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Belgrad laviert in der Kaukasus-Krise

Erstellt von Zurich, 28.08.2008, 15:51 Uhr · 8 Antworten · 546 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Zurich

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    Belgrad laviert in der Kaukasus-Krise

    Belgrad laviert in der Kaukasus-Krise


    Serbien muss in der Kaukasus-Krise sehr diplomatisch vorgehen, um Russland nicht vor den Kopf zu stoßen. Denn wegen dem Kosovo will die serbische Regierung die Sezessionen in Georgien nicht unterstützen.

    Die Anerkennung Südossetiens und Abchasiens durch Russland hat die serbischen Politiker in eine ziemlich unangenehme Lage versetzt: Wenn sie die Einheit Georgiens unterstützen, verärgern sie Moskau. Wenn sie aber die Anerkennung durch Russland akzeptieren, widersprechen sie ihrem eigenen Standpunkt zur Unabhängigkeit des Kosovo.

    Die bisherige Taktik des offiziellen Belgrad während der russisch-georgischen Krise war Stillschweigen und aufmerksames Beobachten. Die serbische Regierung wollte erstmal sehen, wie die Reaktionen auf den jüngsten Schritt Moskaus ausfallen würden.


    Vorsichtige Wortwahl

    Das serbische Außenministerium entschied sich danach für eine äußerst vorsichtig formulierte Pressemitteilung. Darin heißt es: Serbien habe rechtzeitig auf die Gefahr aufmerksam gemacht, dass die Unabhängigkeit des Kosovo und dessen Anerkennung zu einem Präzedenzfall würde. Des Weiteren wurde in der neutralen Diplomatensprache festgehalten, Belgrad achte das internationale Recht und die territoriale Integrität international anerkannter Staaten.

    Serbische Fachleute für internationale Beziehungen bewerten diese Mitteilung als klug und angebracht. Weil Serbien gute Beziehungen zu Russland wahren will, aber auch Mitglied der Europäischen Union werden möchte, ist die Wortwahl in der jetzigen Situation eine äußerst heikle Angelegenheit. "Der serbische Standpunkt ist sehr prinzipientreu im Hinblick auf die Souveränität und Integrität aller Staaten", sagt Bratislav Grubacic, Herausgeber der diplomatischen Fachzeitschrift VIP aus Belgrad. "Ich nehme an, die serbische Regierung geht davon aus, dass diese Position mit Blick auf den serbischen Standpunkt zum Kosovo auch auf das Verständnis der russischen Seite stoßen wird."


    Hoffen auf mehr Verständnis

    Russland hat nun seine strategischen Prioritäten ausgewählt. Die betreffen vornehmlich die Beziehungen zu den ehemaligen Sowjetrepubliken und die Nachbarländer von Russland, meint der serbische Experte Grubacic: "Das heißt nicht, dass die Russen auch ihren Standpunkt zum Kosovo ändern werden. Aber ganz gewiss verlieren die bisherigen Argumente Russlands an Überzeugungskraft. Letztendlich ist Kosovo vor allem eine serbische Frage und viel weniger eine russische."

    Die russische Anerkennung der abtrünnigen georgischen Regionen könnte die Kosovo-Frage in den Hintergrund drängen. Demzufolge sei zu erwarten, dass sogar Länder, die das Kosovo anerkannt haben, nun mehr Verständnis für die serbische Position zeigen, hofft Bratislav Grubacic: "Ganz sicher können wir erwarten, dass von jetzt an kaum ein Land wagen wird, die Unabhängigkeit des Kosovo in einer so komplizierten Lage anzuerkennen, insbesondere nicht vor der Sitzung der UN-Vollversammlung über die Kosovo-Resolution der serbischen Regierung. Dies ist ein gewisser Vorteil für Serbien."

    Fast alle Medien in Serbien beschäftigen sich seit Tagen mit Vergleichen zwischen der so genannten Kosovo-Frage und der Kaukasus-Krise. Dabei werden sowohl Amerikaner als auch Westeuropäer oft als Heuchler bezeichnet, vor allem bei ihrem Standpunkt zum Thema "territoriale Integrität eines Staates."


    Belgrad laviert in der Kaukasus-Krise | Europa | Deutsche Welle | 28.08.2008

  2. #2
    Avatar von lulios

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    Russland droht in Kaukasus-Krise weitere Isolation

    Duschanbe/Paris (Reuters) - Russland droht in der Kaukasus-Krise weitere Isolation.

    Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) verurteilte die russische Anerkennung der georgischen Regionen Abchasien und Südossetien, und die Europäische Union denkt über Sanktionen nach. China und mehrere Russland traditionell verbundene zentralasiatische Länder versagten ihm am Donnerstag die Unterstützung und riefen lediglich dazu auf, die Krise in der Schwarz-Meer-Region auf dem Verhandlungsweg zu beenden.

    Die französische EU-Präsidialmacht erklärte, der Georgien-Sondergipfel der Europäischen Union (EU) werde am Montag auch über Sanktionen gegen Russland beraten. Außenminister Bernard Kouchner sagte, die EU bemühe sich um eine einheitliche Haltung, um zu demonstrieren, dass sie mit dem Geschehenen nicht einverstanden sei. Er machte zugleich deutlich, dass Frankreich nicht zu den Ländern gehöre, die Strafmaßnahmen fordern. "Ich schlage sie nicht vor."

    Die Bundesregierung wollte sich zu Sanktionen nicht äußern. Besonders osteuropäische Länder wie Polen und die baltischen Staaten fordern bereits seit Beginn der Kaukasus-Krise einen harten Kurs gegen Russland. Deutschland hat sich in dieser Frage bislang zurückgehalten. Allerdings hatte Kanzlerin Angela Merkel in den vergangenen Tagen den Ton deutlich verschärft.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies die Sanktionsüberlegungen der EU scharf zurück. Neben Strafmaßnahmen habe "mein Freund Kouchner auch davon gesprochen, dass wir bald Moldawien, die Ukraine und die Krim angreifen werden. Aber das ist eine krankhafte Fantasie, und das gilt genauso für die Sanktionen", sagte der russische Außenminister.

    ASIATISCHE LÄNDER BESORGT ÜBER LAGE IM KAUKASUS

    China und mehrere andere Partner Russlands in Asien riefen zu Dialog und Versöhnung auf. Sein Land sei über die Lage im Kaukasus besorgt, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. China und Russland ziehen als Vetomächte im UN-Sicherheitsrat oft an einem Strang. Besorgt äußerte sich auch der Shanghai-Kooperationsrat, dem neben Russland und China vier zentralasiatische Länder angehören, die früher Sowjetrepubliken waren. Präsident Dmitri Medwedew hatte die Gruppe zum Auftakt ihres Treffens im tadschikischen Duschanbe um Unterstützung gebeten. Bislang hat kein anderes Land Abchasien und Südossetien anerkannt.

    Unterdessen ging der Streit über die Präsenz von Nato-Kriegsschiffen im Schwarzen Meer weiter. Das Bündnis wies russische Vorwürfe eines Aufmarsches zurück. In der Region sei lediglich ein kleiner Verband von vier Schiffen, dessen Manöver lange geplant gewesen sei. Zu den übenden Schiffen gehört auch die Fregatte "Lübeck". Russland hat dagegen von bis zu 18 eingesetzten Schiffen gesprochen.

    Ein Sprecher des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin hatte sich am Mittwoch verwundert darüber geäußert, dass US-Kriegsschiffe Hilfsgüter in das eng mit den Vereinigten Staaten verbündete Georgien liefern. Derzeit kreuzen zwei Schiffe der US-Marine vor der georgischen Küste. Das Flaggschiff der im Mittelmeer stationierten Sechsten US-Flotte, die "Mount Whitney", ist mit einer Hilfslieferung unterwegs. Russland hat das Flaggschiff seiner Schwarzmeer-Flotte, den Lenkwaffen-Kreuzer "Moskwa", in den abchasischen Hafen Suchumi verlegt.

    In Georgien beteten viele Christen nach dem verlorenen Krieg gegen Russland für ihr Land. Patriarch Ilja II. bat um Gottes Beistand, damit aus Georgiens Feinde in Freunde werden.


    Russland droht in Kaukasus-Krise weitere Isolation | Ausland | Reuters

    ich glaube nicht das sich überhaupt ein staat traut abchasien oder südossetien anzuerkennen.vielleicht nur diese die lebensmüde sind wie kuba,venezuela und weissrussland und schon gar nicht serbien.wer das trotzdem macht dem droht wohl isolation wenn sie schon sanktionen gegen russland in erwägung ziehen wird das bei kleinen "staaten" erst recht gemacht.

  3. #3
    Avatar von illyrian_eagle

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    China und mehrere Russland traditionell verbundene zentralasiatische Länder versagten ihm am Donnerstag die Unterstützung und riefen lediglich dazu auf, die Krise in der Schwarz-Meer-Region auf dem Verhandlungsweg zu beenden.
    Schaaadddeee Russland alles is vorbei alles is vorbei........

  4. #4

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    Zitat Zitat von Zurich Beitrag anzeigen

    Fast alle Medien in Serbien beschäftigen sich seit Tagen mit Vergleichen zwischen der so genannten Kosovo-Frage und der Kaukasus-Krise. Dabei werden sowohl Amerikaner als auch Westeuropäer oft als Heuchler bezeichnet, vor allem bei ihrem Standpunkt zum Thema "territoriale Integrität eines Staates."
    Und die Russen sind keine Heuchler? Noch vor drei Monaten machte Moskau Aufstand gegen die Kosovo-Unabhängigkeit und jetzt werden gründlich ethnisch gesäuberte Abchasien und Südossetien als Staaten anerkannt

  5. #5
    Avatar von thatz_me

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    Tja, die Russen haben sich eindeutig überschätzt.



    Jetzt können die Einwohner Südostsetiens und Abchasiens mit ihren selbstgedruckten Pässen nach Russland, weiter auch nicht.

  6. #6
    Avatar von SlavicWolf

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    456
    Ach was reden die von Isolation Russlands, die EU könnte auf die russischen Ressourcen an Gas, Petrol, Carbon und dutzenden weiteren niemals verzichten. Die brauchen Russland.

  7. #7
    Avatar von SlavicWolf

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    Zitat Zitat von thatz_me Beitrag anzeigen


    Jetzt können die Einwohner Südostsetiens und Abchasiens mit ihren selbstgedruckten Pässen nach Russland, weiter auch nicht.
    Wo auch jeder dritte Kaukase schon ausgewandert ist. Weisst du wie viele Azerbaicaner, Armenier, Georgier, Tschetschenen und so weiter, nach dem Fall der UdSSR nach Moskau und St.Petersburg ausgezogen sind? Es sind Millionen!

  8. #8
    Avatar von Caesarion

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    Wenn man es so sieht haben die Russen eigentlich die USA und die EU total verarscht... mit ihrer Logik (wegen der unabhängigkeit des kosovo) haben sie sich somit mehr territorium unter den nagel gerissen und haben denen gezeigt wie es ist wenn man einem land einfach so territorium wegnimmt...

  9. #9

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    Zitat Zitat von GrEeKStYlE Beitrag anzeigen
    Wenn man es so sieht haben die Russen eigentlich die USA und die EU total verarscht... mit ihrer Logik (wegen der unabhängigkeit des kosovo) haben sie sich somit mehr territorium unter den nagel gerissen und haben denen gezeigt wie es ist wenn man einem land einfach so territorium wegnimmt...

    Genau. Mit einer Klatsche zwei Fliegen geschlagen.

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