Sasa Cvijetan wegen Ermordung von 14 albanischen Zivilisten in Nordkosovo-Stadt Podujevo angeklagt

Belgrad - Vor einem Belgrader Gericht hat am Montag der Prozess gegen einen ehemaligen Angehörigen der Spezial-Polizeieinheit "Skorpione" begonnen, der nun neu aufgerollt wird. Sasa Cvijetin war im Vorjahr wegen Ermordung von 14 albanischen Zivilisten, darunter mehreren Kindern, in der Nordkosovo-Stadt Podujevo im März 1999 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Das Oberste Gericht hatte wegen Verfahrensfehlern das Urteil annulliert und eine erneute Prozessführung auferlegt. Der Prozess wird nun in jenem Augenblick erneuert, wo "Skorpione" in Verbindung mit einem anderen Kriegsverbrechen ins Rampenlicht gelangt sind. Vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien wurde letzte Woche ein Video gezeigt, auf dem die Erschießung von sechs Einwohnern der ostbosnischen Kleinstadt Srebrenica durch "Skorpione" im Juli 1995 zu sehen war. In Serbien wurden daraufhin zehn ehemalige Angehörige der Spezial-Polizeieinheit festgenommen.

Laut offizieller Deutung sollen die "Skorpione" als Freischärlereinheit an den Kriegen in Kroatien und Bosnien-Herzegowina (1991-1995) teilgenommen haben. Zu Beginn des Kosovo-Krieges 1998 wurden sie allerdings unter der früheren Kommandostruktur als serbische Spezial-Polizeieinheit eingesetzt. An der Erschießung von Zivilisten in Podujevo sollen mehrere Angehörige der Einheit beteiligt gewesen sein,. Ihre Identität wurde im ersten Prozess allerdings nicht festgestellt.

Gerade im ersten Prozess gegen Cvijetan hatte einer der Belastungszeugen vor zwei Jahren zum ersten Mal auf die Existenz des Videos über die Erschießung von Srebrenica-Zivilisten aufmerksam gemacht.

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