Berlin (Reuters) - Mit großer Mehrheit hat der Bundestag am Donnerstag den Einsatz der Bundeswehr im Kosovo um ein weiteres Jahr verlängert.

Die mehrheitlich von Albanern bewohnte Provinz steht seit sechs Jahren unter Verwaltung der Vereinten Nationen (UN).

"Es gibt im Kosovo noch keine dauerhafte Stabilität", sagte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD). Daher sei ein Verlängerung des Bundeswehr-Mandats unerlässlich. Die Chancen, den künftigen politischen Status des Kosovo zu klären, seien deutlich gestiegen. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) warnte, wenn die Europäer ihre Verpflichtungen auf dem Balkan in Frage stellten, würden sie dafür einen hohen Preis zahlen müssen. Vertreter von Union und FDP warben ebenfalls für eine Verlängerung, warfen der Bundesregierung und der Europäischen Union (EU) jedoch vor, kein Konzept für die politische Zukunft des Kosovo zu haben. 575 Abgeordnete stimmten am Ende für die Verlängerung des Einsatzes, sieben dagegen. Enthaltungen gab es keine.

Das Mandat sieht den Einsatz von bis zu 8500 deutschen Soldaten in der Nato-geführten Schutztruppe KFOR vor, wird mit rund 2650 Soldaten gegenwärtig aber nicht ausgeschöpft. Formal ist der Einsatz nicht befristet. In einer Protokollnotiz ist aber festgelegt, dass sich das Parlament jährlich auf Antrag einer Fraktion mit der Frage befassen kann. Deutschland stellt nach Angaben des Verteidigungsministeriums nach Italien das größte Kontingent der Truppe von etwa 16.000 Soldaten aus 34 Staaten. Sie soll seit 1999 zur Stabilität der Region beitragen, die durch schwere Konflikte zwischen albanischer Mehrheit und serbischer Minderheit erschüttert wurde.

Die Zukunft des Kosovo ist ungewiss. Die albanische Bevölkerungsmehrheit verlangt die Unabhängigkeit der Provinz, was die serbische Regierung ablehnt. Die UN haben eine Prüfung angekündigt, welchen politischen Status das Kosovo in Zukunft erhalten soll. Dazu haben die UN eine Liste von Standards zu Menschenrechten, Justiz, Sicherheit und Demokratie aufgestellt, die die Provinz erfüllen soll.

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