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Im blockierten Bosnien herrschen Streit und Frust

Erstellt von Der_Buchhalter, 16.10.2008, 23:04 Uhr · 2 Antworten · 594 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    20.12.2004
    Beiträge
    6.421

    Im blockierten Bosnien herrschen Streit und Frust

    Im blockierten Bosnien herrschen Streit und Frust

    Niemals zuvor seit dem Ende des Bürgerkrieges vor 13 Jahren ist in Bosnien-Herzegowina so viel Klartext geredet worden. Das Land scheint trotz massiver Hilfe blockiert zu sein und niemand kennt einen Ausweg.


    Der Europarat und die EU, der Internationale Bosnien-Beauftragte Miroslav Lajcak sowie die Botschafter der USA, Grossbritanniens, Deutschlands und der Niederlande teilen die Einschätzung: Trotz vieler Milliarden Euro Hilfen, trotz zehntausender Soldaten und tausender ziviler Aufbauhelfer ist das Balkanland blockiert, steckt in einer Sackgasse.
    Und das Schlimmste ist, dass niemand einen Ausweg kennt. Enttäuschung macht sich breit. EU-Kommissar Olli Rehn sagte es in der vergangenen Woche in der Hauptstadt Sarajevo, Lajcak in dieser Woche in der Serben-Hochburg Banjaluka.


    Schwieriges Zusammenleben

    Es ist wie zu Beginn des Bürgerkrieges (1992-1995). Die muslimischen Bosnier, die knapp die Hälfte der vier Millionen Einwohner stellen, und die Serben mit einem Drittel stehen sich unversöhnlich gegenüber, sehen die jeweils andere Landeshälfte als «feindliches Ausland» an.
    Mit tatkräftiger Unterstützung des 15-prozentigen kroatischen Bevölkerungsanteils blockiert der nationalistische Streit dieser drei Völker alles. Auf Bundesebene funktionieren weder Regierung noch Gerichte, weil die «Föderation» aus muslimischen Bosniern und Kroaten sowie die «Serbenrepublik» fast unbegrenzt selbstständig sind.
    Ausländische Investitionen sind im Blockadeklima der beiden Landesteile Mangelware. Der komplizierte Staatsaufbau mit seinen zwei Landeshälften, zehn Kantonen und dem muslimisch-serbischen Gemeinschaftsdistrikt der Stadt Brcko im Norden verschlingt fast alle Staatseinnahmen, so dass für Investitionen kein Geld übrig bleibt.


    Serben lassen Muskeln spielen

    Die Serben haben in dieser Woche in ihrem Parlament in Banjaluka noch mal ihre Muskeln spielen lassen: Keine Verfassungsreform mit Abtretung von Zuständigkeiten der «Serbenrepublik» an den Gesamtstaat. Das ist aber die Voraussetzung für eine weitere Annäherung Bosniens an Brüssel.
    Schlimmer noch. Die vordergründigen Zugeständnisse bei der Polizeireform - ebenfalls eine Brüsseler Vorgabe - sollen wieder rückgängig gemacht werden. Und: Die Serben könnten sich vom Gesamtstaat abspalten und der «Mutterrepublik» Serbien anschliessen.
    Weder die Abtrennung der Serben noch die Abschaffung ihres eigenen Landesteils komme in Frage, wiederholen die ausländischen Politiker gebetsmühlenartig. Er sei «schon ein wenig müde», bekannte Bosnien-Aufseher Lajcak. Die EU-Verteidigungsminister bereiten unterdessen enttäuscht den Abzug ihrer letzten 2125 von einst 35 000 Soldaten vor.


    Kriminalität und Korruption gedeihen

    Nach rund 100 000 namentlich bekannten Toten und mehreren hunderttausend Verletzten im Krieg herrscht überall Stillstand. Die Infrastruktur ist marode, die soziale Not gross - Besserung ist nicht in Sicht.
    In einem Klima des gegenseitigen Hasses und Misstrauens gedeihen einzig die Kriminalität und die alles beherrschende Korruption. Schon vor drei Jahren hatte ein eigens eingerichteter Parlamentsausschuss auf Bundesebene festgestellt, dass von den damals 5,5 Milliarden Euro Hilfsgelder 2 Milliarden «verschollen» sind.



    Quelle: SDA/ATS

    20minuten.ch - Im blockierten Bosnien herrschen Streit und Frust - Ausland

  2. #2
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
    Beiträge
    11.089

    Frage

    Zitat Zitat von Šljivovica Beitrag anzeigen
    Im blockierten Bosnien herrschen Streit und Frust

    Niemals zuvor seit dem Ende des Bürgerkrieges vor 13 Jahren ist in Bosnien-Herzegowina so viel Klartext geredet worden. Das Land scheint trotz massiver Hilfe blockiert zu sein und niemand kennt einen Ausweg.


    Der Europarat und die EU, der Internationale Bosnien-Beauftragte Miroslav Lajcak sowie die Botschafter der USA, Grossbritanniens, Deutschlands und der Niederlande teilen die Einschätzung: Trotz vieler Milliarden Euro Hilfen, trotz zehntausender Soldaten und tausender ziviler Aufbauhelfer ist das Balkanland blockiert, steckt in einer Sackgasse.
    Und das Schlimmste ist, dass niemand einen Ausweg kennt. Enttäuschung macht sich breit. EU-Kommissar Olli Rehn sagte es in der vergangenen Woche in der Hauptstadt Sarajevo, Lajcak in dieser Woche in der Serben-Hochburg Banjaluka.


    Schwieriges Zusammenleben

    Es ist wie zu Beginn des Bürgerkrieges (1992-1995). Die muslimischen Bosnier, die knapp die Hälfte der vier Millionen Einwohner stellen, und die Serben mit einem Drittel stehen sich unversöhnlich gegenüber, sehen die jeweils andere Landeshälfte als «feindliches Ausland» an.
    Mit tatkräftiger Unterstützung des 15-prozentigen kroatischen Bevölkerungsanteils blockiert der nationalistische Streit dieser drei Völker alles. Auf Bundesebene funktionieren weder Regierung noch Gerichte, weil die «Föderation» aus muslimischen Bosniern und Kroaten sowie die «Serbenrepublik» fast unbegrenzt selbstständig sind.
    Ausländische Investitionen sind im Blockadeklima der beiden Landesteile Mangelware. Der komplizierte Staatsaufbau mit seinen zwei Landeshälften, zehn Kantonen und dem muslimisch-serbischen Gemeinschaftsdistrikt der Stadt Brcko im Norden verschlingt fast alle Staatseinnahmen, so dass für Investitionen kein Geld übrig bleibt.


    Serben lassen Muskeln spielen

    Die Serben haben in dieser Woche in ihrem Parlament in Banjaluka noch mal ihre Muskeln spielen lassen: Keine Verfassungsreform mit Abtretung von Zuständigkeiten der «Serbenrepublik» an den Gesamtstaat. Das ist aber die Voraussetzung für eine weitere Annäherung Bosniens an Brüssel.
    Schlimmer noch. Die vordergründigen Zugeständnisse bei der Polizeireform - ebenfalls eine Brüsseler Vorgabe - sollen wieder rückgängig gemacht werden. Und: Die Serben könnten sich vom Gesamtstaat abspalten und der «Mutterrepublik» Serbien anschliessen.
    Weder die Abtrennung der Serben noch die Abschaffung ihres eigenen Landesteils komme in Frage, wiederholen die ausländischen Politiker gebetsmühlenartig. Er sei «schon ein wenig müde», bekannte Bosnien-Aufseher Lajcak. Die EU-Verteidigungsminister bereiten unterdessen enttäuscht den Abzug ihrer letzten 2125 von einst 35 000 Soldaten vor.


    Kriminalität und Korruption gedeihen

    Nach rund 100 000 namentlich bekannten Toten und mehreren hunderttausend Verletzten im Krieg herrscht überall Stillstand. Die Infrastruktur ist marode, die soziale Not gross - Besserung ist nicht in Sicht.
    In einem Klima des gegenseitigen Hasses und Misstrauens gedeihen einzig die Kriminalität und die alles beherrschende Korruption. Schon vor drei Jahren hatte ein eigens eingerichteter Parlamentsausschuss auf Bundesebene festgestellt, dass von den damals 5,5 Milliarden Euro Hilfsgelder 2 Milliarden «verschollen» sind.



    Quelle: SDA/ATS

    20minuten.ch - Im blockierten Bosnien herrschen Streit und Frust - Ausland
    ja da sehnt sich einer nach aufmerksamkeit ,liebe bezw. offenes ohr...

    deine bilanz in 2 tagen mit 28 threads zeigts mehr als deutlich
    ;
    http://www.balkanforum.info/search.php?searchid=302111

    alle achtung....

  3. #3

    Registriert seit
    20.12.2004
    Beiträge
    6.421
    Zitat Zitat von skenderbegi Beitrag anzeigen
    ja da sehnt sich einer nach aufmerksamkeit ,liebe bezw. offenes ohr...

    deine bilanz in 2 tagen mit 28 threads zeigts mehr als deutlich
    ;
    http://www.balkanforum.info/search.php?searchid=302111

    alle achtung....
    Nein man muss die Leute drauf hinweisen das es nicht so geht und diese Doppelmorall seitens des Westen ein Ende haben muss. Bist du nicht auch dafür, gleiches Recht für alle Gjerg Kastrioti?

    Warum darf Kosovo und andere wie zB die RS nicht?

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