Belgrad weiter gegen serbische Beteiligung an Kosovo-Institutionen

Negative Reaktion auf Ankündigung der "Serbenliste", Parlamentsmandate annehmen zu wollen

Belgrad - Die serbische Regierung hat ihre Ablehnung einer Teilnahme der serbischen Volksgruppe an den Institutionen der von der UNO verwalteten Provinz Kosovo bekräftigt. Slobodan Samardzic, Berater von Ministerpräsident Vojislav Kostunica, erklärte am Dienstag laut Medienberichten, die Serben-Vertreter sollten sich weder an der Arbeit des Kosovo-Parlaments noch an der Provinz-Regierung beteiligen.


"Serbenliste" will Mandate annehmen

Samardzic reagierte damit auf die erneute Aufforderung der "Serbenliste für Kosovo und Metohija" an Belgrad, sich zu ihrer eventuellen Teilnahme an den Provinzinstitutionen zu äußern. Das kleine Parteienbündnis hatte bei den größtenteils von den Kosovo-Serben boykottierten Parlamentswahlen im vergangenen Oktober acht Sitze errungen. Vorige Woche hatte die "Serbenliste" letztendlich angekündigt, die Mandate auch annehmen zu wollen.

Auch Samardzic verwies im Zusammenhang mit der ablehnenden Haltung Belgrads auf den Wahlboykott, zu dem Kostunica aufgerufen hatte. Die "Serbenliste für Kosovo und Metohija" habe nur 0,3 Prozent der Stimmen erhalten.

Für die Kosovo-Serben waren zehn Parlamentsmandate unabhängig vom Wahlergebnis reserviert. Acht erhielt die "Serbenliste" zugesprochen, zwei die "Bürgerinitiative Serbiens". Deren Chef, Slavisa Petkovic, nahm schon im Dezember das Angebot von Kosovo-Regierungschef Ramush Haradinaj an, sich an der Regierung zu beteiligen. Petkovic ist seither im Kabinett für die Flüchtlingsrückkehr zuständig.

Die "Serbenliste für Kosovo und Metohija" soll enge Kontakte zum serbischen Präsidenten Boris Tadic haben, die Beziehungen zur Regierung Kostunica werden von Beobachtern dagegen als schwierig eingestuft. (APA)

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