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Bulgarien:Gegen Roma, Türken und Einmischung von außen

Erstellt von Popeye, 11.01.2008, 14:03 Uhr · 3 Antworten · 858 Aufrufe

  1. #1
    Popeye

    Bulgarien:Gegen Roma, Türken und Einmischung von außen

    Bulgarien:Gegen Roma, Türken und Einmischung von außen

    Gegen Roma, Türken und Einmischung von außen

    "Ataka" und sein Führer Wolen Siderow gehen genau nach dem Lehrbuch für Rechtsextremisten vor


    Sofia - Ataka (Angriff), formal ein Bündnis rechter Parteien und Bewegungen, hatte seinen Wahlkampf ganz auf eine Führerfigur zugeschnitten: den 49-jährigen Journalisten Wolen Siderow.

    Der begabte Rhetoriker entwickelt in seinen Reden und Interviews das Vollbild des rechtsextremen Syndroms: Er schimpft auf die Zigeuner und die türkische Minderheit, beschwört die große Vergangenheit Bulgariens. Dabei legt er Wert darauf, nicht als "Faschist" oder "Nationalsozialist" bezeichnet zu werden, und wägt seine Worte entsprechend. Hatte er eben noch Lager für Roma gefordert, lenkt er im Gespräch ein: Bulgarien solle, wie die USA, "sich die Arbeitskraft seiner Strafhäftlinge zunutze machen", und das seien nun einmal "mehrheitlich Roma".


    "Entschädigungen"

    Auch will er keine Gebietsforderungen an die Nachbarn stellen, denkt aber an "Entschädigungen" für verlorenes bulgarisches Land. In seinem Sofioter Ataka-Büro hängt allerdings eine Karte des "ethnischen Bulgarien", zu dem auch ganz Mazedonien, das türkische Edirne, ein kleiner Teil Nordgriechenlands, Südserbien mit der Großstadt Nis und das ganze rumänische Donaudelta gehören.

    Vom französischen "Attac" hat Siderow "gehört", und er kann sich "vorstellen", mit der Bewegung der Globalisierungsgegner Kontakt aufzunehmen. Er preist die Entscheidung der Franzosen und der Niederländer gegen die EU-Verfassung: Beide Völker hätten ihre "Würde" verletzt gesehen und gehandelt, wie auch die Bulgaren handeln sollten, wenn ihnen etwa jemand vorschreiben wolle, sie sollten ihr Atomkraftwerk Kosloduj abschalten. Gegen Bulgariens EU-Beitritt nimmt Siderow aber nicht offen Stellung. Zu seiner festen Entourage gehören einige prominente Nationalisten. Besonders hasserfüllt tritt der 22-jährige Dimitar Stojanow auf, ein Enkel des verstorbenen Dichters Ragoj Rolan.

    Chefredakteur

    Siderow war Chefredakteur von Demokracija, der Zeitung der antikommunistischen "Union Demokratischer Kräfte", die Bulgarien 1992 und dann wieder von 1997 bis 2001 regiert hat. Ihr damaliger Anführer Iwan Kostow behauptet, man habe Siderow seinerzeit entlassen, weil er sich als Agent der früheren Staatssicherheit entpuppt habe. Beweise präsentiert Kostow nicht. Nach seinem Abschied bei Demokracija widmete sich der Journalist dem Aufbau des privaten Fernsehsenders Skat-TV in der Hafenstadt Burgas, wo die sozialen Verhältnisse besonders prekär sind. Skat-TV, das täglich unter dem Titel "Ataka" politische Sendungen bringt, wurde rasch populär und sendet inzwischen landesweit. (Norbert Mappes-Niediek/DER STANDARD, Printausgabe, 26.6.2005)

    derStandard.at

  2. #2
    Popeye
    Bulgarien: Gegen Türken und "Zigeuner"

    Brüssel. Rechtsextreme Tendenzen gewinnen in der EU an Gewicht. Mit den Hintergründen und Auswirkungen befasst sich unsere neue Serie. Im vierten Teil: Bulgarien.

    Zwei Jahre vor seinem Beitritt zur EU bekam Bulgarien etwas, das ihm nach dem Ende des Kommunismus zunächst erspart geblieben war: eine chauvinistische Partei im Parlament. Die stramm nationalistische, gegen Türken und „Zigeuner“ agitierende Partei Ataka gewann bei den Wahlen 2005 fast neun Prozent der Stimmen und 21 von 240 Sitzen in der Volksvertretung in Sofia

    Ein Jahr später brachte Ataka-Chef Volen Siderov bei den Präsidentschaftswahlen sogar 21.5 Prozent hinter sich und stieß ins Stechen gegen Amtsinhaber Georgi Parvanov vor. Auch im Europa-Parlament haben die bulgarischen „Angreifer“ mit drei Abgeordneten Fuß gefasst.

    Dabei schienen der zivile Umgang mit Minderheiten und die Fähigkeit zum friedlichen Miteinander ein Pluspunkt auf dem schwierigen Weg der 7,7 Millionen Bulgaren in die EU und die Nato. Korruption, Schwarzmarkt und organisierte Kriminalität prägten das Bild des Balkanstaates, der überdies 1997 in eine Wirtschaftskrise mit 600 Prozent Inflation und Massenprotesten stürzte. Aber im Unterschied zu den schweren ethnischen Konflikten im zerfallenden Nachbarstaat Jugoslawien vollzog sich der Systemwechsel friedlich. Die türkische Minderheit, vom kommunistischen Regime zur Annahme slawischer Namen gezwungen, wurde wieder in ihre früheren Rechte eingesetzt.

    Mit der Parole „Gebt Bulgarien zurück an die Bulgaren“ profilierte sich Ataka gezielt gegen die Türken und ihre Partei „Bewegung für Rechte und Freiheiten“, die in der gegenwärtigen Regierungskoalition und ihren beiden Vorgängern vertreten ist. Atakas Häuptlinge sind überwiegend Seitenaussteiger der etablierten Parteien. Siderov selbst startete seine Laufbahn Anfang der neunziger Jahre als Chefredakteur von „Demokratsija“, Organ der antikommunistischen „Union Demokratischer Kräfte“.

    Ataka wirbt für den Austritt aus der Nato und Neuverhandlungen des EU-Beitrittsvertrags, darunter eine Revision der von Brüssel durchgesetzten Schließung des maroden Atomkraftwerks Kosloduj. Die Partei fordert ein Verbot türkisch-sprachiger Fernsehprogramme und die Erhebung des orthodoxen Glaubens zur Staatsreligion. Im Februar besetzten Siderovs Leute die Büros der Tageszeitung 24 Stunden, die zum WAZ-Konzern gehört.
    ...

    Quelle und Fortsetzung: http://www.derwesten.de/nachrichten/...61/detail.html

    Ein Leser Kommentar zu diesem Artikel

    Jivkov’s bulgarische Gräueltaten

    1989 hatte der amtierende Staatsminister Jivkov Gorbatschow mitgeteilt, dass er in seinem Land keinen Türken mehr haben möchte.

    Im Zuge der zwanghaften Namensänderung der Türken, hat der bulgarische Staat dieses als Überschrift für seine brutale Folterungen und Zwangsumsiedlungen genutzt.

    Bulgariens meist gelesene Zeitung Trud, hat in der Ausgabe vom 19.02.2003
    die Gesprächsprotokolle 23.06.1989 zwischen dem damals amtierenden Todor Jivkov und Michail Gorbatschow veröffentlicht.

    Laut den Protokollen hatte Jivkov zu Gorbatschow öffentlich die zwangsumsiedlung von mind. 500.000 Türken ausgesprochen.

    DAS war auch ein Genosse von Schröder.
    Die Kommunisten sind die grösste Heuchler der Welt!!!!!! Jetzt spielen die die "Ausländerfreundliche", sie wissen ganz genau wie man die Bevölkerungen provozieren kann. Deren Ziel ist nur der westlichen Wirtschaft zu schaden und die Demokratie zu zerstören.
    ______________________________________

    Wirklich eine große Schande das der antidemokratische Staat Bulgarien in die EU aufgenommen wurde.
    Bulgarien ist und bleibt leider antidemokratisch!

  3. #3
    Popeye
    Bulgarien in der EU,man sieht wie weit Politiker sehen können

  4. #4
    Avatar von Milabrya

    Registriert seit
    31.05.2008
    Beiträge
    14
    "Pure Sündenbock-Ideologie"


    Bulgarien leidet noch sowohl wirtschaftlich als auch, in diesem Falle wichtig, mentalitätstechnisch unter den Folgen des Kommunismus. Ich als Bulgare wehre mich gegen jede Art von Diskriminierung von ethnischen Untergruppen, da meine Mentalität glückliucherweise von deieser vieler Bulgaren abweicht.
    Im Falle der Roma und Türken in Bulgarien handelt es sich merines Erachtens nach um "Sündenböcke" für die eigenen gesellschaftlichen Missstände.

    Was der Staat braucht ist eine konsequente Politikführung. Diese kann aber erst dann umgesetzt werden, wenn die grösstenteils inkompetenten Politiker die unter anderem auch partiell der Korruption verfallen sind, Platz machen für motivierte und zukunftsorientierte Menschen, die an eine bessere Zukunft der Landes glauben und bereit sind über ihre eingenen Interessen hinauszugehen und im Sinne des Staates zu handeln.

    Die Zukunft des Landes liegt auch hier in den Händen der kommenden Generationen. Es ist jetzt wichtig, dass die Wurzeln der Korruption und der Staatsräuberei besetigt werden. Dieser Herausforderung muss sich der Staat stellen und hart durchgreifen. Harte Kritiken seitens der EU beinhalten genau diese Aussage. Objektiv betrachtet ist es allerdings schwieriger als auf den ersten blick scheint, da die Einflüsse verschiedener krimineller Gruppierungen sehr weit reichen.
    So finde ich ist der Staat an dieser Stelle auf Hilfe von aussen angewiesen.

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