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Bosnischer Serbe mit Friedenspreis geehrt

Erstellt von Zurich, 02.09.2009, 00:15 Uhr · 52 Antworten · 2.562 Aufrufe

  1. #51
    Lopov
    Zitat Zitat von Baklava Beitrag anzeigen
    Bevor ich meine Identität für eine neue Kunstidentität aufgebe, wandere ich lieber aus. Und das wird niemals passieren! Die einzigen, die etwas davon hätten, wären die Bosniaken. Was bekommen die Serben und Kroaten dadurch?
    Bist doch eh schon ausgewandert Was regst dich so auf? Du bosnischer Faschist

  2. #52
    Avatar von CoolinBan

    Registriert seit
    16.05.2006
    Beiträge
    3.526
    der ist wirklich ein guter mensch, er hat die probleme erkannt, die mittelalterlichen ethnonationalistischen grenzen:


    „Aus kleinen Schritten große machen“

    Erstellt 07.09.09, 18:04h
    Laut Zdravko Marjanovic ist der Hass zwischen den Völkern noch immer groß.


    KÖLNER STADT-ANZEIGER:

    Herr Marjanovic, was war das für ein Gefühl, den Aachener Friedenspreis zu erhalten?

    ZDRAVKO MARJANOVIC: Ich war sehr überrascht. Ich habe nur die Pflicht erfüllt, die jeder Bürger erfüllen sollte. Dafür sollte man keinen Preis bekommen. Ich habe mich aber sehr gefreut, dass so viele Menschen meine Arbeit gewürdigt haben. In meiner Heimat hätte ich das nicht erlebt.

    Wie waren die Reaktionen dort?

    MARJANOVIC: In Serbien gab es gar keine. In Bosnien wurde es teilweise von den Medien übertragen und gewürdigt.

    Sie sind Serbe und wurden in Bosnien geboren. Was ist Ihre Heimat?
    MARJANOVIC (zögert): Die ganze Welt. Beiden, Bosnien und Serbien, fühle ich mich verbunden. Es war nicht mein Wunsch, dass das Land zerfallen ist. Wir haben damals gelebt wie jetzt - nur ohne Grenzen.
    Das klingt, als sei es nach dem Krieg nicht besser als vorher.

    MARJANOVIC: So ist es. Es ist eher schlimmer geworden. Der Hass zwischen den Völkern ist immer noch groß, fast noch größer. Ebenso der Nationalismus. Auf der einen Seite muss man die Menschen verstehen. Viele haben im Krieg alles verloren. Viele haben entsetzliche Dinge erlebt. Da sind viele Emotionen. Vielleicht müssen wir noch eine Generation warten, bis die Menschen bereit sind zu verstehen.

    Wie sieht der Alltag aus?
    MARJANOVIC: Getrennte Schulen, getrennter Religionsunterricht. Es gibt Cafés für Kroaten, für Bosnier, für Serben. Statt die andere Kultur kennen zulernen, lernt jeder nur seine eigene. Es gibt keine zwei gleichen Zwillinge auf der Welt. Wir müssen unsere Unterschiede kennen lernen und mit ihnen leben.
    Welche Unterstützung wünschen Sie sich vom Ausland?

    MARJANOVIC: Zunächst würde ich mir viel mehr Berichterstattung in den Medien wünschen. Man weiß nichts mehr über uns. Die europäischen Organisationen müssen weiterhin unten bleiben. Den Dayton-Vertrag halte ich für einen großen Fehler. Irgendwann werden die Serben nach Serbien drängen und die Kroaten nach Kroatien. Dann könnte ein neuer Krieg drohen. Die Welt hat Bosnien geteilt. Diesen Fehler müsste die Welt wieder gutmachen.

    Was möchten Sie vermitteln und wie sehen Sie Ihre Chancen?
    MARJANOVIC: Es gibt Dörfer, in denen Menschen, die sich drei Jahre lang gegenseitig vertrieben haben, heute wieder alle nebeneinander leben. Dieser Krieg war sinnlos. Nationalismus bietet immer nur einfache Lösungen wie „Die Slowenen plündern“ oder „Die Kroaten sollen weg“, aber diese Lösungen funktionieren nicht. Das Volk denkt nicht. Ich mache kleine Schritte. Ein Bosnier, der mich am Anfang nicht mal gegrüßt hat, reicht mir heute beide Hände. Er hat begriffen, dass nicht alle Serben gleich sind, dass nicht alle Serben morden. Aus diesen kleinen Schritten möchte ich große machen.
    Das Gespräch führte Karin Grunewald

  3. #53
    Emir
    Zitat Zitat von CoolinBan Beitrag anzeigen
    der ist wirklich ein guter mensch, er hat die probleme erkannt, die mittelalterlichen ethnonationalistischen grenzen:


    „Aus kleinen Schritten große machen“

    Erstellt 07.09.09, 18:04h
    Laut Zdravko Marjanovic ist der Hass zwischen den Völkern noch immer groß.


    KÖLNER STADT-ANZEIGER:

    Herr Marjanovic, was war das für ein Gefühl, den Aachener Friedenspreis zu erhalten?

    ZDRAVKO MARJANOVIC: Ich war sehr überrascht. Ich habe nur die Pflicht erfüllt, die jeder Bürger erfüllen sollte. Dafür sollte man keinen Preis bekommen. Ich habe mich aber sehr gefreut, dass so viele Menschen meine Arbeit gewürdigt haben. In meiner Heimat hätte ich das nicht erlebt.

    Wie waren die Reaktionen dort?

    MARJANOVIC: In Serbien gab es gar keine. In Bosnien wurde es teilweise von den Medien übertragen und gewürdigt.

    Sie sind Serbe und wurden in Bosnien geboren. Was ist Ihre Heimat?
    MARJANOVIC (zögert): Die ganze Welt. Beiden, Bosnien und Serbien, fühle ich mich verbunden. Es war nicht mein Wunsch, dass das Land zerfallen ist. Wir haben damals gelebt wie jetzt - nur ohne Grenzen.
    Das klingt, als sei es nach dem Krieg nicht besser als vorher.

    MARJANOVIC: So ist es. Es ist eher schlimmer geworden. Der Hass zwischen den Völkern ist immer noch groß, fast noch größer. Ebenso der Nationalismus. Auf der einen Seite muss man die Menschen verstehen. Viele haben im Krieg alles verloren. Viele haben entsetzliche Dinge erlebt. Da sind viele Emotionen. Vielleicht müssen wir noch eine Generation warten, bis die Menschen bereit sind zu verstehen.

    Wie sieht der Alltag aus?
    MARJANOVIC: Getrennte Schulen, getrennter Religionsunterricht. Es gibt Cafés für Kroaten, für Bosnier, für Serben. Statt die andere Kultur kennen zulernen, lernt jeder nur seine eigene. Es gibt keine zwei gleichen Zwillinge auf der Welt. Wir müssen unsere Unterschiede kennen lernen und mit ihnen leben.
    Welche Unterstützung wünschen Sie sich vom Ausland?

    MARJANOVIC: Zunächst würde ich mir viel mehr Berichterstattung in den Medien wünschen. Man weiß nichts mehr über uns. Die europäischen Organisationen müssen weiterhin unten bleiben. Den Dayton-Vertrag halte ich für einen großen Fehler. Irgendwann werden die Serben nach Serbien drängen und die Kroaten nach Kroatien. Dann könnte ein neuer Krieg drohen. Die Welt hat Bosnien geteilt. Diesen Fehler müsste die Welt wieder gutmachen.

    Was möchten Sie vermitteln und wie sehen Sie Ihre Chancen?
    MARJANOVIC: Es gibt Dörfer, in denen Menschen, die sich drei Jahre lang gegenseitig vertrieben haben, heute wieder alle nebeneinander leben. Dieser Krieg war sinnlos. Nationalismus bietet immer nur einfache Lösungen wie „Die Slowenen plündern“ oder „Die Kroaten sollen weg“, aber diese Lösungen funktionieren nicht. Das Volk denkt nicht. Ich mache kleine Schritte. Ein Bosnier, der mich am Anfang nicht mal gegrüßt hat, reicht mir heute beide Hände. Er hat begriffen, dass nicht alle Serben gleich sind, dass nicht alle Serben morden. Aus diesen kleinen Schritten möchte ich große machen.
    Das Gespräch führte Karin Grunewald
    take srbe su ko slato !!! bravo bre

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