ziel umsetzte:

    Am 6.10.1988 tritt die Führung der Vojvodina Autonomie zurück. Ihre Plätze werden von Milosevic Getreuen eingenommen. Dem vorausgegangen sind massive, organisierte Proteste, u.a. das Bewerfen des lokalen Regierungsgebäudes mit Joghurt (Daher: „Jogurt Revolucija“)

    Am 7.10.1988 beginnen nun von Milosevic initiierte Massenproteste in der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro die am 11.1.1989 mit dem Rücktritt der kompletten Republikführung enden. Auch hier finden sich Milosevic-Getreue an den Machtschaltstellen wieder

    Am 23.3.1989 knickt das kosovarische Autonomieparlament ein und beschließt praktisch die Vorlage von Milosevic die zur drastischen Autonomieeinschränkung führt. Vorausgegangen sind albanische Proteste gegen die Autonomiereduktion, die von jugoslawischen Armee- und Polizeikräften gewaltsam unterbunden wurden.



    Fitnesstrainer wird mir sicher erklären , auf welcher Lohnliste der USA Slobodan Milosevic stand

    Viele vergessen oder wollen es absichtlich unter den Teppich kehren, das Milošević bereits ab 1980 sein Traum von Grosserbien verwirklichen wollte, da gab es noch kein Tuđman oder Izetbegović.

    1981 Verbrechen an Kosovoalbanern

    Im März und April 1981[6] kam es zu gewalttätigen Demonstrationen der albanischen Studenten in Priština, die gegen die schlechten Lebensbedingungen und die Perspektivlosigkeit – den meisten erwartete nach dem Abschluss die Arbeitslosigkeit – aufbegehrten. Auch wurden Forderungen nach der Anerkennung als eigenständige Republik innerhalb Jugoslawiens laut. Forscher haben mindestens fünf Untergrundgruppen gezählt, die 1981 tätig waren: Die Bewegung für die Nationale Befreiung des Kosovo, die Gruppe der Marxisten-Leninisten des Kosovo und die Rote Front setzten sich für die Vereinung des Kosovo mit der Sozialistischen Volksrepublik Albanien ein. Die Kommunistische Partei der Marxisten-Leninisten Jugoslawiens und die Bewegung für eine Albanische Republik in Jugoslawien (Lëvizja e Republikës shqiptare në Jugosllavi) forderten den Republikstatus für die Provinz[7]. Die serbische Regierung beschuldigte Tirana der Unterstützung des Separatismus in Kosovo, allerdings gab es unter den Demonstranten nur wenige, die in erster Linie Unterstützer von Enver Hoxhas Regime waren. Als es so aussah, als ob die Kosovo-Regierung des Aufstandes nicht Herr werden könnte, wurde der Ausnahmezustand ausgerufen und Polizisten aus Zentralserbien rückten in Priština ein und knüppelten den Aufstand brutal nieder. Die Führung des Kosovo wurde auf Befehl Belgrads ausgewechselt. Seitdem nahmen die Spannungen zwischen Albanern und Serben stetig zu, und die Regierungsorgane auf Bundes- wie auch auf Provinzebene waren nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Vielmehr heizten sie den Nationalitätenkonflikt durch gegenseitige Schuldzuweisungen weiter an. Während der nächsten acht Jahre wurden insgesamt 584.373 Albanier verhaftet, verhört oder verwiesen.

    Nach den Unruhen im Kosovo bildete sich ein „Komitee der Serben und Montenegriner“, das mit Petitionen und Protestversammlungen versuchte, auf die von ihnen als schlecht empfundene Lage ihrer Volksgruppe im Kosovo aufmerksam zu machen. Seine Mitglieder waren neben ansässigen Serben auch pensionierte Militärs, entlassene Polizisten und Geheimdienstler aus der Ranković-Ära sowie Kriminelle. Für seine erste Petition sammelte es zwar nur 76 Unterschriften, nach vier Jahren war die Zahl der Unterstützer jedoch auf 50.000 angewachsen. Slobodan Milošević, damals Chef des BdK Serbiens, besuchte am 24. April 1987 das Kulturhaus in Kosovo Polje, nachdem er sich vier Tage zuvor mit den Anführern dieses Komitees abgesprochen haben soll und eine landesweite Fernsehübertragung sichergestellt hatte. Während seiner Rede inszenierten Mitglieder des Komitees vor dem Kulturhaus eine Schlägerei mit der mehrheitlich albanischen Polizei. Vor laufenden Kameras beschwerten sich Serben bei Milošević, dass sie von der albanischen Polizei geschlagen würden, worauf Milošević vor die Menge trat und rief: „Niemand darf euch schlagen!“ Dieser Auftritt wurde in den folgenden Wochen ständig im Fernsehen wiederholt und begründete Miloševićs weiteren politischen Aufstieg.
    Geschichte des Kosovo

  6. #46

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    Zitat Zitat von Grdelin Beitrag anzeigen
    Das sehe ich anders, Jugoslawien hätte mehr Kommunismus gebraucht.
    Jugoslawien wird sicherlich nicht mit dem Kaptialismus klappen, ja da hast du Recht. Es gibt echt keine Alternative naja...noch nicht!

  7. #47
    Avatar von Josip Frank

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    Zitat Zitat von Cvrcak Beitrag anzeigen
    Viele vergessen oder wollen es absichtlich unter den Teppich kehren, das Milošević bereits ab 1980 sein Traum von Grosserbien verwirklichen wollte, da gab es noch kein Tuđman oder Izetbegović.

    1981 Verbrechen an Kosovoalbanern

    Im März und April 1981[6] kam es zu gewalttätigen Demonstrationen der albanischen Studenten in Priština, die gegen die schlechten Lebensbedingungen und die Perspektivlosigkeit – den meisten erwartete nach dem Abschluss die Arbeitslosigkeit – aufbegehrten. Auch wurden Forderungen nach der Anerkennung als eigenständige Republik innerhalb Jugoslawiens laut. Forscher haben mindestens fünf Untergrundgruppen gezählt, die 1981 tätig waren: Die Bewegung für die Nationale Befreiung des Kosovo, die Gruppe der Marxisten-Leninisten des Kosovo und die Rote Front setzten sich für die Vereinung des Kosovo mit der Sozialistischen Volksrepublik Albanien ein. Die Kommunistische Partei der Marxisten-Leninisten Jugoslawiens und die Bewegung für eine Albanische Republik in Jugoslawien (Lëvizja e Republikës shqiptare në Jugosllavi) forderten den Republikstatus für die Provinz[7]. Die serbische Regierung beschuldigte Tirana der Unterstützung des Separatismus in Kosovo, allerdings gab es unter den Demonstranten nur wenige, die in erster Linie Unterstützer von Enver Hoxhas Regime waren. Als es so aussah, als ob die Kosovo-Regierung des Aufstandes nicht Herr werden könnte, wurde der Ausnahmezustand ausgerufen und Polizisten aus Zentralserbien rückten in Priština ein und knüppelten den Aufstand brutal nieder. Die Führung des Kosovo wurde auf Befehl Belgrads ausgewechselt. Seitdem nahmen die Spannungen zwischen Albanern und Serben stetig zu, und die Regierungsorgane auf Bundes- wie auch auf Provinzebene waren nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Vielmehr heizten sie den Nationalitätenkonflikt durch gegenseitige Schuldzuweisungen weiter an. Während der nächsten acht Jahre wurden insgesamt 584.373 Albanier verhaftet, verhört oder verwiesen.

    Nach den Unruhen im Kosovo bildete sich ein „Komitee der Serben und Montenegriner“, das mit Petitionen und Protestversammlungen versuchte, auf die von ihnen als schlecht empfundene Lage ihrer Volksgruppe im Kosovo aufmerksam zu machen. Seine Mitglieder waren neben ansässigen Serben auch pensionierte Militärs, entlassene Polizisten und Geheimdienstler aus der Ranković-Ära sowie Kriminelle. Für seine erste Petition sammelte es zwar nur 76 Unterschriften, nach vier Jahren war die Zahl der Unterstützer jedoch auf 50.000 angewachsen. Slobodan Milošević, damals Chef des BdK Serbiens, besuchte am 24. April 1987 das Kulturhaus in Kosovo Polje, nachdem er sich vier Tage zuvor mit den Anführern dieses Komitees abgesprochen haben soll und eine landesweite Fernsehübertragung sichergestellt hatte. Während seiner Rede inszenierten Mitglieder des Komitees vor dem Kulturhaus eine Schlägerei mit der mehrheitlich albanischen Polizei. Vor laufenden Kameras beschwerten sich Serben bei Milošević, dass sie von der albanischen Polizei geschlagen würden, worauf Milošević vor die Menge trat und rief: „Niemand darf euch schlagen!“ Dieser Auftritt wurde in den folgenden Wochen ständig im Fernsehen wiederholt und begründete Miloševićs weiteren politischen Aufstieg.
    Geschichte des Kosovo

    1990 versuchte Milosevic sogar diese Massen in Slowenien auf die Strasse zu bringen, was aber an der Reaktion der slow. Polizei eben so scheiterte wie an der banalen Tatsache das es in Slowenien zu wenig Serben gibt.

    Mit politischem Druck, Drohungen und Nutzung üblicher kommunistischer Drangsalierungsmechanismen integrierte Milosevic also diese Autonomen Gebiete wieder in Serbien ein. Offiziell setzte er die Verfassung auf den Stand von 1963 zurück, behielt aber die 1974 eingeführte Stimmoption im jugsl. Staatspräsidium. Slobodan Milosevic nahm sich hier als quasi das beste aus beiden Welten, soll bedeuten: Statt einer Stimme im Staatspräsidum, hatte Milosevic nun 4 Stimmen und konnte das jugos. Präsidium zumindest blokieren. Dies hatte er mit zweifelhaften Methoden erreicht und nur ein völliger Ignorant wird meinen, dass dies von den Nachbarrepubliken, insbesondere Slowenien & Kroatien nicht argwöhnisch beäugt wurde

  8. #48
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

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    Zitat Zitat von Josip Frank Beitrag anzeigen
    Die serbische Politik in den 80er war der Auslöser für den Konflikt.

    In Kroatien sind Serben entlassen worden. Gehen wir doch auf einzelne Beispiele ein :

    * 1969 Ekonomskoj politici u Saveznoj upravi Srba je bilo 73,6 %, a Hrvata samo 8, 6 %, im Jahr 1978 6 %

    * in Jugoslawien waren bei der Armee und Polizei Serben zwischen 75 und 80 % vertreten

    * In Zagreb ( SFRJ Zeit ) lebten weniger als 5 % Serben, 60 % der Polizei in Zagreb waren Serben.

    * 78 % der Milicija in der Rep Kroatien waren Serben in BiH 82 %

    Serben waren in Gesamtjugoslawien überproportional in Wirtschaft, Politik und Militär vertreten.

    Wer spricht hier von Massenentlassungen ?

    Dein Versuch hier kollektive Schuld zu verkaufen wird nicht funktionieren.


    In der Verfassung von 1974 war die Sezession geregelt. Jugoslawien war den Serben wie Milosevic egal. Es ging nur um die Vereinigung der Länder wo Serben lebten.

    Das Serben überproportional in den angsprochenen Bereichen vertreten waren stimmt zwar, aber nie und nimmer in den Prozentsätzen wie du sie hier angibst...aber gut deine Meinung.

    Kollektivschuld ? Das Wort habe ich nicht einmal im ganzen Thread benutzt. Und soetwas wie Kollektivschuld gibt es für mich auch nicht. Denn Schuld ist immer individuell. Dazu habe ich mal einen separaten Thread aufgemacht. Jede Seite hat Verbrecher und jede Seite hat Opfer.
    Die Verbrecher sind die schuldigen Individuen und entsprechend alle zu bestrafen und die zivilen Opfer das sind die wahren Unschuldigen, unabhängig vom nationalen Kollektiv. Milosevic war so ein schuldiges Indivduum, aber Tudjman doch auch.....du hast es immer noch nicht bestätigt. Oder befürwortest du seine Politik etwa ?

    Der letzte Punkt, die Verfassung von 1974. Hast du sie mal gelesen ? Ich meine das ist kein Geheimdokument. Ich würde es dir dringend empfehlen.
    Das Wort Sezession kommt darin überhaupt nicht vor.
    Es wir lediglich von einem Selbstbestimmungsrecht der "Narodi" (Völker) aber nicht von einem Selbstbestimmungsrecht der Republiken gesprochen. Konstitutive Völker in Kroatien waren Kroaten und Serben, und BiH waren es Muslimani (Bosnjaci), Serben und Kroaten.
    Für eine Verfassungsänderung oder einen Austritt aus dem Völkerbund hätten alle konstitutiven Völker zustimmen müssen.
    Das Tito-Regime hat Jugoslawien auch mir der Verfassung von 1974 weiterhin so strukturiert das es zusammenbleiben sollte.

    Und jetzt da wir ja wenigstens übereinstimmen das Milosevic ein schuldiges Individuum ist, sage mir bitte ohne propagandistisch auszuweichen ob wir in Bezug auf Tudjman genauso übereinstimmen, damit jeder Leser auch sieht, wen er vor sich hat.

  9. #49

    Registriert seit
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    Naja der Hass ist doch viel zu groß zwischen unseren Völkern, viele geben Serbien die Schuld oder besser gesagt ganz alleine Milosevic.

    Ich glaube ohne Milosevic wäre das so vorgefahren...

    Kroatien hätte wahrscheinlich ein teil von BiH (Kein Kriegsverechen)
    BiH wäre muslimisch geworden (Ein Kriegsverechen)
    Und die restelichen Serben wären i-wo hin, da wo man sie nicht mehr sieht und das ist der USA Wurscht.

    Danke Gott das es nicht so gekommen ist.

    PS: Serbien wird im 3 WK. die besten Chancen haben durch das versteckte Geld von Milosevic in Zypern.

  10. #50
    Avatar von Josip Frank

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    Zitat Zitat von Fitnesstrainer NRW Beitrag anzeigen
    Das Serben überproportional in den angsprochenen Bereichen vertreten waren stimmt zwar, aber nie und nimmer in den Prozentsätzen wie du sie hier angibst...aber gut deine Meinung.
    1987 Jugoslaviju su u inzemstvu predstavjala 27 srba ambasadora i samo 8 hrvata.Jugoslavija je imala ukopno 83 ambasadora od toga su trecina bili Srbi , a manje 10 % hrvati.
    Ali, raskorak je bio jos veci u cijelokupnom aparatu Ministarstva vansjkih poslova . Od ukupno 2400 sluzbenika, Hrvata je bilo samo oko 60...itd.

    Kollektivschuld ? Das Wort habe ich nicht einmal im ganzen Thread benutzt. Und soetwas wie Kollektivschuld gibt es für mich auch nicht. Denn Schuld ist immer individuell. Dazu habe ich mal einen separaten Thread aufgemacht. Jede Seite hat Verbrecher und jede Seite hat Opfer.
    Die Verbrecher sind die schuldigen Individuen und entsprechend alle zu bestrafen und die zivilen Opfer das sind die wahren Unschuldigen, unabhängig vom nationalen Kollektiv. Milosevic war so ein schuldiges Indivduum, aber Tudjman doch auch.....du hast es immer noch nicht bestätigt. Oder befürwortest du seine Politik etwa ?
    deine Aussage in den vergangenen Beitragen sowie Threads zeichnet immer das Bild wir Serben, aber die andere auch.. Es war nicht Milosevic sondern schon im Jahr 86 die serbische Akademie der Wissenschaft und Künste die das Bild der " geschundenen " serbischen Nation dokumentierte.....von Tudjman , Izetbegovic war damals nicht die Rede.

    Der letzte Punkt, die Verfassung von 1974. Hast du sie mal gelesen ? Ich meine das ist kein Geheimdokument. Ich würde es dir dringend empfehlen.
    Das Wort Sezession kommt darin überhaupt nicht vor.
    Es wir lediglich von einem Selbstbestimmungsrecht der "Narodi" (Völker) aber nicht von einem Selbstbestimmungsrecht der Republiken gesprochen. Konstitutive Völker in Kroatien waren Kroaten und Serben, und BiH waren es Muslimani (Bosnjaci), Serben und Kroaten.
    Für eine Verfassungsänderung oder einen Austritt aus dem Völkerbund hätten alle konstitutiven Völker zustimmen müssen.
    Das Tito-Regime hat Jugoslawien auch mir der Verfassung von 1974 weiterhin so strukturiert das es zusammenbleiben sollte.
    Selbstbestimmungsrecht der Völker und nicht der Republiken ? Mit welchem Recht haben Serben in Kroatien zu bestimmen ? oder galt dies auch für die Albaner in Serbien ?



    Zitat Zitat von Fitnesstrainer NRW Beitrag anzeigen
    Und jetzt da wir ja wenigstens übereinstimmen das Milosevic ein schuldiges Individuum ist, sage mir bitte ohne propagandistisch auszuweichen ob wir in Bezug auf Tudjman genauso übereinstimmen, damit jeder Leser auch sieht, wen er vor sich hat.

    Tudjman war nicht fehlerfrei. Falls du Tudjman in einen Topf mit Milosevic stecken willst, dann fang aber schon im Jahr 1980 an mit Dobrica Cosic und der Akademie an. ..vorausgesetzt du hast dich mit dem Sanu Memorandum befasst.

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