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Bosniens Jugend: Balkan-Chic statt "no future"

Erstellt von Emir, 11.07.2010, 16:40 Uhr · 19 Antworten · 1.635 Aufrufe

  1. #1
    Emir

    Bosniens Jugend: Balkan-Chic statt "no future"

    Junge Generation zwischen Tito und EU. Während viele ans Weggehen denken, regen sich immer mehr Initiativen, die an einem neuen Bosnien bauen. Sie wollen nicht länger Europäer zweiter Klasse sein und sehnen sich nach Normalität.

    Quelle: Bosniens Jugend: Balkan-Chic statt »no future« DiePresse.com

    Hab net den ganzen Text reinkopiert, ist extrem viel aber den ersten Teil sollte jeder lesen







  2. #2
    Avatar von snarfkafak

    Registriert seit
    17.08.2007
    Beiträge
    727
    Ich finde, man sollte trotzdem den ganzen Text lesen.

  3. #3
    Emir
    Werden die net machen, da es zu viel ist nur so freaks like me machen das

    So viel zum Thema alle Serben sind bööössse ^^

  4. #4
    kenozoik
    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    Werden die net machen, da es zu viel ist nur so freaks like me machen das

    So viel zum Thema alle Serben sind bööössse ^^
    wie bitte? extrem viel text? bin ich von einem anderen planeten oder was? alter, wenn das für jemanden viel text ist, was ist denn ein buch für denjenigen?

  5. #5
    Emir
    Zitat Zitat von batakanda Beitrag anzeigen
    wie bitte? extrem viel text? bin ich von einem anderen planeten oder was? alter, wenn das für jemanden viel text ist, was ist denn ein buch für denjenigen?
    Bojanas rote Haare leuchten wie ein Farbtupfen vor dem grauen Graffiti. Sie ist mit ihrer Freundin Sonja hier am Uni-Campus von Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska, des serbischen Teils Bosniens. Bojana und Sonja sind die Gründerinnen des Vereins „Alternacija“. Mit Charity-Konzerten geben sie unbekannten Bands Auftrittsmöglichkeiten, den Erlös spenden sie an Waisenkinder und Problemfamilien. Die ethnische Identität der Musiker bei ihren Konzerten spielt keine Rolle, sagt Bojana: „Dass eine Gruppe serbischer Jugendlicher zu einer kroatischen Band abrockt, ist bei unseren Konzerten keine Seltenheit.“


    Kein Warten auf die EU. Die beiden 18-jährigen Schülerinnen versprühen Energie und Geist eines Nike-Werbespots: „Just do it“. „Es ist nicht in Ordnung, dass wir uns zurücklehnen und darauf warten, dass die EU kommt und all unsere Probleme löst“, sagt Bojanas Freundin Sonja; „es liegt an uns, etwas zu ändern“, vollendet Bojana den von Sonja begonnenen Satz. Doch die beiden sind eine Minderheit: Nur rund ein Viertel der 15- bis 29-jährigen Bosnier glaubt, die Menschen könnten selbst etwas zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen, so das Ergebnis einer Wertestudie (World Value Survey 2010).

    Sonja und Bojana sind nicht ganz auf sich allein gestellt – mit ihrem Verein sind sie Teil des 2001 gegründeten Jugendnetzwerkes „POP“. Das Jugendzentrum „Geto“ gilt als das Hauptquartier des Netzwerkes: eine rote Panzertür, ein Keller und dahinter Krach – oder Hardrock, je nach Sichtweise. Die Band Pasiv probt gerade. Der hippe Mirza Biszevic hält den kreativen Haufen von „POP“ zusammen. Gemeinsam veranstalten sie Konzerte, Kampagnen und Workshops, außerdem das „Ex-Yu-Rocks-Festival“, bei dem Bands aus Bosnien-Herzegowina und ganz Exjugoslawien auftreten. „Die Welt stand nicht still, als in Bosnien Krieg war“, es gebe in der Musik viel aufzuholen, man müsse den Anschluss an die internationale Szene wiederfinden, sagt Mirza Biszevic. Er spricht von städteübergreifenden Projekten und Künstleraustausch – Kooperationen, die durch das noch immer andauernde restriktive EU-Visa-Regime erschwert werden. Die Europäische Union könnte das Gefühl der Apathie und Isolation in Bosnien-Herzegowina beenden helfen. Wie? Visafreiheit, sagt Mirza. Bosniens Jugend will die Welt sehen, internationale Erfahrung sammeln.
    Doch die Isolation ist nur eines der vielen Probleme für junge Menschen im kleinen 4,5-Millionen-Einwohner-Staat, der noch immer von den Folgen des Krieges gezeichnet ist. Eine Arbeitslosigkeit von 40 Prozent und Politiker, die die Probleme durch immer neues Schüren des alten Hasses übertünchen, lassen das Land in eine unsichere Zukunft blicken. Auch 15 Jahre nach dem Frieden von Dayton braucht es einen Hohen Repräsentanten, der wie ein Erziehungsberechtigter darüber wacht, dass die verschiedenen ethnischen Gruppen – Bosniaken, Kroaten, Serben– den Frieden respektieren. Kein Wunder, dass viele junge Menschen ans Weggehen denken. Aber es gibt auch immer mehr Initiativen, die wie Leuchttürme in stürmischer See emporragen: Initiativen, die von einem Traumland Bosnien schwärmen, in dem der ethnische Hass überwunden ist. Diese jungen Menschen wollen nicht länger Europäer zweiter Klasse sein.

    Europäer zweiter Klasse. Dieses Gefühl, Europäer zweiter Klasse zu sein, stößt Petar, Milan und Saša von der Band Sopot sauer auf. Es muss sich ihrer Meinung nach einiges ändern in Bosnien: „Eine Generation baut das Land auf, dann kommen Krieg und ethnische Säuberung, und die nächste Generation kann wieder bei null beginnen – so kann das nicht weitergehen“, meint Petar Topalovic, der Gründer von Sopot, der wohl erfolgreichsten Band der serbisch dominierten Republika Srpska. Die Band sammelt bei ihren Konzerten Unterschriften für die „Petition for Peace – 100 Jahre Friede am Balkan“ – Ziel ist es, den Politikern möglichst viele Unterschriften unter die Nase zu halten: „Es muss endlich Schluss sein mit dieser Ethno-Politik, die nur immer neuen Hass schürt und an unseren Problemen vorbeigeht“, sagt Petar.

    Nur ein normales Leben. 140 Kilometer südlich von Banja Luka träumen in Sarajewo, der Hauptstadt der Bosnischen Föderation, die Schönen der „Sarajevo Fashion Week“ vom „normale Leben“. In einem kleinen italienischen Restaurant in der nach Marschall Tito benannten Haupteinkaufsstraße im Zentrum von Sarajewo versammelt sich eine Gruppe von Models rund um Amela Radan, jene Frau, die der Modeszene in Sarajewo nach dem Krieg wieder Leben eingehaucht hat. Die Models erzählen von der Bedeutung eines gepflegten Äußeren in Bosnien. In Berlin oder Wien mag ein natürlicher, schlampiger Look okay sein, am Balkan sei Bling-Bling gefragt. Eskapismus? Vielleicht.

    Leben in der geteilten Stadt.Teilzeitmodel Dzenita Dumpor trägt den urbanen Style Sarajewos in ihre Heimatstadt Mostar, wo sie Psychologie studiert und nebenbei als Model arbeitet. Mostar, das im Krieg aufgrund der 18-monatigen Belagerung traurige Berühmtheit erlangt hat, hat heute sein mediterranes Flair wiedererlangt. Seit ein paar Monaten betreibt Dzenita dort eine Modelschule. Den Krieg will die 20-Jährige vergessen: „Dass es zu wenig Arbeit für junge Leute gibt, das sind die Probleme, die man lösen sollte. Der Krieg ist vorbei“, sagt sie. Doch er hat mentale Narben hinterlassen: Als Muslimin konzentriert sich ihr Leben auf die Osthälfte Mostars: „Ich habe einfach keinen Grund, auf die andere, die kroatische Seite zu gehen.“ Und auch im Gymnasium war die Separation zwischen den ehemaligen verfeindeten Bosniaken und Kroaten perfekt: Dzenita saß im Gymnasium nicht mit ihren kroatischen Alterskollegen in einer Klasse. Jede Volksgruppe war unter sich.

    Zwei Schulen unter einem Dach. Das ist In ganz Bosnien und Herzegowina bis heute so – gemäß der Nachkriegsarchitektur von Dayton wird nach unterschiedlichen Lehrplänen unterrichtet. Schüler, die gleich alt sind und dieselbe Sprache sprechen, sitzen je nach ethnischer Zugehörigkeit in verschiedenen Klassen. Doch es gibt Ausnahmen, leuchtende Vorbilder. Das United World College in Mostar ist so ein Vorbild. Dort werden Schülerinnen und Schüler aus ganz Bosnien gemeinsam unterrichtet, dazu kommen Schüler aus über 30 Ländern, regelmäßig auch aus Österreich. Doch auch dort ist der Unterricht in Literatur, Religion und vor allem Geschichte heikel: Jede Volksgruppe hat ihr eigenes Narrativ.

    Indoktrinierung zwischen den Zeilen. Dženan Hakalovic unterrichtet das dritte Jahr Geschichte am United World College in Mostar. Mit den bosnischen Geschichtsbüchern, die vom Unterrichtsministerium angeboten werden, ist Dženan nicht zufrieden: zu einseitig, findet er. Daher verwendet er hauptsächlich Videos oder Zeitungsberichte für seinen Unterricht. „Schüler sollen verschiedene Perspektiven kennenlernen und so gegen Indoktrinierung immunisiert werden“, erklärt der junge Lehrer, der Mitte 20 ist. Dženan will den Horizont seiner Schüler erweitern: „Viele jungen Menschen hier haben das Gefühl, dass wir verdammt zum ethnischen Hass sind.“ Aber ethnischer Hass sei kein Schicksal, erklärt er seinen Schülerinnen und Schülern, sondern er wird von skrupellosen und verbrecherischen Politikern geschürt: in Ruanda, im Deutschland der 30er- und 40er-Jahre oder eben am Balkan. Seinen Schülern will er vermitteln: niemals wieder.

    Srebrenica – das Leben geht weiter. Am größten sind die zu überwindenden Gräben dort, wo die schlimmsten Verbrechen geschehen sind. Srebrenica ist so ein Ort. Auf dem Weg dorthin fährt man durch Potočari, wo 3747 der 8372Opfer des Massakers vom Juli 1995 begraben sind. Heute, am 11.7., dem Srebrenica-Gedächtnistag, werden es wohl wieder um einige hundert mehr. Dann werden weitere Söhne, Brüder und Ehemänner dort begraben, die im Laufe der letzten Jahre aus Massengräbern exhumiert und identifiziert wurden. Ratko Mladić, als General der bosnisch-serbischen Soldateska für das Massaker verantwortlich, wird immer noch gesucht.
    Zwischen den Gräbern steht ein Mitarbeiter der Gedenkstätte, ein Mann, der 1995 seinen Vater und seinen Bruder verlor. Wie es den Jugendlichen in Srebrenica heute geht? Er, der seinen Namen nicht in der Zeitung finden möchte, winkt ab. Die Jugendarbeit sei fest in serbischer Hand: „Um internationale Gelder zu lukrieren, werden oft alibimäßig Bosniaken hinzugezogen, aber Integration? Es gibt keine Integration.“
    Srebrenica, die ehemals drittreichste Gemeinde Bosnien-Herzegowinas, hat heute eine Arbeitslosenrate von rund 75 Prozent. „Srebro“ bedeutet Silber, vom Glanz der Silbermine von Srebrenica ist heute wenig übrig geblieben. Eine Jugendgruppe will Akzente setzen, die das Leben in der Stadt für junge Menschen attraktiv machen. Ivana ist eine von ihnen.
    Sie sitzt auf einer kleinen Anhöhe, im Vordergrund die Moschee, rechts dahinter die serbisch-orthodoxe Kirche, am Waldrand ein desolater mehrstöckiger Bau: Hier wohnen Flüchtlingsfamilien, die bis heute ihr Zuhause nicht wieder aufbauen konnten.
    Für die melancholische junge Frau ist Srebrenica eine lebenswerte Stadt: „Ich weiß nicht, was sich die Leute vorstellen – vielleicht dass wir hier alle auf einem Friedhof leben. Dabei ist alles, was wir wollen, ein normales Leben.“ Doch Srebrenica, das klingt eben immer noch nach Tod, Tragödie, Massenmord, Massaker.

    Festival auf einem Massengrab. Im Jugendzentrum Srebrenica wird inzwischen eifrig geprobt: „House of the Rising Sun“ tönt aus den Boxen. Die Band Silver Stones lässt die Wände des Gebäudes vibrieren. Sie probt für das Sommer-Highlight, das „Silvertown Shine“-Festival.
    Bei der muslimischen Bevölkerung ist es sehr umstritten, sie empfindet es als pietätlos, wenn hier in Srebrenica Party gemacht wird. Nedeljko Simić, der Koordinator von Silvertown Shine, tritt den Bedenken entgegen: „Wir wissen, hier ist Schreckliches passiert. Wenn wir aber wollen, dass junge Menschen hier leben, dann muss man sie auch leben lassen. Wir wollen nicht, dass die Vergangenheit unsere Zukunft bestimmt.“

    Sarajewos alter Glanz.
    Kurvig schlängelt sich die Straße durch die dichten Wälder bergab zurück Richtung Sarajewo. Mit Totenköpfen bemalte Schilder und rote Absperrbänder warnen davor, die Straße zu verlassen – Minen. Plötzlich taucht sie auf – Sarajewo, die selbstbewusste Stadt, die der vierjährigen Belagerung trotzig standhielt. Immer wieder Friedhöfe auf den Hügeln, unzählige weiße Grabsteine ragen aus dem Boden, eng zusammengepfercht – der Platz für die Gräber wurde eng, das Töten war effizient.
    Die Altstadt von Sarajewo erstrahlt im alten Glanz. Mit ihren verwinkelten Gässchen des türkischen Basars, den Moscheen und Souvenirständen zieht sie wieder Touristen an. Das Leben pulsiert. In der Orientflair ausstrahlenden Baghdad-Bar trifft sich die junge Szene. DJElManjo spielt internationale Sounds, es wird getanzt bis in die Morgenstunden. Hier ist sie also, die von allen herbeigesehnte Normalität, ausgerechnet in einer Bar, die „Bagdad“ im Namen führt.

    Für einige sind das schon mehrer Bücher oder was glaubst du wieso fast niemand was dazu sagt ^^

  6. #6
    Avatar von Cobra

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    64.180
    In BiH wird es erst bergauf gehen wenn man es schafft die Menschen nicht nach Religion zu kategorisieren! Bis dahin wird es ein langer und schwerer Weg.

  7. #7
    Avatar von DZEKO

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    55.015
    Kann mal jemand sagen um was es geht ? zu viel text.

  8. #8
    Emir
    Zitat Zitat von dobrinje Beitrag anzeigen
    In BiH wird es erst bergauf gehen wenn man es schafft die Menschen nicht nach Religion zu kategorisieren! Bis dahin wird es ein langer und schwerer Weg.



  9. #9
    Emir
    Zitat Zitat von DZEKO Beitrag anzeigen
    Kann mal jemand sagen um was es geht ? zu viel text.
    Gerade der immer solche Babatexte hier postet sagt das

  10. #10
    Oro
    Avatar von Oro

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    1.969
    Sehr schöner Text.

    Mein allertiefstes Beileid an die Opfer und Angehörigen des Massakers von 15 Jahren.

    PS. Emir du hast gesagt es gäbe einen zweiten Teil..?

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