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Autonomie Vojvodina

Erstellt von Gentos, 03.11.2009, 14:49 Uhr · 122 Antworten · 6.252 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von skorpion

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    Zitat Zitat von Esseker Beitrag anzeigen
    was redest du idiot? Beograd gradi... was habt ihr denn alles zu den sfrj zeiten bekommen?! Die meisten neubauten und gebäude entstanden bei euch in den 60er, 70ern... und das war sicherlich nicht euer verdientes geld sondern von den kroaten und slowenen, die als einzige richtig viel verdient haben... bih, serbien zwar auch, aber naja: mittelmaß einkommen.

    Jetzt ohne kro und slo siehts nicht mehr so gut aus.
    Das ist zum Teil richtig. Dabei muß aber auch erwähnt werden, daß ein Großteil der Investitionen in CRO und SLO aber noch zu YU-Zeiten getätigt wurden, von Krediten, die die SFRJ bei der Weltbank aufgenommen hat. Man hat das Geld (richtigerweise) dort investiert, wo sich am ehesten Valuta verdienen ließen, also in der Nähe zu Westeuropa und in touristisch attraktiven Regionen (und nach Sarajevo zu den Olympischen Spielen). Es ist eben nicht alles nur nach Beograd geflossen, sondern auch in die Regionen, wenn auch nicht besonders gleichmäßig. Die Regionen, die vorher schon bettelarm waren, sind es bis auf weiteres auch geblieben. Zu einer Verteilung des Wohlstandes ist es dann aus den bekannten Gründen nicht mehr gekommen.

  2. #92
    Avatar von Singidun

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    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Mit den 95% nach Beograd meinten sie nicht die Stadt, sondern Serbien als Staat.

    Eine Regionalisierung wäre aber vielleicht eine gute Idee.
    Es ging um die Region Belgrad.

  3. #93
    Avatar von skorpion

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    Zitat Zitat von muli Beitrag anzeigen
    Yap, da gebe ich dir vollkommen Recht.




    Wie du oben erwähntest:

    daß die Mehrheit der Bevölkerung über die Staatsform entscheidet, ein Mindestmaß an Demokratie vorausgesetzt

    stimmt schon! Aber im Falle Kosovo wird es nie dazukommen können. Da Kosovo sich erklärt hat, als eigenständiger Staat zu funktionieren. Es wurde also ein mündlicher Vertrag abgeschlossen. Würde der Kosovo sich Albanien anhängen, würden das die westlichen Mächte mit Sicherheit verhindern.
    Das würde nämlich noch mehr Kriege und Krisen auslösen und daran ist niemand interessiert. Klar gibt es viele albanische Fanatiker, die von einem wiedervereinigten Albanien träumen, aber meine Träume sind es nicht. Ich schätze Albanien sehr und seine Kultur und dass ich als Albaner mich zu Albanien gebunden fühle ist ja sowieso klar. Aber ich lebe in einem eigenen Staat und ich respektiere alle anderen Volkgsgruppen wie ich meine Volksgruppe respektiere.

    Aber solange Serbien den Kosovo nicht anerkennen wird, bleiben die albanischen Fanatiker in der Mehrheit. Das ist mein Gedanke.
    Die Unabhängigkeit des Kosovo ist ein durch und durch problematischer Fall, da sie nicht völkerrechtskonform zustande gekommen ist. Selbst viele eigentlich neutrale Staaten tun sich mit der Anerkennung schwer, weil sie zum Teil selbst ein Minderheitenproblem mit separatistischen Strömungen haben. Serbien steht zu dem in dem Dilemma, daß es die Unabhängigkeit nicht anerkennen kann, weil man sich vorher zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, selbst wenn man hinter vorgehaltener Hand vielleicht froh ist, das Problem los zu sein. Die internationale Gemeinschaft, oder zumindest ein großer Teil davon, hat das jetzt nur so durchgezogen, weil man irgendwie eine Lösung brauchte und keine bessere hatte. Ich fürchte, es wird noch lange dauern, bis die Kuh wirklich vom Eis ist. Und die wirtschaftlichen Perspektiven des Kosovo verbessern sich dadurch natürlich auch nicht, obwohl ich denke, daß das das Wichtigste wäre. Wenn es allen gut ginge, bräuchte man gar nicht so auf dem Nationalitätenproblem herumzureiten. Ich wünsche mir, daß die alle mal aufwachen und an einem Strang ziehen!

  4. #94
    Avatar von skorpion

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    Zitat Zitat von Vukovarac Beitrag anzeigen
    Glaubte ich am Anfang auch, aber es ist nicht der Fall.
    Es ist das selbe Problem wie mit jeder Regiierung auf der Welt: um die ärmsten kümmert sich niemand. Das einzige was ich bemängle ist das der Fortschritt in Vukovar nur schleppend voran geht, im Vergleich zu anderen Regionen.
    Mit Stereotypen hat es nichts zu tun.
    Das kommt erschwerend hinzu. Es ist aus Zagreber Sicht eben die "letzte Ecke" Kroatiens, da kommen keine Touristen hin (außer vielleicht ein paar Schaulustige, die sich an der Zerstörung weiden). Vukovar ist der letzte Ort in Kroatien auf einer Straße, die in die Vergangenheit führt, in eine Welt, mit der man nichts mehr zu tun haben will. Kroatien präsentiert sich ja gerne als Mitteleuropäisches oder Mediterranes Land, mit dem bösen Balkan hat man nicht zu tun, ist doch Slawonien allenfalls das "Tor zum Balkan", aber keinesfalls selbst Balkan. Oder man wartet auf die EU-Mitgliedschaft und auf Fördergelder...

  5. #95
    Mulinho
    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Die Unabhängigkeit des Kosovo ist ein durch und durch problematischer Fall, da sie nicht völkerrechtskonform zustande gekommen ist. Selbst viele eigentlich neutrale Staaten tun sich mit der Anerkennung schwer, weil sie zum Teil selbst ein Minderheitenproblem mit separatistischen Strömungen haben. Serbien steht zu dem in dem Dilemma, daß es die Unabhängigkeit nicht anerkennen kann, weil man sich vorher zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, selbst wenn man hinter vorgehaltener Hand vielleicht froh ist, das Problem los zu sein. Die internationale Gemeinschaft, oder zumindest ein großer Teil davon, hat das jetzt nur so durchgezogen, weil man irgendwie eine Lösung brauchte und keine bessere hatte. Ich fürchte, es wird noch lange dauern, bis die Kuh wirklich vom Eis ist. Und die wirtschaftlichen Perspektiven des Kosovo verbessern sich dadurch natürlich auch nicht, obwohl ich denke, daß das das Wichtigste wäre. Wenn es allen gut ginge, bräuchte man gar nicht so auf dem Nationalitätenproblem herumzureiten. Ich wünsche mir, daß die alle mal aufwachen und an einem Strang ziehen!
    da sie nicht völkerrechtskonform zustande gekommen ist
    Darüber lässt sich streiten...man könnte hier auch die Charta von William Churchill lesen, worin steht, dass jeder ein Selbstbestimmungsrecht hat.
    Was ist völkerrechtskonform? Die Uno siehst sich als Retter aller Nationen, aber lässt Afrikaner ausbeuten, sieht zu, wie Ahmedinedschad Menschen töten lässt. Was kann die UNO schon tun?
    Die neutralen Staaten warten eher ab. Die Schweiz hat den Kosovo z.B. anerkannt, weil sie vielleicht erwartet hatte, dass alle neutralen Staaten ihr folgen würde.

    Ich sehe die Unabhängigkeit des Kosovo als EINZIG machbaren Schritt (nicht als Lösung, denn vieles wurde nicht gelöst).
    Es liegt nun an dem eigenen Volk sich zu etablieren (ich spreche hier vor allem die serbische Bevölkerung im KS an). Es bringt nichts, wenn man sich die alten Wunden ableckt.

    Ich bin das absolute Gegenteil des Nationalisten. Ich bin zwar albanischer Patriot, aber habe absolut kein Problem mit den anderen Ethnien zusammenzuleben.

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ein Serbe der nächste Präsident Kosovos wird, Voraussetzung ist aber, dass er den Kosovo unterstützt und liebt, so wie ich es tue
    Unmachbar? Obama hat es auch geschafft

    Und die wirtschaftlichen Perspektiven des Kosovo verbessern sich dadurch natürlich auch nicht, obwohl ich denke, daß das das Wichtigste wäre
    Es hat sich gebessert. Mein Vater investiert viel Geld im Kosovo und baut gerade eine Waschanlage auf mit etwa 5-10 Arbeitsplätzen.
    Wäre Kosovo unter serbischer Verwaltung, hätte er sich das nie getraut. Jetzt aber unter den Augen der Welt ist es schwer, illegale Dinge im Kosovo durchzuziehen (natürlich gibt es noch krumme Dinge aber hat sich gebessert).

    Es liegt nun wirklich an uns, es aufzubauen.

  6. #96
    Esseker
    Zitat Zitat von Blesav Beitrag anzeigen
    Slowenien hat eine starke wirtschaft, doch Kroatien hatte/ hat nur soveiel geld, dank dem Tourismus ohnde dem würde es ganz anders ausschauen. Galusbt du jetzt das alles Geld nur an Beograd geflossen ist?
    Kroatien hat außer Tourismus die Industriegebiete nahe Zagreb, die Landwirtschaft in Slawonien, ebenso Schiffsbau und Hafenstädte

  7. #97
    Avatar von skorpion

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    Zitat Zitat von muli Beitrag anzeigen
    Darüber lässt sich streiten...man könnte hier auch die Charta von William Churchill lesen, worin steht, dass jeder ein Selbstbestimmungsrecht hat.
    Was ist völkerrechtskonform? Die Uno siehst sich als Retter aller Nationen, aber lässt Afrikaner ausbeuten, sieht zu, wie Ahmedinedschad Menschen töten lässt. Was kann die UNO schon tun?
    Die neutralen Staaten warten eher ab. Die Schweiz hat den Kosovo z.B. anerkannt, weil sie vielleicht erwartet hatte, dass alle neutralen Staaten ihr folgen würde.

    Ich sehe die Unabhängigkeit des Kosovo als EINZIG machbaren Schritt (nicht als Lösung, denn vieles wurde nicht gelöst).
    Es liegt nun an dem eigenen Volk sich zu etablieren (ich spreche hier vor allem die serbische Bevölkerung im KS an). Es bringt nichts, wenn man sich die alten Wunden ableckt.

    Ich bin das absolute Gegenteil des Nationalisten. Ich bin zwar albanischer Patriot, aber habe absolut kein Problem mit den anderen Ethnien zusammenzuleben.

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ein Serbe der nächste Präsident Kosovos wird, Voraussetzung ist aber, dass er den Kosovo unterstützt und liebt, so wie ich es tue
    Unmachbar? Obama hat es auch geschafft



    Es hat sich gebessert. Mein Vater investiert viel Geld im Kosovo und baut gerade eine Waschanlage auf mit etwa 5-10 Arbeitsplätzen.
    Wäre Kosovo unter serbischer Verwaltung, hätte er sich das nie getraut. Jetzt aber unter den Augen der Welt ist es schwer, illegale Dinge im Kosovo durchzuziehen (natürlich gibt es noch krumme Dinge aber hat sich gebessert).

    Es liegt nun wirklich an uns, es aufzubauen.
    Ja, in vielem hast Du Recht. Aber wie Du schon sagst "Darüber könnte man streiten." Genau das ist das Problem, denn bei uns wird ja über alles gestritten, über das sich streiten läßt, selbst über Dinge, die sich eigentlich nicht dazu eignen...

    Ich habe kein Problem mit einem souveränen Kosovo, es ist, wie Du sagst, die einzig gangbare Option, aber von Souveränität kann ja nicht ernsthaft die Rede sein, in allen wichtigen Bereichen wird Eure Regierung ja bevormundet und wenn die internationalen Truppen morgen abziehen würden, wäre der Ofen aus.

    Ich bewundere Deinen Vater für Mut und Optimismus, aber was dem Land fehlt, sind Investitionen in ganz anderen Größenordnungen und für internationale Investoren ist das Land einfach nicht attraktiv, weil es kaum Standortvorteile hat, außer billigen Löhnen und geringen Umweltauflagen vielleicht. Es fehlen Fachleute und vernünftige Verkehrsverbindungen. Und noch einiges mehr. Leider.

  8. #98
    Mulinho
    Zitat Zitat von skorpion Beitrag anzeigen
    Ja, in vielem hast Du Recht. Aber wie Du schon sagst "Darüber könnte man streiten." Genau das ist das Problem, denn bei uns wird ja über alles gestritten, über das sich streiten läßt, selbst über Dinge, die sich eigentlich nicht dazu eignen...

    Ich habe kein Problem mit einem souveränen Kosovo, es ist, wie Du sagst, die einzig gangbare Option, aber von Souveränität kann ja nicht ernsthaft die Rede sein, in allen wichtigen Bereichen wird Eure Regierung ja bevormundet und wenn die internationalen Truppen morgen abziehen würden, wäre der Ofen aus.

    Ich bewundere Deinen Vater für Mut und Optimismus, aber was dem Land fehlt, sind Investitionen in ganz anderen Größenordnungen und für internationale Investoren ist das Land einfach nicht attraktiv, weil es kaum Standortvorteile hat, außer billigen Löhnen und geringen Umweltauflagen vielleicht. Es fehlen Fachleute und vernünftige Verkehrsverbindungen. Und noch einiges mehr. Leider.
    denn bei uns wird ja über alles gestritten, über das sich streiten läßt, selbst über Dinge, die sich eigentlich nicht dazu eignen
    Wie wir sehen, beweisen wir, dass es auch anders geht

    Ja klar, es fehlt viel im Kosovo, aber es hat sich was getan und das gibt mir Hoffnungen, dass der Kosovo es weiterhin zu etwas bringen kann.

    in allen wichtigen Bereichen wird Eure Regierung ja bevormundet und wenn die internationalen Truppen morgen abziehen würden, wäre der Ofen aus.
    Das stimmt und das stört mich auch sehr. Andererseits sind die internatinalen Instutitionen auch nützlich, denn Korruption ist immer noch allgegenwärtig. Nichtsdestotrotz kann man aber Gesetze in den Händen der Kosovaren lassen, solange sie konform mit der Verfassung sind (da die Verfassung ja von westlichen Unterhändlern geschrieben wurde).
    Die politische Situation ist in einigen Gegenden immer noch schwierig, aber kulturell ist man sich seit 1999 noch nie so nah gewesen. Beispielsweise werden albanische Schulen in Deçan durch die orthodoxe Kirche Visoki geführt und lernen so auch die andere Seite des Kosovo kennen. Solche Beispiele bräuchte es mehr. Ich bin sicher, unsere Enkelkinder werden es besser machen.

    Danke dir für diesen Austausch, hat mich weiter gebracht.

  9. #99

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  10. #100
    Avatar von skorpion

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    Zitat Zitat von muli Beitrag anzeigen
    Wie wir sehen, beweisen wir, dass es auch anders geht

    Ja klar, es fehlt viel im Kosovo, aber es hat sich was getan und das gibt mir Hoffnungen, dass der Kosovo es weiterhin zu etwas bringen kann.



    Das stimmt und das stört mich auch sehr. Andererseits sind die internatinalen Instutitionen auch nützlich, denn Korruption ist immer noch allgegenwärtig. Nichtsdestotrotz kann man aber Gesetze in den Händen der Kosovaren lassen, solange sie konform mit der Verfassung sind (da die Verfassung ja von westlichen Unterhändlern geschrieben wurde).
    Die politische Situation ist in einigen Gegenden immer noch schwierig, aber kulturell ist man sich seit 1999 noch nie so nah gewesen. Beispielsweise werden albanische Schulen in Deçan durch die orthodoxe Kirche Visoki geführt und lernen so auch die andere Seite des Kosovo kennen. Solche Beispiele bräuchte es mehr. Ich bin sicher, unsere Enkelkinder werden es besser machen.

    Danke dir für diesen Austausch, hat mich weiter gebracht.
    Ich fand's auch sehr erfrischend, leider sind solche Debatten mit Deinen Landsleuten sonst oft sehr erhitzt. Du machst mir Mut... Ich wünsche Dir, Deiner Familie und Deinem Land von Herzen alles Gute und eine leuchtende Zukunft.

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