Terzic warnt vor Aussetzung des Erweiterungsprozesses - Neue Entwicklung als Anstoß für weitere Integration
Straßburg - Bosnien-Herzegowina hat sein Ziel des Beitritts in die Europäische Union bekräftigt. Bei einer Rede in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates sagte Ministerpräsident Adnan Terzic am Dienstag in Straßburg: "Bosnien-Herzegowina ist von Dayton nach Brüssel gewandert - und zwar nicht nur durch Entscheidungen von ein paar wenigen Politikern, sondern weil es der Wille der breiten Öffentlichkeit ist." 80 Prozent der Bevölkerung seines Landes wolle eine Zukunft in der EU. Einen Zeitplan nannte Terzic nicht.

Gleichzeitig warnte der Ministerpräsident die Führung der EU vor Überlegungen, den Erweiterungsprozess nach der Ablehnung des Verfassungsvertrages in Frankreich und den Niederlanden auszusetzen. Diese neue Entwicklung solle vielmehr als Anstoß für eine weitere Integration der europäischen Länder genutzt werden.

Die EU macht die Eröffnung offizieller Gespräche mit Sarajevo von der energischeren Verfolgung von Kriegsverbrechen aus dem 1995 beendeten Bürgerkrieg abhängig. (APA/dpa)

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