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Auf dem Balkan ist Bestechung Teil des Alltags

Erstellt von Kelebek, 03.08.2010, 15:02 Uhr · 52 Antworten · 2.953 Aufrufe

  1. #1
    Kelebek

    Auf dem Balkan ist Bestechung Teil des Alltags

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    In den Balkanländern herrschen die Gesetze des Gebens und Nehmens unter der Hand – unabhängig von der Bevölkerungsschicht.

    Überall auf dem Balkan kursiert dieser Witz: Ein Geschichtsstudent zahlt seinem Professor 200 Euro und wird in der mündlichen Prüfung gefragt: Wo fiel die erste Atombombe? Nach der Antwort „In Hiroshima“ hat er bestanden und kann gehen. Der zweite Prüfling verweigert die Bestechung, kann aber alle Fragen richtig beantworten: Wo war der erste Atombombenabwurf, wann, wie viele Menschen kamen ums Leben? Doch dann scheitert er an der letzten Aufgabe: „Und wie heißen die mehr als 200.000 Opfer?“

    Überall auf dem Balkan kursiert dieser Witz: Ein Geschichtsstudent zahlt seinem Professor 200 Euro und wird in der mündlichen Prüfung gefragt: Wo fiel die erste Atombombe? Nach der Antwort „In Hiroshima“ hat er bestanden und kann gehen. Der zweite Prüfling verweigert die Bestechung, kann aber alle Fragen richtig beantworten: Wo war der erste Atombombenabwurf, wann, wie viele Menschen kamen ums Leben? Doch dann scheitert er an der letzten Aufgabe: „Und wie heißen die mehr als 200.000 Opfer?“

    [h3] Schmiergeld für menschenwürdige Behandlungen im Krankenhaus [/h3]
    Schon bei der Geburt ihres Kindes müssen Eltern im Krankenhaus Schmiergeld zahlen, um eine halbwegs menschenwürdige Behandlungen zu bekommen. Selbst welches Grab der Vater nach dem Tod auf dem Friedhof bekommt, lässt sich mit Geld regeln – diskret in einem Umschlag über den Tisch geschoben. Auch in Schule und Universität läuft ohne „Belohnung“ von Lehrern und Professoren nichts. Vor vier Jahren flog ausgerechnet an der Jura-Fakultät im serbischen Kragujevac eine Riesenaffäre auf. Zehn Professoren wurden wegen verkaufter Diplome verhaftet, darunter pikanterweise der Dekan, ein Ex-Richter am Verfassungsgericht und ein Experte für Organisierte Kriminalität. Bis heute sind alle Angeklagten frei und keiner rechtskräftig verurteilt.

    In Kroatien wurde durch die Kriminal-„Affäre-Studienbuch“ Ende 2008 folgende „Preisliste“ an den Unis bekannt. Für 200 Euro kann man missliebige gegen gewogene Prüfer austauschen. Einfache Tests werden für 500 Kuna (70 Euro) bestanden, der Erfolg bei schwersten Prüfungen ist mit 10.000 Kuna (1390 Euro) zu sichern. Kauft man zwei schwierige Prüfungen „im Paket“, gibt es Rabatt. Das kostet dann nur 15.000 Kuna (2100 Euro). Seit Jahren gibt es Spekulationen und Hinweise, dass griechische Mediziner, die heute prominente Positionen bekleiden, ihre Prüfungen an der serbischen Universität in Nis „gedreht“ haben.

    Die Experten von „Transparency International“ (TI) setzten im vergangenen Jahr Bulgarien, Mazedonien und Rumänien auf Platz 71 ihrer weltweiten Rangliste korrupter Staaten, weil sie auf einen Wert von 3,9 kamen. Zum Vergleich: Die Schweiz steht auf Platz 5 (mit einem Wert von 9,0), Deutschland auf Platz 14 (8,0) und Österreich auf Platz 16 (7,9). Deutlich schlechter schneiden Serbien auf Platz 83 (3,5) und Albanien auf Platz 95 (3,2) ab. In Europa ist Bosnien- Herzegowina auf Platz 99 (3,0) der mit Abstand korrupteste Staat.

    [h3] 126 Euro Bestechungsgeld in Bosnien für den Arzt [/h3]
    „Die politischen Eliten bilden den Hauptmotor für die Korruption in Bosnien“, sagt der dortige TI-Direktor Srdjan Blagovcanin. „Die sogenannte kleine Korruption in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Verwaltung und Polizei ist die Folge der großen Betrügereien“. Die Bürger sähen, dass die „dicken Fische“ in der Politik unbestraft bleiben und empfänden es daher als recht und billig, ihre eigenen Anliegen mit Hilfe von „Bakschisch“ voranzubringen. Durchschnittlich zahlt ein Bürger in Bosnien beim Arztbesuch umgerechnet 126 Euro Bestechungsgeld, berichteten die lokalen Medien. Mit umgerechnet 223 Euro werden Universitätsprofessoren zu Wohlwollen verpflichtet. Das ist immerhin mehr als die Hälfte eines Durchschnittsgehalts.

    Beim diesjährigen Abitur soll ein Schuldirektor im rumänischen Cluj (Klausenburg in Siebenbürgen) 14.100 Euro kassiert haben. Dafür soll er echte schlechte Examensarbeiten im Fach Rumänisch gegen falsche gute ausgetauscht haben. Besonders geschickt hatte er sich aber nicht angestellt. Weil die Prüfungskommission mehrere Aufsätze mit identischem Inhalt entdeckte, flog der Schmu auf. Gang und gäbe ist in rumänischen Schulen, dass die vom Staat schlecht bezahlten Lehrer zu Hause ihren Schülern teure Privatstunden geben. Wer nicht kommt, muss in der Schule mit schlechten Noten rechnen – unabhängig von seiner tatsächlichen Leistung.

    „Das sind keine Ärzte sondern Monster!“, titelte im Juli die Belgrader Zeitung „Press“. Am nationalen Krebsinstitut Serbiens waren führende Ärzte samt Direktor unter dem Vorwurf verhaftet worden, sie hätten Krebskranken unnötige Zytostatika verabreicht, um saftige Provisionen zu kassieren. Die Mediziner sollen selbst Kindern zum Teil eine dreifach überhöhte Dosis verabreicht haben. Nach Darstellung der Ermittler hatten sie dafür von Pharmafirmen mehr als eine halbe Million Euro erhalten, mit denen sie teure Autos finanzierten.

    Doch das sind alles kleine Fische im Vergleich zum ganz großen Rad, das von Politikern und Behörden gedreht wird. Die EU stoppte vor zwei Jahren die Gelder für den bulgarischen Straßenbau, weil die Millionen in schwarzen Löchern verschwunden waren. In Kroatien steht ein früherer Verteidigungsminister vor Gericht, weil er bei der Beschaffung von Lastwagen einen Millionenbetrag beiseitegeschafft haben soll. Der frühere Regierungschef Ivo Sanader wird in den Medien mit umstrittenen Krediten der Skandal-Bank Hypo-Alpe-Adria in Verbindung gebracht.

    [h3] In Serbien werden jährlich bis zu 1,7 Milliarden Euro "gewaschen" [/h3]
    Rumäniens ehemaliger Regierungschef (2000-2004) Adrian Nastase muss vor Gericht erklären, woher 400.000 US-Dollar auf dem Konto seiner Frau kommen. Seine Behauptung, aus dem Verkaufserlös vom Schmuck einer Erbtante, war wenig einleuchtend. Die legendäre Erbtante Tamara lebte ärmlich in einer winzigen Plattenbauwohnung in Bukarest. Der Bürgermeister der südrumänischen Industriestadt Craiova, Antonie Solomon, sitzt seit März in U-Haft, weil er sich mit 50.000 Euro bestechen haben lassen soll.
    Doch es geht auch noch ein paar Nummern größer. Der Belgrader TV- Sender B92 hat im letzten Jahr aufgedeckt, dass die Stadtverwaltung zwielichtigen Geschäftsleuten Grundstücke im Wert von „mehreren hundert Millionen Euro“ zugeschanzt hatte. Die Behörden haben errechnet, dass in Serbien jährlich bis zu 1,7 Milliarden Euro „gewaschen“ werden. Rund 400 Millionen Euro wandern in diesem Land pro Jahr bei staatlichen Aufträgen in private Taschen, sind sich europäische Experten sicher.

    An der Spitze des serbischen Amtes für staatliche Beschaffungen steht der seit Jahrzehnten bekannte windige Geheimdienstfunktionär Borislav Galic. Der Mann, der gerichtlich bestätigt politische Mörder mit neuen Pässen ausgestattet hatte, steuert jährliche Bestellungen in Höhe von vier Milliarden Euro ohne jede Kontrolle und Transparenz, berichtete die Zeitung „Blic“ wiederholt. „Die Parteien sind Firmen für Schutzgelderpressung“, schrieben die heimischen Medien über besonders dreiste Korruptionsfälle. Wenigstens 15 Prozent aller investierten Gelder müssten in die Kasse der Parteien fließen.

    [h3] Korruptionsfälle von Spitzenpolitikern verlaufen im Sande [/h3]
    Viele serbische Gastarbeiter haben vor kurzem ihr Leid geklagt. „Ich bin doch nicht wahnsinnig, mein mit Blut und Schweiß erarbeitetes Vermögen hierher zu bringen, damit es von Korruption und Politikern aufgefressen wird und ich arm wie eine Kirchenmaus bleibe“, schrieb ein Serbe den Behörden ins Stammbuch.

    Andere berichteten, wie sie von der Kommune, von der Steuerbehörde, verschiedenen Inspektoren und vom Zoll abgezockt wurden. „Ich bin wegen der Korruption aus Serbien abgehauen, hier ist alles und jeder korrumpiert“, berichtete Miloje dem TV-Sender B92. Eine anonyme Gastarbeiterin könnte über ihre schlechten Erfahrungen „einen Krimi- Bestseller“ schreiben und eine Leidensgenossin würde „selbst meinem ärgsten Feind“ nicht raten, in Serbien zu investieren.

    Und dann noch das Justizsystem. Die großen aufgedeckten Korruptionsfälle von Spitzenpolitikern verlaufen in Rumänien wie in allen anderen Balkanstaaten in der Regel im Sande.

    Die Prozesse werden von Winkeladvokaten mit immer neuen Tricks verschleppt, die Richter spielen gerne mit. Wenn sich dann doch ein Urteil abzeichnet, wird unter einem oft lächerlichen Vorwand wie Urlaub der Richter ausgetauscht und das Verfahren beginnt wieder von vorne.
    Der Prozess gegen die 33 Angeklagten der sogenannten Korruptionsmafia, die 2006 in Belgrad hochgegangen war, steht heute noch am Anfang. Immerhin hatten Spitzenrichter, Advokaten und Banker im ganz großen Stil die Privatisierung namhafter Staatsbetriebe skandalös und kriminell abgewickelt.

    Die Schlagerikone Ceca, Frau des inzwischen ermordeten berüchtigten Freischärlerführers Zeljko Raznatovic („Arkan“), wartet auch sieben Jahre nach Beginn der Ermittlungen noch auf ihren Prozess. Es geht um mehr als elf Millionen Euro, die sie beim Verkauf von Fußballspielern abgezweigt haben soll.

    Die Soziologen in den Balkanländern haben meterweise Literatur produziert, in der versucht wird, die grassierende Korruption zu erklären. Der Mangel zur Zeit des Kommunismus wird dafür angeführt oder die heute oft bittere Armut in einigen Landesteilen. Über eines sind sich aber alle Fachleute klar:
    Solange in der großen Politik keine Besserung eintritt, gibt es auch keinerlei Chancen, die Korruption im täglichen Leben der Bürger auszumerzen.

    Korruptionsparadies: Auf dem Balkan ist Bestechung Teil des Alltags - Nachrichten Politik - Ausland - WELT ONLINE
    Ziemlich interessanter Artikel. Ein großes Problem, wobei ich glaube, dass die meisten unter euch sogar stolz darauf sind "Balkan übernimmt bre" denken sich wohl die meisten, wenn sie die Überschrift lesen. Wie soll man da vorgehen? Selbst Bulgarien und Rumänien sind in der EU und gehören ebenfalls zu dieser Korruptionsgruppe, das ist ziemlich schwer dagegen was zu machen, man muss an den Wurzeln festhalten, aber wo sind die Wurzeln? Der Staat ist selber korrupt, wie soll man da Korruption bekämpfen.

  2. #2
    Prizren
    Nichts neues.
    Ist leider die pure Wahrheit!

  3. #3
    bolan
    die schweiz auf rang 5 na klaaaar...

  4. #4
    ELME
    guter artikel, aber nichts neues, haette man auch alles in 2 saetze erfassen koennen

  5. #5

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    3.160
    Zitat Zitat von CAPO Beitrag anzeigen
    Der Staat ist selber korrupt, wie soll man da Korruption bekämpfen.
    Ich habe mal in der Verwaltung hier in Deutschland gearbeitet und dort gibt es keinen allmächtigen Chef. Dokumente mussten von mindestens 3 Personen unterschrieben werden. Das Dokument selber durchläuft eine komplexe Apparatur.
    Viele Menschen werden mit einbezogen. Das macht Korruption in Deutschland schwierig.

    Ich denke, auf dem Balkan ist die Verwaltung weniger komplex und streng. Es reicht wahrscheinlich die Unterschrift eines höheren Beamten aus und auch sonst fehlt es an Prüfmöglichkeiten, da Dokumente nicht durch viele Hände wandern.

  6. #6
    Avatar von Cobra

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    Die traurige Wahrheit!

    Aus Erfahrung kann ich aber sagen das es in der Türkei auch nicht großartig besser ist Genosse Capo.

    Bestechung gab es immer und wird es immer geben! Überall.

  7. #7

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    899
    Traurige Wahrheit...
    Leider unterstützen viele Gastarbeiter bzw im Ausland lebende diese Korruption.
    Kann ja mit meinem tollen in Deutschland verdienten Wagen was schneller fahren und falls ich von der Polizei geblitzt werde, dann erhalten die nen kleines Trinkgeld von 10 €....

    Keine Ahnung was sich solche Leute denken. In Deutschland halten sie sich ans Gesetz und versuchen niemanden zu bestechen. Schon sind sie in der Heimat und lassen sie den typischen Gastarbeiter hängen....

  8. #8
    Avatar von Cobra

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    Zitat Zitat von USER01 Beitrag anzeigen
    Ich habe mal in der Verwaltung hier in Deutschland gearbeitet und dort gibt es keinen allmächtigen Chef. Dokumente mussten von mindestens 3 Personen unterschrieben werden. Das Dokument selber durchläuft eine komplexe Apparatur.
    Viele Menschen werden mit einbezogen. Das macht Korruption in Deutschland schwierig.

    Ich denke, auf dem Balkan ist die Verwaltung weniger komplex und streng. Es reicht wahrscheinlich die Unterschrift eines höheren Beamten aus und auch sonst fehlt es an Prüfmöglichkeiten, da Dokumente nicht durch viele Hände wandern.
    In deinen Wunschvorstellungen vielleicht

    Meine Eltern haben z.B. vor 30 Jahren 500 DM + eine Flasche Parfüm hingelegt um die gewünschte Wohnung zu bekommen.

    Ein Kollge durfte zu der Maklerprovision nochmal einen riesen Batzen Geld in die private "Kaffeekasse" stecken um die gewünschet Wohnung auch zu bekommen!

  9. #9
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von delija_rs Beitrag anzeigen
    Traurige Wahrheit...
    Leider unterstützen viele Gastarbeiter bzw im Ausland lebende diese Korruption.
    Kann ja mit meinem tollen in Deutschland verdienten Wagen was schneller fahren und falls ich von der Polizei geblitzt werde, dann erhalten die nen kleines Trinkgeld von 10 €....

    Keine Ahnung was sich solche Leute denken. In Deutschland halten sie sich ans Gesetz und versuchen niemanden zu bestechen. Schon sind sie in der Heimat und lassen sie den typischen Gastarbeiter hängen....
    Weis nicht wie es bei euch ist, aber in Kroatien traut sich kein Mensch mehr der Polizei Geld anzubieten, die greifen mittlerweile rigoros durch! Leider gilt das nicht für z.B. Krankenhäuser

  10. #10
    Aox
    Avatar von Aox

    Registriert seit
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    981
    Zitat Zitat von delija_rs Beitrag anzeigen
    Traurige Wahrheit...
    Leider unterstützen viele Gastarbeiter bzw im Ausland lebende diese Korruption.
    Kann ja mit meinem tollen in Deutschland verdienten Wagen was schneller fahren und falls ich von der Polizei geblitzt werde, dann erhalten die nen kleines Trinkgeld von 10 €....

    Keine Ahnung was sich solche Leute denken. In Deutschland halten sie sich ans Gesetz und versuchen niemanden zu bestechen. Schon sind sie in der Heimat und lassen sie den typischen Gastarbeiter hängen....
    wenn ich einem polizisten in kroatien 10 € anbieten würde, würde er mich auslachen

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