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Bundesregierung will Kosovo anerkennen

Erstellt von Yutaka, 23.10.2007, 16:44 Uhr · 46 Antworten · 8.352 Aufrufe

  1. #41

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    Zitat Zitat von illyrian_eagle Beitrag anzeigen
    Herr Sarkozy hatt schon gesagt für was er ist..............

    Slowakei, Russland, Zypern und Griechenland...........

    Gegen Usa, Deutschland, Frankreich, Großbritanien, Österreich, Schweiz, Benelux und Skandinawien...........


    Mmmmmmm wer da wohl gefragt wird...............
    Er hat gesagt er unterstüzt jede Entscheidung der UNO, auch eine Unabhängigkeit. Aber was er ohne diese Entscheidung tut, hat er nicht gesagt

  2. #42

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    Zitat Zitat von LaLa Beitrag anzeigen
    Ich warte auf die Entscheidungen der Slovakei, Frankfreichs, Spaniens, Russlands und so weiter....
    EU will unabhängiges Kosovo anerkennen

    Bisher hat die EU stets vermieden, klar Stellung zu beziehen. Doch mindestens 25 der 27 Mitgliedsländer würden das Kosovo als Staat akzeptieren, falls die Provinz ihre Unabhängigkeit erklären sollte. Damit ist ein heftiger Konflikt mit Serbien und Russland vorprogrammiert.

    Wenige Wochen vor ihrem Ablauf spitzt sich die letzte Verhandlungsrunde über die Zukunft des Kosovo zu. Während Albaner und Serben bei ihren von einer Troika geführten Gesprächen weiterhin keine greifbaren Fortschritte machen, zeichnet sich die Möglichkeit ab, dass die Europäische Union eine von den Albanern einseitig erklärte Unabhängigkeit anerkennt. Mindestens 25 der 27 EU-Staaten würden den neuen Staat akzeptieren, heißt es in hochrangigen EU-Kreisen.

    Nach Informationen von WELT ONLINE würde Deutschland dies unterstützen. Das Gleiche gilt für Spanien, das bislang einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung durch die Kosovo-Regierung offiziell äußerst skeptisch gegenüberstand. Auch die US-Regierung befürwortet seit Langem eine solche Option, wenn es auf UN-Ebene keine Einigung gibt.

    Die serbische Regierung reagierte harsch auf diese Spekulationen. Ein solcher Schritt würde gegen das Völkerrecht verstoßen, einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen und die Stabilität in der Region infrage stellen, sagte Serbiens Vizeministerpräsident Bozidar Djelic am Mittwoch bei einem Besuch im Bundestag.

    Auch Russland, das im Konflikt um die Zukunft des Kosovo wichtigster Unterstützer der Serben ist, warnt vor „einer dramatischen und unvorhersehbaren Entwicklung“, wenn die Unabhängigkeit des Kosovo einseitig anerkannt würde. Moskau stelle indes fest, „dass es keine einheitliche Sicht des Kosovo innerhalb der EU gibt“, so der EU-Beauftragte der russischen Regierung, Sergej Jastrschembski. Moskau hatte bereits im UN-Sicherheitsrat die vom Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari vorgeschlagene „überwachte Souveränität“ blockiert. Allerdings erscheint ein Einlenken Russlands bei Zugeständnissen des Westens in anderen politischen Fragen doch noch möglich zu sein, wie Experten andeuten.

    Deutscher Diplomat skeptisch zu Chance auf Einigung
    Die Frage der einseitigen Unabhängigkeit wird aktuell, falls bis zum 10. Dezember keine Einigung erfolgt. Bis dahin verhandeln Kosovo-Albaner und Serben unter der Führung einer Troika, der neben der EU auch die Vereinigten Staaten und Russland angehören, über eine mögliche Annäherung. Am 10. Dezember will die Troika UN-Generalsekretär Ban Ki-moon einen Abschlussbericht vorlegen. „Wir müssen bis zum letzten Moment daran glauben, dass sich beide Seiten bewegen, den Gesprächen muss eine Chance gegeben werden“, sagte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn WELT ONLINE. Der Vertreter der EU in der Troika, der deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger, äußerte sich aber skeptisch über den Fortgang der Gespräche. Es sei „sehr wohl möglich, dass kein Ergebnis“ erzielt werde.

    Bei einem Scheitern der Troika-Bemühungen wird damit gerechnet, dass die Kosovo-Albaner einseitig die Unabhängigkeit erklären. Für diesen Fall hatten die USA bereits ihre Unterstützung zugesagt. Die EU war lange Zeit uneinig, wie sie mit dem neuen Staat, der völkerrechtlich nicht anerkannt sein wird, umgehen soll. Einige Staaten, wie Spanien, die Slowakei, Zypern, Griechenland, Rumänien und Ungarn, fürchteten Konflikte mit Unabhängigkeitsbewegungen im eigenen Land oder den Ausbruch gewaltsamer Unruhen in ihrer Nachbarschaft. Nun scheint aber der Wille zu einem geschlossenen Auftreten der Mitgliedstaaten zu überwiegen.

    Ein Riss durch die EU? Eher nicht
    In Berlin ist man optimistisch. „Die überwiegende Mehrheit der EU-Staaten und die USA werden eine geschlossene Haltung einnehmen. Dies halte ich für wahrscheinlich“, so Eckart von Klaeden, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, zu WELT ONLINE. „Serbien oder Russland sollten nicht auf eine Spaltung spekulieren – sie werden keinen Erfolg haben.“
    Offiziell dementiert die Bundesregierung, dass es bereits eine Einigung darüber gebe, wie Deutschland auf eine Unabhängigkeitserklärung Pristinas reagieren werde. Dies sei „reine Spekulation“, so Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.
    In Regierungskreisen heißt es, es habe weder auf Staatssekretärsrunde noch im Kabinett entsprechende Debatten oder gar Beschlüsse gegeben. Nicht bestritten wird indes, dass eine Anerkennung des Kosovo durch Berlin „zu den wahrscheinlicheren Optionen“ gehöre. Ein Riss durch die EU, vergleichbar etwa mit dem damaligen Irak-Problem, wird indes nicht erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass sich jene EU-Staaten, die gegen die Anerkennung einer Unabhängigkeit sind, bei einer Abstimmung enthalten werden.

    Gespräche scheiterten nach einem Jahr
    Sollte Pristina nach Ablauf des 10. Dezember seine Unabhängigkeit erklären, gebe es insgesamt zwar „keine überzeugende Alternative zur Anerkennung dieser Unabhängigkeit durch die europäischen Staaten und sicher auch durch Deutschland“, sagte der FDP-Außenpolitiker Wolfgang Gerhardt WELT ONLINE. Aber im Vorfeld müsse Außenminister Frank-Walter Steinmeier und die Bundeskanzlerin „hinter den Kulissen alles tun, um ein Einvernehmen der Europäer in dieser Frage herzustellen“.

    Seit Kriegsende im Juni 1999 haben die Vereinten Nationen viele Versuche unternommen, Konsens zwischen Serben und Albanern über einen künftigen Status der formell nach wie vor zu Belgrad gehörenden Provinz herzustellen. Zuletzt waren im vergangenen Frühjahr vom finnischen Ex-Präsidenten Martti Ahtisaari geleitete, ein Jahr währende Gespräche gescheitert.

    Im Kosovo leben 100.000 Serben und rund zwei Millionen Albaner. Die Provinz steht seit 1999 unter der Verwaltung der Vereinten Nationen, die Serben werden von der UN-Schutztruppe Kfor vor den Kosovaren beschützt.



    Somit wäre es weitgehend geklärt, Spatzi.
    Nur die Griechen(inkl. Zypern) und die Russen stellen sich quer...wird aber schon.

  3. #43

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    Ich sch.eiss doch herzhaft auf die zypriotische und griechische Regierung.
    Sollen diese EU-Schmarotzer lieber mal auf die Beine kommen und sich gefälligst den EU-Chef's anschliessen.
    Erst Geld abkassieren von den Geber-Ländern und dann noch eine andere Meinung haben.

    Diese unwichtigen Staaten sind nicht zu beachten, da ihre aussenpolitische Meinung kein Gewicht hat.
    Russland wohl eher, aber was können die schon ausrichten wenn uns die USA sowie der grösste Teil der EU den Kosovo anerkennt?

  4. #44
    Avatar von skenderbegi

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    Zitat Zitat von LaLa Beitrag anzeigen
    Und hier das Zitat aus dem Text:

    Also was soll die scheiße, MAN IST OPTIMISTISCH, MAN GLAUBT.... ich lass dir mal deine Ilusion
    dein ast auf dem du dich so hoffnungsvoll dranhälst ist schon lange gebrochen....

    da hilfst dir nichts das gute einreden du wirst früher oder später fallen.....

    ausser du versuchst dich mit einem sprung zu retten auf einem anderen baum .......

  5. #45
    Avatar von skenderbegi

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    KOMMENTAR,

    [h2]Es ist Zeit, das Schweigen in Berlin zu brechen[/h2]
    [h1]Kosovo lebt[/h1]
    KOMMENTAR VON ERICH RATHFELDER





    So ganz scheint man die Tragweite des aktuellen Kosovo-Konflikts und die deutsche Verantwortung dort in der deutschen Öffentlichkeit noch nicht wahrgenommen zu haben. Vielleicht hängt das auch mit Verdrängungen zusammen. Wer möchte in unserer nach Frieden und Ausgleich strebenden Gesellschaft schon daran erinnert werden, dass Deutschland 1999 als Teil der Nato am Bombenkrieg gegen Serbien beteiligt war? Und damit unter Rot-Grün das erste Mal seit 1945 einen Angriffskrieg zu verantworten hat.

    Erich Rathfelder (60) betreut seit über 15 Jahren in dem Dreieck Berlin, Split, Sarajevo die Region Südosteuropa. Sein jüngstes Buch: "Schnittpunkt Sarajevo. Bosnien und Herzegowina zehn Jahre nach dem Krieg" (Schiler Verlag, 2006). Foto: taz



    Im krassen Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung hat sich Deutschland in den letzten Jahren auf dem südlichen Balkan politisch und militärisch in eine Schlüsselrolle begeben. Die Bundeswehr stellt das größte Kontingent an Soldaten bei der internationalen, von der Nato geführten Kfor-Truppe. Der Chef der UN-Mission, die seit Sommer 1999 das Kosovo als UN-Protektorat verwaltet, ist ein Deutscher - wie auch der Chef der OSZE-Mission. Und seit dem "Ne" aus Belgrad und dem "Njet" aus Moskau zu dem Plan von UN-Vermittler Martti Ahtisaari, eine begrenzte Unabhängigkeit unter EU-Aufsicht zuzulassen, ist sogar der Vertreter der EU in der sogenannten Troika ein Deutscher. Bis zum 10. Dezember soll Wolfgang Ischinger gemeinsam mit den Vertretern der USA und der EU den großen Kladderadatsch verhindern und doch noch eine Verhandlungslösung herbeiführen. Von einem konstruktiven Vorschlag aber, den Konflikt politisch zu lösen, ist aus Berlin bisher nichts zu hören.
    Dabei ist es äußerst fraglich, ob die Troika Erfolg haben wird. Der vor allem vom Westen unterstützte Ahtisaari-Plan, der einen Kompromiss zwischen den Unabhängigkeitswünschen der Kosovoalbaner und dem Festhalten der Serben an der "Integrität ihres Landes" und der "Wiege der Nation" darstellt, wurde nur zähneknirschend von den Kosovoalbanern akzeptiert. Doch man wollte unbedingt eine Konfrontation mit dem Westen und vor allem den USA vermeiden. Der an diesem Montag aber bekanntgegebene 14-Punkte-Plan, der den Serben weiter entgegenkommt, kann von ihnen nicht mehr akzeptiert werden.



    <img style="display: none;" alt="" border="0" height="250" width="300" />
    Belgrad hingegen fühlt sich durch den Rückenwind aus Moskau politisch wieder aufgewertet. Die Regierung Koðtunica kann deshalb abwarten. Noch vor wenigen Monaten wollten es viele westliche Diplomaten und Regierungen, auch aus Serbien, nicht glauben, dass Putin in der Kosovofrage konsequent bei der im März auf der Sicherheitskonferenz in München verkündeten Linie bleiben würde. Dass der Kosovo-Konflikt zum Kristallisationspunkt einer russisch-amerikanischen Konfrontation werden könnte, hatte man so nicht auf der Rechnung.
    Die Pläne der USA, einen Raketenschirm in Osteuropa aufzubauen, die Tätigkeit der US-Ausbilder in Georgien, also die Einflussnahme der USA im russischen Hinterhof von Aserbaidschan bis Tadschikistan, veranlassten Putin aber jetzt offenbar zu reagieren. Natürlich geht es in Zentralasien im Hintergrund um das Öl und das Gas, um den Verlauf der Pipelines nach Europa und damit um die Kontrolle des Energiemarktes. Indem die USA den Albanern die Unabhängigkeit von Serbien versprochen haben, bietet sich via Serbien für Russland die Gelegenheit, das grundsätzlich angewachsene Konfliktpotenzial der beiden Mächte im europäischen Umfeld sichtbar zu machen.
    Der Kosovo-Konflikt hat also die regionale Bedeutung schon längst überschritten. Und vor allem für Europa Probleme mit sich gebracht. So bietet er dem serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Koðtunica die Gelegenheit, die russische Karte gegen die EU auszuspielen. Die EU ihrerseits muss langfristig den weißen Fleck auf der Landkarte des südlichen Europas tilgen. Daher soll der jeweils von EU-Staaten umgebene "westliche Balkan" - Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo und Albanien - auch aus strategischem Eigeninteresse eine europäische Perspektive erhalten. Schließlich ist ein weißer Fleck inmitten der EU nicht nur Einfallstor für den Drogenhandel, sondern gefährdet auch immer wieder die Stabilität Europas. Das stärkste außenpolitische Druckmittel der EU war bisher, die Beitrittsverhandlungen mit Serbien an bestimmte Bedingungen zu knüpfen, so in der Frage der weiteren Demokratisierung und der Auslieferung der als Kriegsverbrecher gesuchten Personen an das UN-Tribunal in Den Haag. Mit dem politischen und wirtschaftlichen Engagement Russlands jedoch hat Serbien größere Spielräume erlangt. Wenn die EU gegen serbische Interessen verstößt, könne sich das Land noch stärker Russland zuwenden, droht nun das rechtskonservative Lager.
    Und schon beginnt die Front innerhalb der EU aufzuweichen. Die ohnehin auf dem Balkan durch ihre Banken und durch ihre Investitionen wirtschaftlich auftrumpfenden Österreicher etwa warnen davor, Serbien "außen vor" zu lassen. Sie sind sogar insgeheim dazu bereit, in der Kriegsverbrecherfrage nachzugeben. Spanien, die Slowakei oder Rumänien stehen angesichts ihrer eigenen Minderheitenprobleme einer gegen Serbien gerichteten Lösung kritisch gegenüber. Die Entscheidungsfindung in der EU bleibt also weiter kompliziert. Nur wenn Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland gemeinsam eine Lösung der Kosovo-Frage vorgeben, wird man eine tragfähige Haltung erlangen können. Denn von den Antipoden Russland und USA ist kaum ein neuer Impuls zu erwarten. Die EU und damit vor allem Deutschland stehen in der Verantwortung. Das Kosovo liegt nun mal in Europa und nicht anderswo.
    Für die Kosovoalbaner ist die bittere Armut und Perspektivlosigkeit nicht länger hinnehmbar. Und ein wirtschaftlicher Fortschritt bedarf der Lösung der Statusfrage. Das Argument, kleinere Länder seien nicht lebensfähig, ist durch Slowenien, Estland, Lettland und andere eindrücklich widerlegt worden. Im Gegenteil machen eigentlich die größeren Beitrittsländer Sorgen. Sollte Europa nicht den Taktstock schwingen, drohen Aufstände, bewaffnete Gruppen beider Seiten beginnen sich jetzt schon zu formieren. Vor allem dann, wenn am 10. Dezember die Arbeit der Troika ergebnislos beendet wird. Das von vielen als realistisch angesehene Szenario, die Albaner würden mit Unterstützung der USA einseitig die Unabhängigkeit ausrufen und damit auch militant-militärische Auseinandersetzungen zwischen den Bevölkerungsgruppen provozieren, würde die Deutschen an die vorderste Front der Auseinandersetzung werfen.


    Zwar kann man hoffen, dass die stille Diplomatie der Angela Merkel Früchte trägt und Europa in dieser Frage nach dem erfolgreichen Gipfel von Lissabon entscheidungsfähig ist. Allein, es fehlt der Glaube. Deshalb ist es Zeit, das Schweigen in Berlin zu brechen und endlich einen politischen Plan vorzulegen, der gemeinsam mit den USA durchzusetzen ist. Es gibt ja keine Alternative zu einer beschränkten, durch die EU überwachten Unabhängigkeit des Kosovo.

    taz, die tageszeitung

    ein guter kommentar wie ich finde.....

  6. #46
    Avatar von skenderbegi

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    Busek: Einigung in der Kosovo-Frage nicht möglich


    EU-Sonderkoordinator rät zur Anerkennung nach Unabhängigkeit

    Moderation: Christiane Kaess

    Angesichts der ins Stocken geratenen Verhandlungen über den Status der serbischen Provinz Kosovo rechnet der Sonderkoordinator des Stabilitätspakts für Südosteuropa, Erhard Busek, nicht mehr mit einer Einigung zwischen Serben und Kosovaren. Die Mehrheit der EU-Länder würde ein unabhängiges Kosovo jedoch anerkennen. Damit müsse Serbien sich wohl abfinden, sagte Busek.


    Christiane Kaess: Die Verhandlungen über den Status der serbischen Provinz Kosovo treten auf der Stelle und das seit langem. Was passiert, sollte bis zum 10. Dezember keine Einigung erreicht sein? An diesem Tag müsste die Troika aus EU, USA und Russland, die die Verhandlungen mit Kosovo, Albanern und Serben führt, dem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon einen Abschlussbericht vorlegen. Für viele Beobachter steht das Scheitern der Verhandlungen mehr oder weniger fest. Welches Szenario würde folgen? Anfang der Woche erfuhr der Deutschlandfunk aus verlässlicher Quelle, dass die Bundesregierung, sollte das Kosovo sich eigenhändig unabhängig erklären, die Provinz anerkennen würde. Heute berichtet die Zeitung "Die Welt", auch fast alle EU-Länder würden denselben Schritt gehen. Am Telefon ist Erhard Busek, Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa. Guten Tag!

    Erhard Busek: Guten Tag!

    Kaess: Herr Busek, wie bewerten Sie diese Spekulationen um eine Anerkennung eines unabhängigen Kosovos?

    Busek: Ich glaube es wird nichts anderes übrig bleiben. Das ist an sich bedauerlich, weil natürlich ein Kompromiss für eine Anerkennung von allen Betroffenen natürlich schöner wäre. Da kann sich niemand hundertprozentig durchsetzen. Aber es ist inzwischen eine solche Prinzipienfrage, wobei ich auch sagen möchte, dass ich den Eindruck habe, dass die Politiker - und ich unterstreiche die Politiker; es trifft nicht alle Serben - in Belgrad einfach eine Lösung erwarten, zu der sie dann auf jeden Fall Nein sagen. Quasi soll die Arbeit abgenommen werden von anderen, eine Lösung zu finden.

    Kaess: Erst mal noch die Frage: Ist es denn klug, jetzt schon mit solchen Ankündigungen zu kommen, während die Statusverhandlungen noch laufen?

    Busek: Nein. Das ist natürlich immer so. Das können sie kaum verhindern. Das wäre eine Frage einer demokratischen Öffentlichkeit. Allerdings muss man dazu sagen, dass wir jetzt schon so lange verhandeln, dass die Sache einmal zu einem Ende kommen muss. Sehr viel Fantasie ist ja nicht mehr drin. Eigentlich gar keine mehr.

    Kaess: Sie sagen die meisten Politiker gehen davon aus, dass die Verhandlungen scheitern. Haben Sie denn noch Hoffnung, dass die Parteien sich doch noch einigen könnten?

    Busek: Eigentlich nicht. Ich glaube, dass hier alles ausgeschöpft ist, und wir können ja nicht ein Verhandlungsteam nach dem anderen verbrauchen. Es gab zuerst eine Fünfergruppe. Dann gab es Ahtisaari und sein Team. Jetzt gibt es diese Dreiergruppe. Ja bitte wer und was denn noch?

    Kaess: Das heißt die Ankündigung einer Anerkennung wäre der einzige Ausweg aus dem Konflikt. Kann man das so interpretieren?

    Busek: Es ist kein Ausweg. Es ist natürlich dann eine sehr schwierige Konfliktsituation auch für die serbische Seite. Man nimmt quasi Serbien hier die Arbeit ab und gibt ihnen die Möglichkeit, dagegen zu sein. Auf der anderen Seite ist es aber ein bleibendes Problem auch für Serbien, denn es muss mit dieser neuen Wirklichkeit leben.

    Kaess: Lange Zeit war sich ja die EU nicht einig, wie sie mit der Frage der Anerkennung umgehen soll. Woher kommt denn jetzt offensichtlich der Wille zum geschlossenen Auftreten?

    Busek: Es gibt eine sehr intensive Diskussion der Staatskanzleien, die sich darüber im Klaren sind, dass das Kosovo-Problem nicht von außen die Möglichkeit geben sollte, sie gegeneinander auszuspielen. Daher versucht man, einen gemeinsamen Standpunkt zu erreichen. Gerüchtehalber kann ich nur sagen gibt es eine relativ große Mehrheit von Regierungen, die in einem solchen schlechten Fall anerkennen würden. Der Rest würde zwar nicht anerkennen, aber es einmal zunächst zur Kenntnis nehmen, weil die eigentlich entscheidende Frage ist: Wer folgt den Vereinten Nationen in der Administrationshilfe für Kosovo nach. Das muss die Europäische Union sein. Das allerdings kann wieder intern nur einstimmig geschehen.

    Kaess: Das heißt durch die Ankündigung der USA, die ja wie Sie schon gesagt haben bereits ihre Unterstützung zugesagt hat, hätte die EU auch gar keine andere Chance?

    Busek: Ich glaube nicht, denn es sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Selbst die, die diesen Weg für nicht gut halten, sehen ja eigentlich auch keine Möglichkeit, irgendeine andere Lösung noch zu erreichen.

    Kaess: Was wären denn die Folgen der Anerkennung eines unabhängigen Kosovos?

    Busek: Zunächst einmal die Tatsache, dass es keine Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen längere Zeit geben wird. Dann möglicherweise irgendwelche Repressionen, auch die Frage wer kann wohin reisen. Es gibt dann ganz praktische Folgen. Vielleicht ist es einmal gut, mit einem solchen Zustand zu leben, der dann mit der Zeit heruntergespielt wird. Politik und auch Völkerrecht ist ja oft ein Ergebnis der Pragmatik.

    Kaess: Rechnen Sie mit Unruhen?

    Busek: Eigentlich nicht. Ich glaube das ist ausgeschöpft. Im Kosovo selber: Wer soll da die Waffen gegen wen ergreifen? Ich rechne nicht damit, dass auf die Dauer der serbische Bereich um Kosowska Mitrovica wirklich ein Bestandteil sein wird, der von Pristina regiert werden wird. Da wird es sicher noch jede Menge von Problemen geben, aber wem sollen die Unruhen etwas bringen?

    Kaess: Die EU riskiert oder würde mit der Anerkennung einen Konflikt mit Russland riskieren. Welche Konsequenzen hätte das für das Kosovo und den Balkan?

    Busek: Ich glaube, dass das Verhältnis zu Russland für die Europäische Union in einem weitaus größeren Feld leider problematisch geworden ist. Aber ich glaube wenn es dann Wirklichkeiten gibt, gehen die Russen dann auch so weit, um eben Wirklichkeiten auch anzuerkennen. Ich glaube nur, dass wir eine größere Konzeption brauchen, um in guter Nachbarschaft mit Russland zu leben. Da ist das Kosovo eigentlich nicht die entscheidende Frage. Da sind Energiethemen und andere offene Konflikte weitaus von radikalerer Bedeutung.

    Kaess: Erhard Busek war das, Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa. Vielen Dank für das Gespräch. __________________

    viele spatzen pfeiffen es von den dächern nur die tauben können es nicht hören.....

  7. #47

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