Erste direkte Kontakte seit einem Jahr - Einigung für Fortgang der Verhandlungen über Vermisste erzielt

Belgrad - Nach einem Jahr Unterbrechung haben die Regierung Serbiens und des Kosovo am Mittwoch erstmals wieder direkte Gespräche geführt. Unter Vermittlung des Internationalen Roten Kreuzes trafen sich Beamte beider Regierungen in Belgrad, um über das Schicksal von Vermissten des Kosovo-Kriegs 1999 zu sprechen. Der Chef der UNO-Mission im Kosovo (UNMIK), Sören Jessen-Petersen, begrüßte die Wiederaufnahme des Dialogs. "Ich vertraue darauf, dass die Delegationen das Gespräch in konstruktiver Weise führen werden und sich dabei voll auf die humanitäre Perspektive konzentrieren."

Gespräche ab 9. Juni

Nach Angaben von Teilnehmern einigten sich die Delegationen auf einen Rahmen für den Fortgang der Verhandlungen. Sie sollen am 9. Juni in der Kosovo-Hauptstadt Pristina weitergeführt werden. Der serbische Vertreter Veljko Odalovic sagte nach dem Treffen: "Unsere Differenzen sollten nicht verhindern, das Schicksal von Vermissten aufzuklären". Der Kosovo-Abgesandte Nexhmedin Spahiu bezeichnete den Verlauf der Gespräche als "sehr positiv".

Nach UN-Angaben gelten seit dem Kosovo-Krieg noch knapp 3.200 Menschen als vermisst. 2.460 von ihnen sind demnach Kosovo-Albaner, 529 Serben. Die Gespräche über die Vermissten waren im März vergangenen Jahres abgebrochen worden, als Kosovo-Albaner über Tage hinweg Serben im Kosovo angegriffen hatten. Seitdem gab es keine offiziellen Kontakte mehr zwischen Belgrad und Pristina. Formal ist das Kosovo eine serbische Provinz, die seit 1999 unter UNO-Kontrolle steht. Während Pristina vehement die Unabhängigkeit fordert, setzt sich Belgrad für einen Verbleib der Provinz in Serbien-Montenegro bzw. Serbien ein. (APA)

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