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Der Bürgerkrieg in Tadschikistan

Erstellt von ökörtilos, 28.08.2009, 21:42 Uhr · 15 Antworten · 5.164 Aufrufe

  1. #1
    ökörtilos

    Der Bürgerkrieg in Tadschikistan

    DER SPIEGEL 4/1993 vom 25.01.1993


    Stalins Blut

    Mörderischer Machtkampf zwischen Moslems und Kommunisten: Der Afghanistankrieg springt auf das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion über.
    Ordnungshalber wischt ein Krieger mit der Hand die fettigen Schaschlik-Reste unter den Tisch der Basar-Kantine. Dann lehnt er die Maschinenpistole an die Wand und zieht eine halb geleerte Flasche mit braungelber Flüssigkeit hervor: "Französischer Napoleon", erklärt er genießerisch.
    "Auf den Sieg über die islamischen Fundamentalisten" wünscht der silberbärtige Tadschike zu trinken: "Mögen die barbarischen Gottesknechte nie wieder zurückkehren nach Kurgan-Tjube!" Der Koch an den dampfenden Kesseln mit der Landesspeise Plow, einem Reisgericht, fuchtelt zur Bekräftigung seiner Loyalität gegenüber der neuen Macht mit der Kelle.
    Kurgan-Tjube, ein Städtchen mit vormals 60 000 Einwohnern, im Pamir-Hochland auf halbem Weg zwischen Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe und der afghanischen Grenze gelegen, trägt die Spuren des Kampfes, der seit Frühjahr 1992 zwischen moslemischen und kommunistischen Kräften tobt. Häuser sind rußgeschwärzt oder ganz ausgebrannt, das Hotel ist von Einschüssen zersiebt, die Baumwollspinnerei zerstört.
    Vor dem streng bewachten Gebäude des ehemaligen Stadtrats drängen sich die Überlebenden von Kurgan-Tjube. Bärtige Bewaffnete reichen durch ein Fensterchen Notausweise heraus. An der Tür fordert ein Zettel die Besucher zur Abgabe ihrer Waffen auf, bei Zuwiderhandlung darf geschossen werden. Dies verfügt per Stempel "Sangak Safarow, Vorsitzender der Volksfront".
    Safarow ist der neue starke Mann von Tadschikistan. "Baba" (Vater) nennen seine Getreuen den Chef, der mit seiner wilden 8000-Mann-Truppe Kurgan-Tjube erobert und die bis dahin herrschenden Moslems vertrieben hat. Erst im dritten Ansturm nahmen seine Leute ("die meisten nur mit Spaten bewaffnet") das Gebäude des Stadtsowjet ein. Auf der Treppe hätte den Baba Safarow fast noch eine Granate erwischt.
    Zu seiner Legitimation als neuer Machthaber in der Stadt beruft sich Safarow, 64, auf einen dicken Packen von Briefen: "Dankschreiben für unsere Befreiungstat, die Leute fühlen sich von der Geißel des Islam erlöst."
    Noch bis zum vorigen Jahr hatten in Tadschikistan, der ärmsten und rückständigsten Republik der früheren Sowjetunion, die Alt-Kommunisten mit ihren Klans und den Genossen vom KGB regiert. Doch dann erhob sich die islamisch-demokratische Opposition. Ihr machte der Sturz des kommunistischen Nadschibullah-Regimes --- S.146 im benachbarten Afghanistan im Frühjahr 1992 Mut.
    Zweimal dankte Präsident Rachmon Nabijew, der ehemalige KP-Vorsitzende, ab, viermal wechselte 1992 der Regierungschef. Der Generalstaatsanwalt und ein KGB-Vize wurden auf offener Straße erschossen, Hunderttausende von Demonstranten besetzten die Plätze der Hauptstadt Duschanbe.
    Das Land stürzte in den Bürgerkrieg. An die 50 000 Menschen starben bisher, 540 000 flohen aus den umkämpften Gebieten. Die Ernte wurde fast völlig vernichtet, die Schäden belaufen sich auf 200 Milliarden Rubel.
    Gegen den islamisch-demokratischen Block, den er an der Regierung beteiligen mußte, rief der eingekreiste Präsident Nabijew die traditionell regierungstreuen Bauern aus dem Bezirk Kuljab zu Hilfe. Sie durften sich "Nationalgarde" nennen und bekamen 1800 Maschinenpistolen. Safarow war mit seinen Kumpanen dabei.
    Die Moslems konnten Safarow gefangennehmen. Fünf Tage lang wurde er in Kellern verhört, schwor im Fernsehen dem Kommunismus ab und durfte samt Getreuen und Waffen wieder Richtung Heimat ziehen.
    Aber schon jenseits der Stadtgrenzen von Duschanbe stand der Feind: Anhänger radikaler Sunnitenführer in ihren Hochburgen Kurgan-Tjube im Süden und Gharm im Nordosten sowie Schiiten aus dem Bergland von Badachschan nahmen an den Bauern Rache - sechs Monate lang blockierten sie Kuljab. Safarows Männer übten blutige Vergeltung, stürmten Kurgan-Tjube und nahmen Anfang Dezember sogar _(* An der tadschikischen Grenze zu ) _(Afghanistan. ) die Hauptstadt Duschanbe ein. Der ohnmächtige Nabijew war da schon in seine Heimat nach Chodschent geflüchtet.
    Seit der zweiten Januarwoche herrscht in Duschanbe, wo täglich neue Leichen auf den Straßen liegen, der Ausnahmezustand - verhängt von der neuen Regierung. Ihr steht der Geschäftsmann Abdumalik Abdulladschanow, 44, vor; er gehört zum Nabijew-Klan. Als Staatschef amtiert der kommunistische Parlamentspräsident Emomali Rachmonow, 40, Direktor eines Staatsguts in Kuljab. "Wir sind alle Pragmatiker", beteuert der neue Außenminister Raschid Alimow: "Mit irgendwelchen Parteien haben wir nichts mehr zu tun."
    Alimow, 39, war einst Komsomol-Chef der Republik, dann Nabijew-Berater im Präsidentenamt. Die meisten seiner Kollegen sind ehemalige Jung-Kommunisten. Alimow behauptet: "Unsere Regierung kontrolliert die Lage im Land." Sie hat so viel Macht, wie Feldherr Safarow ihr gewährt.
    Die Kommunisten hätten ihre Rückkehr allein "Ugolowniki" (Kriminellen) zu verdanken, schrieb eine Moskauer Zeitung über die neue Regierung. Safarow, den seine Anhänger als "Fidel Castro von Tadschikistan" preisen, bestätigt bereitwillig, daß er über 20 Jahre seines Lebens in sowjetischen Gefängnissen und Straflagern verbracht hat. Aber: "Die Haftzeit hat mich doch erst zum Verbrecher gemacht."
    Gern zählt er seine Straftaten auf: Unfall als Armeefahrer 1951 in Rostow (drei Jahre Haft); ein weiterer Unfall mit Todesfolge am Tag der Mai-Demonstration 1957 (anderthalb Jahre); eine Schlägerei 1959 (zwei Jahre); eine Messerstecherei --- S.147 mit Aserbaidschanern und Tschetschenen, in die er 1960 als Wodka-Verkäufer im Zentralpark von Duschanbe geriet - sieben Jahre.
    Im Gefängnis organisierte er eine Häftlingsrevolte, drohte den Regierenden mit Enthüllungen aus deren Privatsphäre. Das brachte ihm nochmals sieben Jahre ein, fünf davon in Einzelhaft.
    Erst Ende der siebziger Jahre gab der Moloch Gulag den Starrköpfigen wieder frei. Safarow nahm sich in Kuljab eine um 32 Jahre jüngere Frau, "die schönste". Mit ihr zeugte er zehn Kinder und wurde Kellner im Ortscafe "Lassat".
    "Ich habe nie eine Erziehung bekommen", gesteht der ehemalige Knastbruder im Kampfdreß, "außer der im Lager: Härte, Gerechtigkeit und den eisernen Willen, lebend herauszukommen. Ich habe Stalin-Blut in mir."
    Heute ist dieser "Baba" mit seiner Garde faktisch der Armeechef und mithin der wahre Herrscher Tadschikistans. Wenn er abends mit Leibwache sein Hauptquartier verläßt, rast die Kolonne weißer Wolgas ohne Nummernschilder zu seinem "vom Volk geschenkten Haus" am Stadtrand von Kurgan-Tjube. Der Putz des komfortablen Anwesens ist von Kugeln zernarbt.
    Drinnen haben engste Mitkämpfer das Videogerät eingeschaltet; gezeigt werden erbeutete Kassetten islamischer Gotteskrieger. Die Moslemstreiter hatten sorgfältig aufgezeichnet, wie sie mit Gegnern und Gefangenen grausam abrechneten: Verstümmelte, lebendig verbrannte Männer und vergewaltigte Frauen, Opfer, denen kochender Teer in den Schlund geschüttet wurde.
    "Wir sind nicht ein Prozent so grausam wie die", empört sich Safarow. Mitten in die makabre Videoschau platzt Kurgan-Tjubes neuer Polizeichef: "Keine Vorkommnisse in der Stadt", meldet der Oberstleutnant zackig.
    Doch der endgültige Sieg über die islamische Opposition ist noch nicht gesichert. Obwohl alle Waffen abgegeben werden sollten, ist die Ausbeute mager: 3 Granatwerfer, 49 Minen und 26 Maschinenpistolen - "ein Witz", kommentiert Safarow böse.
    Der Gegner hat sich hinter die zugeschneiten Pässe des Pamir nach Badachschan zurückgezogen. Mit Hilfe afghanischer Freunde und Moslems aus dem Fergana-Tal in Usbekistan "verlängern die Islamisten den Bruderkrieg", zürnt Safarow, doch er werde "sie alle bis ans Ende verfolgen". Er haut dabei mit der Faust auf den Tisch, daß die Teeschalen hüpfen.
    Seine Hauptsorge gilt momentan der tausend Kilometer langen Grenze zu Afghanistan: Dorthin, nach Süden, haben seine Truppen die flüchtenden Moslems gedrückt, über die plattgewalzten Grenzzäune hinweg. Bereits 90 000 warten im Nachbarland, wo fünf Millionen Tadschiken-Brüder leben, auf bessere Zeiten - auf die Vertreibung der Russen und ihrer Kollaborateure sowie die Errichtung eines Moslemstaates in Tadschikistan.
    Tausende Flüchtlingsfamilien leben auf den Inseln im eiskalten Wasser des Pjandsch, in gefrorenen Erdbunkern. In nur einer Januarwoche verhungerten dort 58 Kinder. Junge Männer lassen sich von ihren erfahrenen Stammesbrüdern in Afghanistan zu Partisanen ausbilden.
    So kehrt der Krieg, den die Sowjets nach Afghanistan hineintrugen, auf ehemals sowjetisches Territorium zurück: Tag für Tag schlagen sich bewaffnete Stoßtrupps aus Afghanistan nach Norden durch, bedrohen nicht nur Tadschikistan, sondern inzwischen auch Kirgisien und Usbekistan; der Aufruhr schwelt in ganz Mittelasien.
    Sie verkaufen Maschinenpistolen und Granatwerfer, die Kalaschnikow für 200 000 Rubel (zwei Jahreslöhne) pro Stück. Die 201. Division der russischen Armee, die noch immer in Tadschikistan stationiert ist, hat sich für neutral erklärt. Doch heimlich läßt sie Safarows Kämpfern Waffen zukommen - sogar Panzer. Safarow: "Die gesamte Garnison hört auf mich."
    Ob Demokraten, Moslems oder Kriminelle in Duschanbe herrschen, sei egal, sagt ein russischer Offizier, "Hauptsache: Es herrscht Ruhe". Der Sturz der womöglich nach Teheran orientierten Moslems in Duschanbe war die Voraussetzung für den Anfang Januar gebildeten Zentralasiatischen Staatenbund, der einer "Abwehr von Einflußversuchen islamischer Staaten auf die Region" dient.
    Safarow prahlt: "Wir säubern Tadschikistan und Rußland von den demokratischen Dreckskerlen." Er jagt am nächsten Morgen mit zwei Panzerwagen als Eskorte die Ebene hinunter zur Grenze nach Pjandsch. Im Dorf Dusti versperren Flüchtlinge ihm den Weg. Mit untergehakten Armen kreisen die Männer einen auf der Straße stehenden Lastwagen ein. Auf der Ladefläche liegen ein paar Brote herum. Tausend Hungrige sind damit nicht zu speisen.
    "Sind wir daran schuld?" brüllt Safarow den weinenden Frauen am Straßenrand zu und verspricht: "Es wird aufwärtsgehen." Die Menge schweigt: Das hat sie schon von vielen gehört.
    In Pjandsch, wo noch ein russischer Grenzposten mit 200 Mann die Stellung hält, finden täglich Exekutionen statt, berichtet ein Zeuge. Aber eine Frau unter den Tausenden, die auf Safarow warten, lobt: "40 Tonnen Mehl gab es in der letzten Woche auf seinen Befehl." Der --- S.150 starke Mann rechtfertigt sich von einem Lastwagen herab: "Was geschehen ist, wollten wir nicht." Seine Männer hätten die Waffen erhoben, um das Volk zu retten, "um ihm endlich die tadschikischen Reichtümer zurückzugeben: Gold, Uran, Baumwolle - weder Kommunisten noch Islamisten haben das getan".
    Ein Tadschikistan "ohne Parteien, ohne Privateigentum, säkular und in Eintracht mit allen" - die Vision des Haudegens mit der prächtigen Pelzmütze auf dem Kopf lindert für einen Moment das Flüchtlingsleid. Stürmisch applaudieren vor allem die Frauen Safarow, der Autogramme verteilt und einem 14jährigen Mädchen über das Haar streicht, eine Mine hat ihr das linke Bein weggerissen.

  2. #2

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    20.935
    Interessant

  3. #3
    ökörtilos





  4. #4
    Stanislav
    Aber der Muslim ist doch Putins Mann.

  5. #5
    ökörtilos



  6. #6
    ökörtilos
    Zitat Zitat von Bošnjanin Beitrag anzeigen
    Aber der Muslim ist doch Putins Mann.

    Du meinst wohl Kadyrow?
    ach damals wärmte der Putin noch irgendwo beim FSB einen Stuhl mit seinem Arsch...

  7. #7
    Baader
    Zitat Zitat von Bošnjanin Beitrag anzeigen
    Aber der Muslim ist doch Putins Mann.
    Die Orange ist auch nur eine rote Zitrone.

  8. #8
    Stanislav
    Zitat Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Die Orange ist auch nur eine rote Zitrone.
    Ich werde mir dieses Bildnis zu Herzen nehmen Meister.

  9. #9
    ökörtilos
    DER SPIEGEL 30/1993 vom 26.07.1993

    Wandernde Konflikte

    Rußland greift in den tadschikischen Bürgerkrieg ein - und riskiert ein neues Abenteuer in Afghanistan.
    Fern der Heimat, über tausend Kilometer weit von Rußlands Grenzen, stehen russische Soldaten am Fluß Amu Darja in Asien, setzen ihr Leben ein und wissen nicht genau, wofür. Sie schützen die Grenze zwischen den fremden Staaten Tadschikistan und Afghanistan. --- S.119
    Im äußersten Zipfel der ehemaligen Sowjetunion eroberten vor neun Monaten örtliche Kommunisten die Macht zurück. Damals drohten die russischen Grenzer noch mit Befehlsverweigerung. Ihre Offiziere ersuchten Moskau, sie zurückzurufen.
    Seit ein paar Tagen ist ihnen klar, wen sie verteidigen: Rußlands Großmachtrolle - und sich selbst. Vorletzten Dienstag griffen 200 Partisanen, die aus Afghanistan kamen, den Grenzposten Nr. 12 an; in dem Gefecht kamen 25 Russen ums Leben.
    Tadschikistans Außenminister meldete einen "unerklärten Krieg" Afghanistans gegen sein Land und gegen Rußland. Ministerpräsident Abdumalik Abdulladschanow rief nach Uno-Truppen, und auch die afghanische Regierung bat um Vermittlung durch die Weltgemeinschaft.
    Die russischen Grenzsoldaten, vom Moskauer Sicherheitsministerium (vormals KGB) befehligt, erhielten erst einmal Beistand durch Kameraden der 201. Schützendivision. Denn Moskau fördert an seiner unruhigen Südflanke befreundete Regierungen, die unter Führung ehemaliger Kommunisten stehen.
    Wie der Kaukasus ist auch Mittelasien ein koloniales Erbe der Zarenzeit, das Stalin - ebenso willkürlich wie sein Genosse Tito Jugoslawien - in fünf Sowjetrepubliken aufgeteilt hatte. Dort herrschen (außer in Kirgisien) auch nach der Unabhängigkeitserklärung von 1991 die alten Parteichefs weiter. Sie fürchten allesamt den Willen ihrer Völker, die sich Moslems an die Macht wünschen.
    In Tadschikistan kam zunächst ein Altkommunist wieder, den Gorbatschow gefeuert hatte. Ihn stürzten Demokraten, doch seit dem Putsch vom vorigen Jahr herrscht Staatschef Emomali Rachmonow, 41, zur Zeit der UdSSR Provinzchef. Er erbat und bekam brüderliche Hilfe im alten Stil.
    Zusammen mit 31 Landsleuten im Offiziersrang stellte der russische Oberst Alexander Schischljannikow eine lokale Armee auf; eine Art Miliz organisierte der Kriminelle Sangak Safarow, der 23 Jahre im Gefängnis gesteckt hatte. Safarow: "Wir werden Rußland und Tadschikistan vom demokratischen Abschaum säubern."
    Ehe ihn sein Adjutant umbrachte, hatte Safarow im Bund mit Marodeuren Tausende Oppositionelle ermorden lassen. "Sie umstellten einfach ein Haus und begannen Wohnung um Wohnung zu durchsuchen", berichtete der Demokratenführer Dost Muchammadi. "Alle, die sie abholten, wurden hingerichtet." Zehntausende kamen in Haft.
    Die ausgeschalteten Demokraten und Moslems nahmen von den Dörfern aus den Guerillakrieg gegen die Kommunisten in der Hauptstadt Duschanbe auf; im Osten Tadschikistans, im Pamir-Gebirge, wollen sie eine eigene Republik "Berg-Badachschan" ausrufen. Dorthin flüchteten sich 200 000 Tadschiken.
    Der Bürgerkrieg, weniger beachtet als die Kämpfe auf dem Balkan oder in Somalia, hat bisher über 20 000 Tote gefordert. 100 000 Moslems retteten sich zu Stammesverwandten ins benachbarte Afghanistan, wo sie in Zelten leben, von der Uno ernährt, von afghanischen Fundamentalisten zur Rache ermuntert und mit Waffen versorgt werden. Ihre jungen Leute dringen als Freischärler Tag für Tag über die Grenze ins Heimatland zum Gefecht.
    Da stehen ihnen die Russen im Weg. Die schossen am vorletzten Sonntag mit Artillerie auf die "bewaffneten Einheiten der Opposition" (so das Russische Fernsehen) und setzten Kampfflugzeuge ein. Laut Radio Kabul gab es 380 Opfer. Am folgenden Mittwoch griffen die Partisanen vier Posten an, zwei Russen wurden verwundet. Als am vorigen Donnerstag Granatfeuer den russischen Posten Nr. 11 traf, ließ General Anatolij Tschitschulin zurückschlagen - auf afghanisches Territorium.
    Das ist mehr als Selbstverteidigung. "Nichts als Rache für die Niederlage" nach der Sowjetinvasion von 1979, interpretierte Radio Kabul die russische Vergeltung. Aber: "Die Afghanen können auch jetzt ihre Unabhängigkeit gegen jede Aggression verteidigen, so wie sie während des 14jährigen Dschihad das Sowjetreich, vor dem sich die ganze Welt gefürchtet hatte, in die Knie zwangen. Die Russen sollten ihre Erfahrung --- S.120 von einst nicht wiederholen und in die afghanische Falle gehen."
    Doch der Stabschef des Sicherheitsministeriums der Russen, Wladimir Bondarenko, erklärte schon mit imperialer Geste: "Wir behalten uns das Recht auf Präventivmaßnahmen vor, einschließlich Vergeltungsschlägen, auch gegen afghanisches Gebiet." Dorthin vorzudringen sei "ein moralisches Recht".
    Generalmajor Georgij Kun, der als Mitglied des russischen Obersten Sowjet vor Ort die Lage erkundete, sprach von der Notwendigkeit, die 300 000 Russen in Tadschikistan (unter 3,3 Millionen Tadschiken und einer Million Usbeken) zu schützen. Dann fügte er hinzu: "Sagen wir es offen: Die tadschikisch-afghanische Grenze - das ist die Grenze Rußlands."
    Sein Kollege Jewgenij Koschokin nannte im Parlament das derzeitige Regime in Duschanbe "das Rußland am freundschaftlichsten gesinnte im gesamten GUS-Raum". Werde ihm die Hilfe verweigert, kämen dort sofort Leute "mit offen antirussischer Einstellung an die Macht".
    Einer immerhin sah Gefahren für Reform-Rußland: Der Moskauer Demokratenchef Gawriil Popow, vormals Oberbürgermeister, erinnerte an den sowjetischen Afghanistan-Feldzug und verlangte den Abzug aller russischen Verbände aus Tadschikistan. Und Moskauer Zeitungen veröffentlichen Leserbriefe von Soldatenmüttern, die vor einem "zweiten Afghanistan" warnen.
    Den Kommandeur der russischen Grenztruppen, Alexander Tymko, erboste der vermeintliche Defätismus: "Wir können uns natürlich noch die ganze Strecke bis hinauf zum Nordpol immer weiter zurückziehen, aber die Konflikte werden mit den weichenden Truppen mitwandern." Der Sowjetheld aus dem letzten Afghanistan-Krieg, Boris Gromow, jetzt Rußlands Vizeverteidigungsminister, rief nach Revanche für die Attacke auf den Posten Nr. 12: "Eins in die Schnauze."
    Da konnte sich auch Präsident Boris Jelzin, derzeit auf Urlaub, nicht mehr zurückhalten. Er ließ verkünden, die "freche Provokation" und das "banditenhafte Vorgehen der Mudschahidin" bedrohten Rußlands nationale Sicherheit; Jelzin sei entschlossen, Rußlands "geopolitische Interessen" zwischen Pamir und Hindukusch zu verteidigen. So hatte es beim vorigen Mal auch Sowjetchef Breschnew formuliert.
    Jelzin sagte seinen Freunden in Duschanbe 60 Millionen Dollar zu. Und der Reformer verlieh vier gefallenen sowie zwei überlebenden Soldaten vom Grenzposten Nr. 12 den Ehrentitel eines "Helden der Russischen Föderation".

  10. #10
    ökörtilos
    DER SPIEGEL 8/1997 vom 17.02.1997

    Krieg auf dem Dach der Welt

    Rebellen bekämpfen die Regierung, russische Soldaten werden ermordet, internationale Helfer entführt: Bürgerkrieg in der zentralasiatischen Republik Tadschikistan, Moskaus Bollwerk gegen die Fundamentalisten in Afghanistan.
    Drei Autos stören die samstägliche Nachmittagsruhe, sie bremsen mit quietschenden Reifen vor dem Haus Nummer 34 der Ernst-Thälmann-Gasse in der Kleinstadt Kurgan-Tjube. Zwölf Männer mit Maschinenpistolen im Anschlag springen heraus und achten darauf, daß ihr Anführer heil in seine Wohnung gelangt.
    Oberst Machmud Chudoiberdjew, 32, ist Kommandeur der schnellen Einsatztruppe Tadschikistans und damit einer der mächtigsten Männer in der zentralasiatischen Republik. 50 Panzer hat er zur ständigen Verfügung, seine Brigade zählt 2500 Soldaten, die Elitetruppe des Landes.
    Im Volk ist der Afghanistan-Veteran nur unter dem Vornamen Machmud bekannt. "Der Präsident soll Tee trinken, während ich die Probleme mit Gewalt löse", prahlt er. "Je stärker wir zuschlagen, desto schneller kommt der Frieden."
    Wie seine Art der Befriedung aussieht, hat der Haudegen vor kurzem vorgeführt. Lokale Clanchefs hatten in Turssunsade die tadschikische Aluminiumfabrik, eine der größten der Welt, besetzt und wollten nicht weichen. Mit 200 Soldaten und 10 Panzern eroberte Machmud das Werk zurück und verfolgte den flüchtenden Feind bis zum 18 Kilometer entfernten Staatsgut "Kommunist". Die letzten Aufständischen vertrieb der Oberst in das angrenzende Usbekistan.
    Es war eine Aktion auf eigene Faust, für die Machmud eigentlich die Erlaubnis seines Oberbefehlshabers benötigt hätte, des Präsidenten Emomali Rachmonow, 44. Der will seinen Kommandeur für die Eigenmächtigkeit auch zur Rechenschaft ziehen, aber Machmud lacht über solche Formalitäten nur: "Ich lasse mir von keinem etwas vorschreiben."
    Seit das Volk vor sechs Jahren seine Unabhängigkeit aus Rundfunk und Fernsehen erfuhr, herrscht in der ehemaligen Sowjetrepublik zwischen Afghanistan und China ein Bürgerkrieg, der schon 60 000 Todesopfer gefordert hat und in dem die Fronten kaum noch zu überblicken sind - zwischen gottlosen Postkommunisten, frommen Moslems und örtlichen Stammesführern.
    Die Sowjets hatten 1929 die Kunstrepublik Tadschikistan aus Siedlungsgebieten von persischsprachigen Tadschiken - dem wohl ältesten Volk Zentralasiens - und turksprachigen Usbeken zusammengefügt, um die Stämme gegeneinander ausspielen zu können. Die regierenden KP-Nachfolger kommen vor allem aus der Hauptstadt Duschanbe (bis 1961 Stalinabad), der Seidenstraßenstadt Chudschand (bis 1991 Leninabad) und der südwestlichen Region Kuljab. Die Opposition, --- S.150 vor allem die Islamische Partei der Wiedergeburt, hat ihre Hochburgen in den schwer zugänglichen Pamirregionen, dem sogenannten Dach der Welt.
    Nach kurzer Teilhabe an der Macht und darauffolgenden schweren Kämpfen mit dem Anhang des Ex-Parteichefs Rachmon Nabijew zogen sich die Islamisten Ende 1992 ins benachbarte Afghanistan zurück, in die Stadt Talogan. Von dort schicken sie bis heute Kommandotrupps in die Heimat und versorgen Freischärler im Lande mit Waffen und Geld, obwohl erst im Dezember 1996 ein weiterer Waffenstillstand ausgehandelt wurde.
    Unter dem Vorwand, den Bürgerkrieg einzudämmen und den Drogen- und Waffenhandel mit Afghanistan zu unterbinden, entsandte die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) eine gemischte Friedenstruppe. Den Russen war dies nicht genug: Sie etablierten zusätzlich eine eigene "Friedensmission" und einen prominenten Sondergesandten - Maxim Peschkow, den Enkel des russischen Schriftstellers Maxim Gorki.
    Rußland stellt ohnehin 95 Prozent der GUS-Streitmacht, ihr Kernstück ist die afghanistangestählte 201. motorisierte Schützendivision. Für die Kontrolle der Region scheut Moskau keinen Aufwand. Die Bewachung eines einzigen Kilometers an der 1206 Kilometer langen Grenze zu Afghanistan kostet laut Generalleutnant Pawel Tarasenko "einige Milliarden Rubel", und "in den Bergen wird es noch teurer". Aber es gilt das Wort des russischen Präsidenten Boris Jelzin: "Die tadschikische Grenze ist im Grunde die russische Grenze."
    Der wahre Grund für die Einmischung ist Moskaus Angst vor dem Vormarsch des islamischen Fundamentalismus. Die ehemalige Kolonialmacht Rußland will unter allen Umständen verhindern, daß der radikale Islam der afghanischen Taliban-Bewegung, die in Kabul die Macht erobert hat, auf Tadschikistan überspringt. "Wenn wir hier abziehen", sagt ein russischer Offizier, "haben wir den Islam bald vor unserer Haustür."
    Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe ist der letzte Brückenkopf Rußlands in Asien und Präsident Rachmonow ein von Moskaus Gnaden eingesetzter Präfekt. Der ehemalige Direktor einer Lenin-Sowchose im Gebiet Kuljab stützt sich auf etwa 25 000 russische Soldaten und Grenzschützer, die für sein moskauergebenes Regime den Kopf hinhalten.
    Die russischen Stellungen werden ständig von afghanischem Territorium aus überfallen. Seit Dezember sind sieben russische Soldaten und Offiziere in Duschanbe ermordet worden. Die Truppe muß daher bei Laune gehalten werden: Ein russischer Offizier in Duschanbe bekommt viereinhalb Millionen Rubel Sold im Monat, fast das Sechsfache eines Durchschnittslohns - und anders als daheim wird auch noch pünktlich gezahlt.
    Jede Woche fliegen zwei Militärtransporter mit Urlaubern nach Moskau. Es gibt sogar einen divisionseigenen Fernsehsender: Wenn die Ansagerin, die malerisch vor einem Tarnnetz sitzt, nicht gerade einem Offizier zum Geburtstag gratuliert, können sich die Vaterlandsverteidiger amerikanische Seifenopern anschauen.
    Die meisten russischen Zivilisten haben sich längst davongemacht. Als Fachleute hielten sie die Wirtschaft in Gang, die jetzt in Trümmern liegt. Die Schäden des Bürgerkriegs werden auf sieben Milliarden Dollar geschätzt, das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt eines Jahres. Der Ertrag der Baumwollernte ist auf den Stand des Jahres 1953 gefallen. Etwa jeder dritte Erwachsene unter den 5,2 Millionen Einwohnern ist arbeitslos.
    Auf den Basaren gibt es statt orientalischer Gewürze und farbenprächtiger Kleidung Billigprodukte aus China, "Einmalware", wie ein Verkäufer sagt. Die Preise sind in der offiziellen Landeswährung ausgezeichnet - tadschikischen Rubel -, doch lieber nehmen die Händler russisches Geld.
    Präsident Rachmonow braucht Frieden, um das Land aus dem Elend herauszuführen. Ruhe bekommt er aber nur, wenn er einen Kompromiß mit der islamischen Opposition eingeht. Doch da spielt sein starker Mann Machmud nicht mit, der auch noch als Vize-Befehlshaber der Präsidentengarde fungiert: "Nur über meine Leiche."
    Zum sechstenmal schon haben sich Regierungsvertreter mit ihren militanten Widersachern zu Friedensverhandlungen zusammengesetzt, diesmal in Teheran; doch die Opposition fordert mehr, als der Präsident zugestehen will. Im geplanten Nationalen Versöhnungsrat, Vorstufe eines neuen Parlaments, fordern die Islamisten 40 Prozent der Sitze. Rachmonow will ihnen allenfalls 20 Prozent gewähren, denn die Opposition, so behauptet Außenminister Talbak Nasarow, "kontrolliert nur einige Bergregionen".
    Wer die Hauptstadt Richtung Osten verläßt, lernt eine andere Realität kennen. Auf den 176 Kilometern der Durchgangsstraße M 41 von Duschanbe nach Garm haben 15 buntgescheckte Militärposten Straßensperren errichtet - welchem politischen Lager sie angehören, ist oft nur schwer auszumachen.
    Im Dezember wurden auf dieser Strecke 23 Mitglieder einer Kontrollkommission, darunter 7 Uno-Beobachter, von dem Rebellenführer Bachrom Sadirow gefangengenommen; ein dänischer Blauhelm überlebte nur dank seiner schußsicheren Weste. --- S.151 Sie wurden bald freigelassen, aber vor zwei Wochen nahm Sadirow wieder 17 Geiseln, darunter den tadschikischen Sicherheitsminister, russische Journalisten, Uno-Angestellte und Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Diesmal verlangte Sadirow, daß ein Teil seiner Kämpfer unbehelligt aus Afghanistan nach Tadschikistan verlegt werden kann.
    Präsident Rachmonow mußte mit dem bestens ausgerüsteten Geiselnehmer per Satellitentelefon verhandeln - und schließlich nachgeben. Von allen Seiten unter Druck gesetzt, ließ er die Freischärler mit Hubschraubern über die Grenze in die Nähe des Sadirow-Lagers bringen, das nur 80 Kilometer vom Präsidentenpalast entfernt liegt. Die Kidnapper wollten daraufhin vergangenen Freitag die 14 verbliebenen Geiseln freilassen.
    Mit großer Mühe gelang es dem Uno-Gesandten für Tadschikistan, dem Deutschen Gerd Dietrich Merrem, Regierung und Opposition nochmals zu einem Mini-Gipfel zu bewegen - er soll diese Woche in Teheran stattfinden und die neuerliche Terrorwelle stoppen. Doch Merrem fühlt sich inzwischen fast auf verlorenem Posten: Die meisten seiner Mitarbeiter hat er vor Tagen nach Usbekistan evakuiert. Auch der von Präsident Rachmonow für den Uno-Beamten abgestellte Bodyguard ergriff die Flucht - nachdem er seinem Schutzbefohlenen die eigene Kalaschnikow übergeben und ihn provisorisch in den Gebrauch des Schießgeräts eingewiesen hatte.
    Der Einfluß von Rachmonows Regierung reicht kaum über Duschanbe hinaus, der Osten ist schon weitgehend autonom. Die Ortsschilder in kyrillischen Schriftzeichen an der M 41 sind von Kugeln durchlöchert. Am Rande der Schotterstraße liegen ausgebrannte Kamas-Lastkraftwagen wie Käfer auf dem Rücken, gleich neben einer nicht entschärften Fliegerbombe.
    Jugendliche, kaum größer als ihre Kalaschnikows, fragen die Reisenden nach ihren Pässen. Unklar bleibt, ob die Posten zur Regierung, zur Opposition oder zu einem der örtlichen Warlords gehören.
    Das Städtchen Garm ist fest in der Hand der Islamisten, deren Kämpfer offen auf den Straßen patrouillieren. Strom gibt es schon seit zwei Monaten nicht mehr. Auch an Nahrungsmitteln fehlt es, da der Nachschub aus Duschanbe immer wieder ausfällt. Sogar das Rote Kreuz fährt nicht mehr.
    Der Bürgermeister des Gebiets, Melamid Abduschaboru, hockt in seinem dunklen, kalten Arbeitszimmer und hat nichts zu tun. Er bedaure, nichts sagen oder entscheiden zu können, sagt er, die Opposition kontrolliere die Lage: "Die machen sowieso, was sie wollen." Respektvoll beobachten die alten Honoratioren der Stadt einen grünen Armee-Jeep, darin sitzt der lokale Islamistenführer Mirsochodscha Nisomow, der jetzt hier regiert.
    Wie Präsident Rachmonow und Oberst Machmud hat auch Nisomow in der Sowjetunion Karriere gemacht: Er war Parteimitglied und Polizeichef des Garm-Gebiets. Nun hat er seine Idole ausgetauscht, statt Marx huldigt er Mohammed. "Wir wollen ein unabhängiges Tadschikistan, nicht eine Marionette Moskaus sein", umreißt er sein Programm.
    "Zunächst einmal müssen wir das Parlament mit unseren Leuten besetzen", sagt Nisomow, der im Freien auf einem Holzstuhl neben dem Regierungsgebäude hofhält. Ein eigenes Büro hat er nicht.
    Ein wallender Bart verleiht ihm Autorität. Tadschikistan, so Nisomow, solle ein islamischer, wenn auch weltlicher Staat werden, mit guten Beziehungen zu Iran, Rußland und Usbekistan. Die Scharia, das strenge islamische Rechtssystem, lehnt er ab.
    Ohne Rußlands Zustimmung, das weiß Nisomow, wird es zu keiner friedlichen Lösung kommen. Er zuckt mit den Schultern: "Wir werden so lange kämpfen, bis wir unsere Republik haben."

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