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Bosnischer Serbe mit Friedenspreis geehrt

Erstellt von Zurich, 02.09.2009, 00:15 Uhr · 52 Antworten · 2.571 Aufrufe

  1. #11
    Emir

    Ein Mann der Versöhnung

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    Aachener Friedenspreis: Serbischer Friedensaktivist Zdravko Marjanovic ausgezeichnet
    Ein Mann der Versöhnung

    Von unserem Korrespondenten Norbert Mappes-Niediek

    Aachen. Zdravko wer? In den Nachrichten ist Zdravko Marjanovic bisher nicht vorgekommen. Auch seine "Gesellschaft für serbisch-kroatische Freundschaft" ist noch in keinem Kongresszentrum gesichtet worden. Kein Wunder: Sie besteht nicht, damit Politiker und Geschäftsleute auf Empfängen Smalltalk reden und Kanapees essen. Gegründet hat der diesjährige Träger des Aachener Friedenspreises den Verein mit dem offiziell klingenden Titel vielmehr wegen "aller dieser Dummheiten, die wir begangen haben". Zu einer Gesellschaft der Dummen aber möchten Besucher von Empfängen am allerwenigsten gehören. Was zu beweisen war: Gerade einmal 30 Mitglieder hat die Gesellschaft in sechs Jahren zusammengetrommelt.


    Wenn die offiziellen Vertreter Serbiens und Kroatiens, der Kriegsgegner der Jahre 1992 bis 1995, heute aufeinander treffen, geht es so zu wie sonst bei diplomatischen "Freundschaftsgesellschaften": Man geht gesittet miteinander um und schweigt über alles Wichtige. Dafür haben Serben und Kroaten zwar Gründe. Die aber hätte auch Zdravko Marjanovic, wenn er denn wollte.


    Geboren ist der heute 68-Jährige in Bosanski Petrovac, einer Klein-stadt in Bosnien, die fast ausschließlich serbisch besiedelt war. Heute ist sein Heimatort fast ausschließlich kroatisch; Zdravkos Vaterhaus wurde niedergebrannt. Backa Palanka in Serbien, wo er seit langem lebt, hat den diesjährigen Träger des Aachener Friedenspreises auch nicht dazu vorherbestimmt, ein Aktivist der Versöhnung zu werden: Das Städtchen, wo sich mit der Familie Marjanovic nach dem Zweiten Weltkrieg viele serbische Partisanen aus Bosnien niederließen, liegt genau an der kroatischen Grenze. Es war lange Zeit eine Hochburg des Slobodan Milosevic. Wer versöhnen will, muss auch hier auch heute noch mit Feindschaft rechnen. Sogar eine Bombe ist dem agilen Pensionär schon in die Wohnung geflogen; sie ging zum Glück nicht hoch.


    So klein und politisch unbedeutend die Szene rund um den Mann aus der serbischen Kleinstadt ist, so historisch wichtig ist sie. Noch im schlimmsten Kampfgetöse musste einer die verdrängten, einfachen Wahrheiten wiederholen: Dass Serben und Kroaten gestern noch nichts davon wussten, dass sie immer schon die ewigen Feinde gewesen sein sollten. Dass es Opfer und Täter auf beiden Seiten gab. Dass alle einander bestens verstanden, einander gar nicht fremd waren.


    Wie das Kind im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern sprachen die Friedensaktivisten aus, was alle wussten, aber niemand mehr wissen wollte. Leider fiel es, anders als im Märchen, niemandem wie Schuppen von den Augen. Wer heute behauptet, er habe alles nicht wissen können und das sei eben "damals die Zeit" gewesen, muss heute auf Zdravko Marjanovic verweisen. Damit man an bessere Traditionen anknüpfen kann, muss wenigstens einer den Faden gehalten haben.
    Quelle: Ein Mann der Versöhnung


  2. #12
    Avatar von Djuka

    Registriert seit
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    Thread gibts schon.....

  3. #13
    Oro
    Avatar von Oro

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    1.969
    Boah Geile Socken!
    Die hol ich mir

  4. #14
    Emir
    Zitat Zitat von Djuka Beitrag anzeigen
    Thread gibts schon.....
    ehrlich?

  5. #15
    Avatar von Djuka

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    Zitat Zitat von Emir88 Beitrag anzeigen
    ehrlich?
    nur um dir eins für das JUKA reinzudrücken, schau Ich kurz....

  6. #16
    Avatar von Djuka

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    15.917
    Evo samo sa tebe....moj Semir.... Bosnischer Serbe mit Friedenspreis geehrt

  7. #17

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    4.099
    Wieviele denn noch?

  8. #18
    Avatar von Djuka

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    15.917
    Zitat Zitat von Trilistik Beitrag anzeigen
    Wieviele denn noch?
    Ich sag doch du bist ein krankes Schwein!

    Gott sei Dank gibt es auch Serben die nicht so Faschos sind wie du und alles nichtserbische hassen!

    Bei euch haben rund 35% rechts gewählt, bleibt doch noch eine Menge normaler Menschen übrig!

    Leider gehörst du nicht dazu

  9. #19
    Emir
    Danke Juka

    Hat aber 2 Theards verdient ^^

  10. #20

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    2.452

    „Aus kleinen Schritten große machen“

    Laut Zdravko Marjanovic ist der Hass zwischen den Völkern noch immer groß.


    KÖLNER STADT-ANZEIGER: Herr Marjanovic, was war das für ein Gefühl, den Aachener Friedenspreis zu erhalten?


    ZDRAVKO MARJANOVIC: Ich war sehr überrascht. Ich habe nur die Pflicht erfüllt, die jeder Bürger erfüllen sollte. Dafür sollte man keinen Preis bekommen. Ich habe mich aber sehr gefreut, dass so viele Menschen meine Arbeit gewürdigt haben. In meiner Heimat hätte ich das nicht erlebt.

    Wie waren die Reaktionen dort?

    MARJANOVIC: In Serbien gab es gar keine. In Bosnien wurde es teilweise von den Medien übertragen und gewürdigt.


    Sie sind Serbe und wurden in Bosnien geboren. Was ist Ihre Heimat?

    MARJANOVIC (zögert): Die ganze Welt. Beiden, Bosnien und Serbien, fühle ich mich verbunden. Es war nicht mein Wunsch, dass das Land zerfallen ist. Wir haben damals gelebt wie jetzt - nur ohne Grenzen.



    Das klingt, als sei es nach dem Krieg nicht besser als vorher.

    MARJANOVIC: So ist es. Es ist eher schlimmer geworden. Der Hass zwischen den Völkern ist immer noch groß, fast noch größer. Ebenso der Nationalismus. Auf der einen Seite muss man die Menschen verstehen. Viele haben im Krieg alles verloren. Viele haben entsetzliche Dinge erlebt. Da sind viele Emotionen. Vielleicht müssen wir noch eine Generation warten, bis die Menschen bereit sind zu verstehen.



    Wie sieht der Alltag aus?

    MARJANOVIC: Getrennte Schulen, getrennter Religionsunterricht. Es gibt Cafés für Kroaten, für Bosnier, für Serben. Statt die andere Kultur kennen zulernen, lernt jeder nur seine eigene. Es gibt keine zwei gleichen Zwillinge auf der Welt. Wir müssen unsere Unterschiede kennen lernen und mit ihnen leben.



    Welche Unterstützung wünschen Sie sich vom Ausland?

    MARJANOVIC: Zunächst würde ich mir viel mehr Berichterstattung in den Medien wünschen. Man weiß nichts mehr über uns. Die europäischen Organisationen müssen weiterhin unten bleiben. Den Dayton-Vertrag halte ich für einen großen Fehler. Irgendwann werden die Serben nach Serbien drängen und die Kroaten nach Kroatien. Dann könnte ein neuer Krieg drohen. Die Welt hat Bosnien geteilt. Diesen Fehler müsste die Welt wieder gutmachen.



    Was möchten Sie vermitteln und wie sehen Sie Ihre Chancen?

    MARJANOVIC: Es gibt Dörfer, in denen Menschen, die sich drei Jahre lang gegenseitig vertrieben haben, heute wieder alle nebeneinander leben. Dieser Krieg war sinnlos. Nationalismus bietet immer nur einfache Lösungen wie „Die Slowenen plündern“ oder „Die Kroaten sollen weg“, aber diese Lösungen funktionieren nicht. Das Volk denkt nicht. Ich mache kleine Schritte. Ein Bosnier, der mich am Anfang nicht mal gegrüßt hat, reicht mir heute beide Hände. Er hat begriffen, dass nicht alle Serben gleich sind, dass nicht alle Serben morden. Aus diesen kleinen Schritten möchte ich große machen.


    Das Gespräch führte Karin Grunewald

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