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Der Balkan wird wieder zum Problemfall Europas

Erstellt von TigerS, 21.04.2011, 13:06 Uhr · 59 Antworten · 4.398 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von TigerS

    Registriert seit
    04.11.2005
    Beiträge
    7.474

    Der Balkan wird wieder zum Problemfall Europas

    Der Balkan wird wieder zum Problemfall Europas


    Von Thomas Brey, dpa Belgrad (dpa) - In Bosnien-Herzegowina ist die EU hellhörig geworden, seit die Serben ihre jahrelangen Drohungen wahr machen und sich auf den Weg in eine größere Selbstständigkeit begeben haben. Die könnte leicht in eine Abspaltung münden und diesen Balkanstaat, in dem auch Muslime und Kroaten leben, damit auseinanderreißen. Die EU will das mit allen Mitteln verhindern und sucht zur Zeit einen neuen Vertreter, der Brüssels Politik dort stärker durchsetzen kann.

    Weiter südlich im Kosovo ist die EU auch auf der Suche nach einem neuen Statthalter. Schließlich kommt die 3000 Mann starke EU-Rechtsstaatsmission (Eulex), die beim Aufbau der Demokratie in Polizei und Justiz helfen soll, nicht so richtig vom Fleck. Und das, obwohl das albanisch dominierte Kosovo die europäische Drehscheibe für Menschenhandel, Flüchtlingsschleuser, Waffen- und Drogenschmuggel ist. Von der alles beherrschenden Korruption bis in die Regierung hinein ganz zu schweigen.

    Im Nachbarstaat Albanien ist ein Großaufgebot des Auslandes im Einsatz, um Regierung und Opposition von schwerer Gewalt gegeneinander abzuhalten: Die OSZE arbeitet hier ebenso wie die EU und verschiedene UN-Organisationen. Die USA haben eine riesige Botschaft errichtet. Erst im Januar erschossen Regierungseinheiten bei einer Demonstration der Opposition in Tirana drei Zivilisten. Jetzt geht es darum, die immer wieder aufflackernde politisch motivierte Gewalt mit tätlichen Angriffen und Schüssen auf Gegner vor den Kommunalwahlen am 8. Mai einzudämmen.

    Im Nachbarland Mazedonien, wo nach monatelangem Parlamentsboykott der sozialdemokratischen Opposition am 5. Juni vorzeitig gewählt wird, können Washington und Brüssel seit vielen Jahren nichts ausrichten. Sie schaffen es nicht, Griechenland zu bewegen, seinen Widerstand gegen den Staatsnamen Mazedonien aufzugeben. Athen besteht wegen seiner gleichnamigen nördlichen Provinz Mazedonien auf einer Namensänderung. Dadurch ist die eigentlich gewünschte weitere Annäherung an die Nato und die EU blockiert. Das arme Balkanland mit einem ungelösten nationalen Problem in Form von einem Drittel albanischer Bevölkerung schmort in seinem Reformstau.

    Trotz vieler Milliarden Euro Finanzhilfen, eines Heers von Diplomaten und Experten sowie der Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge aus den Balkanländern sind die meisten der Probleme, die zu den Kriegen der 90er Jahre führten, weiter ungelöst. Die vielen kleinen Völker auf einem noch kleineren Raum haben immer noch keinen wirklichen Frieden untereinander gemacht. Erwähnt sei nur das schwer belastete Verhältnis zwischen Serbien und dem Nachbarn Kroatien wegen der immer noch offenen Grenzziehung, der wechselseitigen Völkermordklagen vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) und der Viertelmillion aus Kroatien vertriebenen Serben.

    Vordergründig gelang es dem Ausland, diese Konflikte einzufrieren. In Bosnien konnten die einst 60 000 Ifor-Soldaten auf heute 1600 der Eufor-Truppe reduziert werden. Im Kosovo sind von den einst 50 000 ausländischen Soldaten heute noch 8400 geblieben - Tendenz fallend.

    So werden von manchen schon die einen oder anderen Horrorszenarien entworfen: Bosnien könnte sich als Staat auflösen, der serbische Nordkosovo sich abspalten. Das albanische Südserbien schlösse sich dem Kosovo an. Das albanisch besiedelte Westmazedonien würde sich mit dem Kosovo vereinen. Kroatien verleibte sich die bosnischen Teile ein, wo kroatische Landsleute leben. Nachdem windige russische Oligarchen die Küste des kleinen Montenegro aufgekauft haben, würde dieser Staat an der südlichen Adria, so eines dieser Szenarien, zu einer russischen Kolonie



    greenpeace magazin: Der Balkan wird wieder zum Problemfall Europas


    gruß

  2. #2
    ELME
    sehr gut, haterz gonna hate

  3. #3
    Avatar von Гуштер

    Registriert seit
    07.06.2010
    Beiträge
    16.274
    Greenpeace

    Auch wenn ich will kann ich diese Leute nicht ernst nehmen.

  4. #4

    Registriert seit
    06.04.2011
    Beiträge
    269
    Der Bericht, besonders der ganz untere Teil ist absoluter Mist.

    Als ob bald auf dem ganzen Balkan die Grenzen neu gezogen werden. :

  5. #5
    Posavac
    Die Bevölkerung ist Gott sei dank Kriegsmüde und daher wird es auch keinen Krieg geben, Internetrambos brauchen mich jetzt hier nicht zitieren.

  6. #6
    Avatar von Bambi

    Registriert seit
    16.06.2008
    Beiträge
    37.047
    Zitat Zitat von ELME Beitrag anzeigen
    sehr gut, haterz gonna hate
    was genau soll daran gut sein?

  7. #7
    ELME
    Zitat Zitat von Bambi Beitrag anzeigen
    was genau soll daran gut sein?

  8. #8
    Ohrid-Albaner
    Die Greenpeace tut nichts anderes, als die Gegenwart so zu interpretieren, wie sie auch ist. Einfach nur die Realität!

    Ich weiss nicht, was ihr habt.

  9. #9
    Avatar von Гуштер

    Registriert seit
    07.06.2010
    Beiträge
    16.274
    Zitat Zitat von Ohrid-Albaner Beitrag anzeigen
    Die Greenpeace tut nichts anderes, als die Gegenwart so zu interpretieren, wie sie auch ist. Einfach nur die Realität!

    Ich weiss nicht, was ihr habt.
    Greenpeace und Realität in einem Satz, ich weiss ja nicht. Die haben jeglichen Bezug zur Realität verloren, ich durfte mir ihre Broschüre durchlesen.

    Schau dir mal an was der Herr über Mazedonien schreibt, totaler Blödsinn Brüssel versucht schon seit je her uns zu einem "Kompromiss" zu überreden genauso wie Washington, sie üben keinen Druck auf Athen aus sondern auf Skopje.

    Westmazedonien zum Kosovo? Auch absoluter Schwachsinn, wenn überhaupt ist ein Anschluss ans "Mutterland" Albanien realistischer, da die Leute im Kosovo auch diesen Wunsch hegen welcher aber nicht umsetzbar ist. Auch dies wird ohne Blutvergissen nicht möglich sein.


    Der Balkan ist eine Sache für sich, zu Komplex um irgendwelche Thesen aufzustellen der Western erwartet das sich alle Probleme binnen Monate in Luft auflösen, doch auf so einem bunten Gebiet wie dem Balkan dauert dies Jahrzehnte.

  10. #10
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

    Registriert seit
    26.09.2010
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    3.309
    Kann mir jemand sagen von wann der Greenpeace-Artikel ist ? Ich kann den Link nämlich nicht öffnen. Danke.


    Der Text ist ziemlich dramatisch geschrieben, und es wirkt als wäre die Gefahr akut, was ich jedoch nicht glaube. In einem grösseren Zeitfenster betrachtet, unter Einschluss einer weiteren Generation, könnte es jedoch Schwieirgkeiten geben.

    Ich beschränke mich mal auf MK und BiH:

    Momentan gibt es in MK noch keine Mehrheit der Albaner welche für eine Sezession sind. (Laut meinen albanischen Bekannten).Dies könnte sich jedoch schon in einer, spätestens zwei Generationen geändert haben. Da es vor allem die junge Generation ist welche für prosezessionistisches Gedankengut empfänglich ist. Da die albanische Bevölkerung MKs auf dem Weg ist mit den Slawomazedoniern demographisch gleich zu ziehen und sie langfristig sogar zu überholen, brauch man kein Prophet sein um zu sehen wohin der Weg führt.

    Das dies eine stimulierende Wirkung für Abspaltungstendenzen in der gesamten Region hätte, ist wohl auch jedem klar.

    Das BiH vom Zerfall bedroht ist hört und liesst man eigentlich seit 1995 immer wieder. Es ist auch tatsächlich eine ewige Baustelle. Allerdings glaube/hoffe ich nicht das der Verfasser des Artikels hier Recht hat.

    Friedliche Sezessionen sind nur möglich wenn alle betroffenen Parteien mehrheitlich hiermit einverstanden sind. Das sind sie aber fast nirgendwo. Sowohl was BiH, als auch MK betrifft. Es ist daher klar das jeder Versuch in eine Eskalation münden kann.

    Im Falle speziell von BiH sehe ich die einzige Möglichkeit einer langfristigen Stabilisation darin, dass in einem Schwung sowohl Kroatien, BiH und Serbien Mitglied der EU werden.

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