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Chinas Interessen am Balkan

Erstellt von D.Hans, 12.04.2019, 12:10 Uhr · 34 Antworten · 1.162 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von D.Hans

    Registriert seit
    02.04.2019
    Beiträge
    87
    Zitat Zitat von Achillis TH Beitrag anzeigen
    Die Heiligen Westler halten sich doch selber nicht an Umweltauflagen.
    Das kann man so nicht pauschal sagen.

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Das ist sowieso immer ein Punkt wo man sich nicht einig wird, bzw. wenn man aus Sicht vieler Umweltschützer beispielsweise die Kernkraftpolitik betrachtet, ist sie sehr umstritten. Aber da bei dieser Form der Stromerzeugung kein C02 anfällt, wird sie wiederum von der Energieindustrie gerne auch als "grün" bezeichnet. Ich mein, ungeachtet aller Warnungen aus Washington und grosser allgemeiner Bedenken ist China wiederum der Meinung, dass es aufgrund seiner mehr als 30 jährigen Erfahrung und der Anwendung neuester Technologien an der Atomenergie als "grüne Energie" festhalten wird.

    Die Briten beispielsweise, das anders als Deutschland und andere westliche Staaten weitere Pläne zum Ausbau der Kernenergie stur festhält, zählt auf die Beteiligung von Chinas CGN UK an diesen und bestehenden Projekten. Trotz Warnungen aus Washington, beteiligt sich London auch an der Asiatischen Infrastruktur Investmentbank, so ganz nach Churchills Motto, Grossbritannien hat in der Politik keinen ewigen Verbündeten, aber ewige Interessen. Soweit ich weiss, verhandeln zum jetzigen Zeitpunkt die Rumänen mit China über den Bau von zwei weiteren Kernkraftwerken und China wird den Export dieser Kernkraft-Technologie vor allem nach Kasachstan, Türkei, Kenia, Südafrika, Südkorea und sogar Frankreich ausweiten.
    Mit Atomkraftwerken als Lieferant "grüner Energie" gibt es noch ein bis heute ungelöstes Problem: Wo die abgebrannten Brennstäbe endlagern?

    Seit dem Einsatz der Kernenergie in den 1950er Jahren hat die Technologie ein bislang ungelöstes Problem: hochradioaktiven Atommüll. Jährlich fallen alleine in deutschen Kernkraftwerken Hunderte Tonnen ausgedienter Brennelemente an. Hinzu kommen Abfälle aus Wiederaufbereitungsanlagen, Brennfabriken, Urananreicherungsanlagen und stillgelegten Reaktoren.

    China ist in solchen Fragen nicht zimperlich. Wenn ein Dorf etwa einem Kraftwerksdamm im Weg steht, wird die Bevölkerung (natürlich ohne Entschädigung) abgesiedelt und das Dorf versenkt. Kein Mensch weiß, wo Chinas Atommüll herumliegt. China ist es gewohnt, z,B, für eine Hochgeschwindigkeits Bahntrasse eine Strich auf der Karte und eine Schneise in der Landschaft zu ziehen.

    Wir werden sehen, ob diese Vorgangsweise auch in Europa funktionieren wird. Viele Leute sehen oft nur voller Bewunderung das fertige Ergebnis und blenden dabei vielfach Verbrechen, Gewalt, Repressionen und großflächige Umweltzerstörung aus.

  2. #32

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    12.578
    Zitat Zitat von Mal Beitrag anzeigen
    An dieser Stelle sei angemerkt, dass die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke Budapest-Piräus analog wie die Europastraße E75 verläuft und damit entlang allmöglicher Bruchlinien entlang des Balkans. Hier von großer Bedeutung das Presevo-Tal, das von Albanern bewohnte Gebiet zwischen dem Korridor Belgrad-Skopje in Südserbien.Hier auch das albanisch bewohnte Kumanovo und Teile von Skopje relevant.
    Während unsere Politiker auf den Balkan reden, als ob sie was zu sagen hätten, geht es hier um ganz andere Interessen und Akteuere. Natürlich nicht unsere Interessen und schon gar nicht unsere Akteure. Verkauft wird das dann als ein Sieg der „souveränen“ Republik des jeweiligen Nationalisten. Es bleibt also die Frage im Raum, weshalb die Vucic-Regierung so offen dafür wirbt, dass die Albaner für Nordkosovo das Presevo-Tal bekommen sollen und damit das Ventil für den Zugang chinesischer Produkte in Serbien, wo ja Serbien eine bedeutende Rolle tragen soll. Summa summarum: der Balkan wird immer ein Pulverfass bleiben.
    Interessanter Ansatz und Betrachtungsweise. Schauen wir uns das ganze mal nüchtern aus geopolitischer- und ökonomischer Sicht an: Sowohl das hauptsächlich albanisch bewohnte Presevo als auch das ethnisch durchmischte Bujanovac haben eine grössere geostrategische Bedeutung für Serbien als der dominant serbisch bewohnte Norden Kosovos. Das ist die Pulsader des Landes, der Korridor, der Serbien mit Mazedonien und Griechenland verbindet und die Albaner aus diesem Teil Serbiens sind mehr oder weniger am politischen Leben beteiligt.

    Die Bedeutung des sogenannten Korridors 10 ist umso grösser wenn man bedenkt, dass einer seiner Autobahn-Abschnitte, der durch Merdar und Nis verläuft, sich in einem "Netz" von gesamteuropäischen Korridoren kreuzen wird. Über den Korridor 10 wird Serbien durch Zagreb, Ljubljana und Wien mit Salzburg "verbunden" sein, während der andere Abschnitt durch das Morava-Tal zum Mittelmeer und zum Schwarzen Meer führen wird. Es gab ja recht lange "Anzeichen" und Spekulationen, dass Serbien den Hafen Bar in Montenegro pachten wird und sich so nicht nur einen Ausgang zum Meer sichert, sondern auch einen Korridor zwischen der Adria und dem Ionischen Meer. Serbien hat meiner Meinung nach gegenüber seinen Nachbarn einen kleinen Vorteil, weil ein Teil des Korridorabschnittes den Hauptknoten darstellt und von sechs gesamteuropäischen Strassenrichtungen auf dem Balkan ist Serbien in zwei direkt involviert.

    Soweit ich gesehen habe, wird im beschleunigten Tempo auch der Bau von Strassen im Kosovo sowie in Albanien vorangetrieben. Diese Strasse, bzw. Korridor wird die albanischen Häfen Durres und Valona sowie die italienischen Bari und Brindisi mit den Schwarzmeerhäfen Burgas und Varna im Jahr 2020 über Tirana, Skopje und Sofia verbinden. Durch die bulgarischen Häfen wird dieser Korridor Europa mit Zentralasien und dem Kaukasus verbunden sein.

    Da bin ich auch bei dir, dass da viel mehr im Spiel ist als das übliche Stammtisch-Gelaber und tägliche Dosis wem das Kosovo gehört und wem nicht.

  3. #33
    Avatar von Forte

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    4.715
    Wieso sollte China nicht mit dem Balkan Geschäfte machen wenn USA und alle andere auch beste Geschäfte machen mit China?

  4. #34
    Avatar von Dissention

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    10.860
    Zitat Zitat von Mal Beitrag anzeigen


    Die E75 verläuft mitten durch Bujanovac und ist bereits jetzt an der engsten Stelle ganze 6km von Kosovo entfernt. Strippenzieher hinter diesen Plan wie Alex Soros haben diesen nicht wegen paar Kuhfelder und Dörfer mit Greisen geschrieben um für die paar verbliebende Balkan-Cobans eine gefährliche Debatte der Grenzänderungen in Europa auszulösen. Und Strippenzieher wie Alex Soros verfolgen nicht russische und erst recht nicht chinesische Interessen.
    Ich weiß wo die E75 langläuft und dass ist auch der Grund, weswegen die dortigen Albaner die Teilung wie sie geplant ist, nicht unterstützen.
    Geplant ist alles westlich von der E57.

    ?IPTARI U PANICI, TRAMP JE ZA PODELU KOSOVA?! Lobisti iz Va?ingtona javili, predsednik Amerike popu?ta Srbima!

    Ich persönlich glaube übrigen auch nicht mehr an diese Lösung, die hat Haradinaj tatschlich erfolgreich verhindert.

    P.S.: Der Link ist inhaltlich ne Scheiße, jedoch werden solche Testbalons in Serbien meistens über ebendiese Drecksmedien platziert

  5. #35

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    Zitat Zitat von D.Hans Beitrag anzeigen
    Das kann man so nicht pauschal sagen.
    Mit Atomkraftwerken als Lieferant "grüner Energie" gibt es noch ein bis heute ungelöstes Problem: Wo die abgebrannten Brennstäbe endlagern?
    Seit dem Einsatz der Kernenergie in den 1950er Jahren hat die Technologie ein bislang ungelöstes Problem: hochradioaktiven Atommüll. Jährlich fallen alleine in deutschen Kernkraftwerken Hunderte Tonnen ausgedienter Brennelemente an. Hinzu kommen Abfälle aus Wiederaufbereitungsanlagen, Brennfabriken, Urananreicherungsanlagen und stillgelegten Reaktoren.
    China ist in solchen Fragen nicht zimperlich. Wenn ein Dorf etwa einem Kraftwerksdamm im Weg steht, wird die Bevölkerung (natürlich ohne Entschädigung) abgesiedelt und das Dorf versenkt. Kein Mensch weiß, wo Chinas Atommüll herumliegt. China ist es gewohnt, z,B, für eine Hochgeschwindigkeits Bahntrasse eine Strich auf der Karte und eine Schneise in der Landschaft zu ziehen.
    Wir werden sehen, ob diese Vorgangsweise auch in Europa funktionieren wird. Viele Leute sehen oft nur voller Bewunderung das fertige Ergebnis und blenden dabei vielfach Verbrechen, Gewalt, Repressionen und großflächige Umweltzerstörung aus.
    Gab es da nicht vor geringer Zeit Innovationen und Ideen, diesen Atommüll mit Neutronen beschiessen zu lassen, damit man diese Art der Abfälle in wenig "gefährlichen" Müll umwandeln kann? Soweit ich weiss, haben die Australier ein Projekt entwickelt, schnelle Brutreaktoren zu bauen, deren Wärmeenergie nicht wie herkömmlich mit Wasser oder Dampf, sonder mit flüssigen Natrium abtransportiert wird. Mittels solcher Reaktoren wären dann zukünftig potenzielle Katastrophen wie in Fukushima vielleicht ausgemerzt, aber weiss nicht, wie weit die Entwicklung dabei ist oder ob das ganze auf Eis gelegt wurde.

    Es stimmt was du sagst, die Vergangenheit hat leider zu oft gezeigt, wie Chinas Politik gerade bei diesen Themen wie den Umweltschutz umgeht und gerade ihre Städte zeigen den Ausmass dieser Politik, aber man darf auch nicht vergessen, dass China die europäischen Standards und Bestrebungen beim Umweltschutz respektiert, ein Paradox eigentlich.

    Ich mein, ein gutes Paradebeispiel für die positiven Auswirkungen auf beides, sowohl Ökologie als auch Ökonomie, liefert Finnland. Die Finnen gehen in ihrem Denken und Planungen so weit, dass sie eine Energieerzeugung in Kleinkraftwerken, ein Ausbau sauberer Energielösungen für Gebäude und Entwicklung intelligenter Stromnetze forcieren werden. In Finnland findet man bereits heute modernste Technologien beim Bau von Nullenergiehäusern, die ihren Energiebedarf selbstständig decken. Wenn die Chinesen kooperieren und das Potenzial solcher Technologien wirkungsvoll einsetzt, wird seine Leistungsfähigkeit exponentiell ansteigen, die Kosten für erneuerbare Energie werden in der Folge dramatisch sinken. Ich denke Deutschland hat auch das vorhandene Potenzial erkannt und bietet vor alle kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung.

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