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"Che Guevara lebt - in Transnistrien"

Erstellt von Schiptar, 12.12.2005, 23:51 Uhr · 91 Antworten · 4.038 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Schiptar

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    "Che Guevara lebt - in Transnistrien"

    Mal was aus einer wenig beachteten Nachbarregion des Balkans:

    Che Guevara lebt - in Transnistrien

    Von Anika Zeller, Tiraspol

    Kleinkrieg im Pseudo-Staat Transnistrien: Eine linientreue Jugendorganisation liefert sich einen heftigen Schlagabtausch mit der OSZE-Mission. Ziel der Jung-Stalinisten: die Unabhängigkeit von der Republik Moldau. Ihr Vorbild: Che Guevara.

    Trist und grau ist es in Tiraspol und das nicht nur im November. Nur vereinzelt ein Werbeplakat, kaum Geschäfte, nicht einmal ein Coca-Cola-Emblem ist auszumachen. Der einzig markante Farbtupfer ist das große Wappen auf dem Suworow-Platz. Rot leuchtet der Stern über Hammer und Sichel. Blau fließen darunter die Wellen des Dnjestr. Und im Zentrum von allem strahlt goldgelb die Sonne.

    Nicht zufällig ist die "Farbe der Sonne" auch das Symbol von Proryw, der neuen Jugendbewegung hier am Ort. Gelb sind die Flaggen und gelb sind die Halstücher, wenn ihre Anhänger durch die transnistrische Hauptstadt marschieren. "Wir werden auch Kinder der Sonne genannt", erzählt Aljona Arschinowa, die Direktorin der Korporation.

    Transnistrien ist ein Pseudo-Staat, der von keinem Land der Welt anerkannt ist. Offiziell gehört der schmale Landstreifen zur Republik Moldau. Inoffiziell haben sich hier staatliche Strukturen verfestigt, mit (fast) allem, was dazu gehört. Eigene Währung, eigene Flagge, eigene Briefmarken - und auf allem obligatorisch Hammer und Sichel. Nicht ohne Grund gilt die Region als "Museum der Sowjetunion".

    "Che Guevara lebt!"

    Das Hauptquartier von Proryw liegt an der "Straße des 25. Oktober". Links davon der Oberste Sowjet, rechts der Rat der Volksdeputierten. Proryw im Zentrum transnistrischer Macht - auch das kein Zufall. Die neue Jugend steht eisern hinter Präsident Igor Smirnow, der sein Regime unter anderem durch den Schmuggel von Waffen, Zigaretten, Öl und Alkohol am Leben hält.

    Zur Ikone der Bewegung hat sie aber nicht ihn, sondern einen anderen Mann gemacht: Che Guevara. Schwarz prangt seine Silhouette auf den gelben Flaggen. Das Vereinsblatt titelt: "Che Guevara lebt!"

    Außerdem ist er Namenspate einer neuen "Hochschule", die Proryw mitbegründet hat. Die Che-Guevara-Schule ist eine Kaderschmiede für die künftige Elite des Landes. Parallel zum Studium an der Universität sollen Jugendliche hier sogenannte "Polit- und Informationstechnologien" lernen. Wie organisiere ich eine Demo? Wie halte ich eine Rede? Wie schreibe ich ein Flugblatt?

    Die Gründung der Schule geht auf das Konto von Dmitrij Soin. Er ist auch der strategische Kopf hinter Proryw. In den moldauischen Zeitungen wird Soin als "Mörder" beschimpft. Mindestens zwei Menschen soll er getötet haben. Auch Interpol sucht ihn deswegen.

    Im Kreis seiner Proryw-Jünger spielt das keine Rolle. Ihre Blicke zeugen von tiefer Verehrung. Das Vereinsorgan preist ihn als allwissenden Soziologie-Guru. Der 36-Jährige versteht es meisterhaft, sich als smarter Typ zu verkaufen. Ein süffisantes Lächeln umspielt seine Lippen. Die braun gewellten Haare sind zum Zopf gebunden. Vertraut legt er Gesprächspartnern die Hand auf den Arm.

    Angst, dass die Jugend davonläuft

    Soin ist einer von ganz oben, genauer: vom transnistrischen Staatssicherheitsdienst. Ebenso wie die Administration von Präsident Smirnow pumpt dieser jede Menge Rubel in die linientreue Anhängerschaft. "Die haben Angst, dass ihnen auf Dauer die Jugend davonläuft", meint Gottfried Hanne, stellvertretender Leiter der moldauischen OSZE-Mission.

    Proryw bedeutet "Durchbruch". Das Profil der Truppe ist damit klar definiert. Durchbrochen werden soll die weltweite Isolation - Ziel ist die Anerkennung Transnistriens als eigener Staat. Das aber ist aus Sicht der internationalen Gemeinschaft derzeit völlig ausgeschlossen und steht auch in den laufenden Verhandlungen der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) nicht zur Diskussion. "In denen soll geklärt werden, unter welchen Bedingungen das Gebiet in den moldauischen Staat reintegriert werden kann", so Hanne.

    Seit 13 Jahren ist die OSZE aktiv in die Verhandlungen zur Lösung des Konflikts am Dnjestr eingebunden. Auslöser der Mission war der blutige Bürgerkrieg zwischen transnistrischen Separatisten und der moldauischen Zentralregierung, bei dem 1992 mehr als tausend Menschen gestorben sind. Das Sonderterritorium Transnistrien hatte sich am 2. September 1990 widerrechtlich noch als Teil der Sowjetunion gegründet. Seit 1995 hat die OSZE, die einen Frieden garantieren soll, auch ein Büro in Tiraspol. Es ist die einzige offizielle Präsenz des Westens in ganz Transnistrien - kein Wunder, dass Proryw gerade hier gern demonstriert.

    "Doppelte Standards"

    So wie am 27. September. Es ist ein sonniger Herbstmorgen, als sich rund 250 Jugendliche vor dem Eingang versammeln. Sie schwenken die Fahnen und rufen "Hill - geh nach Hause!" Adressat ist William Hill, der Chef der moldauischen OSZE-Mission. Von einem Kranwagen lässt sich schließlich ein Demonstrant in die Höhe fahren. Er reißt die weiß-blaue OSZE-Flagge aus der Halterung. Hinein steckt er die gelb-schwarze von Proryw. Die Menge jubelt.

    Grund für den Protest gegen die OSZE sind laut Soin ihre "doppelten Standards". Die moldauische Parlamentswahl vom vergangenen März habe sie als "demokratisch" anerkannt. Die im Dezember bevorstehende Parlamentswahl in Transnistrien dagegen diffamiere sie schon im Vorfeld als "antidemokratisch".

    Demonstrationen von Proryw sind für die OSZE nichts Neues. Der Vorfall vom 27. September aber hatte eine neue Dimension. "Überraschend war, dass die transnistrische Miliz der Aktion tatenlos zugeschaut hat", sagt Claus Neukirch, der OSZE-Pressesprecher in der Moldau. Eine Schließung des Tiraspoler Büros hält er aber nicht für sinnvoll: "Das würde ja bedeuten, dass Proryw etwas erreicht hätte."

    Inzwischen hängt die OSZE-Flagge wieder - doch der Kleinkrieg geht weiter. Am 10. November erschien auf der Internetseite "Lenta.PMR" eine unmissverständliche Drohung. Mit Blick auf die Flaggenaktion hieß es hier: "Die erste Warnung hat anscheinend keine Wirkung gezeigt. Warten wir die zweite ab..."

    Die OSZE zweifelt nicht daran, dass Proryw dahinter steckt. Tags darauf verurteilt sie die "Hassrede" als "demagogisch und abscheulich". Die angedrohte Antwort darauf steht noch aus.

    Eines hat Proryw auf jeden Fall erreicht: Die Organisation wird ernst genommen. "Eine Gefahr für den laufenden Verhandlungsprozess", sieht Hanne zwar nicht in ihr. Aber er gibt zu: "Eine derart indoktrinierte Jugend ist ein Faktor, der die Konfliktlösung erschwert." Hanne trägt eine gelbe Krawatte. Es ist die Farbe der Flagge von Proryw - nicht mehr als ein dummer Zufall.

    ---

    SPIEGEL ONLINE - 12. Dezember 2005, 18:38 URL: http://www.spiegel.de/politik/auslan...389143,00.html

  2. #2

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    HASTA LA VITORIA SIEMPRE


  3. #3
    Mare-Car
    Es heisst Victoria....

  4. #4
    Avatar von Schiptar

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    Zum historischen Background (...ich schreibe jetzt nur das, was ich noch so im Hinterkopf hab ...von Vasile lass ich mich gern eines Besseren belehren):

    Die Russen haben im 18. Jh. (?) den östlichen Teil des "rumänischen"*) Fürstentums Moldau geklaut, also Bessarabien/Moldawien. Zwischen den Weltkriegen, als Rumänien sein Staatsgebiet verdoppeln konnte und generell seine bis dato größte territoriale Ausdehnung erreichte, wurde auch Bessarabien Teil des rumänischen Nationalstaats, fiel aber kurz vor'm 2. Weltkrieg (?) wieder an die Sowjetunion, die es mit einem kleinen nicht-rumänischen Gebiet östlich des Dnjestr (Transnistrien) zu einer Verwaltungseinheit zusammenlegte. 1941 haben die einmarschierenden Rumänen besonders dort viele Juden umgebracht. Und als Moldawien sich von der UdSSR abspaltete, spalteten sich die Russen & Ukrainer in Transnistrien wiederum de facto von Moldawien ab.

    *) Rumänisch in Anführungszeichen weil es bis ins 19. Jh. eigentlich immer nur diese beiden Fürstentümer Moldau & Walachei gab, aber keinen gemeinsamen rumänischen Staat.

  5. #5
    Avatar von Schiptar

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    Basescu fordert vollständige Kontrolle Moldawiens über Transnistrien

    Rumänischer Präsident appelliert an EU und USA


    Bukarest - Der rumänische Staatspräsident Traian Basescu hat die Herstellung der vollständigen Kontrolle Moldawiens (Moldau) über die abtrünnige "Dnjestr-Republik" (Transnistrien) gefordert und seinen Appell an die EU und die USA erneuert, eine "annehmbare Lösung" des Konflikts um die "Separatistenregion" herbeizuführen. Basescu erklärte dies nach Arbeitsgesprächen mit dem moldawischen Staatspräsidenten Vladimir Voronin am Wochenende in Bukarest. Der Westen müsse den Abzug des russischen Truppenkontingents aus Transnistrien erwirken.

    In der "Dnjestr-Republik" fanden am gestrigen Sonntag international nicht anerkannte Wahlen statt. Rund 420.000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, 43 Abgeordnete zu wählen. Auf der jüngsten OSZE-Konferenz in Laibach hatte sich Russland bis zuletzt der Forderung nach Abzug seiner Truppen vom Territorium Moldawiens widersetzt.

    Moldawien, dessen Einwohner zu 65 Prozent ethnische Rumänen sind, entstand aus großen Teilen Bessarabiens, das 1940 durch den Hitler-Stalin-Pakt von Rumänien abgetrennt und der Sowjetunion zugeschlagen worden war. Stalin gliederte der neu geschaffenen Sowjetrepublik Moldawien das linke Dnjestr-Ufer mit mehrheitlich russischer und ukrainischer Bevölkerung an. Beim Zerfall der Sowjetunion erklärte Moldawien seine Souveränität. Führer der slawischen Mehrheitsbevölkerung Transnistriens, die den Anschluss an Rumänien befürchteten, riefen daraufhin die "Dnjestr-Republik" aus. Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Separatisten mit Hunderten von Toten waren 1992 durch einen Waffenstillstand beendet worden. Die ehemalige sowjetische 14. Armee hatte sich im Bürgerkrieg auf die Seite der slawischen Minderheit gestellt. (APA/AFP)

    derStandard.at

    ---

    Parlamentswahl in Transnistrien

    Selbst ernannter Präsident wettert gegen OSZE und warnt vor "farbiger Revolution"


    Tiraspol/Moskau - In der von Moldau abtrünnigen Dnjestr-Republik (Transnistrien) ist am Sonntag eine neue Volksvertretung gewählt worden. "Diese Wahlen sind für das Volk. Und nicht für die OSZE", sagte Igor Smirnow, der selbst ernannte Präsident der international nicht anerkannten Republik bei seiner Stimmabgabe nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Er werde nicht zulassen, dass die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die die Interessen der USA und einiger Staaten der EU vertrete, "farbige Revolutionen" wie etwa im Fall der Ukraine durchsetze.

    Rund 420.000 Wahlberechtigte waren am Sonntag aufgerufen, 43 Abgeordnete zu wählen. Bereits um 14.00 Uhr Ortszeit hatten mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben, mit den Ergebnissen sei frühestens am Montagmorgen zu rechnen, sagte ein Mitarbeiter des Wahlbüros am Sonntag. Die OSZE hatte bereits im Vorfeld erklärt, die Wahl nicht zu legitimieren, weil die abgespaltene Republik international nicht anerkannt sei.

    Moldau war früher Sowjetrepublik. Im letzten Jahr der UdSSR hatte sich das mehrheitlich von Russen und Ukrainern bevölkerte Dnjestr-Gebiet von der rumänisch geprägten Republik Moldawien losgesagt. Am Ufer des Dnjestr-Flusses kamen bei Gefechten zwischen beiden Seiten im Sommer 1992 hunderte Menschen ums Leben. Russland hat bis heute Truppen in der Dnjestr-Republik stationiert. Die moldawische Regierung wirft Transnistrien vor, sich im Wesentlichen durch den Schmuggel von Waffen und Drogen zu finanzieren. (APA/dpa)

    derStandard.at

  6. #6

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    Lang lebe die rote Revolution! Lang leben unsere Brüder!

  7. #7
    Avatar von Vasile

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Zum historischen Background (...ich schreibe jetzt nur das, was ich noch so im Hinterkopf hab ...von Vasile lass ich mich gern eines Besseren belehren):

    Die Russen haben im 18. Jh. (?) den östlichen Teil des "rumänischen"*) Fürstentums Moldau geklaut, also Bessarabien/Moldawien.
    Es war 1812.
    Das Wort "Moldau" und "Moldawien" sind identische Begriffe, mit einem Unterschied: das erste Wort ist deutsch und ist 700 Jahre alt. Das zweite hat einen russischen Ursprung und ist kaum 30 Jahre alt. Man verwendet heute in diplomatischen Bezeihungen das Wort "Moldau", der zweite Begriff wird zukünftig gänzlich ersetzt werden.

    Zitat Zitat von Schiptar
    Zwischen den Weltkriegen, als Rumänien sein Staatsgebiet verdoppeln konnte
    Rumänien hat seinen Staatsgebiet 1918 verdoppelt, durch die Vereinigung mit Siebenbürgen, Bukowina und Bessarabien.
    Zitat Zitat von Schiptar
    wurde auch Bessarabien Teil des rumänischen Nationalstaats, fiel aber kurz vor'm 2. Weltkrieg (?) wieder an die Sowjetunion,
    Die Sowjetunion annekeiter von Rumänien. Bessarabien und die nördliche Bukowina infolge des Hitler-Stalin-Paktes (Ribbentropp-Molotow).
    Zitat Zitat von Schiptar
    die es mit einem kleinen nicht-rumänischen Gebiet östlich des Dnjestr (Transnistrien) zu einer Verwaltungseinheit zusammenlegte.
    Dieses Gebiet östlich des Dnestr gehörte bis dann nicht zu Rumänien, aber es bestand eine Autonomie für die rumänischsprachige Bevölkerung dort - die "Moldauische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik" (MASSR).
    Zitat Zitat von Schiptar
    1941 haben die einmarschierenden Rumänen besonders dort viele Juden umgebracht.
    Leider ja. Die Begründung (die ich aber nicht als Entschuldigung darstellen möchte) liegt daran dass die Juden Transnistriens bolschewistisch geprägt waren und dem sowjetischen Staat sogar treuer waren als alle andere Ethnien dort. Sie kämpften als Partisanen gegen die deutschlandtreue rumänische Verwaltung.
    Gut zu wissen: während der rumänischen Verwaltungszeit in Transnistrein wurden die Russen nicht verfolgt.
    Zitat Zitat von Schiptar
    Und als Moldawien sich von der UdSSR abspaltete, spalteten sich die Russen & Ukrainer in Transnistrien wiederum de facto von Moldawien ab.
    Es waren ganz klar nur die Russen(25% der Bevölkerung), die von Moskau unterstützt sind. Die Ukrainer stehen den transnistrischen Konflikt völlig passiv gegenüber. Die Rumänen sind sogar gegen dem Separatismus.
    Zitat Zitat von Schiptar
    *) Rumänisch in Anführungszeichen weil es bis ins 19. Jh. eigentlich immer nur diese beiden Fürstentümer Moldau & Walachei gab, aber keinen gemeinsamen rumänischen Staat.
    Du brauchst es nicht unter Anführungszeichen zu stellen. Das Wort "Rumäne" enstand nicht 1859, nach der Vereinigung der Fürstentümer Walachei und Moldau. Selbst haben sich die Rumänen immer als "Rumänen" bezeichnet. Nur von außen her nannte man sie "Wlachen". Es bestand schon immer ein ganz klares Bewusstsein unter den Bevölkerung der beiden Fürstentümer dass sie Rumänen sind. Gerade dieses Bewustsein führet zu einer reibungslosen Vereinnigung zwischen den beiden Fürstentümer im Jahre 1859. Darüber hinau ist es gut zu wissen dass der Impuls der Vereinigung nicht von dem Fürstentum Walachei kam, so wie es zu erwarten wäre, sondern von dem Fürstentum Moldau. Der erste Fürst des neu entstandenen Staates(Alexandru Ioan Cuza 1859-1866) kam aus Moldau, nicht aus der Walachei. Die Hauptstadt des neu entstandenen Staates war bis 1862 gleichzeitig Bukarest(walachische Hauptstadt) und Iasi(moldauische Hauptstadt), doch am Ende entschloß man sich für dennoch Bukarest, aus 2 Gründen:
    1. Iasi lag zu nahe an der russischen Grenze und Russland war eine enorme Bedrohung für Rumänien, denn in dessen Drang in Richtung Balkan stand es in den Plänen Russlands Rumänien anzuschließen, so wie es 1812 mit Bessarabien schon getan hatte.
    2. Rumänien war damals noch dem Osmanischen Reich Vassal (bis 1878). Die Osmanen konnten Rumänien mit einer Hauptstadt in Bukarest(nur 50 km von der Donau entfernt) leichter im Schach halten, als mit Iasi als Hauptstadt.

  8. #8
    Avatar von Vasile

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    Ich würde allen die an Transnistrien interessiert sind, diese Links empfehlen, auch wenn's nur Wikipedia ist:

    für die Kenner der englischen Sprache(ein umfangreichere information):
    http://en.wikipedia.org/wiki/Transnistria

    wenn ihr kein englisch könnt, dann ist auch die deutsche Link nicht schlecht(aber auch nicht so informationsreich wie die englische):
    http://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien

  9. #9
    Avatar von Schiptar

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    Nur mal rein interessehalber, Vasile, würdest Du es befürworten, wenn Moldawien auf Transnistrien verzichten und dafür um eine Wiedervereinigung mit Rumänien ersuchen würde?
    Oder meinst Du, es würde Rumänien nur schaden (gerade mit Hinblick auf den bevorstehenden EU-Beitritt), sich dieses Armenhaus mit großem russischen Bevölkerungsanteil reinzuholen?

  10. #10
    Avatar von Vasile

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    Zitat Zitat von Schiptar
    Nur mal rein interessehalber, Vasile, würdest Du es befürworten, wenn Moldawien auf Transnistrien verzichten und dafür um eine Wiedervereinigung mit Rumänien ersuchen würde?
    Überhaupt nicht, Schiptar. Wenn überhaupt eine Vereinigung Moldaus mit Rumänien geben soll, dann NUR mit Transnistrien.
    Wenn es überhaupt einen Streit um Transnistrien geben soll, dan nur zwischen Moldawien un der Ukraine. Russland sollte sich davon fernhalten.
    Zitat Zitat von Schiptar
    Oder meinst Du, es würde Rumänien nur schaden (gerade mit Hinblick auf den bevorstehenden EU-Beitritt), sich dieses Armenhaus mit großem russischen Bevölkerungsanteil reinzuholen?
    Dazu müsste man sich erstmal die Frage stellen wie überhapt dieses Armenhaus entstanden ist. Meine Antwort dazu ist eideutig: durch dem Transnistrienkonflikt. Dieser Konflikt muß gelöst werden und in den letzten Monaten hat man große Schritte dazu gemacht. Das wichtigste ist dass die orangene Ukraine sich anscheinend an der Seite von Chisinau steht und nicht von Moskau. Das könnte eine Sclüsselrolle spielen.
    Zu dem russischen Bevölkerungsanteil(Moldawien insgesamt 13%, Transnistrien 25%): die meisten sind Kolonisten aus der Sowjetzeit und die meisten sind nicht in Moldau geboren, sondern vor allem in Russland, aber auch Ukraine und Kasachstan, wo sie herkommen. Igor Smirnow selbst, der "Präsident" von "Transnistrien" kommt aus Sibirien und kam erst 1988 nach Moldawien. Bis dahin hatte er nie einen einzigen Schritt auf moldawischem Boden getan. Wie ist es denn möglich dass er sehr wenige Jahre später zu Separatismus aufruft?

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