BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 22

Bosnien: Das europäische Stiefkind auf dem Balkan

Erstellt von Emir, 08.09.2009, 22:15 Uhr · 21 Antworten · 1.753 Aufrufe

  1. #1
    Emir

    Bosnien: Das europäische Stiefkind auf dem Balkan

    -
    -
    -
    -
    -
    --
    -
    -
    -
    -
    -
    -
    08.09.2009 | 18:22 | MANUELA TOMIC (Die Presse)
    14 Jahre nach Kriegsende bleiben viele Probleme ungelöst. Bürokratische Hindernisse für Unternehmer und ein ethnisch aufgesplitterter Arbeitsmarkt bremsen die ökonomische Entwicklung.






    SARAJEWO. Moderne Wohnbauten reihen sich an Häuserruinen mit Einschusslöchern, die Straßen sind nur teilweise repariert. Das heutige Bild Bosniens prägt ein ständiger Wechsel zwischen Alt und Neu, zwischen Aufbau und Zerstörung. Aber nicht nur Ruinen aus Beton warten auf ihre Fertigstellung, auch in der Politik bleiben wichtige Aufgaben ungelöst.

    Ein komplexer Verwaltungsapparat lastet seit dem Dayton-Abkommen 1995 schwer auf Bosnien und Herzegowina. Die Vielzahl an politischen Entscheidungsträgern und die zahlreichen kulturellen Konflikte verhindern oftmals rasche Lösungen. Ein Beispiel dafür ist die historische Stadt Mostar.

    Stadt ohne Bürgermeister

    Das Wahrzeichen der Stadt, die „Alte Brücke“ („Stari Most“) verbindet den muslimisch geprägten Ostteil mit dem kroatischen Westen. Seit zehn Monaten hat Mostar keinen Bürgermeister mehr, weil sich die Politiker auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen konnten. Daher wurde der Stadtverwaltung das monatliche Budget entzogen. Der Bosnien-Beauftragte und Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft, Valentin Inzko, hat entschieden, das Budget wieder einzuführen: „Aber ich wollte die politischen Parteien von ihrer Verantwortung, einen Bürgermeister zu wählen, nicht entbinden. Sie sind schließlich gewählt worden, um zu arbeiten“, erklärt der österreichische Topdiplomat der „Presse“.
    Immerhin sieht Inzko eine „große Bereitschaft“, bei Reformen mitzumachen (siehe Interview unten). Er nennt als Beispiel die Regelung des Status von Br?ko. Muslime, Kroaten und Serben haben Anspruch auf die Stadt in Nordbosnien erhoben. Seit Mai hat Br?ko nun den Status eines neutralen Distrikts, der dem Zentralstaat unterstellt ist.
    Anhaltende Bereitschaft zu Reformen wird Bosnien brauchen. Wirtschaftlich steht das Land immer noch schlechter da als seine Nachbarn. Der Bosnien-Experte Vedran D?ihi? bezeichnet Bosnien als „Entwicklungsland in Europa“. Die Arbeitslosenrate ist in den letzten Jahren zwar gesunken, sie liegt aber immer noch bei 25 bis 30 Prozent.

    Lohnende Investitionen

    Bürokratische Hindernisse für Unternehmer und ein ethnisch aufgesplitterter Arbeitsmarkt bremsen die ökonomische Entwicklung. Dabei, sagt Dzihi?, würde es sich durchaus lohnen, in Bosnien zu investieren. Vor allem in der Wasserkraft, im Kohlebergbau, der Aluminiumverarbeitung, Landwirtschaft und im Tourismus sieht er die wirtschaftliche Zukunft.
    Auch 14 Jahre nach dem Krieg gibt es eine Fülle ungelöster Probleme, „von banalen Dingen wie einer gemeinsamen Flagge bis zu wichtigen Themen wie der Einigung über eine effiziente Infrastruktur“. Die Aufteilung des Staatseigentums, die eine wichtige Voraussetzung für die Schließung des Büros des Hohen Repräsentanten ist, lässt ebenfalls noch auf sich warten.
    „Wenn man sich das alles ansieht, weiß man, dass die EU die einzige Chance für Bosnien ist“, meint D?ihi?. „Ich habe aber nicht das Gefühl, dass sich die EU besonders mit Bosnien beschäftigt. Ich glaube, es gibt eher eine Bereitschaft, diese Frage auf die lange Bank zu schieben.“ Inzwischen werden im Wirtschaftsbereich die komplizierten bürokratischen Verfahren langsam verbessert, die Investitionen sind bereits gestiegen. Doch diese haben nicht immer zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation im Land beigetragen.
    Die Einkommensverteilung bleibt ungerecht, besonders Pensionisten, Frauen und Jugendliche ohne Arbeit sind betroffen. Der soziale Frust nimmt zu, auch die schleppenden EU-Verhandlungen enttäuschen die Menschen. So entsteht ein Krisengemisch, das noch explosiv werden könnte.

    ("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2009)


    Bosnien: Das europäische Stiefkind auf dem Balkan « DiePresse.com

  2. #2

    Registriert seit
    30.05.2009
    Beiträge
    5.328
    Schöne Karte! Man sieht, wem Brčko und Montenegro gehören!

  3. #3

    Registriert seit
    16.01.2009
    Beiträge
    17.122
    Zitat Zitat von Baklava Beitrag anzeigen
    Schöne Karte! Man sieht, wem Brčko und Montenegro gehören!

    Und das obwohl im Text steht, dass Brcko ein neutraler Distrikt ist! Ja pametnih ljudi...

  4. #4
    Kelebek
    Die Überschriften deiner Bosnien-Threads sind einfach nur geil

  5. #5

    Registriert seit
    27.03.2009
    Beiträge
    490
    Ganz Ehrlich Emir was verlangst du von der EU !?

    Das sie Bosnien aufbauen ohne das die Bosniaken selbst was machen müssen?
    Lernt mal selbst eure probleme zu lösen !
    Und such nicht immer bei anderen die Schuld !!

  6. #6

    Registriert seit
    30.05.2009
    Beiträge
    5.328
    Zitat Zitat von Aurel Beitrag anzeigen
    Ganz Ehrlich Emir was verlangst du von der EU !?

    Das sie Bosnien aufbauen ohne das die Bosniaken selbst was machen müssen?
    Lernt mal selbst eure probleme zu lösen !
    Und such nicht immer bei anderen die Schuld !!
    Er erwartet, dass die EU die Interessen der Bosniaken vertritt

  7. #7
    McChevap
    Zitat Zitat von Baklava Beitrag anzeigen
    Er erwartet, dass die EU die Interessen der Bosniaken vertritt
    LOL, sagt ein Serbe.

  8. #8
    Kelebek
    Zitat Zitat von McChevap Beitrag anzeigen
    LOL, sagt ein Serbe.
    Tja, sieht man ja, Serbien wird für die letzten 20 Jahre belohnt. Serbien wird vor Bosnien und anderen Ländern in die EU kommen. Sie sind eben christlich und nicht muslimisch.

  9. #9

    Registriert seit
    16.01.2009
    Beiträge
    17.122
    Zitat Zitat von Jeff Beitrag anzeigen
    Tja, sieht man ja, Serbien wird für die letzten 20 Jahre belohnt. Serbien wird vor Bosnien und anderen Ländern in die EU kommen. Sie sind eben christlich und nicht muslimisch.
    Seit wann ist BiH muslimisch?
    Und was heißt belohnt, im Gegensatz zu den Bosniaken strengen sich die Serbien-Serben immerhin an.
    Selbst schuld, wenn eure politischen Führer immer nur rumheulen, über die bösen Serben, aber nie wirklich voran wollen.

    PS: Der Westen hat den ach so christlichen Serben in den 90ern ja so geholfen, und den muslimischen Bosniaken und Albanern jede Hilfe versagt, oh nein...

  10. #10

    Registriert seit
    30.05.2009
    Beiträge
    5.328
    Zitat Zitat von Jeff Beitrag anzeigen
    Tja, sieht man ja, Serbien wird für die letzten 20 Jahre belohnt. Serbien wird vor Bosnien und anderen Ländern in die EU kommen. Sie sind eben christlich und nicht muslimisch.
    Serbien wird belohnt...das würde mir zu denken geben!

Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 123
    Letzter Beitrag: 23.02.2012, 18:43
  2. Der europäische Islam [Bosnien und Albanien] ?
    Von Emir im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 85
    Letzter Beitrag: 12.12.2011, 23:31
  3. Bosnien: europäische Hochburg für Fundamentalisten
    Von Helios im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 35
    Letzter Beitrag: 21.05.2010, 19:27
  4. Was einige Balkan-Muslime von europäische Kirchen halten...
    Von Saborac im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 78
    Letzter Beitrag: 19.12.2006, 16:00
  5. Balkan wird an das europäische Stromnetz angebunden!!
    Von jugo-jebe-dugo im Forum Wirtschaft
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 10.10.2004, 22:36